Wird Zeit, dass es anfängt zu regnen. Es ist mal wieder Schellnhuber-Konjunktur. Gerade wird die uralte Kamelle vom Klima, das ganz plötzlich kippen könnte, wieder ausgepackt. Ein internationales Team von Forschern "diskutiere" diese Möglichkeiten in der Wissenschaftszeitschrift "Proceedings" der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA ("PNAS") und blicke dabei insbesondere auf "Kippelemente" im Klimasystem. Das Lied singt Schellnhuber schon seit vielen Jahren so, ohne dass eine substanzielle neue Erkenntnis hinzugekommen ist. Man hat für den Evergreen auch nichts Neues erforscht, da gibt’s offenbar nix, stattdessen hat man viele vorhandene Studien neu zusammengerührt, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Und das lautet: "Man wird doch noch diskutieren dürfen!" DPA beschreibt den Inhalt der Studie so:
"Die Gefahr einer Heißzeit kann aus Sicht von Klimaforschern selbst beim Einhalten des Pariser-Klimaabkommens nicht ausgeschlossen werden. Dabei würde sich die Erde langfristig um etwa vier bis fünf Grad Celsius erwärmen und der Meeresspiegel um 10 bis 60 Meter ansteigen."
Die Betonung liegt auf "kann nicht ausgeschlossen werden". Ausgeschlossen werden kann prinzipiell gar nichts, besonders wenn es sich um die Zukunft handelt.
Klimaforscher Reto Knutti von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich sagt zu dem veröffentlichten Beitrag, er biete "eine Synthese und Einordnung von vielen Einzelstudien", bleibe aber recht unkonkret. Das ist eine kollegial freundliche Umschreibung für pseudowissenschaftliches Untergangsgeraune a la mode. Der Zeitpunkt und die Art der Kommunikation richten sich im übrigen eindeutig gegen Donald Trump, politisierter kann Wissenschaft gar nicht sein. Das wurde von SWR-Umweltredakteur Werner Eckert gestern in der Tagesschau sogar ganz offen gesagt, nicht ohne auf Trumps "ignorante" Politik hinzuweisen. Trump bedroht in den USA die Pfründe der NGOs und der großen Klimaforschungs-Einrichtungen, die von dem Thema leben. Im übrigen erzielen die USA sehr viel größere Erfolge als Deutschland bei der Reduktion von Kohlendioxid-Emissionen.
Grob lässt sich der jetzt wieder bemühte Katastrophen-Evergreen so beschreiben: Einige Wissenschaftler befürchten, das Klima könne durch eine sich selbst verstärkende Kettenreaktion einen „Tipping“-Point erreichen und gleichsam umkippen. Das Szenario lautet wie folgt: Mehr Kohlendioxid verursacht höhere Temperaturen, die produzieren mehr Wasserdampf und damit noch mehr Wärme, woraufhin wiederum mehr natürliches Kohlendioxid und andere Treibhausgase aus Meeren und Böden aufsteigen, was wiederum die Temperaturen erhöht. Das ganze löst eine fortwährende Kaskade positiver Rückkoppelungen aus, schmelzende Eisflächen reflektieren weniger Wärmestrahlung, was wiederum mehr Eis schmelzen lässt, und so weiter und so fort.
Dem steht entgegen, dass das Klima im Verlauf der Erdgeschichte immer wieder die Gelegenheit hatte „Davonzulaufen“ – es aber nicht getan hat. Abrupte Temperaturschwankungen um mehrere Grad gab es immer mal wieder. Auch gab es in der Erdgeschichte Phasen mit 10 bis 20 mal höheren Kohlendioxidkonzentrationen als heute – während gleichzeitig eine Eiszeit herrschte. Es kam auch wiederholt zu Temperatursprüngen um mehrere Grad innerhalb weniger Jahre, ohne dass ein solcher „Runaway-Effekt“ eingetreten wäre.
Wo wir gerade beim Klima sind. Zum am Montag veröffentlichten Beitrag "Der Fake mit den Klima-Flüchtlingen" kamen zahlreiche Leserhinweise, von denen ich hier einige vorstellen möchte.
Was die sogenannten "Hitzetoten" anbelangt, so hat Dr. Lothar Baumann vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg die Todesfälle im Zuammenhang mit der Hitzewelle 2003 untersucht (Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg 4/2005). Anhand der Zahlen kommt der Autor zu dem Schluss:
"Der ungewöhnlich heiße Sommer und hier vor allem der Monat August führten dazu, dass deutlich mehr Menschen starben als während dieser Jahreszeit üblich. [...] Sterbealter der Verstorbenen und Verlauf der Todesfallkurve deuten darauf hin, dass es sich sowohl um nachgeholte als auch um vorgezogene Sterbefälle handelte. Ausschlaggebend waren die Todesursachen infolge von Kreislauferkrankungen und von Atemwegserkrankungen. [...] Eine herausragende Todesursache, die sich explizit auf die Hitze bezieht, wurde nicht festgestellt."
Die im Beitrag geschilderten Kriegs- und Konfliktursachen bestätigt eine vor einigen Monaten veröffentlichte Studie (Assessing the relative contribution of economic, political and environmental factors on past conflict and the displacement of people in East Africa). Die Autoren, Mark Andrew Maslin und Erin Llwyd Owain, haben im Online-Magazin The Conversation über ihre Studie berichtet. In ihrer originalen Publikation gelangen sie zu dem Schluss:
"Unsere Studie ergab, dass Klimaschwankungen, die sich im Palmer Drought Severity Index (PDSI) und dem globalen Temperaturniveau wiederspiegeln, weder das Ausmaß des regionalen Konflikts noch die Gesamtzahl der Vertriebenen (TDP) signifikant beeinflussen. Haupttreiber der Konflikte waren vielmehr das Bevölkerungswachstum, das Wirtschaftswachstum und die relative Stabilität der politischen Regime. Die Zahl der Vertriebenen ist offensichtlich mit dem Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum verknüpft. Als "Flüchtlinge" unter den Vertiriebenen zählen wir Personen, die gezwungen waren, Ländergrenzen zu überschreiten. Anders als bei der Gesamtzahl der Vertriebenen und der Konflikthäufigkeit ergab sich, dass die Schwankungen der Flüchtlingszahlen signifikant sowohl mit den klimatischen Schwankungen wie auch mit der politischen Stabilität, der Bevölkerung und dem Wirtschaftswachstum zusammenhängen. Unsere Studie zeigt, dass Klimaschwankungen in den letzten 50 Jahren nur eine geringe oder gar keine Rolle bei der Verursachung von Konflikten und Vertreibungen in Ostafrika gespielt haben. Stattdessen finden wir, dass schnelles Bevölkerungswachstum, geringes oder sinkendes Wirtschaftswachstum und politische Instabilität während des postkolonialen Übergangs die wichtigeren Faktoren waren."
(Hinweis und Übersetzung von Achse-Leser Karl-Heinz Dehner, vielen Dank dafür).
Zum oben erwähnten Beitrag "Der Fake mit den Klima-Flüchtlingen" passen auch diese Kommentare aus Die Welt und der BZ.
Beitragsbild: Creative Commons CC0 Pixabay

Werter Herr Maxeiner, danke für diesen auf den Punkt gebrachten Beitrag. Nur eines habe ich vermisst: Im öffentlich medialen Gleichklang wird immer das Adjektiv "menschengemacht" untergeschoben, wenn es um Klimaveränderungen geht. Und jedes Mal bekomme ich pflichtgemäß dabei auch ein schlechtes Gewissen -gerade auch bei den Hitzetoten. Mache ich mich, der auf dem Dorf wohnt und regelmäßig ein geländegängiges Auto braucht, mit meinem Diesel SUV, Euro 5, nicht an der fahrlässigen Tötung aller Hitze- und NOx- Toten mitschuldig? Und nun lese ich hier zu meiner grenzenlosen Erleichterung, dass es in der Erdgeschichte schon Eiszeiten mit wesentlich höheren CO2 Konzentrationen in der Luft gegeben hat -und schwitze gleich schon viel weniger. Mit den besten Grüßen Jörg Kröger
Leider habe ich gestern auch die Propagandashow in der Tagesschau zum Klima gesehen, meine Frau hat sich das angesehen, ich bin dazu gekommen. Inzwischen vermeide ich längst die Tagesschau wie weiland die Aktuelle Kamera in der DDR. Es gibt einen heißen Sommer, wie sehr viele in den letzten Jahrhunderten, und schon wird wieder die sofortige Klimakatastrophe ausgerufen. Das fällt komischerweise nicht unter Fake News. Wenn ich schon immer vom Klimakiller CO2 lese und höre. Die wenigsten, die diesen Blödsinn verbreiten, wissen wohl, dass es ohne CO2 null Leben auf der Erde geben würde, jedenfalls kein höheres. Alle Grünpflanzen benötigen CO2 zur Photosynthese und damit zum Wachsen. Ohne CO2 keine Wiesen und kein Wald, kein Brot, kein Salat, kein Wein und kein Hasch (für die grüne Öko-Kiffer-Klientel). Trotzdem machen sich die Leute inzwischen in die Hosen, wenn sie nur von CO2 hören. Auch ein Ausdruck für die allgemeine Infantilisierung dieser Gesellschaft.
Man sollte immer bedenken, daß der Herr Schellnhuber kein Klimaforscher (was das auch sein mag) ist, sondern daß sein albernes Institut den Namen »Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung« besitzt. Er ist damit ein »Klimafolgenforscher«, schon einen Schritt weiter und stellt allein im Namen seines Instituts einen Klimawandel doch bereits als Fakt hin. Er und seine Eleven müssen diesen Blödsinn also an die einschlägigen Verbreiter weitergeben, sonst rütteln sie selbst an ihrer Existenzberechtigung. Schuld an der Inflation der Studienfächer (und damit verbundenen Forschungsfelder) sind übrigens (wie üblich) die CDU unter Frau Merkel und speziell deren Freundin Annette Schavan. Die haben das althergebrachte klare Universitätssystem zerstört und nun kann jeder sich nennen wie er lustig ist, quasi jeder Professor sein eigenes Studienfach.
Von der Sommerhitze leben sicher deutlich mehr Menschen, als daran sterben. In diesem Zusammenhang wäre es wünschenswert, wenn wir etwas mehr über die Geldströme in und um Hr. Schelnhuber und sein PIK erfahren könnten. Qui bono Panikmache.