Henryk M. Broder / 02.06.2009 / 01:00 / 0 / Seite ausdrucken

Scharia hier, Scharia dort

In der SZ vom Wochenende, die mit leichter Verspätung in Willemstad ankommt, schreibt Thomas Avenarius über einen Fall von angewandter Gerechtigkeit in der Scharia-Republik Iran. “Ein verschmähter Liebhaber schüttet einer jungen iranischen Frau in einem Park eine Flasche voll Säure ins Gesicht.” Die Frau verliert das Augenlicht und erleidet schwere Verletzungen, von denen sie sich trotz 17 Operationen nie erholen wird. Ein Teheraner Strafgericht verurteilt den Täter, “auf ausdrücklichen Wunsch des Opfers”, das Schicksal der Frau zu teilen: “Mit fünf Säuretropfen je Auge soll der Täter blind gemacht werden. Unter Betäubung und unter Aufsicht eines Arztes.”

An dieser Stelle könnte sich der Reporter ein paar Gedanken machen über die Verbindung von Barbarei und High Tech. Oder über Ärzte, die den Eid des Hippokrates geleistet haben und Hilfe bei Folter und Verstümmelung leisten. Er würde es tun, wenn es sich um US-Ärzte in Guantanamo handeln würde. Aber in diesem Fall assoziiert er etwas anderes, “das Rechtsprinzip, das im Alten Testament ‘Auge um Auge, Zahn um Zahn’ heisst”.

Avenarius hat keine Ahnung, was das Prinzip “Auge um Auge, Zahn um Zahn” im AT bedeutet hat. Er hat auch keine Ahnung, was Scharia-Recht heute bedeutet. Aber wie man auf der Diretissima auf dem Gipfel eines Ressentiments ankommt, das weiss er. http://www.sueddeutsche.de/panorama/843/470393/text/

Und wo wir schon bei der Scharia sind, für deren Einführung in der Alten Welt sich u.a. auch der Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, ausgesprochen hat, (http://www.spiegel.de/international/world/0,1518,534579,00.html), so muss man zugeben, dass es sich um ein System handelt, das zwar primitiv aber extrem zuverlässig ist. Nicht einmal Tote bekommen eine zweite Chance. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,627833,00.html

Siehe auch:
http://www.faz.net/s/Rub77CAECAE94D7431F9EACD163751D4CFD/Doc~EF6A1DFE91E234BACA352994AD65713F7~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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