Jürgen Kremb, Gastautor / 05.04.2022 / 12:00 / Foto: Imago / 72 / Seite ausdrucken

Schanghai im Lockdown – Was ist da los?

China beginnt wieder massiv zu testen, was einen Anstieg der positiven Testergebnisse zur Folge hat. Nun gibt es einen Lockdown auf unbestimmte Zeit in Schanghai. 

Ein bisschen lag dieser Tage in Schanghai so etwas wie ein Déjà-vu von Walter Ulbrichts berühmtem Sager in der Luft: Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten. Noch am Sonntag verkündeten die streng kontrollierten chinesischen Medien nämlich: „Es wird keinen Lockdown in Schanghai geben.“

Am Montag dann riegelten Polizeikräfte das supermoderne Wirtschaftszentrum Pudong für vier Tage mit mannshohen Plastikmauern ab. Am Freitag wurde dann der westlich (chinesisch „Xi“) des Huangpu-Flusses gelegene Stadtteil Puxi, die Altstadt, in eine „kurzfristige Ruhephase“ versetzt. Jeder Einwohner wird nun einem Zwangstest unterzogen, positiv Getestete werden zuhause eingesperrt und müssen sich zu Tausenden in Messehallen und Veranstaltungszentrum internieren lassen.

Sofort nach Beginn der überhasteten Maßnahmen kam es zu Hamsterkäufen. Viele der mehreren Millionen Pendler versuchten, fluchtartig die Stadt zu verlassen, wurden aber von Sicherheitskräften daran gehindert. Jetzt sieht man nach Augenzeugenberichten allenthalben Menschen, die unter Brücken kampieren, bei Nachttemperaturen unter sechs Grad.

Wohlgeölte Propagandamaschinerie

Schanghai ist Chinas Banken- und Wirtschaftszentrum schlechthin. Knapp 25 Millionen Einwohner, mit 31 Millionen TEU der größte Containerhafen der Welt. Aller Covid-19-Euphemismus von der „kurzen Ruhepause“ hin und her, dass Chinas größte Metropole nun vor einer Viruserkrankung kapituliert, ist der augenfälligste Beweis, dass die „Null-Covid-Politik“ von Staats- und Parteichef Xi Jinping krachend gescheitert ist.

Das hatte sich freilich schon seit Wochen abgezeichnet. Zwar hatte Chinas wohlgeölte Propagandamaschinerie während der Olympischen Winterspiele in Peking noch mit voll vermummten Barkeepern und Zimmermädchen im Ebola-Schutzanzug vorzuspielen versucht, dass man die Seuchenlage im Land im Griff habe. Aber dann wurde dieses Bild durch andere Nachrichten gestört: Dutzende Millionen Menschen, darunter die gesamte nordöstliche Provinz Jilin und die Technologiemetropole Shenzhen im Süden des Landes, wurden kurz darauf mit einer Ausgangssperre belegt. Besonders schlimm hatte es in den letzten Wochen die politische „Sonderverwaltungszone“ Hongkong erwischt.

Goldmedaille für Todesfälle

Zwei Jahre nachdem man dort Studenten das Demokratievirus aus dem Leib geprügelt hatte, die 7,5 Millionen Einwohnerstadt vom Bazillus der freien Presse gesäubert war und die letzte freie Kommunalwahl gefälscht wurde, gingen in der einstigen britischen Perle des Orients die Särge aus. Gut eine Woche lagen die Inzidenzen an der Weltspitze. Und in ihrer Panik ließ Carrie Lam, die Regierungschefin der Hafenstadt, selbst infizierte Kleinkinder in Krankenhäusern von ihren negativ getesteten Eltern separieren, was zu einem internationalen Aufschrei führte. Mittlerweile haben die offiziellen Hongkonger Corona-Todeszahlen mit 7.945 bei 7,5 Millionen Einwohnern (0,1 Prozent), fast das Doppelte von Wuhan erreicht, wo die Pandemie vor zwei Jahren ihren Ausgang nahm. Da noch lange kein Ende der Gesundheitskrise abzusehen ist, hat die Stadtregierung nun beschlossen, erst einmal die Plätze in den städtischen Leichenhallen und Krematorien zu erhöhen.

Im Pekinger Politbüro macht sich Nervosität breit, dass sich dies in Schanghai wiederholen könnte. Dort wurden letzte Woche 6.886 Infizierte ausgemacht (bei 25 Millionen Einwohnern sind das 0,0275 Prozent). Das gilt als der bisher größte Ausbruch der Viruserkrankung im Land. Dabei dürfte die Dunkelziffer deutlich höher liegen.

Xi fährt sein Land an die Wand

Zwar behauptet die Pekinger Führung immer noch, mit insgesamt nur 4.636 Toten in ganz China seit Beginn der Pandemie weltweit die beste Covid-19-Vermeidungsstrategie gefahren zu haben. Aber Chinas Statistiken sind stets eine Mischung aus Propaganda-Wunschdenken und plumper Fälschung.

Oder wie ist es sonst zu erklären, dass es in Hongkong, das ähnlich wie das Festland unter einem strengen Corona-Regime ächzte, aber aus britischer Kolonialzeit noch relativ korrekte Gesundheitsstatistiken führt, fast doppelt so viele Corona-Tote gegeben haben soll wie im großen chinesischen Mutterland mit seiner 1,4-Milliarden-Bevölkerung?

Die Zentralregierung versucht krampfhaft zu vertuschen, was nicht mehr zu leugnen ist. Auch in China wird das manische Corona-Regime von Xi Jinping der Wirtschaft schwer schaden. Null-Covid, erdacht als willkommenes Herrschaftsinstrument der Xi-KP, um die Zügel noch mehr anzuziehen, ist nicht mehr durchsetzbar. Nach einer Studie eines taiwanischen Think-Tanks müsste der KP-Chef in wenigen Wochen zwei Drittel des Landes in den Lockdown versetzen, wenn er seine strenge Pandemiepolitik nicht ändert.

Aber damit fährt er nicht nur sein Land an die Wand, auch die Lieferketten des globalen Handels, ohnehin schon extrem geschwächt wegen des Krieges in der Ukraine, würden schweren Schaden nehmen. Nicht auszudenken die Folgen für die heimische Wirtschaft. 70 Prozent der in China ansässigen deutschen Unternehmen operieren in China aus dem gigantischen Wirtschaftsraum in Schanghai und seiner Umgebung.

Wer verdient sich an den Zwangstests dumm und dämlich?

Darüber hinaus tragen viele chinesische Bürger den gnadenlosen Anti-Covid-Wahn nicht mehr mit. In Pudong, wo die Ausgangssperre bis Freitag zuerst einsetzte, hatten die Menschen keine Zeit, sich vorzubereiten. Wie soll es Lieferdiensten gelingen, das größte urbane Siedlungsgebiet des Landes mit Essen zu versorgen?

Schon kursieren Bilder im Internet, auf denen man Börsenhändler vor ihren Bildschirmen und Markthändler unter Verkaufsständen in Schlafsäcken nächtigen sieht. Sie hatten es vor Verkündung der Schließungsmaßnahmen nicht mehr nach Hause geschafft. Zeigen solche Bilder aber Ausdruck von Unmut oder gar kleinen Protesten, mühen sich die vielen Millionen chinesischer Trolle, die „kleinen Rosaroten“, dies innerhalb weniger Sekunden aus der digitalen Sphäre zu verbannen.

Die in Taiwan erscheinende „Liberty Times“ zeigte Bilder von Protesten (dazu im chinesischen Text runterscrollen). Die Menschen rufen: „Wir wollen essen, wir wollen arbeiten.“ Lauter Applaus ertönt. Dann skandiert jemand: „Wir wollen Freiheit.“ Das ist gefährlich im Reich von Xi Jinping, weil darauf lange Haftstrafen stehen. Entsprechend verhalten ist die Zustimmung der Umstehenden. Kurz darauf erscheint der Staatsschutz und löst die Versammlung auf.

Die Schanghaier gelten als die geschäftstüchtigsten Chinesen. Immer lauter wird deshalb gerade im Wirtschaftszentrum die Frage gestellt, wer die eigentlichen Nutznießer dieser milliardenfachen Testphobie sind, die seit zwei Jahren dem Land oktroyiert wird. Wer verdient sich an den Zwangstests dumm und dämlich, den verpflichtenden Masken, den Schutzanzügen und Desinfektionsmitteln? Sind es wirklich rote Prinzen, die Kinder der KP-Fürsten? Aber Fragen wie diese zu stellen, das endet im Gefängnis.

Derartiger Rigorismus längst sinnlos

Umso mehr läuft die absurde Corona-Staatspropaganda zur Hochform auf. Hier ein YouTube-Video aus Schanghai, das eine taiwanische Zeitung mit Material aus dem chinesischen Staatsfernsehen zusammengeschnitten hat. So sieht eine Corona-Diktatur aus: Da tanzt eine junge Ballerina vor vermummtem Testpersonal, und ein Kind bedankt sich bei ebenfalls eingepackten Blockwarten, bevor sie die Tür zur elterlichen Wohnung zunageln.

Dabei dürfte ein derartiger Rigorismus längst sinnlos sein. Zwar trommeln die staatlichen Medien, dass 88 Prozent ihrer 1,4 Milliarden Bürger geimpft seien. Aber ohnehin ist bekannt, dass chinesische Impfstoffe schon bei der Delta-Variante nur noch über eine Wirksamkeit von weit unter 50 Prozent verfügten. Eine dritte Injektion, die nach Ansicht auch von chinesischen Virologen vielleicht mehr Schutz bieten könnte, gibt es fast gar nicht in dem Riesenreich. Zudem existieren nur sehr widersprüchliche Angaben, wie viel der heimischen Impfstoffe noch gegen die Omikron-Variante hilft.

Parteichef mit unbeschränkter Amtszeit

Es steht deshalb zu befürchten, dass Xi Jinping einen Kampf gegen Windmühlen ficht. Als Kommunist alter Schule ist die Corona-Bekämpfung längst zu seinem perfiden Werkzeug geworden, das Land immer weiter abzuriegeln, sozialen Austausch zu überwachen – und sie ist auch Teil seiner Karriereplanung geworden.

Nachdem er schon Präsident auf Lebenszeit ist, möchte er im Herbst auf dem 20. Parteitag der KPCh auch als „Steuermann“, wie dereinst nur Mao Zedong, zum Parteichef mit unbeschränkter Amtszeit gekürt werden. Voraussetzung ist vor allem politische Ruhe und wirtschaftliche Zufriedenheit im Lande. Xis Markenkern steht für Null-Covid. Damit habe er quasi bewiesen, dass „Xi-Na“, seine Version des kommunistisch gesteuerten Kapitalismus, dem dekadenten Westen überlegen sei. Aber das hält die Wirtschaft nicht lange aus. Weder in China noch im Rest der Welt.

 

Jürgen Kremb betreibt den Asien-Blog „Der Rikscha-Reporter“.

Foto: Imago

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Leserpost

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W. Renner / 05.04.2022

Der eingefleischte COVID Fan würde skandieren: „It’s coming Home, it’s coming Home, covid is coming Home.“

Wolfgang Richter / 05.04.2022

Nachdem die diversen Lockdowns (wg. des “Wuhan-Virus”) schon die sorgsam vom Westen für seine “in der Heimat wegen Öko ausgesourceten” Produkte aufgebauten Lieferketten durchlöcherten, werden weitere Mängel in den Wirtschaftsabläufen Putin und seinem Krieg zugeschoben. Wenn Mr. Xi jetzt den Westen ärgern und seiner Wirtschaft weiter schaden will, was liegt näher, als mit der bewährten Test-Plandemie als Begründung (auf dem Niveau von Klabauterbach u. Co) den größten Ausfuhrhafen Chinas mal für einige Zeit stillzulegen. Die hierzulande (nicht nur Dld. gemeint) werkelnden Regierungs- und sonstige Politdarsteller haben immer noch nicht gemerkelz, daß man mit der arrogant zur Schau gestellten “Haltung” die mindestens andere Hälfte der Menschheit auf diesem Planeten (China, Indien, und als Zugabe Rußland samt befreundeten Staaten) nicht nach Gutdünken zum Hampelmann machen kann, zumal wenn man aufgrund der gerade wegen dieser “Haltung” (Wir retten die Welt hier und verdrecken sie bei Euch mit der nach dort ausgeschafften und verbilligt arbeitenden Produktion) geschaffenen eigenen Abhängigkeiten eigentlich Bittsteller ist. Und wer zu blöd ist, das zu kapieren, wird es bitter lernen müssen. Die Zeiten, als Kolonien zu spuren hatten, sind vorbei. Interessant für mich in dem Zusammenhang, daß gerade nicht von Sanktionen gegen Indien die Rede ist, obwohl zwischen Rußland und Indien gerade vereinbart wurde, die nicht mehr gen Westen zu exportierenden Güter gen Indien umzuleiten. Vielleicht liegts daran, daß die hier benötigten Pillen gegen dieverse Krankheiten inzwischen auch in Indien produziert werden und im Falle von Sanktionen die hiesigen Apotheken größere Ebbe vermelden müßten als die Regal für Sonnenblumenöl beim Discounter. Krankenhäuser könnten vermutlich dicht machen.

Hans-Peter Dollhopf / 05.04.2022

Die Toten Hongkongs sind irritierend. Ihr sagenhafter Anstieg fällt übrigens zeitlich zusammen mit Putins Invasion der Ukraine. Insiderwissen? Trotz aller lokalen Unterschiede sind allgemeine Regelmäßigkeiten in “Coronazahlen” festzustellen. So sind etwa Kurvenverläufe oft vollkommen maßnahmenunabhängig. Ein typisches Beispiel: Die Coronatotenanzahl folgt der Anzahl an Coronafällen. Nun sollte man sich die Verläufe von Coronafällen und Coronatoten von Hongkong ganz genau ansehen! Dass da ein Regime die Gelegenheit nutzt, Unliebsame plausibel zu entsorgen? Umetikettierung?

S. Marek / 05.04.2022

China bekommt doch von Deutschland Entwicklungshilfe die sich sehen kann. Gehört halt aus deutscher Sicht immer noch zur Entwicklungsländern.  LOL

Dr. Albert Müller / 05.04.2022

Zero-Covid-Strategie und eine immunologisch naive Bevölkerung ergeben eine ziemlich ungesunde Mischung. Xi weiß das natürlich, aber ein Eingeständnis, dass die chinesische Vakzine nicht wirkt, werden wir von ihm nicht hören.

Hans-Peter Dollhopf / 05.04.2022

Grundannahme: Der Staat China ist ein hyperkomplexes System. Es wird immer gerne argumentiert, etwa von Weltrettern wie dem Club of Rome, dass nur diktatorische Führung dazu in der Lage sei, “notwendige” Maßnahmen durchzusetzen. Man bedient sich hierbei verhohlen am faschistischen Führerprinzip. Demokratie sei ungeeignet. Aktuelle Beispiele: Xi richtete China an der eigenen Person aus, Putin Russland, Erdogan die Türkei ... Merkel Deutschland. Die erfolgreiche Steuerung einer Volkswirtschaft mit 1400 Millionen Individuen - dafür reicht der Verstand eines Einzelnen nicht. Darum wird ein solcher Steuermann (so wie Mao es tat) den Weg wählen, die Individuen zu entindividualisieren und zu uniformieren, wodurch Komplexität reduziert wird. Dies geschieht mittels physischer und psychischer Gewalt. Trotzdem benötigt der Einmann an der Spitze einen Apparat. Dieser wird sich zuverlässig aus Nutznießern, Speichelleckern und Clanmitgliedern zusammensetzen. Trotzdem ist die Gesamtlage weiterhin zu komplex. Der Apparat selbst ist bereits zu komplex. Er muss ständig gesäubert und diszipliniert werden. Aber was hilft’s? Das Gesamtsystem rutscht in die Suboptimalität ab, deren realweltliches Feedback Einmann einen Teufelskreis aufzwingt. Die Alternative ist die Selbstorganisation aller. Dazu sind sie alle unter einem natürlichen Recht frei und gleich. Das Salz der Erde. So alle steuern zu jeder Zeit und an ihrem Ort mit ihren Erfahrungen, ihrem Können, ihren Ideen und ihrem Wollen und ihren Bedürfnissen und ihren Entscheidungen diesen kleinen Eintrag ins Gesamte bei. Optimalität sui generis. Man nennt diesen Organismus die Freie Republik. Um so weniger Staat, desto mehr Gerechtigkeit! Xi wird bald schon Geschichtsmüll sein. Sein Einmann-System - L’État, c’est moi - wird zersplittern wie Glas.

Ronald Maeder / 05.04.2022

Die Corona Panik verliert an Kraft, daher nun etwas Kriegsangst. Nebenbei soll künftig die WHO mehr Macht bekommen (wer hat die eigentlich gewählt?). Uschi v.d. Leyen ist auch dafür. Und wie Bill Gates schon sagte: die nächste Seuche werden die Leute viel ernster nehmen .... läuft. Angst- und Panikmache ohne Ende, bis wir freiwillig das WEF und Schwab Klausi als Weltretter und Häuptling akzeptieren. Chippen nicht vergessen! Ist ja viel bequemer und sicherer, als die digitale ID auf einer schnöden Karte.

Werner Arning / 05.04.2022

Will China womöglich den Westen animieren, seinem Beispiel zu folgen? Würden Karl und seine Freunde von der Presse nicht vor Freude Luftsprünge vollführen? Lockdown nach chinesischem Vorbild? Na, Karl? Kribbelt es schon? Und chinesische Strategen hätten ihr Ziel erreicht. Ja, Chinesen sind extrem geschäftstüchtig.

R. Reiger / 05.04.2022

@ Schanghai ist der größte Containerhafen der Welt. Das ist nicht mehr so wichtig, genauso wie Lieferketten nach Europa, deren Unterbrechung unserer Wirtschaft große Probleme bereitet. Viel wichtiger ist für China, dass es sich Russland als Versorger von Energie, Rohstoffen und vor allem auch von Dünger sichert. Da wird für uns in Zukunft sowieso nicht mehr viel übrig bleiben. Denn seit dem Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China seit Anfang 2018 stärkt China den Binnenmarkt. Sie wollen trotz Exporten ein Binnenmarkt sein, auch als Schutz vor weltweiten politischen Verwerfungen. Der Aufstieg Chinas erfolgt, indem sich das Land nach innen wendet, um seinen eigenen Verbrauchermarkt zu entwickeln. Das von Deutschland angewandte merkantilistische Modell mag Deutschland zu einer großen Volkswirtschaft gemacht haben, aber seine Bevölkerung hat an diesem Aufstieg nicht teilgenommen. Das ist der Unterschied zwischen einem Exportmodell und einem Binnenmodell. Beispiel Binnenmarkt USA (was hilft: 330.000.000 Einwohner, zum Vergleich China 1.400.000.000 !! Einwohner): Die USA sind eine geschlossene Volkswirtschaft und so kaum vom Außenhandel abhängig. Die Ausfuhren machen in den USA weit weniger als 10 % des BIP aus, während sie in Deutschland 40 % des BIP ausmachen. China als Binnenmarkt ist auf dem Weg dazu, seit 2018: - China will Binnenkonsum steigern: Der Handelsstreit 2018 hat der Konjunktur Chinas zugesetzt, die Stärkung des Binnenkonsums wird forciert. - Chinas BIP könnte durch die Mehrwertsteuersenkung um 80 Milliarden Euro steigen. - China plant eine weitere massive Steuerentlastung im Binnenmarkt: Die Steuer für Unternehmen und Industrie solle um drei Prozentpunkte gesenkt werden. - China will nach der Planungsbehörde NDRC den Binnenkonsum speziell durch steigern der Einkommen im städtischen und ländlichen Raum zusätzlich ankurbeln. China hat verstanden, dass der alte Merkantilismus nur bedingt zum Wohlstand der Bevölkerung beiträgt.

Paul Diehl / 05.04.2022

Na die Chinesen werden wohl wissen warum. Mutmaßlich stammt das Virus ja schließlich aus den Friedenslaboren der KP in Wuhan oder vom Fischmarkt *ZwinkerSmiley*. Den Klausi wird’s freuen. Die Lockdowns in old China waren schließlich schon mal die Blaupause für die Anschaffung der Menschenrechte in Europa. Mal sehen, was da noch geht.

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