Trotz des Drucks, dem Saskia Ludwig wegen einer zu freundlichen Plauderei mit Alice Weidel oder eines angeblichen Plagiats ausgesetzt ist, lässt sie nicht locker und schreibt Jens Spahn einen Protestbrief.
Leicht einzuschüchtern ist sie ganz offensichtlich nicht, die CDU-Bundestagsabgeordnete Saskia Ludwig. Sie ist nicht erst seit der gescheiterten Verfassungsrichterwahl als unbotmäßig bekannt. Mehrfach hat sie beispielsweise der Abkehr von der Brandmauer-Politik das Wort geredet. Im Januar 2025 – also noch vor der letzten Bundestagswahl beispielsweise. Der Tagesspiegel berichtete seinerzeit:
„Ludwig hatte sich gegen eine Brandmauer gegenüber der AfD gewandt, die nur der AfD und dem „linken Lager“ nutze. „Wenn über 50 Prozent Mitte-Rechts wählen, dann muss es auch eine Mitte-Rechts-Regierung geben für die Bürger“, sagte sie dem Sender TV Berlin. „Nur damit kriegt man das eingehegt - und unser Land kriegt man damit auch wieder auf Kurs. Ob das nach dem 23. Februar der Fall sein wird, bleibt spannend.“
Diese Spannung hat sich gelegt und ist leider anderen Spannungen gewichen. Bei der Fraktions- und Parteiführung machte sich die Christdemokratin auf diese Weise nicht beliebt. Das trug ihr wahrscheinlich jene inzwischen oft gebräuchlichen und nicht selten missbrauchten Plagiatsvorwürfe ein. Außerdem hat sie sich des Vergehens schuldig gemacht, am Rande einer Veranstaltung in Ungarn zu freundlich mit Alice Weidel geplaudert zu haben. Stimmen aus den Reihen des kleinen Koalitionspartners SPD, wie der für seine Toleranz berühmte Genosse Ralf Stegner, forderte bekanntlich von der CDU-Fraktion deshalb schon eine Art Inquisitionsverfahren wegen des Abfalls vom vereinbarten Koalitionsglauben, wie jüngst die Augsburger Allgemeine berichtete:
„‚Ich finde nicht, dass die Partei- und Fraktionsführer der Union das einfach dulden können‘, sagte der SPD-Abgeordnete Ralf Stegner unserer Redaktion. ‚Diese schlappe Distanzierung über die Pressestelle ist zu wenig. Bisher habe ich kein Statement aus der Fraktionsführung gehört.’ Er erwarte, ‚dass man da mal klarmacht: Das akzeptieren wir nicht. Und wir sind nicht gewillt, das zum Regelfall werden zu lassen.‘ (…)
Es sei immerhin nicht das erste Mal, dass Ludwig auffällig werde. ‚Schon als es darum ging, Frauke Brosius-Gersdorf zur Verfassungsrichterin zu wählen, hat Saskia Ludwig ganz offen auf X mit einer ehemaligen AfD-Abgeordneten kooperiert‘, sagt Stegner. Und fügt hinzu: ‚Sowas ist in einer Koalition mit der SPD nicht akzeptabel.‘“
Noch Kontakt zu den Wählern?
Doch solcherlei Einschüchterungsversuche scheinen bei der Abgeordneten Ludwig nichts zu bewirken oder das Gegenteil. Wahrscheinlich hat sie noch Kontakt zu ihren Wählern, von denen so manchen eher diese Koalition mit der SPD nicht mehr akzeptabel erscheint. Bezüglich der nun erneut dräuenden Verfassungsrichter-Wahl hat sie ihrem Noch-Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn einen ziemlich deutlichen Brief geschrieben, über den u.a. gerade n-tv.de berichtete. Darin habe die CDU-Politikerin dem Vorsitzenden Spahn erklärt, welche „Minimalanforderungen" sie an weitere Richterwahlen stelle. Das sind eigentlich alles Selbstverständlichkeiten, aber dennoch haben die es in der heutigen Zeit in sich.
Aus der Zeitung habe sie erfahren, schreibt Ludwig, dass Spahn nun mit der SPD eine gemeinsame Lösung für den weiteren Prozess finden möchte. Das hätte sie irritiert, denn eigentlich müsse Spahn doch zuerst das Gespräch mit der eigenen Fraktion suchen. Wörtlich heiße es:
„Es war ein nicht unerheblicher Teil Deiner CDU/CSU-Bundestagsfraktion, die Dich rund zwei Monate zuvor mit 91,3 Prozent zu ihrem Fraktionsvorsitzenden gewählt hatte und für die Frau Brosius-Gersdorf unwählbar war.“
Es sollten daher erst von der Unionsfraktion Minimalanforderungen festgelegt werden, bevor die SPD neue Personalvorschläge präsentiere. Nach Ludwigs Vorstellung müssten Kandidaten rechtzeitig und transparent vorgestellt werden und sich den Fragen der Fraktionsmitglieder stellen, bevor dann eine geheime Probeabstimmung stattfinden könne. Werde ein Kandidat abgelehnt, müsse unverzüglich ein neuer Vorschlag her.
Ludwig beende ihren Brief mit einer Frage, „die bereits mehrfach gestellt wurde“: Wann werde der seit 2018 bestehende politische „Verteilerschlüssel" für die Besetzung der Richterstellen (bisher: drei SPD-Nominierte, drei Unionskandidaten, je einer von Grünen und FDP) endlich überarbeitet? Wenn man sich die Wahlergebnisse und die Sitzverteilung im Bundestag anschaut, drängt sich die Frage jedem auf. Das umfassende Vorschlagsrecht der Genossen aus der früheren Volkspartei hat eigentlich keine Legitimation mehr. Insofern hat Frau Ludwig recht, wenn sie schreibt:
„Wäre dies bereits zu einem früheren Zeitpunkt erfolgt, hätte der Name Brosius-Gersdorf ggf. nie im Deutschen Bundestag kommuniziert werden müssen". Doch welcher Name wird stattdessen auf der Kandidatenliste stehen, wenn im September der nächste Verfassungsrichter-Wahlversuch unternommen werden soll? Es ist kaum anzunehmen, dass Jens Spahn jetzt plötzlich diese Ratschläge seiner Parteifreundin Ludwig beherzigt, oder?
Peter Grimm ist Journalist, Autor von Texten, TV-Dokumentationen und Dokumentarfilmen und Redakteur bei Achgut.com.

@Lutz Herrmann: ‚Plagiatsvorwürfe kamen von der FAZ’. Eine perfide aber inzwischen ausgelutschte Nummer und Zersetzungs-Strategie. Wir werden nie wieder davon hören! Wichtig ist ja auch nicht, daß irgendwann das ‘Verfahren eingestellt‚ wurde/wird; sondern daß der ‘Anfangsverdacht‚ öffentlich geäußert und von Rudel-Journalisten pflichtgemäß gemeldet und breitgetreten wurde! Die wirklichen Kriminellen erhalten in diesem Land ja (angeblich) ‘Morddrohungen‚ – und können dann in Mitleid und Betroffenheit ihres geistig-moralischen Umfeldes baden! Soviel zu Hatz und Hätze.
Im Oktober 20212 kam es in Bundestagswahlkreis 61 (Potsdam-Mittelmark II) zur innerparteilichen Kampfkandidatur. Zwei Frauen wollten als Bewerberinnen um das Direktmandat für die CDU antreten. Die heutige bunte Wirtschaftsministerin und die ‚umstrittene‘ und eben von ihren Genossen als Fraktionschefin gestürzte Saskia Ludwig. Die Guten – von der bunten Kanzlerin bis zur Süddeutschen Zeitung – unterstützten ‚wie ein Mann‘ die Kandidatin Reiche. Die ‚umstrittene‘ ‚rechtspopulistische und artvergessene Frau Ludwig mußte um jeden Preis verhindert werden! Unter medialem und innerparteilichen Druck stimmten lt. Süddeutscher Zeitung 409 Delegierte ab. Frau Reiche erhielt 223 Stimmen. Die Siegerin Katharine Reiche war etwa zwei Jahre sowohl MdB als auch parlamentarische Staatssekretärin. Ende 2015 wechselte sie in die Wirtschaft. – Das Direkt-Mandat im so bekannt gewordene Wahlkreis 61 gewann bei den letzten beiden Buntentagswahlen übrigens ein Kandidat namens Olaf. Den Nachnamen habe ich gerade vergessen.
Saskia Ludwig war 2009 Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion. 2010-2012 war sie Landes- und Frationsvorsitzende. Schon in dieser Zeit hatte sie als ‚artvergessene Frau‘ verbotene Kontakte zu (damals) Unberührbaren (z.B. Junge Freiheit) und war bei den Blockwarten entsprechend verhaßt. Im September 2012 wurde sie von Leuten ihrer Partei und Fraktion, die wendiger waren als sie, gestürzt. Seitdem arbeitet sie als einfache Abgeordnete. Ein frühes Zeugnis des absoluten VERNICHTUNGS-WILLENS ihrer Feinde findet sich online im Archiv der ZEIT. Die Autorin Lisa Caspari publizierte dort: ‚Die Rambo-Frau der Brandenburger CDU‘ (29. Februar 2012). Interessant sind auch die diesbezüglichen Leserbriefe (Sozialismus-‚Nutznieserin‘ Saskia Ludwig – kein Rechtschreibfehler von mir !), in welchem Ludwig zum Vorwurf gemacht wurde, in der DDR Abitur gemacht zu haben. Die Zeit führte schon damals Zersetzungsstrategien der Stasi im Mantel der Meinungsfreiheit fort. Immerhin hatte man damals noch den Schneid, auch kritische Leserbriefe zu veröffentlichen. (‚Armselig! … Dieser Artikel ist ein Paradebeispiel dafür, wie die linksgrüne Journallie versucht aus der leidvollen deutschen Geschichte Kapital für die eigenen Ziele zu schlagen! … politisch Unliebsame einfach mal pauschal „in die rechte Ecke“ zu stellen, hat mit einem fairen demokratischen Diskurs nicht mehr viel am Hut! … ‘. Wie wir wissen, ist das bis heute so geblieben! – Saskia Ludwig ist ein politischer ‚Widerporst’, aber eine, die sich nicht ‘zu Poden prügeln‚ ließ. Es ist gut, daß es Menschen wie sie in der CDU gibt. Und es ist zu hoffen, daß sie in der CDU-Bundestagsfraktion den Rückhalt bekommt, den sie verdient. Wie die aufmerksamen Foristen ahnen, machte die zuverlässige Genossin Caspari bei der ZEIT Karriere. Heute ‘zersetzt‚ sie publizistisch u.a. das BSW.
Tja, unsere Regierung macht Politik gegen das eigene Volk; juedische Mitbuerger muessen um ihre Gesundheit, sogar ihr Leben fuerchten; Judenhasser werden en masse importiert; die Wirtschaft geht den Bach runter, Besserung ist nicht in Sicht.
Als Sahnehaeubchen sieht sich Friedrich Merz noch „genoetigt“, ein Waffenembargo gegenueber Israel zu verhaengen, wobei er munter mit an der Luege strickt, dass Israel unverhaeltnismaessig vorginge. Kein Wort zu den Geiseln. Diese interessieren ihn schlicht nicht, was schon alles ueber den Charakter dieser politischen Eintagsfliege aussagt.
Es macht mich rasend, dass die israelische Regierung, die ihre eigenen Buerger tatsaechlich schuetzen moechte, und dafuer eben auch zu drastischen Mitteln greift, dafuer angegriffen wird. Es lag und liegt bei der Hamas, das Toeten und Sterben zu beenden, aber ein Kult, der den „Maertyrertod“ zelebriert, Hass auf Juden als Nahrung fuer die Seele begreift, wird das ganz sicherlich NICHT tun.
Das Buckeln und Kriechen von SPD und CDU vor Muslimen ist widerwaertig. Und, nein, ich glaube nicht, dass man zwischen „Islamisten“ und „Muslimen“ sauber trennen kann. Wie viele Muslime wuerden sich tatsaechlich gegen ihre radikalen Glaubensbrueder stellen, sollten diese in Deutschland grossflaechig Anschlaege verueben? Diese Ideologie ist auf Gewalt aufgebaut. Gewalt gegenueber Andersdenkenden. Mord als Freifahrtschein ins Paradies.
Wer Israel nicht unterstuetzt, ist nicht nur dumm, sondern nimmt billigend einen Genozid in Kauf, denn genau das beabsichtigt die Hamas -- und der Hamas ist es egal, wie viele „palaestinensische“ (ARABISCHE!) Kinder dafuer sterben, solange nur genuegend Juden daran glauben muessen.
Merke: Unsere Demokratie ist etwas anderes als Demokratie. Jedem seine Demokratie ?
hi, die schwarzen Ludwig-Leute und die blauen Storch-Versteher sollten sich zusammentun. Der Rest hat für die Schicksalsmelodie des Antisemitismus keine Ohren.
@Peter Groepper: „Jetzt werden Vorschläge kommen, Frau Ludwig sei in der falschen Partei. Nein!“ Genau so sehe ich das auch. Frau Dr. Ludwig ist in der CDU goldrichtig. Sie steht für das, was Merz vor der Wahl versprochen hat. Sie ist die beste Alzheimer-Medizin für Merz, der am Ende eines Satzes schon vergessen hat, was er am Anfang gesagt hat.