Tamara Wernli / 31.08.2021 / 15:00 / 31 / Seite ausdrucken

Sagen Sie das nie zu einer Frau!

Ich freue mich über jedes Kompliment, und lobende Worte wirken auf mich, als würde man mit einer Feder über meinen verspannten Nacken streichen. Ein Bekannter machte kürzlich allerdings eine gut gemeinte Bemerkung, die bei mir fast eine Lebenskrise ausgelöst hätte.

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Sabine Heinrich / 31.08.2021

@Petra Wilhelmi: Ihr Beitrag - viel herzlichen Dank dafür - könnte von mir sein! DANKE!

Hans Kloss / 31.08.2021

Ich habe letztens einer Partnerin meines Freundes gesagt dass sie gut aussehe. Hätte ich besser lassen sollen. Sie meinte wie ich das verstehe und wollte unbedingt wissen wie sie denn sonst aussieht. Ich saß da eine Weile in peinlicher Stile und Ihr Freund hat nur gelacht.

Johannes Schuster / 31.08.2021

Die drei Todsünden bei Frauen: Das Alter, das Gewicht und Vergleiche mit der Mutter der Frau. Bei Falten, der Zahl auf der Wage und Ausführungen über die Gesäßbreite der Mutter ist stetiges Bestreiten gegen die Wirklichkeit eine Tugend des Mannes. Aber die Frau hat ihre doppelte Zunge: Sagt man: Nein, du bist nicht gealtert, dann kommt der Satz: “Das sagt Du nur so, sag mir doch, daß ich Falten habe”. Sagt man: “Nein, du bist nicht dick”, kommt der Satz: “das sagst Du nur um mir eines auf zu binden, schau, die Hose ist zu eng.”. Sag man bloß nichts zur Gesäßidentität mit der Mutter, dann heißt es: “Du findest meinen Hintern nicht mehr sexy”. Wenn man es über hat und sagt: “Du hast Furchen, wie ein Ersatzrad, bist schwer wie ein LKW und Deine Familie ist eine Spedition”, dann hat man die Forschung Robert Oppenheimers übertroffen und erlebt eine Nuklearexplosion jenseits der Wasserstoffbombe. Die Kunst besteht darin, nichts in den Bezug zu setzen, sondern es mit einem anderen Thema zu halten. Aber Frau Wernli mal ehrlich: Eine Primadonna ist immer imposant, da spielt das Alter keine Rolle und deshalb erwähnt man es auch nicht. Sie sind einfach in der falschen Gesellschaft. Wenn Sie auftreten wie die Callas und herabblicken wie die Callas und wir drehen die Zeit in das Jahr 1960 zurück…. dann wird niemand auf die Idee kommen mehr zu sagen als: Sie sind eine Zier für die Augen und ich würde mich geehrte fühlen, wenn ich Ihrer Gesellschaft teilhaftig werden darf. Merken Sie am Deutsch, was ich meine ? Man wählt mit der Gesellschaft die Komplimente die man erwarten darf. Nicht Sie werden gekränkt, es kränkt sie überhaupt der falsche Umgang. Man kränkt sich mit den falschen Leuten nur selber. Auch Zuneigung und Wertschätzung braucht Bildung, und die ist heute so rar wie unverhüllte Gesichter.

Anna Kirsch / 31.08.2021

Nicht nur Frauen ‘stoßen’ sich an dem ‘Nachsatz’, auch Männer. Der Ausspruch ist nämlich besonders bei Ärzten beliebt, von denen es, wenn ihnen bestimmte Beschwerden geschildert werden, heißt: ‘Denken Sie an Ihr Alter’, ‘Sie sind halt nicht mehr jung’, ‘Im Alter kommen halt solche Beschwerden dazu’, und es gibt noch viel mehr ähnliche Bemerkungen, die vor allem seitens der Ärzte wenig oder nicht bedacht werden.

Arnold Warner / 31.08.2021

Ich hatte immer ein loses Mundwerk, auch gegenüber Frauen. Was, ich sage das ganz ohne Bescheidenheit, nicht unwesentlich zu meinen Erfolgen bei ihnen führte; die mochten nämlich keine maulfaulen Türaufhalter, sondern Türaufhalter, die zugleich einen lockeren Spruch drauf hatten. Das schlimmste, was mir deshalb je passierte, war ein “Du Frechdachs!” oder “Sie gehen aber ran!” und einmal ein Knuff in die Rippen, der sich dann im Laufe des Abends… aber ich will nicht ins Detail gehen. Lange ist das her, heute gleicht jedes Gespräch mit einer Frau - selbst wenn sie nicht völlig durch Feminismus verkorkst ist - der Durchquerung eines Minenfelds, mit verbundenen Augen und auf einem Bein hüpfend. Denn auch auf eigentlich okaye Frauen hat vieles an Verbohrtheit abgefärbt, selbst wenn sie es nicht merken oder gar bestreiten. Brittany Sellner, die schönste und klügste und femininste Frau, die ich (leider nicht persönlich) kenne, hat darüber einige Videos erstellt, die man bei Youtube sehen kann. Den hier geschilderten “Patzer” halte ich für eine Lappalie, sie war freundlich gemeint und ohne Arg ausgesprochen. “Ich hätte dich auf älter geschätzt” wäre weniger charmant gewesen; eine souveräne Frau - also keine Feministin - hätte darauf mit einem angemessenen Spruch (“Da muss wohl eine neue Brille her” oder “In deinem Alter wird man halt tüddelig”) reagiert.  P.S. Mich interessiert das weitere Schicksal des Bekannten.

M. Haumann / 31.08.2021

Mit “Ich hätte Sie für jünger gehalten” kann man jedem eine anhaltende Freude machen, auch Männern. So ein bisschen eitel sind wir doch alle. Wie oft höre ich jemanden diese freundliche Unwahrheit aussprechen gegenüber Menschen, die wie praktisch alle von uns genau so alt aussehen, wie sie sind! Immer geht ein helles Leuchten über das Gesicht des Belogenen und man ahnt, dass die Stimmung mindestens tagelang heitere bleiben wird. Es ist also eine “weisse Lüge”, die niemandem schadet, sondern eigentlich nur positive Auswirkungen hat (auch für die Beziehung zwischen Flunkerer und Angeschwindeltem). Ich schaffe es nie so direkt, weil ich so verdammt katholisch erzogen bin mit dem 8. Gebot und so. Aber mit “Sie werden sicher von vielen für jünger gehalten, oder?” fühle ich mich nur halb verlogen und habe trotzdem jemandem richtig gutgetan, der sich vielleicht gerade nicht so toll fühlt. Wir sind eben so!

Markus Harding / 31.08.2021

@ Hans Hofmann-Reinecke: Chapeau! Gentleman alter Schule.

Gerhard Schmidt / 31.08.2021

Ich finde es immer wieder schön auf einer Kultur-Reisebusfahrt mit Museumsbesuch - Da wird man von den dort überwiegend mitreisenden Kompostis (auch als selbst Fünfzigjähriger) stets als “junger Mann” angeredet. Das schmeichelt!

Michael Puhlmann / 31.08.2021

Dazu gibts mit Klaus Kinski nur zu sagen: “Wer mich beleidigt, bestimme ich!” Aber ein ärgerliches Anti-Kompliment von Ihnen gegenüber Ihren Zuschauern stört mich nun wieder ganz gewaltig: Ihre Gänsefüßchen-Geste bei Minute 3:15 (es ist auch nicht damit entschuldbar, daß fast jeder so gestikuliert, im Gegenteil). Weil Sie damit Ihrem Gegenüber absprechen, Ironie oder Zitate in Ihren Worten zu erkennen - so etwa in dem Sinne: Du hörst aber gut zu für Deinen Intellekt!

Rolf Lindner / 31.08.2021

Jetzt ist die Feder aber mehrmals über Ihren verspannten Nacken gestrichen. Schließe mich den Streichern an.

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