Erinnern Sie sich an Peter Struck, den letzten Bundesminister für Verteidigung, der – mit Verlaub – noch einen Arsch in der Hose hatte? Weil er die Truppe kannte, wurde er von Soldaten geschätzt, obwohl er nicht einmal bemerkte, dass in den Spinden der Soldatinnen die Schminkspiegel fehlten. Solche Ausrüstungsmängel sollten dann erst seiner Nachfolgerin auffallen. Struck wusste dagegen, dass man in die Lage kommen kann, die Freiheit mit Waffen verteidigen zu müssen. Mehr als dem Lifestyle galt seine Fürsorge der Bewaffnung. Auch wusste er, dass Gefahr besteht, wenn weithin im Osten die Krummsäbel gezückt werden. 2002 empörte er das friedensbewegte Deutschland mit der Aussage: „Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt.“
Und man macht sich gewiss keiner Unterstellung schuldig, wenn man davon ausgeht, dass Struck heute sagen würde, unsere Freiheit werde auch in der Ukraine verteidigt. Allein, der deutsche Bundeskanzler mag sich zu einer solchen Aussage nicht durchringen. Geschweige denn, dass er sie mit Waffenlieferungen untermauern wollte. Lieber schlägt er sich mit immer neuen Ausflüchten in die Büsche.
Eben erst ließ er seinen frisch berufenen Verteidigungsminister Boris Pistorius verkünden: Bis die Entscheidung über die Lieferung schweren Kriegsgeräts, von Panzern insbesondere, fallen könne, müsse man sich erst einen Überblick darüber verschaffen, was denn überhaupt vorhanden sei. Derart ungeniert hat noch kein Land der Welt die Hosen heruntergelassen. Selbst die Ureinwohner im brasilianischen Busch dürften besser Bescheid wissen, über wie viele Bogen und Pfeile sie verfügen.
Kasernen mit Kitas sind wichtiger
In Deutschland indessen besteht gar kein Interesse an einer Armee, die im Ernstfall kampfbereit wäre. Mehr verspricht sich die Bundesregierung von geschminkten Soldatinnen, Armeeangehörigen, die ihren Job nur halbtags versehen sowie von Kasernen mit Kitas.
Dass die Panzer der Truppe nicht anspringen, die Hubschrauber nicht vom Boden abheben und die Gewehre um die Ecke schießen, wissen wir schon länger. Dass die Regierung aber nicht einmal weiß, wie viel Schrott sie auf auf Lager hat, ist dann doch ein Witz, bei dem einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Dabei geht es gar nicht darum, tausende von Schrauben und hunderte von Unterhosen zu zählen, sondern lediglich einen Panzerbestand im unteren dreistelligen Bereich.
Ist das Arsenal der Bundeswehr nach all den Jahren, in denen die Verteidigungsministerinnen geschminkt und geföhnt bella figura machten, zu einer Rumpelkammer verkommen, einem Tante-Emma-Laden, in dem man erst einmal Inventur machen muss, um zu wissen, was noch da ist?
Eine politische Bankrotterklärung
Den Soldaten ist daraus kein Vorwurf zu machen. Sie sind die ersten, die unter der verlotterten Bewaffnung zu leiden haben, weil ihnen die Mittel zur Verteidigung fehlen, das Gerät und die Munition obendrein. Dass dieser Zustand jetzt noch als Vorwand dafür dient, den Ukrainern in ihrem Kampf gegen einen barbarischen Aggressor nur begrenzt beizustehen, ist mehr als eine peinliche Blamage: die politische Bankrotterklärung eines Landes, in dem man die kriegerische Drecksarbeit lieber anderen, meist den Amerikanern, überlässt.
Die gütige Vorsehung möge die Ukraine davor bewahren, mit dem Militärschrott, der sich im pazifistisch verwirrten Deutschland angesammelt hat, beliefert zu werden. Am Ende bekämen sie noch Panzer, die nicht vom Fleck kommen oder beim ersten Schuss auseinanderfallen.
Das immerhin hat der neue Verteidigungsminister erkannt, wenn er zunächst prüfen lassen will, wie funktions- und einsatzfähig die deutschen Waffen überhaupt noch sind.
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Finn Waidjuk, unterlassen Sie selbst lieber solche Kommentare und gestehen Sie anderen Leuten zu, ihre freie Meinung zu äußern. Ich finde Ihre Forderung einfach unverschämt.
„Wenn der Iran Drohnen an Russland liefert, wird er zur Kriegspartei.“ U. v.d. Leyen in Davos.
Der Freund meines Feindes ist auch mein Feind. Es stellt sich daher die Frage, ob Deutschland einen Krieg mit Russland will.
August Klose, Sie brauchen keine Angst vor Strack-Zimmerman haben. Oberbefehlshaber im Verteidigungsfall ist der Bundeskanzler. Da hätte ich schon eher ein mulmiges Gefühl.
Auch was das Panzerzählen angeht, herrscht Verwirrung. Vor einigen Tagen schon berichtete im Fernsehen OTL Wüstner (Vorsitzender des Bundeswehrverbandes) auf Befragen von Sievers oder Slomka sinngemäß: Die BW verfügt über 6 Bataillone zu je 44 Leo-2 = 264 Leo-2. Davon voll einsatzfähig 2 Bataillone zu 44 = 88 Leo-2. Aber 4 Bataillone zu max. unter 10 Leo-2. Für mich sind das dann max. 9 x 4 = 36 einsatzfähige Leo-2. Zusammen nach Adam Riese 124 voll einsatzfähige Leo-2.
Also: fragt doch mal den Wüstner! Da reichen doch die vier Grundrechenarten. Geht sogar mit Fax zum Weiterverbreiten und braucht nicht mal digital aufgemotzt zu werden. Ich lach mich schlapp.
Über wieviele Batallione verfügt die Heilsarmee?
@Hjalmar Kreutzer: Na am Hindukusch hat doch die Verteidigung von Sicherheit (und Freiheit?) für D hervorragend geklappt. Deshalb konnten wir ja vorzeitig abziehen und den Taliban den Laden überlassen. Also jetzt mal Butter bei die Fische, lasst uns aus Afghanistan lernen und in die Ukraine einmarschieren. Und wenn deutsche Truppen erst mal an der russischen Grenze eingetroffen sind, ist es bis Stalingrad nicht mehr weit. Sag mir, wo die Soldaten sind, wo sind sie geblieben.
Der Amerikaner und der Pole wollen Deutschland in die Falle locken. Wir haben keinen Friedensvertrag mit den Russen.Und haben generell aufgrund unserer Vergangenheit keinen Grund schon wieder Panzer auf russischen Boden zu schicken. Aber weder der Ami noch der Pole können es sehen wenn Deutschland mit Russland in Frieden lebt und Handel treibt. Also versuchen sie uns zum Handeln zu zwingen. Wir können nur verlieren. Liefern wir nicht verliert wegen uns die Ukraine und liefern wir, sind wir wieder die furchtbaren Deutschen.