Von Wolfgang Koydl
Wer wissen will, weshalb Obrigkeitsdenken in Deutschland so tief verwurzelt ist, muss Hegel lesen: "Im Staate ist das Ganze Zweck und der Einzelne Mittel". Denn: "Das Volk ist derjenige Teil des Staates, der nicht weiß, was er will."
Wer wissen will, wie lebendig Hegels Philosophie in Deutschland ist, muss die Bundesregierung ansehen. Ab sofort lässt sie Corona-Kritiker vom Verfassungsschutz bespitzeln – hegelianisch begründet mit dem heiligen Staat.
Da "Querdenker" nicht ins Raster Rechts- und Linksextremismus oder Islamismus passen, musste eine neue Schublade her. Es wurde eine geräumige Truhe, in die nun so gut wie alles passt: "Verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates" heißt der neue Tatbestand.
Ach ja? Staatsrechtlich bezieht der Staat seine Legitimation aus der Zustimmung der Bürger, um die er sich ständig aufs Neue bemühen muss. Er kann sich höchstens selbst delegitimieren.
Das gilt jedenfalls für Demokratien. Aber da ist Deutschland auf eine schiefe Bahn geraten.
Man hätte es ahnen können. Modisch nahm Angela Merkel schon immer Anleihen bei Mao Tse-tung und Kim Jong-un.
Zuerst erschienen auf Weltwoche Daily
Beitragsbild: Pixabay
Einmal Mielke, immer Mielke! Keiner kann aus seiner Haut raus!
Ich würde es nicht auf die Philosophie bringen um es zu transformieren, ich würde es auf der Grundlage halten: „Wohin entwich die Stasi in den westlichen Diensten ?“ Das ist eigentlich eine klassische MAD Aufgabe, womit man das Magazin so meinen kann, wie den Abschirmdienst. Schreibt doch mal einen Artikel über „Die Unterwanderung der Nato durch den zerfallenen Warschauer Pakt nach 1990“ Oder „Die Kinder der Gruppe Lutsz“. oder „Go West für SEDler“. Man braucht nicht Hegel um die Phänomene der Zeit zu erklären, die Völkerwanderung der Ideologie reicht als Erklärung mitunter aus.
„Wer wissen will, weshalb Obrigkeitsdenken in Deutschland so tief verwurzelt ist, muss Hegel lesen: “Im Staate ist das Ganze Zweck und der Einzelne Mittel„.“ Das ist Unsinn. Ein Land in dem die Mehrheit anders tickt? Nur eines. Dieses „Wir sind Weltmeister“ zur Not auch beim Kriechgang, geht mir so auf den Sack. Ich und auch viele Andere kriechen nicht und wir fühlen uns „ausgegrenzt“. Und ich frage mich, frei nach Helge, wann ich als Deutscher für meine Überzeugungen mich nicht mehr erklären und entschuldigen muss. Dabei ist dieses Ducken ja durchaus verständlich. Schließlich wird Opposition sanktioniert. Und zu Hegel: Der Staat ist Zweck und Mittel, weil er und zwar überall auf der Welt, genau das durchprügeln kann, was er will. Außer in Ländern mit einer Volksbewaffnung. Das hat der olle Kopffüssler nicht wirklich begriffen. Macht wird durch Gewalt definiert. Das war immer so und von denen, die diese Macht haben, will sicher niemand was daran ändern. Marx, der ja für sich reklamierte Hegel vom Kopf auf die Füsse gestellt, hat genau das begriffen.
„Obrigkeitsdenken“ und „Typisch deutsch“ stimmt ja nun auch nicht. Coronamäßig sind zB Italien und Frankreich wesentlich restriktiver als Deutschland. Obwohl es hier auch föderale Unterschiede gibt (bzw. gab). Ich bin froh, nicht in Bayern oder Hamburg zu wohnen (Maultaschenpflicht beim Joggen um die Alster).
Deutschland mag keine Demokratie. Wenn ich meinen Freunden (i.d. Regel mit akademischem Abschluss) sage, ich würde mich politisch engagieren (in der LKR), dann gucken sie mich mitleidig an, als hätte ich ein komisches Hobby, und nicht nur komisch, sondern anrüchig, als hätte ich gerade von Puffbesuchen gesprochen. Sie verachten Politik. Diese Verachtung kriegen sie jetzt von der Politik zurück, nicht ganz zu Unrecht.
Dem Autor ein herzliches Willkommen im Club, der allerdings, und das „erstaunt“ tatsaechlich noch ziemlich dünn besetzt ist. Wenn es schon nicht vor engen Jahren zur Erkenntnis gereicht hat odrt die Verdrängung uebermächtig war, sollte man doch zumindest heute weiter sein. Man kann sich sonst fragen, was das Regime und deine Helfer, zuletzt wieder einmal das BVerfG, noch anstellen und verkünden muessen, bis es auch der Letzte glaubt, wohin die Reise geht. Allerdings heisst das in Deutschland bei weitem nicht, dass nun daraus irgendwelche, ernstzunehmenden Konsequenzen gezogen wuerden. Wir begleiten die Entwicklung aufmerksam und kritisch. Und ja, natuerlich sind nicht Kant, Schopenhauer oder Nietzsche, die Unterschiede dazwischen durchaus zugestanden, die „deutschen“ Klassiker, sondern nicht zufaellig Hegel, gerne mit ein paar Romantiker oder Idealisten garniert. Nunmehr gefolgt von den neuen Fuehlosophen wie Precht und Konsorten.
WIE WAHR , WIE WAHR !!! und WIE TRAURIG !