In Brandis, in der Nähe von Leipzig sollten mit einer Höhe von 290 Metern Deutschlands größte Windräder gebaut werden. Doch der Protest der Bürger war erfolgreich. Im Stadtrat ist das Projekt jetzt klar gescheitert.
Mehrfach hatte Achgut.com ausführlich über den Windkraftpoker in der Stadt Brandis im Leipziger Land berichtet. Die Beiträge darüber sind nachzulesen hier, hier und hier. Gestern nun zog der Stadtrat von Brandis dem auf städtischem Boden geplanten Windkraftwahnsinn den Stecker.
Für den Brandiser Bürgermeister Arno Jesse (SPD) war das ein bitterer Abend im Stadtrat. Monatelang hatte er sich für die Errichtung von vier Monsterwindrädern durch das rheinland-pfälzische Unternehmen JUWI stark gemacht, was ihm im Brandiser Volksmund den Spitznamen Juwi-Meister eingebracht hatte. Dass die Region in einem Schwachwindgebiet liegt, hatte Jesse vielleicht übersehen. Und dass deshalb die Windräder fast so hoch sein würden wie der Eiffelturm, um überhaupt einen Luftstrom abzubekommen, möglicherweise auch. Völlig unterschätzt hatte das Stadtoberaupt jedenfalls die Wirkung des massiven, wachsenden Widerstands der Bürgerinitiative „GegenWIND Waldpolenz & Umgebung“.
Gestern um 19.39 Uhr dann fiel die Klappe im Stadtrat. Unter Punkt 9 wurde die Beschlussvorlage Nr. 2024/010 „Gestattungsvertag zur Errichtung und zum Betrieb von max. 4 Windenergieanlagen auf städtischen Grundstücken in Waldpolenz“ abgelehnt. Aus, aus, das Spiel ist aus.
Sogar die eigenen Genossen stimmten gegen die Windräder
Bereits bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 zeichnete sich die Niederlage ab. Die Bürger hatten einen windkraftskeptischeren Stadtrat gewählt. So fiel dann auch die gestrige Abstimmung aus.
Für die Windräder stimmten: der Bürgermeister, 2 Stadtratsmitglieder vom Bürgerverein für Brandis und je einer von Grünen und Linken, also insgesamt 5
Dagegen stimmten je vier Stadtratsmitglieder von AfD und Freien Wählern, drei vom Bürgerverein für Brandis, zwei von der SPD und einer von den Freien Sachsen, also insgesamt 14, bei einer Enthaltung vom Bürgerverein für Brandis.
Bemerkenswert ist, dass auch die zwei Sozialdemokraten, also die Genossen des Bürgermeisters, sich im Stadtrat auch nicht wirklich vom Nutzen der vier Windräder überzeugt zeigten.
Emotionslos zählte Bürgermeister Arno Jesse die Stimmen der Stadträte, die jeweils per erhobenen Armen votierten. Offenbar zählte der Bürgermeister aber nur für sich. So richtig offiziell und für alle hörbar wurden die Stimmen nicht bekanntgegeben. Als Besucher musste man schnell selbst durchzählen.
Das Abstimmungsprozedere dauerte gefühlt keine Minute. Schon vor der Abstimmung schienen die Nerven des Bürgermeisters etwas blank zu liegen. Er verbot den während der Stadtratssitzung anwesenden Windkraftgegnern das Hochhalten von Anti-Windkraftpostern bzw. Transparenten, weil diese geeignet wären, die Stadträte zu beeinflussen.
Noch nicht das Ende der Fahnenstange?
Was er nicht verhindern konnte, war eine Demonstration der Windkraftgegner vor dem Rathaus eine Stunde vor der Abstimmung. Dort waren Banner zu sehen wie: „Windräder in Waldpolenz. Nein Danke“ oder „Wir retten hier kein Klima, nur Megabanken“ oder „Wald ist kein Industriegebiet“.
Die Monsterräder sind – bevor sie überhaupt gebaut wurden – zumindest in Brandis auf dem Müllhaufen der Energiewendegeschichte gelandet. Außerdem wäre die Installation von Windkraftwerken im Polenzer Wald besonders bitter und umweltfeindlich gewesen.
Die schwere Abstimmungsniederlage ist für das windkraftaffine Stadtoberhaupt möglicherweise noch nicht das Ende der Fahnenstange. Aus den Reihen der Brandiser Stadträte hieß es, die Freien Wähler würden zur nächsten Sitzung einen Antrag zur Abstimmung einreichen wollen, mit dem Arno Jesse die Alleinermächtigung entzogen werden soll, mit Anbietern von erneuerbaren Energien zu verhandeln.
Sehr wahrscheinlich ist der Widerstand der Brandiser kein Einzelfall im Freistaat. Überall in Sachsen wehren sich Bürger in verschiedenen Initiativen mehr oder weniger erfolgreich gegen den Windkraftwahnsinn, den die gescheiterte Ampel-Koalition den Bürgern eingebrockt hat.
Stephan Kloss ist freier Journalist. Er lebt bei Leipzig und absolviert nebenberuflich ein Bachelor-Studium im Fach Psychologie.

Endlich mal eine positiv Mitteilung für Sachsen.Wir sind eben etwas klüger,als man uns einschätzt.
Klasse! Ich freue mich mit den Gegnern dieser monströsen Naturzerstörungsmaschinen, auch „Vogel-und Insektenschreddermaschinen“ genannt.
Glückwunsch!
An die Vertreter dieser Wahnsinnswindkraftideologie: Baut die Dinger doch um und in Berlin auf – da ist immer genug Wind (pestizidverseuchter) vorhanden!
Aber lasst die Natur in Ruhe!
Meine Heimat – Schleswig -Holstein (Nordseeküste vor allem) – habt ihr schon in weiten Teilen zerstört! Da haben allerdings bereitwillig viele mitgemacht – war für die Bauern profitabel – und sicher auch für etliche andere…
Hallo Herr Kloss, dass heutzutage Bürgermeister oftmals Antibürgermeister sind (und allgemeiner Volksvertreter Antivolksvertreter), zeigt, dass Widersprüchlichkeit und Widersinn zum Zeitgeistdominator Nr. 1 geworden sind.
Bravo Brandis! Der Windmühlenmafia eine auf die Zwölf gegeben! Frage eins: In einem sächsischen Stadtrat gibt es keine CDU-MitgIieder? Prima! Zwei: Wie kann man dem Bürgermeister ein alleiniges Verhandlungsrecht mit Investoren per se zugestehen? Ist der so ein Genie, dass der alles weiß und jeden unter den Tisch verhandelt? Der Investor kommt doch auch nicht allein! Außerdem öffnet das das Tor für Korruption sperrangelweit. Deswegen hat er vielleicht so ein Gesicht gezogen, kein Sonderkonto in Luxemburg. Statt einen Antrag zu stellen, ihm dieses Recht zu entziehen, lieber einen Antrag auf Absetzung des Genies einbringen. Die Vertrauensbasis und so. Alles Gute dafür!
Gottseidank kommt allmählich etwas Vernunft in die Sache! In Oberbayern werden leider noch Windmühlen aufgestellt, obwohl es dort auch Schwachwindgebiet ist. Daß die Stromgewinnung nicht unbedingt das tatsächlich intendierte Ergebnis ist, sieht man übrigens (auch) daran, daß ja für solche Regionen eine höhere Vergütung gezahlt wird. Man schafft also einen höheren Anreiz für noch weniger sinnvolle Installationen.
Ich GRATULIERE! Ein HOCH auf die Sachsen!!! Das Hirn ist mit euch!
Das ist ja so was von entsetzlich, ja geradezu fast unentschuldbar was diese Gemeinderäte sich erlaubt haben. Einfach gegen diese Windräder sein und dann auch noch gegen den Bürgermeister. Gut, in der Gegend weht, wie im Artikel erwähnt, wenig Wind und wahrscheinlich auch in etlichen Metern über dem dortigen Erdboden. Aber diese Windräder wären echte Attraktionen für Touristen gewesen, besonders für jene aus 100 000 Kilometern entfernten Ansiedlungen. Die kennen so was ja nicht. Allein andächtig den Geräuschen der sich manschmal drehenden Rotorblättern lauschen zu dürfen wäre ein Wert an sich gewesen oder bei Sonnenschein sich dem harten Wechsel von Licht und Schlagschatten auszusetzen. Eine Laserschau dagegen wäre harmlos. Was für ein Verlust für Brandis, für den Freistaat Sachsen, ja für Gesamtdeutschland. Wenn im Januar 2025 tatsächlich ein Blackout eintreten sollte wissen wir weshalb. Die Windräder von Brandis hätten es verhindern können, ähm, räusper, sofern in und um das eher kleine Brandis Wind wehen würde bei gleichzeitiger Flaute überall sonst. Aber bis dahin hätte man diese Monster eh nicht erstellen können. An was erinnert speziell mich der Ort Brandis? Ach ja, von dort starteten ab Ende 1944 die Raketenjäger Me 163, wenn der spezielle Treibstoff verfügbar war und der Raketenjäger nicht schon beim Start unvermittelt explodiert ist. Gut daß die Gemeinderäte diesmal rechtzeitig Schlimmeres verhindert haben. Mit einem Wahlkampfauftritt vom Dr. phil. Robert Habeck dürfte Brandis jedoch nicht mehr rechnen. Das ist zwar hart aber verschmerzbar.