Der größte deutsche Stromerzeuger RWE und die Evonik-Tochter Steag stoppen den Bau neuer Kohlekraftwerke in Deutschland. Der RWE-Konzern, der mit seinem 2,2-Milliarden-Projekt im saarländischen Ensdorf im November am Widerstand der Bürger gescheitert war, wird den Neubau nun auch anderswo in Deutschland nicht realisieren.
“Wir sind zwar investitionsbereit”, sagte Ulrich Jobs, Chef von RWE Power, der FTD. “Neue Projekte werden wir aber nur realisieren, wenn auch die wirtschaftlichen Voraussetzungen wieder stimmen.” Der Industriekonzern Evonik, dessen Energiesparte Steag Kraftwerke im In- und Ausland baut, stoppte am Mittwoch den bereits genehmigten Bau eines Kraftwerkblocks für Steinkohle in der Ruhrgebietsstadt Herne. “Die Basis für eine wirtschaftliche Realisierung des Projekts ist derzeit nicht gegeben”, begründete das Unternehmen den Rückzug
RWE und Steag machen damit ihre Drohungen der vergangenen Monate wahr. Mehrfach hatten sie davor gewarnt, dass die politischen Vorgaben zum Emissionshandel zu einem Investitionsstopp im Kraftwerksbau führen würden.
Update: Auch nach dem Stopp der Planungen für das Kraftwerk im saarländischen Ensdorf will der größte deutsche Stromversorger RWE weiterhin in den Bau von neuen Kohlekraftwerken investieren.
Die bereits angelaufenen Planungen für zwei weitere Steinkohlekraftwerke im westfälischen Hamm und im niederländischen Eemshaven würden weiter vorangetrieben, sagte ein RWE-Sprecher am Donnerstag in Essen.
