Wochenlang sorgte sich die deutsche Öffentlichkeit um einen Wal, der an der deutschen Ostseeküste gestandet war, um vermutlich dort zu sterben, bis man ihn wieder hinaus aufs offene Meer bugsierte. Die Kosten für die Rettungsaktion, die möglicherweise völlig sinnlos war, weil sich das Tier nur zum Sterben im flachen Wasser aufgehalten haben könnte, sollen sich auf mehrere zehntausend Euro belaufen haben, finanziert unter anderem von Walter Gunz, Mitgründer der Elektronikfachmarktkette Mediamarkt und einer der reichsten Bürger des Landes.
Während deutsche Tierschützer einen zweifelhaften Erfolg feierten, werden an der russischen Schwarzmeerküste immer mehr tote Delfine, Fische und mit Öl verklebte Seevögel angeschwemmt. Das Massensterben ist Folge der ukrainischen Drohnenangriffe auf Ölverladeterminals und Raffinerien an russischen Schwarzmeerhäfen. Allein der kleine Bade- und Industrieort Tuapse , wo am Ende einer Ölpipeline eine Raffinerie des russischen Rosneft-Konzerns und eine Verladestation stehen, wurde viermal hintereinander von Drohnen getroffen. Öltanks gerieten in Brand, klebriger und giftiger Rauch verdunkelte tagelang die Region - die Rauchfahne war sogar aus dem Weltall zu sehen.
Als Folge der Attacken, die auch den weiter nördlich gelegenen Hafen Noworossijsk trafen, flossen Erdölprodukte ins Meer und verseuchten die Schwarzmeerstrände sowie Teile des Hinterlandes auf Dutzenden Kilometern Länge. Vom Himmel fiel „schwarzer Regen“, der Wasser, Luft und Boden vergiftete. „Die Folgen der Bombardierungen seien „schlicht desaströs“, wurde auf dem deutschen Regierungspropagandaportal t-online ein „russischer Blogger“ zitiert, der die Szenerie sogar mit Hiroshima verglich.
Die ökologischen Konsequenzen der ukrainischen Angriffe, die auch Russlands Präsident Wladimir Putin in einer Fernsehansprache erwähnte, wurden bisher in deutschen Medien nicht breiter thematisiert. Stattdessen werden Quellen zitiert, in denen die regionalen russischen Behörden für angeblich schleppende Rettungsarbeiten verantwortlich gemacht werden. Und Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft von Tuapse, so t-online, hätten sich „blamiert“, als sie vor laufender Kamera Platanen gepflanzt hätten, mit einer riesigen Rauchsäule im Hintergrund. Brennende Öltanks, die auch aus anderen russischen Regionen bekannt sind, haben sogar schon einen hämischen Namen: Öl-Vulkane. Der Smog aus Tuapse habe unterdessen auch andere Kurorte am Schwarzen Meer erreicht, „wie das von Wladimir Putin geliebte Sotschi“. Eine Ferienregion gebe es dort nicht mehr - sie sei „schlicht tot“.
Das Schwarze Meer als Binnen- oder Randmeer ist eine besonders sensible Region
Nun könnte man zynischerweise denken: Selbst dran schuld! Die Russen hätten den Krieg gegen die Ukraine ja nicht anfangen brauchen. Jetzt hätten sie eben die Folgen zu tragen. Doch haben wir nicht gelernt, dass Ökologie unteilbar ist, weil in der Ökosphäre alles mit allem zusammenhängt und sich eine Umweltkatastrophe wie jene in Südrussland letztlich auf den ganzen Globus auswirkt? Auch die deutsche „Klimapolitik“ mit ihrem „Energiewende“ genannten Sonderweg basiert letztlich auf dem Wir-haben-nur -einen Planeten-Narrativ und der Erkenntnis, dass jedes CO2-Molekül, das in die Atmosphäre entlassen wird, eines zu viel ist. Warum soll uns jetzt „Timmy“ so nahe gehen, die toten Meeresgeschöpfe in Russland aber nicht - von den unter der Ökokatastrophe leidenden Menschen etwa in Tuapse ganz zu schweigen?
Schon im Dezember 2024 waren in der Meerenge von Kertsch zwischen Schwarzem und Asowschen Meer mit der auf die Krim führenden Kertsch-Brücke zwei russische Tanker havariert mehrere Tausend Tonnen Heizöl flossen ins Meer, verpesteten die Strände und töteten zahlreiche Tiere. Bei den Säuberungsarbeiten sei es zu einem „Eklat“ gekommen, weil mit Öl verklebte Vögel unsachgemäß gereinigt worden seien. Ja, noch nicht einmal das können sie, die Russen!
Das Schwarze Meer als Binnen- oder Randmeer ist eine besonders sensible Region, weil der Wasseraustausch durch die Meerengen des Bosporus und der Dardanellen sehr lange dauert; zudem ist das Meer von Ländern wie Bulgarien, Rumänien, der Ukraine, Russland und der Türkei umgeben ist, die es mit dem Umweltschutz nicht so eng sehen, von den aktuellen Militäraktionen in Südrussland und der Südukraine ganz abgesehen. Verschmutzung, Überfischung und die Ausbreitung fremder Quallenarten haben schon mehrfach zu ökologischen Krisen geführt. „Das Ökosystem befindet sich deshalb weiterhin in einem fragilen Zustand und kann jederzeit wieder kippen“, heißt es in einem Bericht.
Statt Entsetzen eine klammheimliche Freude
Wie selektiv der Mainstream in Sachen Ökologie aus dem russisch-ukrainischen Kriegsgebiet berichtet, zeigen Artikel, die nach der Zerstörung zweier künstlicher Wasserreservoirs, des Oskilsker Stausees am Flüsschen Oskil und des Kachowkaer Stausees am Dnjepr erschienen waren. In der taz wurden damals ukrainische Ermittler zitiert, die markig von einem „Ökozid“ sprachen. Die Zerstörung des Oskilsker Stausees werde sogar Auswirkungen auf das gesamteuropäische Ökosystem haben, da der See Teil des europäischen Netzwerkes Smaragd zum Schutz wertvoller Lebensräume und Arten sei und einen wichtigen Nist- und Rastplatz für Zugvogelarten auf dem Weg zwischen Afrika und Nordeuropa darstelle.
Bei der Sprengung des ungleich größeren Kachowka-Stausees im Juni 2023 war sogar von einer der größten Umweltkatastrophen des Krieges gegen die Ukraine die Rede. Riesige Flächen seien überflutet, die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen verloren, ganze Ökosysteme ausgelöscht worden. Auch von einem Delfinsterben im Schwarzen Meer, angeblich ausgelöst durch Bombenangriffe und die Sonargeräte russischer Kriegsschiffe, war in deutschen Medien schon einmal zu lesen. Doch jetzt nach den ukrainischen Angriffen auf die russischen Schwarzmeerhäfen und der damit verbundenen Ölpest schwingt in vielen Berichten statt Entsetzen eine klammheimliche Freude mit, dass den Ukrainern ein solcher Schlag gelungen ist. Von einem „Ökozid“ werden wir diesmal sicher nicht zu lesen bekommen.
Zwei Jahre nach dem Kachowka-Desaster erschien ein taz-Bericht, in dem der Ökologe Oleksij Vasyliuk von der Nationalen Akademie der Wissenschaften in Kiew vor einem Wiederaufbau des Staudammes warnte. Der Staudamm sei ein Relikt aus der Stalin-Zeit und wirtschaftlich eigentlich unnötig, hieß es nun. Zudem habe die Natur „alle überrascht“. Nur zwei Jahre, nachdem der Stausee trockengefallen sei, habe sich auf dem Boden des früheren Gewässers ein junger, natürlicher Wald gebildet, „schneller und großflächiger als jemals zuvor in Europa. Und dieser neue Wald wäre zerstört, wenn man die Staumauer wiederaufbauen würde.“ Da müsste man den Russen, die von der Ukraine und „dem Westen“ für die Zerstörung des Damms verantwortlich gemacht wurden, eigentlich dankbar sein.

Die verölten Vögel bedeuten mir wenig, im Vergleich zu den in diesem Krieg getöteten Menschen, aber die Russen sind tatsächlich erstaunlich unfähig, wenn es um Rettungsmaßnahmen geht.
Ich erinnere an den Terrorüberfall auf ein Moskauer Theater, wo Dutzende Geiseln zu Tode kamen, weil sie nach der Bergung durch Sanitäter unsachgemäß behandelt wurden.
Mit anderen Worten, Sanitäter waren zu blöd um Bewußtlose in eine stabile Seitenlage zu bringen.
Schon einmal ein russische Tourniquet vom Militär gesehen? Das würde hier nicht einmal ein Junkie als Stauschlauch benutzen.
Gewisse Dinge sind dort weniger wert.
Fazit des Feinschmeckers: Rußland ist das Opfer.
Krieg ist nicht da, um Ökologie zu lobpreisen oder zu schützen.
Und, wer finanziert es, …….. ???
Das Schwarze Meer wird dadurch noch schwärzer – darum gut!
Herr Etscheid, auch wenn es kaum auffällt, meine Anerkennung!
Sie schreiben vom Ukrainekrieg, und benutzen nicht die inzwischen ins Volksgehirn eingesickerte halbamtliche Bezeichnung „Russischer Angriffskrieg“ . Möge der Herr Sie segnen!
Und natürlich ist der an Long Tagesschau laborierende deutsche Medienkonsument vollkommen überzeugt, daß ukrainische Angriffe KEINERLEI negative Folgen zeitigen, außer natürlich die allgemein mit Schadenfreude begrüßten, nämlich die auf Russen und ihr Land.
Und wir werden alle einstmals, nach dem glorreichen Sieg des „tapferen kleinen Volkes“ (solcherlei Schwachsinn las ich heute morgen in einem WELT-Leserkommentar), und dem Beitritt zur EU und der NATO, mit Freuden ukrainische Agrarprodukte verspeisen, frisch vom Schlachtfeld, mit einem feinen Korditaroma, angereichert mit diversen gesunden Mineralien, von Rost aus Panzerschrott bis abgereichertem Uran aus panzerbrechender Munition, und den Rückständen der ganzen Betriebsflüssigkeiten, die dort den guten Schwarzerdeboden noch wertvoller machen.
Und auch die menschlichen Rückstände ergeben letztlich wertvollen Dünger mit vollem Gehalt an N-P-K, da kann kein Künstdünger mithalten. Alles ganz natürlich, voll BIO!
Jawoll, darauf freuen wir uns.
Es macht eben einen Unterschied ob ein Terrorstaat oder sein Opfer Schuld sind.