
Warum Attentatsversuch? Weil Rushdie überlebt hat?
Ich habe das Buch, das als Auslöser für diese Mordkampagne dient, 1993 gelesen. Leicht zu lesen ist es auf Grund der verschiedenen Zeitebenen und der etwas merkwürdigen, parabelhaften Gegenwartsstory nicht. Mir ist bis heute nicht klar, welche Passagen konkret den Propheten beleidigt haben sollen. De facto wird eine Versuchung Mohammeds durch die Machthaber in seinem Exil Medina beschrieben. Er solle seine Religion einführen und religiöser Führer der Stadt werden, aber im Gegenzug die bisher verehrten Götter als eine Art Untergötter in seine Religion aufnehmen. Nach einigen Selbstzweifeln lehnt er das Ansinnen ab und bleibt bei seinem Monotheismus. Meines Wissens nach wird das sogar in den Hadithen so dargestellt. Ich bin der festen Überzeugung, daß keiner der muslimischen Extremisten das Buch kennt. Vermutlich ist es auch belanglos, dieser fanatisierten Meute ist jeder Anlaß zur Gewalt recht. Eigentlich sollten das Attentat und die iranischen Reaktionen ausreichen, um sämtliche iranischen Institutionen ( natürlich ohne Botschaften und Konsulate) in unserem Lande zu schließen und die involvierten iranischen Staatsbürger auszuweisen.
1989 hat der Ajatolla Khomenie ein Todesurteil über Rushdie verhängt. 32 Jahre später wird Rushdie leichtsinnig, und ein Messermörder sticht ihn beinahe zu Tode. Für die deutschen Medien ist “das Motiv völlig unklar”, oder ein völliges Rätsel. Wie tief Menschenverachtend , gewissenlos, schäbig und blind muss man sein, um so etwas überhaupt zu äussern ? Neben den Politikern ist die “Journaille” dieses Landes das verachtendwerteste Pack das es gibt. Ich kann es nur noch mit Max Liebermann sagen - ” Ich kann garnicht soviel essen ..............................................................” Oder sagte er FRESSEN ?
Gefällt mir. Vor allem hat der Autor keine Angst, es sich mit den Russkies zu verderben. Gleich nach den Islam-Verstehern die Prinzen-Variante der Relativierer.
Die Ansicht der islamischen Welt, dass Kritik am Islam diesen beleidigt, kann so nicht stehen gelassen werden, denn dies bedeutet die Selbstaufgabe der freien Welt. Man muss festhalten, dass der Islam, wie alle anderen Religionen auch, ein lokal gedachtes Gesellschaftssystem ist, aber wie eine Weltanschauung praktiziert wird, die deswegen nicht nur an ihrem Ursprungsort in der arabischen Wüste ihre Geltung verlangt, sondern überall. Was damit zu tun hat, dass die heute noch vorherrschenden Religionen aus einer Zeit entstammen, in der es keine echte globale Weltsicht gab, da der geistige Horizont der Menschen genau da aufhörte, wo auch der mit den Augen sichtbare Horizont aufhörte. Deshalb hat jede Religion ihr eigenes, auf lokalen Gegebenheiten basierendes Weltbild, was jedoch außerhalb des Entstehungsortes nicht mehr gut funktioniert, da die wirkliche Welt in ihrer Gesamtheit eben viel größer, komplexer und geologisch wie kulturell vielseitiger ist, als man es sich mit dem damalig beschränkten Horizont vorstellte. Die Römer waren bei ihrem Marsch gen Norden z.B. schwer erstaunt darüber, was sich nördlich der Alpen abspielte, wie die Menschen dort lebten und wie unwirtlich das Klima dort war. Sie konnten es sich vorher nicht vorstellen, dass die Welt nördlich der südlichen Sphäre so vollkommen anders war. Bis sie es selbst erlebt haben und daran zerbrachen. Das gleiche Phänomen sehen wir beim Juden- und Christentum, welche in hiesigen Gefilden einfach nicht in Gänze anwendbar sind. Für den Islam gilt das genauso. Der Charakter des Ursprungsortes einer Religion bestimmt auch den Charakter der Religion selbst. Die Welt ist aber kein UrsprungsORT, sondern eine Ansammlung sehr vieler ORTE mit jeweils eigenen Regeln. die auf den jeweils eigenen lokalen Gegebenheiten basieren. Das Leben und seine besonderen Eigenarten an einem einzigen Ort auf die ganze Welt übertragen zu wollen, muss deswegen scheitern. Und das muss auch offen gesagt werden.
Der Islam ist keine Religion, sondern eine totalitäre Ideologie zur Delegitimierung ganzer gesellschaftlicher, politischer, religiöser Gruppen, Völkern und Minderheiten.
Der “globale Süden” besteht nicht nur aus armen Ländern. Ihm werden auch sehr reiche arabische Länder zugeordnet, arme, europäische Länder wie die Ukraine dagegen nicht. Der “globale Norden” umfasst hauptsächlich den abendländischen Kulturraum, allerdings ohne südamerikanische Länder auch mit starker, spanischer oder portugiesischer, d.h. abendländischer Prägung. Zum “globalen Norden” gehören andererseits auch wirtschaftlich erfolgreiche, ostasiatische Länder, insbesondere Japan. Eine völlige Deckung des “Nord”-Begriffes mit dem Kulturkreis gibt es also nicht, aber vielleicht spielt eine Rolle, dass die Länder, die man als “globalen Norden” betrachtet, sämtlich Bürgergesellschaften umfassen, nicht Clangesellschaften. Der “globale Süden” ist oft ein genauso künstlicher Begriff wie früher “die Dritte Welt” für sehr heterogene, nicht-abendländische Gesellschaften und ihre Staaten. Islamische Gesellschaften sind übrigens IMMER total unterdrückte, ausgebeutete, vom Westen erniedrigte, etc. Gesellschaften des “globalen Südens”. Sie sind auch Clangesellschaften. Welche Muslime in D zum “globalen Norden” und welche zum “globalen Süden” gehören, ist eine Frage nach dem Grad an sozialer und kultureller Integration. Die Bosse krimineller Clans sind “unsere” Opfer und gehören zum opfernden “globalen Süden”. Ein hochintegrierter, türkischer oder arabischer Busfahrer und eine dito Verkäuferin dagegen sind kaum oder gar nicht von weißen Einheimischen unterscheidbar und gehören eher zum “globalen Norden”, jedenfalls für die, die Wert auf diese willkürlichen und sinnlosen Begriffe mit ihrem enormen Gehalt an Moralin.
“Auch der jüngste Attentatsversuch auf den Schriftsteller Salman Rushdie ...”. Ach das war nur ein Versuch. Da bin ich aber froh das nichts weiter passiert ist. Leute mit Messern im Kopf, schon ab Mutterleib, haben in unserem Kulturkreis nicht zu suchen.
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