Achgut.tv / 16.09.2022 / 06:00 / 89 / Seite ausdrucken

Rückspiegel: Europa hilft Armenien nicht

Aserbaidschanische Angriffe brachten den Krieg nach Armenien zurück. Aus Berlin und Brüssel kommt keine Hilfe für das bedrängte Land. Aserbaidschan wird von unserem NATO-Partner Erdogan unterstützt und keiner steht Armenien bei. Früher sprang manchmal Putin ein.

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R. Bunkus / 16.09.2022

Armenier sind Opfer üblicher Sonntagsreden. In 100 Jahren wird das Europaparlament eine Resolution verabschieden und von einem Genozid an den Armeniern in den Jahren 2022/23 sprechen. Sonst passiert nichts.

STeve Acker / 16.09.2022

Was ich besonders schlimm finde: dass seitens des Westens einfach nichts passiert, rein gar nichts. Ich verlang ja nicht dass gleich Sanktionspakete und sonst was passiert. Aber nicht einmal eine Verurteilung seitens der Politik, oder eine diplomatische Initiative,  rein gar nichts. Der “Werte”-Westen: Verlogenheit pur.

giesemann gerhard / 16.09.2022

@Ilona G.: Die Euros verkaufen mehr als Boeing ... . Der “führende” Ami, il est ami de qui?

giesemann gerhard / 16.09.2022

@Robert L.: Korrupt, korrupt. Ich bin bloß deshalb nicht korrupt, weil mich keiner bestechen will. Die Schweiz ist nicht korrupt? Gut, die Amis haben ihnen ein wenig die Zähne gezogen, Stichwort “Bankgeheimnis”. Roger Köppel ist fortan stocksauer deswegen. Allerdings: Als mir jemand das doppelte Gehalt für meine Expertise angeboten hatte - wissen Sie was? Ich habe den Job angenommen. War die beste Entscheidung meines Lebens. Und Griechenland, das ich so gerne unterstützt sähe gegen die Türken - Fakelaki, falls Sie wissen, was ich meine. Ein weites Feld, gewiss.

giesemann gerhard / 16.09.2022

@Friedrich R.: Ich kann Ihre Überlegungen nachvollziehen. Daraus folgt aber auch, dass man die Russen natürlich einbinden müsste im Kampf gegen die Türken, ihnen klar machen sollte, dass sie sich mit dem Westen und der UA den falschen Feind heraus gesucht haben. Dazu könnte auch das mehrheitlich muslimische Kazakhstan als Warnung für Moskau dienen - die Turkvölker sind im Kommen. Um die aus zu bremsen, brauchen wir Russland, brauchen wir die Orthodoxie insgesamt. Das ist zugegeben alles ein wenig in die Zukunft gesprochen, aber die Russen zu locken wäre sinnvoller als mit den Türken zu kungeln, gar wegen Nato. Deswegen will ich den Russen ja so gerne Byzanz überlassen ... . Das allem unterliegende Problem ist imA die völlig sinnfreie “Westophobie” der Russen - auch angesichts der Tatsache, dass sie nur mit Hilfe des Westens, also den USA und GB die faschistische Bestie, die sich mit Islam seelenverwandt* fühlte, nieder ringen konnten im Großen Vaterländischen Krieg. Brest-Litowsk 1917 hat ihnen doch gezeigt, was los ist ohne Hilfe des Westens, damals vornehmlich Frankreichs. In dieser Richtung müssten wir den Russen ein Angebot machen, im Gegenzug müssten die ihre reaktionären Anwandlungen (Militär, Geheimdienste, Kleptokraten) aufgeben. Das täte ihnen selbst am meisten gut. *Zitiere dazu gerne: “Reichsführer SS Heinrich Himmler schwärmte für die weltanschauliche Verbundenheit zwischen Nationalsozialismus und dem Islam. Die Ideologie der Muslimbruderschaft, die aus dem Koran abgeleitet wurde, schien sich in einigen Punkten mit der der Nationalsozialisten zu decken – insbesondere bei der Judenfrage.[1][2] So wurde 1943 nach dem Besuch des Großmufti Mohammed Amin al-Husseini ein Schreiben herausgegeben, in dem angeordnet wurde, das Wort „Antisemitismus“ ab sofort zu vermeiden, da unter dem Begriff „Semiten“ auch die Araber zählen würden ... .” Aus “Handschar ...,” wiki. Selensky ist Jude, nebenbei bemerkt. Türkei, falsches Pferd. Usw.

Arne Ausländer / 16.09.2022

Die aktuelle Konfliktserie zwischen Aserbaidshan und Armenien begann mit den Pogromen an Armeniern 1988 in Schumgait, an der kaspischen Küste in Aserbaidshan gelegen. Die Aggression ging also klar von den Aseris aus. Über das Weitere gibt Herr Broder hier einen guten Überblick. - Die Aseris stehen den anatolischen Türken sprachlich und kulturell viel näher als die zentralasiatischen Turkvölker (Usbeken, Kasachen etc.). Die Republik Aserbaidshan umfaßt aber nur den Nordteil ihres Siedlungsgebiets, der Süden liegt im Iran, um Täbris. Da gäbe es noch reichlich Vorwände für künftige Kriege, falls man diesmal wieder so erfolgreich ist wie im Herbst 2020. Aber dabei würde es schwierig für das Verhältnis Türkei-Rußland. Denn letzteres geriete in ernste Gefahr (anders als von Seiten der Ukraine), wenn großtürkische Ambitionen auf den Vormarsch kämen. Dann ginge es früher oder später doch um das ehemals sowjetische Mittelasien - und dies wäre tatsächlich eine existenzielle Bedrohung Rußlands. Ein Blick auf die Landkarte zeigt, wie zentral Kasachstan nach Rußland hineinragt. Das ist - anders als die Ukraine - tatsächlich ein Sprungbrett zur Unterwerfung Rußlands, zumal wenn man Tataren, Baschkiren, Jakuten u.a, Turkvölker auf dem Gebiet der Russischen Föderation mit in die Rechnung einbezieht. Daher v.a. kann Rußland größere türkische bzw. aserbaidshanische Vormärsche im Transkausasus kaum erlauben. Selbst wenn Putin dies für aktuelle Vorteile in Kauf nähme, würden ihm dies viele in Rußland nie durchgehen lassen.

giesemann gerhard / 16.09.2022

@Ulruch B.: Ich bin kein “Demokrat” - weil zu viel dummes Gerede aus dem Volk kömmt. Merkel hat das gewusst und eifrig genutzt - für sich und das, was sie “Politik” nannte: Immer dem Pöbel nach dem Mund reden, nichts machen außer wenn die Medien plärren: populus vult. Cicero hat ja so recht ... .

Thomas Schmied / 16.09.2022

„Wer redet heute noch von der Vernichtung der Armenier?“ Dieses Zitat wird tatsächlich Adolf Hitler zugeschrieben. Er soll das 1939 gesagt haben, bevor seine eigene Mordmaschine des Holocaust gestartet wurde. Aktuell kommt es mir so vor, als höre man den bösen Anstreicher wieder leise kichern. Wie schade, dass die ARD den Dokumentarfilm “Aghet” gerade nicht ausstrahlt.

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