Gastautor / 26.11.2023 / 16:00 / Foto: Superbass / 17 / Seite ausdrucken

Rossmann die Dritte, Klimanistan ist am Ende 

Von David Pferder.

Milliardär Dirk Rossmann, der Mann von „Rossmann Mein Drogeriemarkt“ hat den dritten Band seiner Klima-CO2-Weltuntergangs-Verhinderungs-Serie veröffentlicht – „Das dritte Herz des Oktopus“ ist (hoffentlich) der Abschluss der Reihe, die mit dem „Neunten Arm des Oktopus“ begann. 

Im ersten Band lässt Rossmann die Demokratie im Namen der Klimaweltrettung von den „Erleuchteten Drei“ (USA, China, Russland) übernehmen – in Band drei imaginiert Rossmann mit seinem Co-Autor Journalist (u.a. Zeit, Spiegel) Ralf Hoppe dann, was man eigentlich nur als das Ende von Klimanistan bezeichnen kann. Wurde schon in Band 2 die von der Klimaallianz aus Kapstadt regierte Welt als eine Art DDR 2.0 charakterisiert, so wird das Szenario in Band drei dankenswerter Weise konsequent zu Ende gedacht.

Die Klimaallianz regiert seit 2025 im siebten Jahr und hat die Welt schon ordentlich runtergewirtschaftet – Flüge sind streng rationiert und das moderne Leben überhaupt nur für die Mitarbeiter des scharf zentralistischen Apparats erträglich, der aber an seinen selbstgesteckten Zielen verzweifelt: Zwar hat die Weltregierung das Ziel der Begrenzung des Bevölkerungswachstum vorangebracht (wie eigentlich, will man besser gar nicht wissen, aber im Gegensatz zu den beiden Vorgängerbänden hält sich Rossmann in Band drei politisch auffällig zurück: Deutschland und Europa spielen fast überhaupt keine Rolle, in Russland hat es aber einen nicht näher beschriebenen „Regierungswechsel“ gegeben – China und die USA sind mehr oder weniger so, wie man sie jetzt kennt), auch wurde die Netto-CO2-Bilanz durch moderate Reduktion des CO2-Ausstoßes und massive Aufforstung verbessert, aber die „Klimakatastrophe“ schreitet weiter voran: Kälteeinbrüche in den USA (bei Rossmann 2022, war da was?) und natürlich der Meeresanstieg: Die Südseeinseln sind massiv gefährdet, weshalb diese auch die Hauptquelle des modernen Klima-Terrorismus sind, und Sylt zerbrach im Dezember 2030. 

Eine Art basis-demokratisches-Super-ZK

Nun gut, aber auch das ist auffällig: Rossmann/Hoppe halten sich mit Feinheiten von Klimawissenschaftsfragen nicht weiter auf: Mehr Aufwand wird auf die Beschreibung diverser exotischer Locations und der detailversessenen Erklärung der Äußerlichkeiten und Empfindungen diverser handelnder Charaktere verwendet. Letztlich ist der Klimalismus aber auch bei Rossmann/Hoppe in der absoluten Sackgasse – das ist die eigentliche Hoffnungsbotschaft dieses Buches. 

Es gibt im Buch drei Strategien gegen den CO2-Weltuntergang, an dem natürlich in allen drei Szenarien die Menschen und ihre Menschlichkeit schuld sind. Terroristen versuchen einen Rache- und Zerstörungskreuzzug gegen die Klimaallianz, die konservativen Kräfte der Weltregierung haben einem Geheimgremium die Aufgabe übertragen, „unkonventionelle Lösungen“ zu erarbeiten, die dann mittels einer Super-KI auf ihre Erfolgsaussichten getestet werden. Und die progressiven Kräfte haben den tollen Plan, einen 6-Personen-Präsidialbürgerrrat zu selektieren/wählen, der dann endlich die bahnbrechenden Ideen für mehr „gerechten Klimaschutz“ vorschlagen und deren Umsetzung überwachen soll – eine Art basis-demokratisches Super-ZK als Aufsichtsrat für die Weltregierung.

Alle drei Stränge laufen zusammen in einem Geschwisterpärchen aus der Südsee (natürlich Halbblute, also von einem europäischem Unternehmer-Aussteiger-Vater). Der Bruder ist Wissenschaftler, Fanatiker und Terrorist. Und ist natürlich die geheime Wunderwaffe des supergeheimen Welt-Wohlfahrtsausschusses, der natürlich von einem schillernden Schweizer Pharmaunternehmer und vorgeblichen Philanthropen für die Klimaallianz geleitet wird (der sich bald als der Dr.-No-artige Superschurke herausstellt). Wie schon in Band 1 sind die politischen Fantasien von Rossmann immer fast die Karikatur bestehender Ängste, Verschwörungstheorien, realer Befürchtungen oder auch Letzte-Generation/Fridays-for-Future-Umsturz-Weltbeherrschungs-„Träumereien“.

Was sind nun die Pläne? 

Was die Terroristen eigentlich wollen, bleibt im Ungefähren – was aber die beiden positiven Protagonisten, eine Künstlerin und ihr Lover – ein obskures Rädchen im Klimaallianz-Apparat, aber an sehr wichtiger Stelle: dem bezeichnenderweise als „science control“ bezeichneten Technologiedepartment, welches natürlich längst klandestin dem Geheimdienst der Klimaallianz untersteht, was unser Protagonist selbstredend erst später mitbekommt – was also diese beiden nicht davon abhält, mehr oder weniger starke Sympathien für die Terroristen zu empfinden, immerhin geht es denen um „Gerechtigkeit“.

Da sind die Intentionen des Geheimgremiums schon eindeutiger: Die Menschen als Problem müssen bearbeitet werden: Vorschlag „Soft Power“ (geheime Zwangsmedikation der Bevölkerung durch Psychopharmaka-Kontamination des Trinkwassers – „Wunschziel: rationaleres Verhalten“). Oder Vorschlag Energie-Diktatur: massive Energierationierung verbunden mit drakonischen Strafen und ausgefeiltem Spitzelwesen (eine Art Strom-Stasi). Und als dritte Idee eine Art genetischer Holocaust – die Menschen sollen mittels Gentechnik-Manipulation so konditioniert werden, dass sie mit 30 Jahren sterben – alle diese Vorschläge werden nicht etwa als ethisch-politische Perversion verworfen (die Klimaallianz hat ja für das Energiesparen und Menschenumerziehen – die Irrationalität ist das Problem! – eine Art Denk-card blanche erteilt), nein alle drei Vorschläge fallen durch die KI-Prüfung.

Der letzte und eigentlich perverseste Vorschlag, nämlich die Menschen mittels eines manipulierten Parasiten empathisch und Natur-kompatibler zu machen – der Parasit nistet sich irgendwie im Hirn ein und richtet da aber Gutes an – kriegt grünes Licht von der KI und dem Gremium und geht an den genial-verrückten Halbblut-Fanatiker aus Polynesien.

Obwohl die KI es nicht kapiert hat (so eine KI ist auch nur ein dummer Mensch), geht die Sache natürlich auch schief – der Parasit ist zwar hochansteckend und hochwirksam, aber die zu Gutmenschen mutierten Menschen kollabieren bald unter einem Overload an Empathie und Hilfsbereitschaft – ich muss immer und immer wieder betonen, dass ich mir hier nichts ausdenke, sondern dass dies alles in dem 20-Euro-Werk von Dirk Rossmann tatsächlich so drinsteht. Ohne Gegengift werden aus den Gutmenschen schnell menschliche Wracks – der verrückte Wissenschaftler weiß das, da er natürlich, es geht ja schließlich um die Weltrettung, seinen Parasiten an echten Menschen (aber ok, alles nur Sträflinge) testet, wobei die Gruppe ohne Antidot unter schlimmsten Qualen vegetiert und stirbt.

Und der dritte Weltrettungsapproach? Der Präsidialrat? 

Ist natürlich auch ein schlechter Witz – die neue Hoffnungsträgerin ist die Schwester des Verrückten und zeichnet sich durch besondere Empathie und Lebensklugheit aus (weshalb sie auch von den Terroristen respektiert wird, aber natürlich vom Klimaestablishment mit großem Misstrauen verfolgt wird). Diese Fastheilige aus der Südsee (warum müssen diese Rolle neuerdings eigentlich immer Frauen einnehmen?) hat ihre besonderen Kräfte durch eine unbeabsichtigte Infektion mit dem Parasiten bekommen. Und da dieser von Wirt zu Wirt über die Luft übertragen werden kann, muss sie in strengster Isolation leben und braucht immer das Antidot, was ihr aber ihr Bruder in größeren Mengen zur Verfügung gestellt hat.

Einerseits natürlich völlig abstrus, aber andererseits zeichnen Rossmann/Hoppe eine solche Karikatur von diversen Klima-Stilblüten, dass es schon fast wieder groß ist: Was ist übrigens der Wahlslogan der Frau mit der parasitär-verstärkten Wunderempathie? Natürlich: „Dem Planeten eine Stimme geben“ – da ist noch niemand draufgekommen: Einfach dem Planeten endlich mal eine Stimme geben! Das ist es! Im Gegensatz zum sinisteren Geheimgremium imaginieren Rossmann/Hoppe aber nicht, was das erleuchtete Präsidialgremium sich so ausdenkt, denn natürlich ist bei einer so überzeugenden Botschaft („Dem Planeten eine Stimme geben“) das geschundene Wahlvolk Feuer und Flamme – diesen Teil der schönen neuen Klimawelt ersparen uns Rossmann/Hoppe (oder es kommt doch noch ein neuer Band – Oktopus im Hafen von Bullerbü oder so), aber wirklich überzeugen tut dies wahrscheinlich auch die Autoren nicht mehr.

Und ist diese Situation in Klimanistan nicht schon absurd genug, setzt der Oberbösewicht dem Ganzen die Krone auf: Er plant die Freisetzung des Parasiten bei gleichzeitiger Kontrolle des Antidots durch unauffälligen Aufkauf der entsprechenden Fabriken – was natürlich keiner merkt, da nicht nur die KI, sondern auch der gesamte Apparat der Weltklimaregierung sich de facto durch eine fundamentale Inkompetenz auszeichnet. Auf diese Weise sollen die Reichen plus eine vom Oberschurken persönlich zusammengestellte Liste von Auserwählten (Künstler, Intellektuelle und fähige Rädchen im Apparat) in die neue Klimawelt rübergerettet werden – der Rest des Pöbels darf krepieren. 

Welt und Klima und Weltelite wären gerettet

Wie ja schon mehrfach versichert: Ich denke mir hier nichts aus, das steht alles in Rossmann/Hoppe drin.

Aber das halte ich dem Tintenfisch III-Werk zugute: Alle Pläne scheitern grandios und zwar durch das Yin und Yang der beiden Protagonisten – bei Rossmann gibt es tatsächlich nur zwei Geschlechter. Der Mann, der wirklich menschlich sympathische, normal männliche und fachlich kompetente obskure Apparatschik aus der „science control“ kommt dem Komplott durch genaues Lesen von Vorgängen und durch die Einhaltung von Regeln und ethischer Standards auf die Spur – der verrückte Südsee-Terrorist-Wissenschaftler beschimpft ihn nach Enttarnung als „verdammten Pfadfinder“. Und seine Liebe, seine flatterhafte, aber im Grunde treue Freundin, ist zwar mehr emotional-künstlerisch begabt, aber zusammen sind sie unschlagbar. 

Der Komplott wird verhindert, die Bösen sterben, der Parasit wird vernichtet, aber darf in dem mit Antidot gut versorgten Welt-Präsidialrats-Mitglied sein gutes Werk tun – beide Protagonisten kommen nicht nur auch wieder zusammen, sondern werden gute Mitglieder des Weltklimaregierung-Systems, die zwar die olle CO2-Katastrophe noch an der Backe hat, aber das wird schon: Geteiltes Sylt ist vielleicht doppelt schön?

Ich weiß nicht, ob ich das Werk wirklich empfehlen kann, aber irgendwie danke ich Dirk Rossman schon: Er hat in den drei Bänden wirklich unmissverständlich klargemacht, dass wir die CO2-Modelle schnellstens noch mal nachrechnen müssen. Und vor allem den Klimatisten endlich das Handwerk legen – oder in einer Variation eines traurigen Liedes von Rio Reiser: Klimaland ist abgebrannt und brennt noch irgendwo. Klimaland ist abgebrannt und brennt noch lichterloh. Möge Klimanistan in Frieden ruhen…

 

David Pferder (Pseudonym), Jg. 1972, ist ehrenamtlich politisch, publizistisch und wissenschaftlich tätig, u.a. im Feld Klima und Energie.

Von Dirk Rossmann und Ralf Hoppe: Das Dritte Herz des Oktopus

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Helmut Driesel / 26.11.2023

  Ich gehe mal davon aus, dass es heute unheimlich schwierig ist, einen guten Roman zu schreiben, dabei im Sujet nicht zu trivial zu bleiben, aber auch nicht in phantasievollen Irrsinn abzugleiten, dabei allen tausendfach existierenden Seifenopern- und Filmdialogen aus dem Wege zu gehen und - für den Schluss eine logische und den Leser wohlwollend überraschende Pointe zu finden. Ich vermute, die meisten Autoren, die heute etwas Dickeres schreiben, beziehen alle Zuversicht aus dem reinen Unbehagen, mit dem sie sich sträuben, solche Fragen an sich heran zu lassen. Gesehen wird aber das Geld, das man verdienen könnte, eventuell. Gut, das kann man niemandem verübeln. Tue ich auch nicht. Das ist die Gegenwart. Die Dinge sind so, wie sie sind. Man liest, was in zehn Minuten abgehandelt ist. Und man schreibt Texte, weil man sich dabei gefällt. Kurioserweise funktioniert das auch, wenn es keine Leser gäbe. Oder keine Zuschauer. Da wird es sogar erst richtig originell.

Gerard Doering / 26.11.2023

Dieser Mann hat seinen großen Reichtum durch den Verkauf von chemischen Produkten erworben. In erster Linie verkauft er das an die Damenwelt und allein für die Färbung ihres Haares mindestens 20 verschiedene Abstufungen an Farbe. Anstatt sich auf Henna, Pottasche, Soda, Seifenkraut und Kernseife zu beschränken. Doch Geduld, wenn das so weitergeht kommen wir bald wieder auf einen nachkriegsähnlichen Zustand und dienen dann der Umwelt total.

Thomas Szabó / 26.11.2023

Der Selfmade-Milliardär & Literat Roßmann ist sicherlich eine beeindruckende Persönlichkeit. Sein Buch ist anscheinend ein Kompilat aus zahlreichen anderen Werken, von denen er einige zu viel zusammen gelesen hat. Ohne das Buch gelesen zu haben, habe ich den Eindruck, dass es besser gewesen wäre, wenn er sich nur auf 1 Gedankenstrang konzentriert hätte, anstatt ein eklektizistisches Universalwerk aller zeitgenössischer Verschwörungstheorien zu basteln. Das ist kein Verriss, das Buch kann trotz allem Wirrwarr eine gute Lektüre oder gar ein Meisterwerk sein. Ich wünsche Herrn Roßmann viel Erfolg für sein Buch. Es freut mich, dass ein Leistungsträger der Gesellschaft sich literarisch betätigt und sich mit relevanten Themen befasst.

S.Buch / 26.11.2023

Wer wagt sich, diesen unglaublichen Klima-Trash adäquat zu seinem „Anspruch“, also in unterirdischer Qualität. zu verfilmen? Könnte eine Folge von SchleFaZ befüllen.

Dr. Joachim Lucas / 26.11.2023

Der Mann sollte bei seinen Shampoos, Damen- und (Herren?)binden und Zahnpasta bleiben, die ich aber niemals bei Rossmann kaufe. Der Mann ist mir schon immer negativ aufgefallen. Der hat zuviel Zeit, um seinen Klimaspleen auszuleben. Ein letztlich menschenverachtender Milliardär, dem in seinem Klimawahn das Schicksal der normalen Leute, wie allen Vergrünten, sch…egal ist. Solln in seiner Klimadiktatur halt Kuchen fressen.

Joachim Krone / 26.11.2023

Also der Konsum zum Erhalt der Milliarden der Milliardäre geht einfach weiter oder wie habe ich mir das vorzustellen? Dollar, RMB und Rubel behalten ihren Wert? Oder doch eher der vormals als Aussteuer gern den Mittelschicht-Mädels geschenkte Krügerrand? Mann o Mann!

V.Seitz / 26.11.2023

Interessant, dass der Autor unter Pseudonym „ Pferder“ schreibt (oder schreiben muß?) Die Frage ist,  wieviele Schreiber und Ideenlieferanten R. für „ seine“ drei Bücher entlohnen mußte und wieviele Millionen er für Werbung bezahlt hat bzw. noch bezahlen wird, wenn das dritte 20 € -Werk keiner kaufen möchte.

R. Lichti / 26.11.2023

“Pferder”- klingt das nicht irgendwie nach “Pferde-Mann”?  In meiner Kindheit war ich viele Wochen im Kanton Zug in “Ferien auf dem Bauernhof”. Das, was ich als “die Pferde” angesprochen hatte, nannten mein urschweizer Onkel immer “die Ross”.

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