Ulli Kulke / 02.03.2021 / 06:15 / Foto: Pixabay / 61 / Seite ausdrucken

Rohrkrepierer: Die Linke und die Brandstifter

Ein klassisches Eigentor auf dem politischen Parcours. In einer Deutlichkeit, wie es nur selten vorkommt. Ausgerechnet eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linken an die Bundesregierung förderte in deren Antwort diese brisante Information zutage: Die Anzahl linksradikal motivierter Brandstiftungen in den Jahren 2018 und 2019 ist nach Erkenntnissen des Bundesinnenministeriums gut 18-mal so hoch wie diejenige der rechtsradikal motivierten Anschläge. Darüber hinaus gibt es auch häufiger Brandanschläge, die einer „ausländischen Ideologie“ (Islamismus) zuzuordnen sind als diejenigen der Rechten.

Das Ministerium hat die Antwort bereits am 10. Februar der Linken-Fraktion vorab zugestellt. Das Interesse in der Öffentlichkeit seither: nahe Null. Keine Zeitungsmeldung (mit einer originellen Ausnahme, s.u.), keine Rundfunknachricht, Schweigen in den Online-Formaten. Ganz offenbar entspricht eine solche Nachricht nicht dem Beuteschema von Haltungs-Journalisten. Man stelle sich vor, das Ergebnis wäre umgekehrt ausgefallen. Es zeigt sich erneut: Interessant für die Redaktionen sind nicht etwa überraschende Neuigkeiten, solche, die eingefahrenen Meinungen, Vorurteilen widersprechen. Gefragt sind vielmehr Bestätigungen der verbreiteten Weltbilder.

Dabei hatte es sich die Fraktion der Linken im Bundestag so schön ausgedacht. Sie überschrieb ihre Anfrage: „Fälle von Brandstiftung aus dem Bereich der Politisch motivierten Kriminalität-rechts in den Jahren 2018 und 2019“ (Zahlen für 2020 liegen noch nicht vor). Doch die Bundesregierung nahm sich die Freiheit, sämtliche nach ihren Erkenntnissen aus dem fraglichen Zeitraum politisch motivierte Brandstiftungen aufzulisten, und nicht nur die rechten. Heraus kam dieses Ergebnis: Gesamtzahl der Anschläge mit politischem Hintergrund: 378. Darunter „Links“: 308, „Rechts“: 17, „Ausländische Ideologie“: 20.

95 Prozent der Taten scheinen uninteressant zu sein

Die Tendenz dieser Anteile ist nicht neu, aber die Linke hatte sich offenbar darauf verlassen, dass nur der kleine Ausschnitt unter den Brandanschlägen im Lande thematisiert würde, nämlich der vom rechten Lager ausgehenden. Jetzt, nach Vorlage der Antwort, mutet es umso peinlicher an, dass die Fraktion bei ihren Fragen nach Details sich lediglich für jene knapp viereinhalb Prozent interessierte. Die übrigen, über 95 Prozent der Taten, scheinen für sie uninteressant zu sein. Inwieweit Personen zu Schaden gekommen waren, interessierte die Abgeordneten ausschließlich bei rechten Anschlägen. Nach Folgen von Taten aus dem linken Lager zu fragen, wollte sie ihrer eigenen Klientel ganz offenbar nicht zumuten.

Interessant wäre zu wissen, inwieweit die Antwort auf ihre Frage, wie viele Personen bei rechten Brandanschlägen verletzt wurden, bei den linken Abgeordneten ehrliche Erleichterung ausgelöst hat. Die Bundesregierung teilte ihnen nämlich mit: „Bei den zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. Dezember 2019 polizeilich erfassten und dem Bereich der PMK – rechts – zugeordneten Fällen von Brandstiftung wurden keine Opfer über den KPMD-PMK gemeldet“ (hinter dieser Abkürzung verbirgt sich keine neue kommunistische Sektierer-Partei, sondern der „Kriminalpolizeiliche Meldedienst in Fällen Politisch motivierter Kriminalität“).

Könnte ja sein, dass es manchen Bundesbürger auch interessiert hätte, ob es womöglich bei den gut 95 Prozent der Anschläge, die nicht von rechts ausgingen, Personenschaden gab. Doch so etwas hat nicht zu interessieren. Der Linken scheint das auf jeden Fall egal zu sein. Der Öffentlichkeit bis heute offensichtlich weitgehend auch. Ein denkbar selektives Erkenntnisinteresse.

Paradox: Nur die taz thematisiert das Problem

Es geht überhaupt nicht darum, rechte Gewalt in Abrede zu stellen, sie ist präsent, menschenfeindlich und sie hat Todesopfer gefordert (islamistische Terroranschläge übrigens auch, von der RAF wollen wir gar nicht reden). Und es ist absehbar, dass die Fraktion der Linken, nachdem sie sich erst einmal von dem Schock ihres spektakulären Eigentors erholt hat, die Zahlen anzweifeln wird, die Zuordnung von links, rechts und islamistisch deutlich geändert haben will und Einäugigkeit unterstellt.

Diese Diskussion kann und muss geführt werden. Bis jetzt sieht es aber so aus, dass die Qualitätsmedien im Land auf das ziemlich eindeutige Ergebnis aus der Antwort der Bundesregierung erst bzw. nur dann aufzuspringen bereit sind, wenn die Zahlen eine andere Sprache sprechen. Ganz offensichtlich ist man ratlos, wie man mit dieser Nachricht umgehen soll.

Ausgerechnet die linke Tageszeitung taz hat die Antwort der Bundesregierung thematisiert, und die Linken-Abgeordnete Martina Renner, die die Anfrage initiiert hatte, wird darin auch schon mal mit den Worten kritisiert, die Bundesregierung habe ein „Wahrnehmungsproblem“. Und die Linken-Fraktion? Stellt den taz-Artikel auf ihre Website und hüllt sich ansonsten lieber in Schweigen. Wie man das so macht, nach spektakulären Eigentoren.

Foto: Pixabay

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Leserpost

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Martin Müller / 02.03.2021

Die Antifa schafft politische Tatsachen im Geiste der RAF. Und die SPD-Vorsitzende Eskens outet sich als Sympathisantin und Unterstützerin der Antifa. Was würde wohl Helmut Schmidt, der die BRD jahrelang im Kampf gegen den RAF-Terror erfolgreich als Kanzler geführt hat, über diese merkwürdige Frau Eskens sagen? Wahrscheinlich hätte er ihr einen Tritt Richtung SED verpasst - oder?

Heinrich Wägner / 02.03.2021

Ja die Germanen haben leider noch nie ihre Geschichte Aufgearbeitet und aus ihren Fehlern gelernt. Unsere Lehrer 45 trugen braune Kittel mit den Aufkleber Entnazifiziert . Die Roten die uns in den Lagern Berndshof und Schwedt transaliert haben sind heute wieder am Ball mit vollen Segeln und mächtigen Rückenwind der Medien. Und die Jelbkes kamen kamen zu Hauf aus ihren Löchern gekrochen . Unsere Schwestern und Brüder im Westen waren der Meinung das es die Jelpkes nur im Osten gegeben , haben kann. Ja, Erich du hast gewonnen dein Geist geistert wohl mehr in den Hirnen der Wessis.  Die mehrheitlichen Hirne der Ossis waren nach Jahrzehnten vertraut mit dem was wieder im Kommen ist. Wir haben in den Trümmern gespielt die uns unsere , daß wollte ich nicht,das habe ich nicht gewußt Germanen hinterlassen haben. Das SED Jungvolk ist erwachsen geworden . Sie werden sich nicht zufrieden geben mit dem Erreichten . Sie wollen die Macht,die absolute Macht und die absolute Kontrolle.

S. Marek / 02.03.2021

Sind Sie Herr Ulli Kulke, etwa überrascht ?  Ich persönlich höchstens, wie verfault bereits die gesamte Journaille ist um dieses nicht groß aufzugreifen und es zu thematisieren.  Wir sitzen bereits tief in der Kacke nur die meisten riechen nichts da diese brav ständig mit der Maske gegen den China Virus im Gesicht laufen.  Vorher haben die meisten Tomaten auf den Augen und Watte in den Ohren und so ließen sich diese mit Energiewende, Akkumobilität, Klimawende, Invasionswende (s.g. Muslimischen Flüchtlinge) ohne Ende usw. ablenken. Die Quittung kommt, aber uns wird es keine Option bald geben wohin selbst zu Flüchten.

Kurt Engel / 02.03.2021

Ich habe jetzt mal die msm angemailt. Mal sehen was kommt.

Martin Müller / 02.03.2021

Das Feindbild Kommunismus und Sozialismus hat die Linken und Linksextremisten bis 1989 im Westen klein gehalten. Nach 1989 dachte der Westen, das Phänomen Sozialismus sei gestorben. Ein Irrtum! Die Linken haben nur Zeit gebraucht, sich neu zu organisieren und um mit den Grünen gemeinsam zu marschieren. Jetzt geht das Gespenst des neuen Sozialismus im Westen um. Nur im alten Osten Europas ist die Gefahr durch den Sozialismus noch in den Köpfen der Menschen verankert, das macht sie quasi immun gegen die neue rote (und grüne) Pest…Im Westen haben die neuen Sozialisten auf allen Ebenen sowas wie Narrenfreiheit errungen, beschießen das westliche System mit immer mehr und neuen Hass… Dabei trauen sich sogar Parteien wie CDU und CSU nicht mehr, gegen diesen wirklichen inneren Feind der westlichen Zivilisation zum Kampf aufrufen, laufen gar mit im Strom gegen das von den Links-Grünen konstruierte Feindbild Konservativ und Weiß, das unter den Kampfmoralbegriffen Rechtsextremismus und Rassismus subsumiert und firmiert wird, mit.  Derweil der Geschlechterkampf gegen alles weiße Männliche noch aufgewiegelt hinzustößt, so wie der millionenfache Import von Kulturfremden gegen die einheimische Bevölkerung in Stellung gebracht wird. Wie auch die erfolgreiche Wirtschaftsleistung der Weißen an den Pranger gestellt wird von Links-Grünen. Der Westen ist wohlstandsdegeneriert, unfähig geworden, seinen vitalen Wertekanon zu verteidigen. Die Linksextremisten wissen, dass sie politisch und medial gedeckt und geschützt werden…

Gerald Weinbehr / 02.03.2021

“Ganz offenbar entspricht eine solche Nachricht nicht dem Beuteschema von Haltungs-Journalisten.” - Richtig, und es ist ein Skandal, wie einseitig und manipulativ die dt. Haltungs-Journaille arbeitet. Der Bevölkerung wird ein aus linksgrüner Perspektive gemaltes Zerrbild der Realität als alleinige Wahrheit präsentiert. In diesem Zerrbild ist die Gefahr von Rechts allgegenwärtig, “schon länger hier Lebende” sind Rassisten, Zuwanderer sind Opfer und die Antifa verteidigt die Demokratie. Linke Gewalt ist irgendwie gute Gewalt und legitim (neben “Asyl” eines der Zauberwörter unserer Zeit), denn da wird grundsätzlich in “Notwehr” gegen die Gefahr von rechts gehandelt. Da die Medien dieses Spiel nahezu geschlossen spielen (es gibt wenige löbliche Ausnahmen, deshalb lese ich die “Achse” regelmäßig), gelingt es ihnen mit erschreckend großem Erfolg, dieses Narrativ in den Hirnen des Publikums zu verankern. Das ist Dressur nach dem Vorbild von Pawlow und seinen Hunden. “Hass und Hetze”? Problem von rechts - und nur von dort! “Demokratische Parteien”? Alle außer AfD! “Islam”? Friedlich und bereichernd! “Energiewende”? Alternativlos! “Klimarettung”? Klar, andernfalls Untergang! Die Liste ließe sich beliebig verlängern. Was nicht ins Bild passt wird einfach verschwiegen. Wenn das nicht geht, wird relativiert und verharmlost. Der Frankfurter Bahnhofsschubser war psychisch krank, ebenso der Säbelschlächter von Stuttgart-Fasanenhof. Linksextremisten sind “Aktivisten” und illegale Einwanderung ist “Flucht”. Mit diesem Framing wird die Bevölkerung 24h/Tag berieselt.

Eckhart Diestel / 02.03.2021

Die Rechten wollen eben einfach nur ihre Ruhe haben. Auch Adolf war links.

Wolfgang Richter / 02.03.2021

Haben die “Linken” noch keine Dominion - “Wahlmaschine” geordert? Dann einfach die Zahlen eingeben, und die Zählmaschine wird am Ende schon das gewünschte Ergebnis raus werfen, einfach indem die Zahlen wie gewünscht zugeordnet werden. Was bei US- oder sonstigen gekauften Wahlen klappt, wofür die Dinger ja wohl entwickelt wurden, sollte doch bei der Zählerei von ein paar Brandstiftungen auch möglich sein. Und danach ist die Welt wieder für die linksgrün ideologisierten Dauerempörten im Lot.

Martin Müller / 02.03.2021

Staatlich legitimierter und legalisierter Terror gegen politisch Andersdenkende? Natürlich auch staatlich finanziert…

Margit Broetz / 02.03.2021

Ulla Jelpke, Urheberin dieser ulkigen Anfrage, ist die Definition des politischen Wahnsinns! Ich könnte mir sie gut als GULAG-Aufseherin - Typ “Blutige Brygida” - vorstellen, oder auch in einer Menschenmenge kreischend “Brennen soll die Hexe! Brennen!” -  Aber das setzt sich ja fort, man kann nur wünschen, als nächstes mögen die Linken eine Anfrage starten “Wer sind die Urheber antisemitischer Gewalt”, das würde ebenso nach hinten losgehen (Studie Zick, Hövermann, Jensen: über 80% der Täter wurden als Moslems identifiziert, dann noch ca 10% Linke, 5% Rechte, Zahlen aus dem Gedächtnis, aber andere Studien, darunter Univ. Oslo, kommen zu ähnlichen Zahlen).

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