Die Panzer, die die Ukraine erreichen, können so tun, als hätten sie mit uns gar nichts zu tun. Es sind also So-tun-als-ob-Panzer, eine neue Kategorie in der Wehrtechnik. So wird der Kindergarten, eine deutsche Erfindung, zur deutschen Staatsraison.
Da fragt man sich ein Leben lang: Was genau bedeutet eigentlich Ringelpiez mit Anfassen? Im Laufe der Jahre stellt man fest, dass diese Redewendung verschiedene Interpretationen zulässt. Seine tiefste, nämlich militärpolitische Bedeutung aber erlangte der Ringelpiez erst jetzt dank der Panzer-Politik unseres Bundeskanzlers und seiner übersensiblen Sozialdemokratie.
Ehe wir die deutsche Panzer-nicht-für-die-Ukraine-Verrenkung näher betrachten, widmen wir uns zunächst dem Ringelpiez als solchem. Er ist in seiner unschuldigsten Form ein kindlicher Kreistanz, also ein Ringelrein, mit Gesang, also mit Piez (ein Wort slawischen Ursprungs), bei dem sich die Kindlein die Händchen halten (also anfassen). Die erwachsene Variante des Ringelpiezes mit Anfassen, ist nicht so unschuldig. Man fasst sich nicht nur bei den Händen, sondern erfreut sich eines Reigens im Sinne Arthur Schnitzlers.
Hier tut sich eine Parallele zum Bäumchen-wechsel-dich auf, das es ebenfalls in kindlich-unschuldiger einserseits und in erwachsener, keineswegs unschuldiger Form andererseits gibt.
Nun aber zur aktuellsten und tiefsten Bedeutung des Ringelpiezes oder des Bäumchen-wechsel-dich. Die Sache spielt sich, wenn ich den Windungen des geringelten Piezes richtig folge, etwa so ab: Slowenien liefert T2-Panzer an die Ukraine, weil unsere Regierung keine dorthin liefern dürfen will. Dafür liefern wir Schützenpanzer nach Slowenien, weil wir das mit gutem Gewissen tun dürfen. Weil aber Slowenien im Sinne eines Gegengeschäfts seine Panzer in die Ukraine liefert, ist es fast so, als wären es Panzer von uns, die da in der Ukraine ankommen. Aber nur fast. Denn die Panzer, die die Ukraine erreichen, können so tun, als hätten sie mit uns gar nichts zu tun. Es sind also So-tun-als-ob-Panzer, eine neue Kategorie in der Wehrtechnik.
Die Tarnung ist einfach zu durchsichtig
Der strategische Vorteil der So-tun-als-ob-Panzer ist der, dass auch die Regierung so tun kann, als ob sie nicht täte, was sie nicht tun dürfen möchte. Aber sie tut es doch, weil sie es tun muss, damit sie in der Welt nicht völlig als Tunix dasteht. Die So-tun-als-ob-Panzer und die Tut-so-als-ob-Regierung wollen bei dieser Aktion unter das militärische Prinzip des „Täuschen und Tarnen“ fallen. Aber sie fallen damit durch, weil sich von diesem Ringelpiez niemand täuschen lässt. Die Tarnung ist einfach zu durchsichtig.
Natürlich könnte man auch sagen: Die Regierung spielt mit ihren Panzern Blinde Kuh? Also Taschentuch vors Augenpaar und nichts Unangenehmes sehen. Auch das würde passen, genauso wie der Ringelpiez und das bereits ins Spiel gebrachte Bäumchen-wechsel-dich. Welchen Begriff man auch wählt: Wir befinden uns hier eindeutig auf einem Kinderspielplatz. Allerdings handelt es sich um einen auf allerhöchster politischer Ebene. Um einen partei-, staats,- europa, und weltpolitischen Kinderspielplatz.
Der Ordnung halber muss noch festgehalten werden, dass es sich bei dieser hochrangigen Kinderei nicht um einen Ringelpiez mit Anfassen handelt, sondern um einen Ringelpiez ohne Anfassen. Keiner der Ringelpiez-Spieler möchte das heiße Eisen Ukraine anfassen. Olaf Scholz schon gar nicht. Er hält sich fern und spielt das Fräulein-rühr-mich-nicht-an. Derweil wird der Kindergarten, eine deutsche Erfindung, zur deutschen Staatsraison.
Beitragsbild: Marty Portier Flickr CC BY-SA 2.0 via Wikimedia Commons

Der deutsche Staat, zumindest unter seiner derzeitigen „Führung?“ ist der Witz an sich!
Ich kenne noch so einen Ringelpiez, der allerdings mindestens 100x größer ist: Der Gas gegen Rubel gegen Euro Ringelpiez. Ehrlich gesagt habe ich den nicht verstanden. Aber genau deshalb muß er vorhanden sein, weil keiner mehr darüber redet, ohne dass bisher das Gas abgedreht wurde (zum Glück).
Entweder hält der Große Bruder Scholz seinen Führungsoffizier in Moskau für dämlich, oder für ausreichend abgelenkt. – Kann aber auch sein, dass dieser Vorschlag von Karl Lauterschwachs*in stammt. Seit der auf jeglichen Salzkonsum verzichtet, sprüht sein Hirn vor solchen Ideen…
Kriegshetze gibt es bei unseren Jurnalisten im ÖRR genug ! Wo bleiben die sonst so vielen Friedensengel ? Jetzt wo sie dringend gebraucht werden !
@ Enrique Mechau – Zitat: „Der deutsche Staat, zumindest unter seiner derzeitigen “Führung?„ ist der Witz an sich!“ – Das Motto dieser „Führung“ lautet: „Unwissenheit ist Stärke!“
Wobei ich staune wo das kleine Slowenien die vielen Panzer hernehmen will. Kann man in dieses Ringelpietz nicht auch noch Lego involvieren? Das wäre dann ein perfekter Ringtausch. Noch perfekter liefe das ab wenn man dafür das Darknet benutzte. Und zum Schluss dann schließlich wird Putin Legoland ausradieren.
Nun ja, im Prinzip haben Sie recht. Ein Körnchen Rationalität ließe sich aber doch erkennen. Mit dem sogenannten „Ringtausch“ bekommen die ukrainischen Truppen schwere Waffen, die sie kennen und die sie nahezu verzuglos optimal nutzen können. Dies ginge mit den teilweise völlig anders funktionierenden Natowaffen schwerer Art nicht, und der inzwischen auch von uniformierten Experten gepriesene Crashkurs dürfte auch nur gewisse grundlegende Kenntnisse vermitteln, nicht aber eine optimale Nutzung der Waffen unter Stressbedingungen.
Es war ein schwerer Fehler der Bundesregierung (des Kanzlers), nicht rechtzeitig für eine Ausbildung ukrainischer Soldaten gesorgt zu haben (oder hat man dies heimlich getan?) – wie z. B. die Briten in infanteristischer Kampftaktik zur Panzer- und Flugabwehr (so „British Forces“).
Es hätte (und wird wohl auch) jedem Experten klar sein müssen, dass die eigentlichen schweren Kämpfe erst nach der Schlammperiode und dann in der Ostukraine stattfinden, weil man dort sehr häufig günstiges Panzergelände vorfindet, wie man auch mit einem Blick auf die Jahre 1943-1944 wissen könnte.
Zudem scheint mir das Argument, die Nato würde durch derartige Waffenlieferungen in den Krieg hineingezogen, nicht stichhaltig: 1. hat Putin den Westen bereits als Kriegspartei bezeichnet. 2. Wäre auch die Lieferung von Drohnen, deren Wirksamkeit sich ja bereits erwiesen hat und anderen äußerst wirkungsvollen Waffen längst ein Grund für Putin, die Nato als Kriegspartei zu betrachten und 3. liefern die Natostaaten Slowenien und Polen bereits schwere Waffen in die Ukarine, eben jene Sowjetkampf- und Schützenpanzer (oder haben – nach der NZZ, Focus FAZ – zumindest lautstark ihre Absicht erklärt).