Der Staats- und Parteiführung selbst ist seit Langem nur allzu bewusst, dass eine Volkwirtschaft von dem Ausmaß und der Dynamik Chinas auf die Dauer ohne ein sinnvolles System von checks und balances nicht steuerbar ist. Ihre panische Angst vor dem Machtverlust steht ernsthaften Konsequenzen aus dieser Einsicht jedoch immer wieder im Wege. Viele Jahre lang konnte die Parteiführung die Brisanz dieses inneren Widerspruchs jedoch durch sagenhafte Wachstumsraten und den Verweis auf wirtschaftliche Erfolge übertünchen. Wiederum die Krise sorgt nun dafür, dass die Grenzen dieser Politik drohend sichtbar werden. Im Schatten des Aufstiegs haben sich zudem in der chinesischen Gesellschaft Freiräume herausgebildet, in denen eine potenzielle autonome Zivilgesellschaft ihre Möglichkeiten und Fähigkeiten austestet. Alles deutet darauf hin, dass sich diese neuen Spielräume der Freiheit früher oder später auch wieder in politischen Forderungen nach Demokratisierung ausdrücken werden. http://www.welt.de/politik/article3857875/Im-Reich-der-Mitte-keimt-die-Idee-der-Demokratie.html