Bemerkenswertes vermeldet ( HYPERLINK “http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,591099,00.html” http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,591099,00.html) Reinhard Mohr begeistert auf Spiegel Online: Die Rückkehr der Politik. Er stimmt ein in den Chor von Steinbrück bis Merkel, die mit ernster Miene, aber vor allem hämisch den charakterlich verdorbenen Managern die Moralleviten lesen.
Den Politikern merkt man an, wie sehr sie die eigene Marginalisierung in den vergangenen Jahren als Demütigung empfinden. Mit jedem Statement verströmen sie Hass auf die gefallenen Herren der Welt. Geprügelte Hunde prügeln zurück. Das hat etwas von nerdhaften Mitschülern, die nicht mit auf eine Party durften, aber am nächsten Morgen hören, dass diese gar nicht so doll war…
Mohr stellt fest, dass die (real existente) Rezession die Deutschen wenig zu treffen scheint. Das stimmt. Vielen Deutschen kommt diese Krise gelegen, weil all die unangenehmen Themen der vergangenen Jahre – Reformbedürftigkeit der deutschen Wirtschaft, Liberalisierung des Arbeitsmarktes etc. – diesmal keine Rolle spielen. Stattdessen wird die teutonische Grundsehnsucht nach starken Politikern als Papafiguren bedient. Und Steinbrück und Co dürfen sich als die Helden fühlen, die die (Lieblingswort der Krisenprofiteure) „Exzesse“ der Globalwirtschaft wieder grade rücken. Da nimmt man gern ein wenig Rezession hin.
Das Doofe daran: Die Themen der letzten, rein deutschen Problemzeit 2003/2004 werden wiederkommen. Insofern, liebe Deutschen: Genießt diese Krise, so lange Ihr noch könnt.