Vor ein paar Tagen kam das neue Heft der Stiftung Warentest, interessant, weil ich die Anschaffung eines Mähroboters ins Auge fasse. Dann, Seite 9, eine Meldung (in grüner Schrift) springt ins Auge: „1,5 Millionen Tonnen CO2 spart Ökolandbau in Deutschland pro Jahr, durch Verzicht auf konventionelle Anbaumethoden ein. Quelle: Bundesministerium für Umwelt“. Nanu, denke ich, dieses Ministerium und seine nachgeschaltete Behörde, das Bundesumweltamt, sind ja schon – siehe gescheiterte Klimawende – des Öfteren durch Pech beim Rechnen aufgefallen, also recherchiere ich nach.
Auf der Webseite des Ministeriums ergeben die Suchworte „Öko-Landbau“ und „Klima“ keinen Treffer. Ich finde dann eine Broschüre zur Klimapolitik, die enthält diese Aussage aber auch nicht. Immerhin kann man dieser Broschüre auf Seite 43 entnehmen, dass „die Landwirtschaft 2017 mit 73,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten einen Anteil von 8,1 Prozent an den deutschen Gesamtemissionen (hatte).“ Dabei ist nicht klar, ob es sich um die Netto- oder Bruttoemissionen handelt, denn Land- und Forstwirtschaft sind die einzigen Wirtschaftssektoren, die durch die Pflanzenproduktion mittels Photosynthese der Atmosphäre auch CO2 entziehen. Auf Seite 46 ist dann aber zu lesen, dass die Senken in den Bereichen Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft „bisher nicht in die Bewertung zur Erreichung der nationalen und europäischen Klimaschutzziele einbezogen (wurden).“
Begründet wird dies folgendermaßen:
„Dies liegt sowohl an methodischen Schwierigkeiten bei der Erfassung der Speicherwirkung als auch an der Möglichkeit unvorhersehbarer äußerer Einwirkungen auf die Speicherleistung von Böden und Vegetation, zu denen unter anderem Waldbrände und Insektenbefall zählen.“
Es wird im konventionellen Landbau mehr CO2 gebunden
Diese Begründung ist insofern etwas merkwürdig, weil in den beiden dazugehörenden Grafiken Zahlen genannt werden. Daraus ergibt sich, dass Wälder und Holzprodukte im Jahre 2017 etwa 15,2 Millionen Tonnen CO2 mehr gebunden haben, als die Bereiche Siedlungen, Feuchtgebiete, Grünland und Ackerland emittiert hatten. Immerhin wird angekündigt, dass die EU 2017 beschlossen hat, „dass die Emissionen künftig in der Zielsetzung berücksichtigt werden müssen und die Länder verpflichtet sind, den Erhalt des Sektors als Senke zu gewährleisten.“ Hoppla, ist den Autoren da das Wort „Emissionen“ nicht einmal zu viel in den Text geflossen, weil es so schön böse ist, und es müsste „Senken“ heißen? Eine Anfrage an das Ministerium ist gestellt, ich werde mich bei Erhalt der Antwort wieder melden.
Da die Öffentlichkeitsarbeit des Schulze-Ministeriums also wenig ergiebig war, gehe ich selbst auf die Suche und finde eine andere Aussage bei dem auch für andere grüne Agrarmythen sehr informativen Blog Agrarfakten. Die Autoren kommen bei dem Thema Öko-Landbau und Klima zu dem Schluss, dass „der effiziente und umweltverträgliche Landbau aus klimapolitischer Sicht dem Öko-Landbau eindeutig überlegen ist. Standörtlich vergleichbare Ökobetriebe emittieren die Hälfte des konventionellen Landbaus. Die klimapolitisch ausschlaggebenden THG-Salden liegen aber im konventionellen Landbau um mehr als 3 t CO2-Äq./ha höher als im Öko-Landbau.“
„Salden“ bedeutet: Es wird im konventionellen Landbau mehr CO2 gebunden. Selbst die sonst eher grün-betuliche ZEIT berichtete im Oktober letzten Jahres etwas differenzierter „Nur noch bio anzubauen, könnte dem Klima schaden.“ Ein entscheidender Faktor ist, dass ein geringerer CO2-Ausstoß im Öko-Landbau pro Fläche wohl möglich ist, angesichts der um bis zu 40 Prozent geringeren Erträge dies aber mehr als aufgefressen wird.
Beitragsbild: Mmz khan CC BY-SA 3.0 via Wikimedia
Diese dumme Lügerei betrifft nicht nur die Landwirtschaft. Ich erinnere mich an das Ehepaar Schröder/Köpf, das einst auf einer mallorquinischen Finca angeblich umweltfreundlich mit Haustieren, hauseigenen Oliven und rustikalen Möbeln urlaubte. Sooo naturnah, wurde in Geo Saison gelobt, dabei wird vom Wasser bis zum Strom alles auf den abseits gelegenen Hügel gekarrt. Dass es allemal umweltfreundlicher ist, in einem rammelvollen Touristenbunker in Palma im 5 Stock zu sitzen und auf die Straße zu gucken, glaubt einem ja keiner. Vom Biobauern bis zum Urlaub auf der Finca: es ist eine wohlhabende Grünen-Wähler-Schicht, die sich einfach nur besser fühlen will. Mit wissenschaftlichen Erkenntnissen hat das überhaupt nichts zu tun
Für mich macht es mehr Sinn, auf kleinen Flächen konventionell maximale Erträge zu erzielen und Freiflächen für Renaturierung oder Verwilderung zu nutzen. Man stelle sich jedes fünfte Feld als wilde Wiese oder kleinen Wald vor. Und wenn wir dann noch auf den Anbau sog. Energiepflanzen verzichten würden, wie wild und vielfältig unser Land dann würde!
Das grundsätzliche Problem auch bei dieser Betrachtung ist, das ein Stoff (hier ZehOhZwei) nicht die Welt erklären kann. Man kann Umweltpolitik und erst recht eine Gesellschaftspolitik nicht auf der Basis von einem Grenzwert für einen Stoff machen. Vor dem Hintergrund ist die Aussage welche Form der LaWi mehr oder weniger dieses einen Stoffes akkumuliert zwar interessant aber eher sinnfrei und wenig zielführend. Die Aussage der Zeit "nur noch Bioanbau könnte dem Klima schaden" ist dann eher gehobener Unsinn.
Beim Getreide ist die Produktivität in der ökologischen Landwirtschaft ungefähr halb so hoch, bei ähnlichem Aufwand. Lediglich der BIO-Hafer ist ertragreicher (75%). Die Milchleistung einer Biokuh konnte ich online nicht finden. Sie frisst aber wohl genauso viel und atmet ordentlich CO2 und Methan aus.
Wer auf die These eines Irren korrespondiert ist selber irre. Bio ist ein Wahn, es ist ein Attribut des Besserseins, es ist der Versuch der Unbesonderen besonders zu sein, es ist bei allem im Grunde lächerlich wie der Versuch durch Ballettkünste im Bett den Sex zu mehr zu machen als dem Gebrauch feuchter Körperöffnungen für den Zweck der Fortpflanzung, denn intim ist es ja schon nicht mehr, wenn es um die Kür geht. Die Verklärung und Alterierung des Zwecks ist in sich krank, so erklären sich Gotteskriege und das Vernichten der Kultur für einen hysterischen Zweck aus dem Bannkreis den Narzißmus. Warum diskutiert keiner den statistisch - klinischen Wert der Bio - Bewegung, anhand einer Analyse der Forderungen und deren pathologischen Innenwert auf ein Real hin bezogen ? Lotterhosen, Rastafari und der Gestank nach Sex und Kot sind nicht alternativ, sondern primitiv. Das ist eine pathologische Lebensform aus Übersättigung und Eitelkeit- keine Einsicht. Damit ist Bio schon so wenig dual - funktionseinsichtig, daß sein Wert an der ersten Frage scheitert. Was soll also die Analyse des Irren, wenn seine Krankheit nicht erwarten läßt, daß ein real - korrespondierende Wert entgeht ? ABER: Wenn ich dem Irren nicht zubillige, in seinem Irrsinn auch Recht haben zu können, bin ich dann weniger neurotisch oder mehr pathologisch, wie dieser in seiner Innenwelt, wenn ich nur die meine ebenso hoch halte, Da bleibt es bei der Frage des Charakters, der sich vornimmt ein Gespräch mit dem Irrsinn zu führen, es ist immer das Wagnis, das keiner weiß, wie er aus dieser Dualität hervorgeht - that is what one can call "life".
Gerade zeigt uns die Natur, salopp gesagt, wo der Hammer hängt. Da will uns eine gelernte Germanistin erzählen, sie könne das Klima beeinflussen. Wie schräg ist das denn? Die nun folgende Wirtschaftskrise wird wohl solche Wünsche wieder zurechtrücken. Weshalb kommen keine unabhängigen Wissenschaftler zu Wort ? Warum werden Windkrafträder in Gegenden aufgestellt, wo sie mangels Windverhältnissen ihre Leistung nicht erbringen können?
Die Siftung Warentest ist auch mit ihren Beurteilungskriterien bei der Warenprüfung immer grüner geworden, siehe z.B. Kunststoffverpackungen und Prüfkriteium Nachhaltigkeit, was immer auch daruntter verstandden wird..