Die CDU steckte in einem herrlichen Dilemma: Die Junge Gruppe innerhalb der CDU-Fraktion weigerte sich tagelang, bei der heute im Parlament anberaumten Abstimmung gemeinsam mit den Alten das Rentenpaket brav abzunicken. Damit stand die Fraktion blamiert da wie ein Internat, in dem die Zehntklässler feststellen und laut herausposaunen, dass die Lehrer keinen Plan haben. Am heutigen Freitag wurde das Ding dann durchs Parlament geprügelt, aber niemand wusste im Vorfeld, ob die Union dafür ihre junge Herde würde zusammenpferchen können. Es sollte um eine knappe Mehrheit von 12 Stimmen gehen, die die Junge Gruppe durchaus zu Fall hätte bringen können, wenn nicht die Linke ihre Bereitschaft bekundet hätte, in jedem Fall mit Enthaltung zu stimmen. Also durfte die CDU – erneut wie im Mai zur Kanzlerwahl – auf die Linkspartei als Steigbügelhalter hoffen, wo doch die eigenen Kantonisten so unzuverlässig schienen. Ausgerechnet die Linke, die offiziell für die CDU so unvereinbar sein soll wie Currywurst und Laktoseintoleranz: Inoffiziell und verstohlen scheinen Angebot und Nachfrage zwischen beiden Parteien zu funktionieren. Am Ende hat es trotzdem zur Kanzlermehrheit gereicht und ein erneuter Gesichtsverlust durch Beihilfe von falscher Seite blieb für Merz aus.
Natürlich hatte die Union vorher ein „Stimmungsbild“ eingeholt. Das Ergebnis: Die Stimmung war mies, und das Bild verschwommen. Man habe die Nein-Stimmen „nicht so genau gezählt“. 10 Abweichler, vielleicht 20. So „professionell“, wie in der CDU-Fraktion gezählt wird, hat man wohl auch das Rentenpaket verhandelt – frei nach dem Motto „Irgendwie wird es schon ausgehen, und und wenn es irgendwann bei den Renten kracht, müssen wir nicht dafür geradestehen“. Die Internatsschüler von der Jungen Gruppe sehen sich aber – wie viele junge Menschen in diesem Land – noch mit einer „Zukunft“ konfrontiert, die sie direkt betreffen wird. Der Wahlversprechen-Kanzler und seine Entourage waren dennoch mit sich im Reinen – Augen zu und durch: Silencium, discipuli!
Also verkündete der parlamentarische CDU-Geschäftsführer Steffen Bilger seelenruhig, alles werde gut. Wer solche Zuversicht besitzt, sollte Klimazertifikate in Bangladesch verkaufen. Aber Bilger ließ verlauten, die Junge Gruppe solle sich bitte bis Freitag melden, falls sie vorhabe, gegen das Paket zu stimmen. Guter Einwand – wie beim Arzt: „Wenn Sie innere Blutungen haben, rufen Sie bitte bis 12 Uhr an.“
Nach wie vor die Geisel der Linken
Die Nachwuchsrebellen standen vor der Frage: Aufgeben? Wenn schon Opposition in der eigenen Fraktion, dann bitte richtig. Warum nicht gleich die sogenannte Haltelinie beim Rentenniveau auf 47 oder 46 Prozent drücken? Weniger ist doch immer Option, genau wie Steuererhöhungen oder zusätzliche Belastungen durch die gescheiterte Energiewende. Wahlversprechen sind ohnehin nur pseudodemokratische Serviervorschläge – das politische Gericht sieht am Ende ohnehin wie Fraß aus, den man den Leuten achtlos hinwirft. Aber auf keinen Fall die Pensionskassen und Beamten da mithineinziehen! Am besten alle Nachteile immer so verteilen, dass es Leute trifft, die sich nicht beschweren können. Der Bürger zahlt, der Bürger verzichtet, der Bürger hält die Klappe und der Bürger wählt CDU – wenn dieser Plan mal nicht schiefgeht.
Arme Junge Gruppe, da habt ihr euch was eingebrockt: Einfach realpolitsch und verantwortlich handeln zu wollen! Seid ihr etwa seriös? Seid ihr in der richtigen Partei oder träumt ihr? Vielleicht solltet ihr eure Zustimmung vom vollständigen Verbot sämtlicher SPD-Pressekonferenzen abhängig machen und wenn das Schauspiel schon so absurd ist, dann könntet ihr als „Junge Rebellen aus Absurdistan“ wenigstens die Regie dieser Farce genießen. Eins ist offensichtlich: Die CDU ist nach wie vor die Geisel der Linken und leidet offensichtlich am Stockholmsyndrom.
Die Parteispitzen von SPD und CDU haben zu sachlichen Argumenten ein Verhältnis wie ein Vampir zum Tageslicht. Die Junge Gruppe wollte doch nur den Koalitionsvertrag einhalten – und für die SPD war das bereits unverschämte Rebellion. Als wäre Vertragstreue ein verdächtiges Randgruppenverhalten. Dabei geht es um über 100 Milliarden Euro – aber glauben sollen wir den Versprechungen des Kanzlers – eines Mannes, der seine politischen Zusagen im Pfandleihhaus hinterlegt.
Zum Niederknien vor der Porzellanschüssel
Die AfD und die Grünen stimmten gegen das Rentenpaket. Es sei „Verrat an der jungen Generation“, warfen die Grünen in scharfem Ton der Linkspartei vor. Denn die Stimmenthaltung sei so gut wie eine Zustimmung zu einem Rentensystem, das seine Zukunftsicherheit aufs Spiel setze. Auch die Verfassungsrichter hatten im Vorfeld mit hochgezogener Augenbraue gewarnt. Bedenken gibt es bezüglich der Doppelbesteuerung von Renten, der Frage nach Gleichbehandlung und bezüglich des Sicherungsniveaus: Die Verfassung verlangt schließlich eine Sicherung der Existenzgrundlage – und trotzdem tut die Koalition so, als sei alles bestens. Ja, das Haus brennt, aber der Rauchmelder ist gerade in der Mittagspause.
Das Prinzip Schwarz-Rot stellt die mittlerweile uralte Frage: Sind „wir“ mit dieser Konstellation überhaupt zur Erneuerung fähig? Antwort: Wieder nein. Die Kanzlerwahl im Mai dieses Jahres hat schon exemplarisch gezeigt, dass das Prinzip Schwarz-Rot bereits am Formalen scheitert und hektische Improvisation erfordert. Jeder politische Kompromiss verkommt zur symbolischen Geste einer konstruierten, fahlen Einigkeit, die keinen sachorientierten Prozess (zum Besten des Landes) in Gang bringt – vor allem im Angesicht der Dringlichkeit der Aufgaben, die solche lächerlichen Gesten gar nicht erlauben. Rot-Schwarz ist keine Zukunftskombi, sondern eine zähe Masse, die unter der Last der Aufgaben langsam aber sicher aushärtet und Deutschland noch starrer und statischer macht. Diese Koalition ist definitiv der handwerkliche Tiefpunkt seit der Erfindung der Büroklammer.
Und dann kommt der schönste Treppenwitz der deutschen Politik: Die Linke wird zum Garanten der Regierungsfähigkeit. Die brandmauergeschwächte CDU, die sich moralisch immer vom Sozialismus distanziert wie der Kater vom Badewasser, gerät zunehmend in Situationen, in denen sie plötzlich auf parlamentarische Unterstützung der Linken hoffen muss. Welches Gesetzgeschwurbel am Ende noch durchzudrücken ist, entscheidet im Zweifel dann eine Oppositionspartei, in der Extremisten ihr Unwesen treiben. Der ganze Vorgang ist Realsatire zum Niederknien vor der Porzellanschüssel.
Nichts bleibt an Erkenntnisgewinn
Friedrich Merz und Bärbel Bas fuchteln derweil mit dem Etikett „Regierungsfähigkeit“ wie zwei Marktschreier, die faules Obst verkaufen. Die Junge Gruppe hat es präzise auf den Punkt gebracht: Eine Regierung, die in der aktuellen Lage Deutschlands keine einzige echte Reform hinkriegt, ist nicht regierungsfähig. Punkt. Also gab es ein Einschüchterungsballett: Erst Lob („Ihr seid mutig“), dann Drohung („Stimmt zu – oder der Listenplatz ist futsch“), und schließlich das ganz große Kino: Wer „Nein“ sagt, würde im Angesicht der russischen Bedrohung Deutschland sicherheitspolitisch schwächen. Klingt wie Dolchstoßlegende, ist aber sicher nicht ganz so gemeint.
Bei all diesem Gerangel im Verbund mit der Unfähigkeit der Koalition zur Reformpolitik, kann man feststellen: Die kleine schwarz-rote Kopie der „GroKo“ ist schon nach den ersten Monaten ihres Bestehens beschädigter als es die „Ampel“ je war. Die Junge Gruppe hatte dieser Regierung für ein paar Tage ein Wahrheitsserum verpasst. Aber nichts bleibt an Erkenntnisgewinn. Der Bruch der Koalition erscheint für Deutschlands unfreiwillige Zuschauer längst als keine Bedrohung mehr: Schlimmer als die fatale Fortführung von Irrtümern und Inkompetenzen kann das nicht sein, weiß doch jeder. Wenn das Rentensystem in Zukunft kollabiert, ist das ein weit schlimmeres Szenario als die dieser Tage wieder zur Schau gestellte lächerliche Stümperei von Partei-Posern.

„Man müsste eigentlich klar alles streichen, was der Staat gegen den Auftrag der Bürger finanziert“, das ist echt lustig. Die Leute sind vom süßen Opium des Sozialstaates abhängig und haben deswegen kaum oder keine Kinder bekommen. Da hilft das Streichen einiger grüner Phantasien oder der Migrantenalimente auch nicht mehr.
In vielen Millionen von Anstellungsverhältnissen in Deutschland wurden Zwangsbeiträge zu einer Rentenversicherung einbehalten. Daraus leiten die Leute natürlich einen gewissen Anspruch für sich ab, der eben bedient werden muß. Wenn das Geld für notwendig gewordene Zuschüsse aus dem Staatshaushalt dafür angeblich nicht reicht, wäre eben mal weniger in das korrupte osteuropäische Dreckloch zu überweisen, wären auch Mittel nicht für eingewanderte Schmarotzer auszugeben, die in diesem Land weder etwas geleistet haben noch jemals etwas leisten wollen. Es wären finanzielle Mittel zu streichen, die als sogenannte „Entwicklungshilfe“ in aller Welt verplempert werden zu Themenstellungen, die jeglichen menschlichen Verstand verhöhnen. Pensionen von Beamten sind noch ein eigenes Thema, die Forderung nach deren Einbeziehung in die GKV sollte freilich berücksichtigen, daß auch aus deren Einzahlungen Renten-Ansprüche erwachsen, die seriöserweise erfüllt werden müßten.
Ich schließe mich der Kritik von Hans-Joachim Gille an. Die Renten kürzen zu wollen, während allenthalben weiterhin Geld zum Fenster hinausgeworfen wird (und dazu keinen Mucks von den angeblichen ‚Rebellen’….) ist, nicht zuletzt mit Blick auf das Rentennivau im europäischen Ausland, schlicht erbärmlich. Wir haben kein Geld für die Renten mehr, aber die Abgeordneten gönnen sich jetzt wieder Business Class und die Regierung hat gerade eine Milliarde (!) in den neuen dubiosen Tropenfonds versenkt. (Man könnte noch weitere Beispiele nennen – wie wäre es zum Beispiel damit, endlich mal zu überprüfen, wieviele der angeblich „minderjährigen“ Migranten und Flüchtlinge tatsächlich minderjährig sind? Die Versorgung der „Minderjährigen“ kostet nämlich das Dreifache pro Monat. Und wieso sind weiterhin Ukraine-Flüchtlinge hier, die aus Gebieten stammen, die nie vom Krieg betroffen waren?) Das ist doch der eigentliche Skandal. Und aus Sicht der CDU wäre das Verhindern des Rentenpakets ohnehin eine Kamikaze-Nummer geworden.
Ach komm, Spahn hatte doch öffentlich gesagt (Miosga?), dass er etwas Druck machen werde…
Als damals, z. Zt. der Ampel die FDP gezwungen war, das „Heizungsgesetz “ mit abzunicken, dachte ich mir: nee, das macht der Lindner nicht mit. Ampel aus. Ich hatte schon „Heroes“ von Bowie auf dem Plattenteller zu liegen, um das ganze Viertel zu beschallen vor Freude und Dank, dass nun eine vernunftbegabte 20 % Partei wie Phönix aus der Asche stieg.
Als nun die jungen Wilden auf ihr Veto, begründet in staatspolitischer Verantwortung, hier nämlich fiskalischer Tragkraft( komplex, schwer zu verstehen) zusammengefaltet wurden, auch in staatspolitischer Verantwortung, hier nämlich: Die oder Wir. Wo stehste, na? ( einfach, sehr leicht zu verstehen) da dachte ich: Pressekonferenz, Geschlossen tun die zurücktreten. Weil man nicht Politiker geworden ist, um sein Tun und Wirken dem primitivsten aller Argumente , der reinen Macht zu unterwerfen. Fazit: Krise, 20 Abgeordnete verlassen den Verein. Merz faselt irgendwas. Söder fragt spitz nach. Linnemann und Amthor stellen zu Recht Fragen im Fernsehen. Zur argumentativen Kohärenz ihres Chefs, die in ihrer Stringenz und diplomatischen Feinfühligkeit bisweilen wirkt wie Frau Baerbock mit Helmut Schmidt Gesichtsmaske. Verweigern öffentlich die Führungsanerkennung, wenn in einer Regierungspartei mal eben 20 Männeken den Dienst quittieren Das Kartenhaus CDU fällt auseinander. Neuwahlen! Ich glaub, ich wäre ejakulierend über die Straße getorkelt. Aber wie es damals still blieb, so bliebs auch heute keusch. Nein, ich muss doch zugeben : Von der CDU wird man wirklich zuverlässig enttäuscht.
Jedoch diese bitterbösen KLEIKO-ReGIERungsfriederiche die sind gar arge Lügeriche. Da hilft so ein Wahrheitsserum nur sehr begrenzt. Bas hat gestern ganz in ihrem ruhrpotkommunistischen Keawallduktus bei Illner schon explizit verlautbart, dass sie bei der für den kommenden Sommer versprochenen „GROßEN RENTREFORM“ ihren Haltelinienkurs ebenfalls geanz genauso 100%ig linientreu weiter einhalten werde. Trotzdem schüren die erlauchten Unionsfüsten ebenso unbeirrt ihre spitzmäulig- illussionistischen Großerwartungen auf eine volle Satisfaktion der schwelenden Jungen Gruppe-Rebbellion. Schon froh darum, dem Großen Kladderadatsch ihrer Gro0kotz-KleiKo noch ein halbes Jährchen entkommen zu sein. Seine letzte Patrone hat sich die selbsternannte Letzte Patrone Merz also für die kommende Rentenwahrheitsschlacht geladen und schussbereit im Halfter behalten, für die noch massiveren kommenden letzt-parteifromm machenden Zwangsbeatmungen seine, wie er meint, abtrünnigen MdB-Stimmviehs, zur eisernen Reserve : Ein Konstruktives Misstrauensvotum, als wahrlich sein letzte Patrone, um seiner zu demestzizierenden FAMILIA obscura eben ein ultmatives Schwitzkasten-Angebot zu machen, dass sie dann nicht ausschlagen können. Nach Al Capone Art eben. Kurzum, der Capo Fritze Merz weiß heute schon, dase er für seine Rentenlügen im Sommer dann eben beim nächsten va banque die ganz Großen Geschütze mit beballter Schlagkraft wird auffahren müssen,um seine Regungslügengebäude, seine Kleiko-Regierung-BEUTE erneut aus der Schusslinie zu bringen. Wieder für ein paar weitere Tage. Oder Stunden dann.
Und in Umfragen werden die Stimmen für die AfD mehr und mehr (heute bei Ipsos 3 %-Punkte vor CDU/CSU), für die CDU – und hier vor allem für Friedrich den Sauerländer – weniger und weniger. Aber die Linken hätten ehrlicherweise beim Hand-unten-halten das Preisschild für ihre Enthaltsamkeit hochhalten sollen, damit wir alle sehen können, was diese Aktion bzw, Nicht-Aktion den Merzens Fritze gekostet hat: Ein paar Milliarden für sozialistische Projekte und NGOs sowie das Versprechen, von jetzt an treu Seit an Seit mit den Linken zu marschieren. Ob die noch verbliebenen CDU-Wähler dem Fritze diese „Dramödie“ verzeihen können? Die ganz Abgehärteten vielleicht, aber die normalen Wähler? Ich wage es zu bezweifeln!