Viele Medien hatten sich einen „Showdown“ versprochen, doch auch dieser Koalitionsausschuss endete mit einer Vereinbarung, die die Bezeichnung „Kompromiss“ nicht verdient, denn es gilt weiterhin: Die SPD setzt sich durch und gönnt den Christdemokraten ein paar symbolische Zugeständnisse. So verkündeten es die Parteivorsitzenden von CDU, CSU und SPD – Friedrich Merz, Markus Söder und Lars Klingbeil – am Freitagmorgen auf ihrer Pressekonferenz nach nächtlicher Sitzung.
Der Bundeskanzler sprach in der Pressekonferenz erst lange über die Rettung der deutschen Automobilindustrie, um die sich seine Regierung jetzt kümmern werde. Und er betonte, was für einen weiten Weg die SPD zu den dazu getroffenen Vereinbarungen habe zurücklegen müssen. Dies zu betonen, war auch wichtig, denn sonst hätten dies viele Zuhörer vielleicht nicht als Zugeständnis erkannt. Was von den Beschlüssen der aktuellen Parteilinie der SPD wirklich ein klein wenig widerspricht: Der Bundeskanzler darf mit Genehmigung der Genossen einen Brief an die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schreiben, in dem er die EU-Kommission im Namen der deutschen Regierung bittet, das Verbrenner-Verbot zu lockern.
Ansonsten möchte die Bundesregierung der Automobilwirtschaft offenbar wieder mit Subventionen bei der Lösung jener Probleme helfen, die die Politik der letzten Bundesregierungen erst geschaffen haben. Es soll wieder eine E-Mobilitätsprämie für den Kauf eines Elektro- oder Hybridautos eingeführt werden. Dies hatte in der Pressekonferenz vor allem Markus Söder als Erfolg hervorgehoben.
Und für Friedrich Merz war noch ein Bekenntnis unabdingbar: „Der Klimaschutz soll und darf nicht relativiert werden“.
Wenn du nicht mehr weiter weißt
Zum wirklich strittigen Punkt, der Rentenversicherung, kam der Kanzler erst im zweiten Teil seiner Ausführungen. Und da war klar: Der Gesetzentwurf soll nicht geändert werden. Etwas anderes war auch kaum zu erwarten. Merz gibt der SPD wahrscheinlich schon aus Gewohnheit nach. Das Problem für ihn war ja nur die sogenannte Junge Gruppe aus der eigenen Fraktion, die drohte, dem Kanzler ihre zur Mehrheit nötigen Stimmen zu verweigern. Die Jungen saßen aber im Koalitionsausschuss nicht mit am Tisch. Es war also klar, dass nur etwas herauskommen konnte, was wenigstens hinreichend nach Kompromiss aussieht, um den Jungen ein halbwegs gesichtswahrendes Umfallen zu ermöglichen.
Getreu dem alten deutschen Motto „Wenn Du nicht mehr weiter weißt, dann gründe einen Arbeitskreis“ will die Koalition jetzt eine Renten-Reformkommission einsetzen, die noch im ersten Halbjahr 2026 Vorschläge für die dann ganz große Rentenreform erarbeiten soll. Dieses Gremium – auf diesen konkreten Beschluss konnten sich die Koalitionäre einigen – wird aus zwei Vorsitzenden, drei Vize-Vorsitzenden und acht weiteren Mitgliedern bestehen. CDU und CSU zusammen hätten dann in der Kommission eine Stimme mehr. In dem Gremium, so der Kanzler fröhlich, könnte dann ja auch jemand von den bisher rebellierenden Jungen vertreten sein. Bereits im zweiten Halbjahr 2026 soll dann eine entsprechende Rentenreform in den Gesetzgebungsprozess starten.
Rechnen die Koalitionäre ernsthaft damit oder setzen sie darauf, dass die Kommission dann doch mehr Zeit brauchen wird und deshalb leider noch nicht über weitere Rentenreformen abgestimmt werden kann? Sollte die Kommission tatsächlich im Zeitplan bleiben und einen konkreten Plan vorlegen, dann steht diese Koalition wieder vor dem jetzt möglicherweise noch vertagten Problem, sich politisch nicht einigen zu können. Söders flotter Spruch zu dem Thema – „Eine Rente mit Reform, das ist nicht einfach ein weiter so“ – mag den Jungen beim Umfallen helfen, aber mit der SPD geht nur ein „Weiter so“ in dieser Frage. Das haben die Genossen doch überdeutlich erklärt in den letzten Wochen. Eine Läuterung bis zum nächsten Jahr ist schließlich kaum zu erwarten.
Aber da sich die Regierung unseres krisengeplagten Landes ohnehin nur noch von Koalitionskrise zu Koalitionskrise hangelt, zerschellt ihr Bündnis vielleicht schon, bevor das Thema Rente zur Wiedervorlage kommt.
Nichts ist wirklich geklärt
Noch ist zudem nicht ausgemacht, ob das Rentengesetz in der vorliegenden Form durch den Bundestag kommt. Friedrich Merz gab sich zwar optimistisch, was das Überreden der Jungen zur Zustimmung angeht, allerdings war er auch optimistisch bei seiner eigenen Kanzlerwahl und brauchte dann als erster bundesdeutscher Regierungschef einen zweiten Wahlgang.
Zum Schluss soll hier natürlich nicht unterschlagen werden, dass die Koalitionäre auch noch eine Stärkung der privaten Rentenvorsorge planen. Die soll mit Mitteln gefördert werden, die aus den Erträgen bundeseigener Aktien stammen. Um wie viel Geld es genau dabei genau geht, muss Bundesfinanzminister Klingbeil erst noch errechnen lassen.
Merz, Söder und Klingbeil demonstrierten an diesem Freitagmorgen vor allem ihre gute Laune. „Es hat Freude gemacht“, sagte Friedrich Merz. Man hätte „dicke Brocken abgeräumt“ und „einen guten Sprung nach vorne“ gemacht, freute sich Markus Söder. Aber mit guter Stimmung nach Nachtsitzungen konnten seinerzeit auch die drei Ampelmännchen Scholz, Habeck und Lindner brillieren. Das stärkt die Glaubwürdigkeit beim Publikum bestimmt nicht mehr. Zumal, wenn es der Regierungschef angesichts der Deindustrialisierung u.a. wegen Energie-Höchstpreisen immer noch für geboten hält, Bekenntnisse zur irrationalen Klimarettungs-Ideologie abzugeben.

„Und für Friedrich Merz war noch ein Bekenntnis unabdingbar: “Der Klimaschutz soll und darf nicht relativiert werden„.“
Watt denn – is´ dat Klima jetzt der neue Holocaust?
Als jetzt über 80jähriger erinnere ich mich an den Juliusturm, den der damalige Finanzminister Schäffer aus den Beiträgen errichtet hatte. Adenauer löste diesen Turm auf und damit mutierte die seriöse Finanzierung in ein Schneeballsystem, dessen Ende absehbar ist. Herwig Birg, Bevölkerungswissenschaftler von hohem Rang, hat Helmut Kohl bereits Anfang der 90er Jahre daran erinnert, dass eine Reform unabdingbar ist. Als ehemaliger Unternehmer wunderte ich mich darüber, dass alle Mitarbeiter an den Arbeitnehmeranteil glaubten. Den gibt es nicht, auch dieser Teil ist vom Arbeitnehmer verdient und gehört ihm ausgezahlt. Ich hätte gerne diesen Teil an meine Mitarbeiter weiter gegeben. Jeder kann für sich ausrichten, welche Beitragssumme bis zum Arbeitsende entstehen würde. Dieser gehört dem Arbeitnehmer und müsste bei Arbeitsende komplett ausgezahlt werden. Nur diese Lösung kann gerecht und ehrlich sein. Ehrlich deshalb, weil die Beiträge seit Jahrzehnten von der Politik zweckentfremdet verwendet wurden und werden. Mit Blick zurück auf meine Lebenszeit sehe ich unsere Politiker als Betrüger an der arbeitenden Bevölkerung. Lebenslang eingezahlte Gelder werden einbehalten, wenn der überlebende Ehegatte eine zu hohe Rente bekommt. Man schätzt, circa 1 Billion sind zweckentfremdet ausgeben, deshalb muss der Staat die selbst verschuldete Lücke füllen.
Fritze M.. so darf ich Lesen, Fritze M. darf einen Brief schreiben.
Superb, dacht ich immer, das Fritze würde von der -ggw. – 14% Partei mit besonders merkwürdigen Damen ganz vorn, würde zum Stillschweigen verdonnert sein. Ist er nicht
Ich bin stolz, so einen Kanzelbunzel zu haben.
Ps: AfD ist für eher ökologisch aufgestellte Liberale nicht das ganz richtige Parkett. Aber als Vorgenannter hoffe ich, dass die neue AfD-Jugend morgen in Marburg unverletzt bleibt, die Eingeborenen auch. Und die vierstellige Anzahl von Polizisten, die sich ein ruhiges Wochenende verdient hätten, bitte auch
@Ilona Grimm : >>@A.Ostrovsky, das Problem bei Ihren an mich gerichteten Antworten ist fast immer, dass ich sie ohne Entschlüsselungshilfe nicht verstehe. Bin halt dumm.<< ## Dann gleicht es sich ja aus. Ich bin zu dumm, zu verstehen, was man daran nicht verstehen kann, wenn ich Ihnen Ihre Panikmache mit dem teuren Strom nachrechne. An einem Tag im Jahr sind „Hororpreise“ von 37Cent bzw. 33Cent pro kWh für 15 Minuten lang bezahlt worden. Und 10GW mal eine Viertelstunde sind 2,5GWh. Und außerdem bezahlen die meisten an ihren Netzbetreiber/Lieferanten ohnehin 37Cent pro kWh. Da war mal für eine Viertelstunde Einkaufspreis=Endpreis. Das ist Horror! Wenn die Versorger keine exorbitanten Gewinne machen, eine Viertelstunde lang an EINEM TAG im Jahr! Dabei ist das gar nicht das Hauptgejammer. Das lautet ja: „Die nicht abschaltbaren Solardingens machen den Strompreis negativ.“ Und dann flattern die auch noch!! Wenn sie in dem Versuch, Ihre nicht zusammen passenden Gedankenfetzen irgendwie in Zusammenhang zu bringen, keinen Sinn erkennen, kann das nicht nur an mir liegen. Dabei sind das gar nicht ihre Gedankenfetzen, sie wiederholen es ja nur, vermutlich auch ohne einen Sinn darin zu erkennen. Und was mich betrifft, ich zahle mehr für den Grundpreis und die Zählermiete, als für die Kilowattstunden. Bei mir lohnt es sich nicht mehr, Strom zu „sparen“. Außer wenn ich komplett den Stöpsel ziehe und meinen Netzanschluiss abmelde. Das Problem: Ich weiß gar nicht, ob ich das als Bewohne eines Mehrfamilienhauses kann, ohne dass dann alle anderen im Dunkeln sitzen und frieren. Deshalb versuche ich es gar nicht und muss dann halt für die gute Nachbarschaft auch den Grundpreis bezahlen. Jetzt fragen Sie mich bitte nicht, was ein Grundpreis ist.
Was für Lappen! Wir sind der größte Zahler und bitten um etwas per Brief? Geht es noch? Ursel reagiert sowieso nur auf SMS.
Deutschland wird bewusst zerstört. Ich verfolge die Politik nun schon seit vielen Jahren und man kann nur noch zu diesem Schluß gelangen. Merz wird das Land endgültig beerdigen! Wenn der Typ abtritt, kann man direkt den Insolvenzverwalter rufen.
Ich rate jedem sein Vermögen zu sichern. Es wird nämlich so richtig knallen!
Es fällt mir zwischenzeitlich sehr schwer, keinen Artikel mehr zu versäumen! Könnte es wenigstens im Menü eine Punkt geben, dass man die Artikel wie in alter Zeit nach den Veröffentlichungs-Daten angezeigt bekommt?