In Südafrika arbeiten einige hunderttausend Zuwanderer, die aus den noch ärmeren Nachbarländern kommen. Das scheint auf den ersten Blick paradox, denn mehr als acht Millionen Südafrikaner haben selbst keine Beschäftigung; die Quote der Arbeitslosigkeit liegt bei über 30 Prozent.
Nun behauptet eine anschwellende politische Bewegung, die Arbeitslosigkeit sei durch die Zuwanderer verursacht und man müsse sie deswegen des Landes verweisen. Die Situation ist allerdings nicht mit Deutschland zu vergleichen, denn die „schon länger hier lebenden“ Arbeitslosen erhalten so gut wie keine Unterstützung, und arbeitslose Zuwanderer bekommen gar nichts.
Zurück nach Malawi
Am Samstag, dem 27. Juni, werde ich meine langjährige, treue Haushaltshilfe – nennen wir sie Lilly – vermutlich zum letzten Mal sehen. Sie muss Südafrika verlassen, weil sie Ausländerin ist. Sie kommt aus Malawi. Falls Sie von dem Land noch nicht gehört haben: es liegt westlich von Mozambique, von dem es durch den 500 km langen Lake Malawi getrennt ist, einen der tiefsten und wasserreichsten Seen auf dem Globus – sozusagen ein afrikanischer Baikal.
Unter den fünfzig afrikanischen Nationen liegt Malawi bezüglich landschaftlicher Schönheit auf einem der ersten Plätze, in Sachen Wohlstand leider auf einem der letzten. Das hat dazu geführt, dass viele Malawier ihr Glück im Ausland suchten und fanden. In Südafrika leben heue schätzungsweise 100.000, meist „informelle“ Einwanderer aus diesem schönen und armen Land. Die meisten kamen nach Ende der Apartheid ab 1990. Im wohlhabendsten Teil Südafrikas, im Western Cape, haben viele von ihnen Arbeit in den verschiedensten Dienstleistungsbranchen gefunden: als Krankenschwestern, als Gärtner, in Restaurants, als Handwerker, in den Weinbergen oder eben als Haushaltshilfe.
Ist das nicht verwunderlich angesichts der Tatsache, dass Südafrika selbst unter extremer Arbeitslosigkeit leidet? Wieso braucht man da Arbeitskräfte aus dem Ausland? Was haben die Malawis, was ihre südafrikanischen Brüder und Schwestern nicht haben?
Länder und Stämme
Nun ist es eine sehr delikate Angelegenheit, Menschen gemäß ihrer ethnischen Zugehörigkeit oder Nationalität bestimmte Qualitäten zu- oder abzusprechen. Historische Fakten aber sind nicht zu leugnen. Malawi war von 1891 bis 1964 britische Kolonie. Und bei allen Vorwürfen, die man diesen Kolonisatoren machen kann, man muss ihnen zugutehalten, dass sie den Unterworfenen eine gründliche Schulausbildung angedeihen ließen. Etwas Äquivalentes hat die schwarze Bevölkerung Südafrikas im gleichen Zeitraum nicht erfahren. Die britische Erziehung über drei Generationen hinweg hat bei den Malawis bis heute ihre Spuren hinterlassen. Landessprache ist Englisch neben Chichewa, der Sprache des Stammes der Chewa, der größten Bevölkerungsgruppe.
Allerdings ist in ganz Afrika die nationale Zugehörigkeit weniger prägend als die Stammesherkunft. In Malawi zeichnen sich die Chewa durch hohe zwischenmenschliche Kompetenz und schnelle Auffassung aus. Damit fallen sie selbst in Südafrika auf, wo ohnehin schon sehr kultivierte Umgangsformen an der Tagesordnung sind.
March & March
Auch Südafrika hat seine ethnischen Lager. Die größten Gruppen sind die Khosa und die Zulu. Erstere haben eine eher sesshafte, landwirtschaftliche Historie, letztere eine kriegerische. Sie sind im Nordosten des Landes beheimatet, und dort, in Durban, ist der King Shaka International Airport stammesgemäß nach Shaka Zulu benannt, dem legendären und gefürchteten Feldherrn aus dem frühen 19. Jahrhundert.
Von den Zulus kommt jetzt auch der Angriff auf die informellen Migranten im Lande. Angeführt von der ehemaligen Radiomoderatorin und Aktivistin Jacinta Ngobese-Zuma aus Durban wird unter dem Motto „March & March“ zu Massenprotesten aufgerufen. Von ihr stammt auch der konkrete Aufruf zur Ausweisung der Migranten bis Ende Juni. Ist das von Bedeutung? Wenn Sie ihren Namen aufmerksam gelesen haben, dann ist ihnen vielleicht das „Zuma“ aufgefallen. Jacob Zuma war von 2009 bis 2018 Präsident von Südafrika und hat heute noch starken Einfluss im ANC, der Partei, welche die Mehrheit im Parlament hat (wenn auch seit 2024 nicht mehr die absolute).
Die Remigration, also die Ausweisung informeller Immigranten zum 30. Juni, ist also noch kein vom Parlament verabschiedetes Gesetz, aber die Androhung wird von vielen Betroffenen ernst genommen. Und so auch von meiner Lilly aus Malawi, die jetzt eine 3.000-Kilometer-Reise im Bus vor sich hat.
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Beitragsbild: Ansel makomo - Own work, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Schlimm genug, dass so etwas passiert- aber sind Sie wirklich so geizig und können Ihr keinen Flug schenken? Das ist ja dreist, sich über die Zustände in Südafrika auszulassen und wenn es die eigene Haushaltshilfe trifft, sie dann mit dem Bus fahren zu lassen (bei Ihrer Pension!!!)
In der Not heißt es zurück zum eigenen Stamm. Je größer die Not, desto geringer die Differenzierung.
Ich bin so zufrieden mit meiner illegalen Haushaltshilfe, die ja zur Freundin geworden ist. Was für eine peinliche Heuchelei, die mir in Deutschland unter schwarz arbeitende Haushaltshilfe schon oft begegnet ist. Auf die Frage, ob diese nicht auch günstiger ist, reagiert die grüne SUV-Mutti schon mit Empörung. Und wenn du dann vorschlägst, „leg ihr doch freiwillig vom Gesparten was drauf“, wird die SUV Mutti marktradikal bis zur Kettensäge. „Ich tu ja schon so viel für die Menschheit.“ Wie gesagt: Peinliches Gutmenschengeheuchel..
Es gibt kaum einen rassistischeren Kontinent als Afrika und nur eine handvoll rassistischere Terrorregime als das in Südafrikanische.
Wer glaubt das ein Afrikaner dem anderen gönnt, der verschließt die Augen vor der Realität, wie ü40 Feministen von Grooming gangs. Die sind sich alle untereinander spinnefeind und hassen alle gemeinsam den Afroamerikaner.
Also klassische low IQ Gesellschaft mit entsprechenden Verhaltensweisen. Mich wundert eigentlich nur, dass in Südafrika nicht schon hungersnot und Anarchie ausgebrochen ist.
Moin Herr Dr. Hofmann-Reinecke, wenn ich der Meinung wäre, nach Schwarz-Afrika ziehen zu wollen, fiele mir eher eine Farm in Namibia ein oder bei den Dauer-Touris an der Mombasa-Südküste abzuhängen & wäre wohl Dauergast im Ali Baba & the 40 Thieves. Was macht man als Rentner/Pensionär/Privatier in Südafrika, in der Freizeit nach Diamanten schürfen?
Afrikanische Nationalhelden wie Shaka Zulu eignen sich nicht als Disney-Helden.
Die Afrikaner können eigentlich dankbar sein, dass die weißen Kolonialherren die barbarischen, mörderischen Stammesherrschaften brachen und die Zivilisation nach Afrika brachten.
Kein Afrikaner der Ahnung hat würde im vorkolonialen Afrika leben wollen, abgesehen von Disney-Märchenprinzen wie Robert Mugabe, Idi Amin, Jean-Bédel Bokassa, Jacob Zuma…
Die heutigen Herrscher Afrikas zeugen noch von der „ursprünglichen, natürlichen, unverdorbenen“ Barbarei der Kulturen Afrikas.
Die verpönten rassistischen Karikaturen von früher beschönigen sogar ungewollt das vorkoloniale Paradies – bevor der weiße Mann kam und alles besser machte.
Ohne des weißen Kolonialismus würden sich die Afrikaner heute noch gegenseitig abschlachten und einander als Sklaven verkaufen.
Schicken wir ihnen die Rechnung für die segensreiche Kolonialherrschaft. Wir nehmen als Anzahlung keine Goldstückchen.
Südafrika scheint immer mehr zum zweiten Südrhodesien zu werden. Dabei war Präsident Ramaphosa nach dem Sturz des unsäglichen Zuma mal ein Hoffnungsträger.