Jesko Matthes / 22.04.2018 / 10:00 / 8 / Seite ausdrucken

Reisewarnungen vor Deutschland

Reisewarnungen können zuweilen ein Mittel politischen diplomatischen Drucks sein und potenziell den Tourismus der betroffenen Staaten schädigen. So ging es im vergangenen Jahr hin und her mit der Türkei.

Reisewarnungen bedeuten aber in der Regel ein ernst zu nehmendes Anliegen einer Regierung zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger ihres Staates, nämlich das Anliegen, dass diese auf einer geplanten Reise keinen Schaden an Leib, Leben, Gesundheit oder persönlicher Freiheit nehmen.

Diese Warnungen sind im Hinblick auf das eigene Land daher nicht nur von Interesse für jene, die uns als Touristen besuchen, sondern auch für diejenigen, die als Migranten nach Deutschland kommen und für die, die schon länger hier leben.

Hier eine Liste der aktuellen Warnungen vor Reisen nach Deutschland, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

NeuseelandSome risk – einiges Risiko.

Terrorist groups, including those based in Syria and Iraq, continue to make threats to conduct attacks in Germany. There is also a threat from domestic-based extremists, including plots that may involve foreign fighters returning to Germany and Europe from the conf[l]icts in Syria and Iraq. – „Terroristische Gruppen, einschließlich solcher aus Syrien und dem Irak, drohen fortgesetzt damit, Anschläge in Deutschland auszuführen. Es gibt zusätzlich eine Bedrohung durch inländische Extremisten, einschließlich Plänen, die ausländische Kämpfer einbeziehen können, die nach Deutschland und Europa aus den Konflikten in Syrien und dem Irak zurückkehren." Des Weiteren wird ausführlich vor Kriminalität, in erster Linie vor Diebstählen und sexuellen Übergriffen, gewarnt. 

Vereinigtes Königreich: Terrorists are very likely to try to carry out attacks in Germany. – „Es ist sehr wahrscheinlich, dass Terroristen Anschläge in Deutschland verüben."

Kanada: keine offizielle Reisewarnung. Doch unter dem „Reiter" safety and security heißt es: numerous incidents of muggings and sexual assaults have occurred during large gatherings in Cologne and other German cities [...]. In Germany, previous incidents have resulted in injury and death. They include random violent assaults in public areas and a truck driven into crowds at a Christmas market in Berlin. Further attacks in Europe are likely.– „Zahlreiche Ereignisse von Überfällen und sexuellen Angriffen haben sich ereignet während großer Versammlungen in Köln und anderen deutschen Städten [...]. In Deutschland haben vergangene Ereignisse zu Verletzungen und Todesfällen geführt, darunter willkürliche Angriffe in der Öffentlichkeit und ein LKW, der auf einem Weihnachtsmarkt in Berlin in eine Menschenmenge gesteuert wurde. Weitere Anschläge in Europa sind wahrscheinlich."

USA: Warnstufe 2 – Exercise increased caution in Germany due to terrorism. „Lassen Sie in Deutschland aufgrund von Terrorismus erhöhte Vorsicht walten."

Australien: ...be aware of the increased threat of terrorism. – „Seien Sie sich der erhöhten Bedrohung durch Terrorismus bewusst."

Schweiz: „Die deutschen Behörden weisen auf das Risiko von Terroranschlägen hin. Am 19. Dezember 2016 fuhr ein Attentäter mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge auf einem Weihnachtsmarkt in Berlin. Mehrere Personen sind getötet und zahlreiche Personen verletzt worden. In Ansbach zündete am 24. Juli 2016 ein Mann einen Sprengkörper; er kam dabei ums Leben und verletzte mehrere Personen. Am 18. Juli 2016 griff ein Attentäter in Würzburg Zugpassagiere mit einem Messer an; mehrere Personen wurden verletzt."

Indien: Indien warnt allgemein vor terroristischen Anschlägen in Europa und schließt diese explizit auch für Deutschland nicht aus. Von besonderer Bedeutung ist dabei für Indien der hier schon fast vergessene Anschlag auf einen Tempel der Sikhs in Essen .

Hong Kong: Warnstufe „gelb", unter ausdrücklichem Verweis auf Terror und Amok in Deutschland seit 2016: avoid travelling to places of large gatherings.– „Vermeiden Sie das Aufsuchen von Orten großer Menschenansammlungen."

Das also sind die Sorgen der ausländischen Regierungen. Allerdings sind sich inländische Medien, Politiker und Experten auch weiterhin über eines völlig einig:

Absolute    Sicherheit    kann   es   nicht    geben.

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Anna Kasperska / 22.04.2018

Der Satz der deutschen Politiker:  „ Absoltute Sicherheit kann es nicht geben“  - ist verräterisch und entlarvt nur, wie sie sich aus ihrer Vearntwortung stehlen, die Bürger zu schutzen. Sie schützten sich mit diesen Phrasen schon für die Zukunft ab, im Falle eines erneuten Anschlags. Auch Sätze wie fallen: „Leben Sie wie bisher, wir dürfen uns nicht Angst einjagen lassen und unser Leben von den Terroristen vorschreiben zu lassen“ fallen oft. Was für ein Hohn! Erstaunlich ist für mich aber, dass die Menschen genau diese Worte auch noch kritiklos nachplappern, wenn man sie z. B. auf einem Weihnachtsmarkt für das Fernsehen befragt. Anstatt eben solchen Veranstaltungen fern zu bleiben und damit ihre Verweigerung gegenüber den Aufrufen der Politik zu demonstrieren. Es lässt sich trotzdem nicht zu leugnen, dass viele Menschen, besonders Frauen aus Angst ihr Leben diametral verändert haben. Eine der wichtigsten Aufgaben des Staates ist allerdings, für die Sicherheit der Bürger zu sorgen. Dafür zahlen wir Steuern. Wir sollten diese Sicherheit von dem Staat entschieden fordern.

Karla Kuhn / 22.04.2018

Frau Wenz, dafür ist jetzt Frankfurt/Main “Hauptstadt der Straftaten” , eben gelesen bei t-online. Berlin an dritter Stelle !! ??  Da es sich bei den ganzen Straftaten ja nur um “Einzelfälle handelt, werden sie vielleicht gar nicht mehr registriert ?  Als ich das heute gelesen habe, daß die Kriminalität zurückgegangen sein soll, habe ich mich ernsthaft gefragt, ob irgend etwas in die Luft gepumpt wurde. Ich kann auch nicht darüber lachen, denn anscheinend wird die Bevölkerung für dumm gehalten ?? In Passau ein Bub von einer Bande tot geprügelt, in Fürstenfeldbruck großer Polizeieinsatz, etc.pp. Fast jeden Tag eine, bzw. mehrere Horrormeldung/en, Polizei warnt immer wieder vor Einbrüchen aber die Kriminalität ist zurückgegangen. Daß Deutschland in den o.g. Ländern so gesehen wird ist für mich plausibel.  Der Artikel von Herrn Meins über Australiens Asylpolitik, zeigt doch das krasse Gegenteil von Merkels Kuschelkurs. Dann die vielen Straftaten. Ich würde auch in kein Land reisen, vor dem gewarnt wird und ich würde mich vor allem erst im Internet darüber informieren.

B. Rilling / 22.04.2018

Also mal ehrlich, Anschläge gab es in anderen Ländern auch! Aber die Warnung vor Dieben und Vergewaltigungen in Deutschland. Das sollte doch mal endlich unsere Entscheidungsträger wachrütteln! Natürlich gab es solche Verbrechen schon immer. Leider herrscht auch in der zivilisiertesten Gesellschaft ein gewisser Prozentsatz an Verbrechen. Wir sind halt Menschen. Aber in der Form, wie es in den letzten Jahren daherkommt, hatten wir es früher nicht. Doch ich habe glücklicherweise erst gestern gelesen, dass alles wieder gut ist. Was ein Glück!  ;-)

Lars Bäcker / 22.04.2018

Wer als hier Lebender etwas über dieses Land erfahren möchte, muss ausländische Zeitungen konsumieren, oder, wie hier, offizielle Stellen anderer Länder kontaktieren. Natürlich hilft auch der tägliche Besuch von achgut.com.

Werner Arning / 22.04.2018

Inländische Medien, Politiker und Experten haben insofern Recht, als sich ein frühzeitiges und ungeplantes Ableben nicht mit Sicherheit ausschließen lässt. Allerdings kann man auf die Wahrscheinlichkeit seines Eintretens einwirken.  Man kann etwa Gefahren minimieren. Man kann aber auch Gefahren erhöhen, etwa indem man sich Nachbarn sucht, die nichts gegen mein vorzeitiges Ableben einzuwenden hätten, ja die es begrüßen würden. Manche Länder können aufgrund ihrer kolonialen Vergangenheit gar nicht anders, als eine gewisse Gefährdung ihrer Bevölkerung in Kauf zu nehmen. Und dann gibt es Länder, die keine koloniale Vergangenheit besitzen und die aus diesem Grund in der glücklichen Lage sind, genau prüfen zu können, wer in ihr Land kommt und das auch tun. Und dann gibt es ein Land, das hat so gut wie keine koloniale Vergangenheit, lässt aber (vorübergehend) jeden rein, auch ohne genaueres Ansehen und hat nun etwa mit verstärktem Antisemitismus zu kämpfen. Ein Problem, dass bisher in Westeuropa hauptsächlich Länder mit kolonialer Vergangenheit, wie etwa Frankreich, kannten. Man kann sich seine Probleme ja auch schaffen. Wäre ja noch schöner, keine (derartigen) zu haben. Viele Franzosen haben uns früher mal beneidet… Und jetzt verstehen sie die Welt nicht mehr.

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