Manfred Haferburg / 26.09.2016 / 06:15 / 8 / Seite ausdrucken

Hat sich Angela Merkel im Studio geirrt?

Wollen Sie mal ein richtiges Schmierentheater à la DDR-Fernsehen anschauen? Dann besuchen Sie doch mal den Podcast der Bundeskanzlerin Angela Merkel. Dort wird Ihnen in kindergartengerechter Diktion von allerhöchster Stelle erläutert, wie wunderbar es doch unter der weisen Führung der Großen Koalition um Deutschland bestellt ist. Die Fragen werden von einfachen Mitgliedern des Volkes direkt an die Kanzlerin gerichtet, die sich dann nicht zu schade ist, den Bundesbürgern die jeweilig politisch korrekte Auskunft zu geben.

Diese Woche geht es ums Reisen. Also liebe Bürger, reist doch mal in die arabischen Länder.

Angela Merkel: „Und deshalb empfehle ich allen, die ins Ausland reisen und vielleicht Sorgen haben, einfach die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes sehr gut zu lesen. Insgesamt ist es natürlich so, dass das Sprichwort „Reisen bildet“ immer noch gilt, und gerade Aufenthalte im Ausland, auch vielleicht in etwas ferneren Regionen, helfen dazu natürlich, die Globalisierung besser zu verstehen, die Situation der Menschen in anderen Ländern besser zu verstehen. Deshalb ist es durchaus empfehlenswert, auch mal Erkundungen außerhalb unseres eigenen Landes zu machen“.

Eine Frage der Studentin Alessa Busch, die jedem Deutschen unter den Nägeln brennt, lautet: Inwiefern kann der Tourismus – speziell auch im arabischen Raum – als Basis für den kulturellen Austausch zur gegenseitigen Verständigung hierzulande beitragen?

Angela Merkel: „Reisen von Menschen aus Deutschland zum Beispiel in arabische Länder haben natürlich zwei Effekte: Einmal hilft das diesen Ländern wirtschaftlich; wir wissen, dass es in diesen Ländern zum Teil eine sehr große Arbeitslosigkeit gibt, und deshalb ist der Tourismus natürlich eine Wachstumsbranche und eine Branche, die Menschen auch Zukunftsperspektiven eröffnet. Zum anderen ist es so, dass auch wir mehr über die Zusammenhänge verstehen; zum Teil auch über die alten historischen Verbindungen, die es schon immer zwischen Europa und auch dem arabischen Raum gab. Deshalb kann ich nur jeden ermutigen, der in arabische Länder fährt, dass man sich einfach auch ein Stück weit mit der Geschichte und der Entwicklung dieser Länder beschäftigt und dabei ganz sicher immer wieder neue Erkenntnisse gewinnt“.

Jetzt habe ich mal eine Frage für den Kanzlerinnen-Podcast: Am 12. Januar dieses Jahres sprengte sich ein Attentäter, ein als Flüchtling getarnter IS-Terrorist, inmitten einer deutschen Touristengruppe auf dem belebten Platz zwischen der Hagia Sophia und der Blauen Moschee in die Luft. Die Reisegruppe war gerade dabei, sich mit der Geschichte und Entwicklung der Türkei zu beschäftigen. Hat das Auswärtige Amt die 11 deutschen Opfer des Bombenanschlages im türkischen Istanbul auf seiner Webseite vor der Terrorgefahr gewarnt, oder haben die Leute nur die Hinweise des Auswärtigen Amtes nicht „sehr gut“ gelesen?

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Dr. Peter Reich / 26.09.2016

Ich hätte da auch noch eine Frage: Wie ist es, wenn ein deutscher Tourist nach dem Bereisen der entsprechenden Länder zur Erkenntnis gelangt, dass die Einwanderung junger, männlicher Muslime nach Deutschland zu erheblichen Problemen führen wird. Was dann? Diese Erkenntnis ist ja politisch nicht korrekt und von der Kanzlerin nicht gewollt. Soll er dann die Reiseeindrücke wieder aus seinem Gedächtnis streichen?

Armin Eickelbaum / 26.09.2016

Frauz Merkel hat ja sowas von Recht - sie glaubt es gar nicht. Ich habe ein arabisches Land (Ägypten) “besucht” - drei Jahre lang, weil ich dort gearbeitet habe. Und spätestens seit dem weiß ich aus eigener Anschauung: NEIN - ich möchte solche gesellschaftlichen Verhältnisse wie ich sie dort vorgefunden habe, hier in Deutschland nicht haben - nicht mal ansatzweise. Daher lehne ich die unkontrollierte Masseneinwanderung von Menschen aus solchen Ländern, die ihr gesellschaftliches Handeln, ihre Denkweise und ihre sonstige Haltungen ja nicht an der Grenze abgeben, wie man einen Mantel an der Garderobe abgibt, komplett ab. Danke Frau Merkel für diesen erleuchtenden Hinweis, dass Reisen bildet - ich habe ihn schon befolgt und meine Schlußfolgerungen gezogen. Vielleicht sollten Sie eine zeitlang auch mal in so einer Gesellschaft leben - ganz ohne Leibwächter und sonstige Vergünstigungen. Und vielleicht überlegen Sie sich dann die Geschichte mit der Integration nochmal.

sabine erdmann / 26.09.2016

Merkels Einlassungen haben mittlerweile ein Niveau erreicht, das kaum mehr zu ertragen ist. Im Herbst 2013 waren wir für 2 Wochen in Marokko, haben uns besonders Marrakech interessiert angesehen und eine Tour durch den Atlas gemacht. Darüber hinaus hat mein Mann als Jugendlicher längere Zeit in Syrien gelebt, weil sein Vater in Damaskus an der Uni gelehrt hat. Dennoch möchten wir hier in Deutschland kein muslimisch dominiertes Leben haben, weil wir die in vielen Jahrhunderten bzw. mühsamen Kämpfen von unseren Vorfahren errungenen Freiheiten niemals aufgeben werden. Um das zu wissen, muss ich keinen “Kennenlern-Tourismus” betreiben.

Frank Schlünsen / 26.09.2016

Das nennt man Propaganda!  Oder ist das Wort mittlerweile auch verboten?

Magdalen Kreuzritter / 26.09.2016

Mal wieder ein brillant auf den Punkt gebrachter Artikel, lieber Herr Haferburg. Als gebildete Bürger wissen wir mittlerweile aber auch dank Herrn Maas, dass wir “kein Grundrecht auf innere Sicherheit…” haben - noch nicht einmal im eigenen Land, geschweige denn auf einer Reise im Ausland… Deshalb lautet meine Podcastfrage: Wieso verzichten Sie, geschätzte Frau Merkel, nicht mal auf ihren 24/7-Personenschutz und leben uns vor, wie sicher man sich im eigenen Land fühlen kann?

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