Während die türkische Lira im freien Fall ist und die hochqualifizierte Jugend ihre Koffer für das Exil packt, zementiert Ankara seine Machtansprüche – und zwar wortwörtlich. In Istanbul entsteht die nächste Mega-Moschee, ein 20.000-Seelen-Tempel aus Marmor und Symbolpolitik. Doch hinter der prunkvollen Fassade klafft ein riesiges Loch: Die Gotteshäuser sind leer, die Gläubigen werden zu Deisten, und die wirtschaftliche Ungerechtigkeit zwischen Einheimischen und privilegierten Migranten treibt die eigene Bevölkerung in die Verzweiflung. Ein Lagebericht über ein Land, das seine Zukunft gegen Minarette eintauscht.
In der Türkei wird wieder einmal geklotzt, nicht gekleckert. Das neueste Prestigeobjekt der religiösen Bauwut: Eine „Riesenmoschee“ direkt am Ufer von Kadıköy, auf der anatolischen Seite Istanbuls. Kapazität: 20.000 Menschen. Geplant sind dazu ein Prachtbrunnen und ein Kulturzentrum. Dafür musste ein riesiger Parkplatz weichen, der nun offiziell zum „Moscheebereich“ deklariert wurde. Man könnte fast meinen, das Land leide unter akutem Platzmangel für die Zwiesprache mit dem Schöpfer.
Doch ein Blick in die Statistik der Religionsbehörde Diyanet verrät ein anderes Bild. Ende Januar zählte man stolze 90.311 Moscheen in der Türkei, 3.555 davon allein in Istanbul. Das Problem ist nur: Die Gotteshäuser haben fast alles, außer Gemeinden. Wer zur Gebetszeit in eine dieser Moscheen schlüpft, findet dort im Schnitt fünf bis fünfzehn versprengte Seelen. Um die Absurdität zu verdeutlichen: Die Stadien der Fußballriesen Fenerbahçe und Galatasaray fassen jeweils rund 50.000 Zuschauer und sind nur bei Derbys ausverkauft. Während man in Kadıköy nun das nächste 20.000er-Monument plant, thront wenige Kilometer entfernt auf dem Hügel von Çamlıca bereits eine Mega-Moschee für 63.000 Gläubige. Das ist reine Symbolpolitik aus Beton und Marmor.
Stille Säkularisierung
Die Ironie dabei: Während die Minarette immer höher in den Himmel ragen, wenden sich die Menschen am Boden immer mehr vom institutionalisierten Glauben ab. In der Türkei herrscht eine soziale Spaltung, die existenziell geworden ist. Während die politische Elite das Bild einer „frommen Generation“ herbeibeten möchte, zeigt die Realität der Generation Z eine völlig andere Richtung. Aktuelle Studien (2024–2025) belegen, dass der Anteil der Atheisten und Nichtgläubigen auf etwa 7–8 Prozent gestiegen ist. Nimmt man die Deisten hinzu, landet man bei einer Gruppe von bis zu 26 Prozent. Es findet eine stille Säkularisierung statt, befeuert durch den Überdruss an religiöser Bevormundung.
Diese Entfremdung wird durch eine bizarre wirtschaftliche Ungleichbehandlung zur Wut getrieben. Die türkische Jugend fühlt sich im eigenen Land zunehmend wie im Wartesaal eines Flughafens. Während der einheimische Akademiker oder Handwerker vom Fiskus bis aufs Hemd kontrolliert wird, scheint für Millionen syrischer und afghanischer Migranten ein Paralleluniversum zu existieren. In der Türkei gibt es zwar kein Jobcenter nach deutschem Vorbild, aber es gibt die „Lizenz zur Unsichtbarkeit“.
Ein Beispiel aus dem Alltag: Wenn der Fiskus zur Kontrolle in die Betriebe kommt, gilt die erste Frage oft den Migranten – aber nicht, um sie zu belangen. Wer sich als Migrant zu erkennen gibt, wird meist schlicht ignoriert. Die Daumenschrauben der Steuern und Sozialabgaben werden nur bei den Türken angezogen. Migranten, die den Weg in die Selbständigkeit wählen, betreiben oft Läden ohne steuerliche Anmeldung, ohne Buchführung, ohne Kontrolle. Während der türkische Kioskbesitzer für jedes Kaugummi eine Quittung schreiben muss, herrscht nebenan in der „Schattenwirtschaft“ Narrenfreiheit.
Hohle Symbole, um Stärke vorzugaukeln
Das Ergebnis ist ein massiver Braindrain. Wer gut ausgebildet ist, sucht das Heil im Ausland. Das „Visum nach Europa“ ist zum heiligen Gral einer Generation geworden, die keine Lust mehr hat, die Zeche für ein System zu zahlen, das sie ideologisch gängelt und wirtschaftlich benachteiligt. Zurück bleibt ein Land, das seine Zukunft gegen hohle Symbole eintauscht. Man regt sich zwar kollektiv furchtbar auf, wenn der Islam kritisiert wird, aber die Zahl derer, die tatsächlich fünfmal am Tag beten, dümpelt bei mageren 18 %.
Während man in Europa das öffentliche Gebet als neue Form der Landnahme entdeckt hat, bleibt in der Heimat des Islam nur der Griff zum Maurerspachtel, um Stärke vorzugaukeln. Doch gegen den Exodus der eigenen Jugend hilft kein Fundament: Man baut Moschee um Moschee, nur um am Ende vor leeren Rängen zu stehen, in denen nichts als ein kühler Luftzug durch den polierten Marmor weht.
Ist die systematische Bevorzugung der migrantischen Schattenwirtschaft am Ende nur der verzweifelte Versuch einer Regierung, ein neues, loyales „Gottesvolk“ zu züchten, weil die eigene Jugend den Gehorsam verweigert?
Beitragsbild: Creative Commons CC0 Pixabay

Ja, immer hart, so etwas zu lesen. Im 21. Jahrhundert.
Ich jedenfalls bewundere sehr, wie China mit Religion umgeht!
Wir sollten auch nicht vergessen, daß der Krieg im Iran gerade ein reiner Religionskrieg ist,
getrieben von den drei großen Weltreligionen!
Mit freundlichen Grüßen,
H.Steffen
Das ist in Deutschland ähnlich. Krieg-Konflikte als Kommerz und billige Arbeitskräfte. Auf dem Rücken der Zwangsmigranten werden manche Multimillionär, der Staat und alle staatlichen Stellen wollen es so. Wer sich die Fördergelder die über die Industrie-Handelskammern ansieht, wird es verstehen. Lohndumping, Zerstörung des Arbeitsmarktes vor allem Bildung betreibt die deutsche Regierung in Höchstform. Dem Erdogan ist es egal wer seinen Großmachtstraum vom osmanischem Reich aufrecht erhält und wenn es Migranten sind. Deutschlands Elite träumt und arbeitet auch am Viertem Reich und ganz Deutschland wurde jetzt schon zum riesen Arbeitslager für Sklaven transformiert.
P.S. Aktuell erpressst die Hochfinanz alle Europäer „Inszenierte Verknappung. Es gibt keine Energiekrise, es gibt Treibstoff im Überfluss.
Was es aber gibt, ist eine künstlich erzeugte Energiepreisexplosion, die Deindustrialisierung, Verarmung und die Agenda 2030 fördert. “ TKP
„Während der einheimische Akademiker oder Handwerker vom Fiskus bis aufs Hemd kontrolliert wird, …“ … kommt er nach Deutschland, um das selbe zu erleben. Wo ist die Pointe? In der deutschen Moschee um Ablass zu beten und auf der Zeil Ramadan zu feiern?
Islam passt zu den Türken so wenig wie zu Iran. Arabisches Zeug, das ihr schlimmster Feind ist. Mustafa Kemal, genannt „Atatürk“, sagte mal: Auf den Müllhaufen der Geschichte damit und schaffte das osmanische Kalifat ab mit Zustimmung des Parlaments; das war vor hundert Jahren.
Was macht die „eigene Jugend“, wenn sie vor den Moscheen ins Ausland geflohen ist? Die Moscheen wiederentdecken? Sehr widersprüchlich.
Sollten junge Türken zunehmend bemerken, dass der Islam ihr schlimmster Feind ist, dann besteht Hoffnung für die Türkei. Mustafa Kemal, genannt „Atatürk“, sagte schon vor 100 Jahren: Auf den Müllhaufen der Geschichte damit. Und ließ das osmanische Kalifat mit Mehrheit im Parlament abschaffen.
Also wenn die Türken erst mal hier sind, werden sie aber ziemlich schnell islamisch. Die Moscheen hierzulande sind proppevoll und 60% der Türken wählen Erdogan. Ach ja und nicht zu vergessen mehr als 50% stellen die Scharia über das GG. Dass bei den Flüchtlingen aus Afghanistan und Syrien die Zahlen noch krasser aussehen (90% Scharia-Anhänger), macht die Sache nicht wirklich besser. Mir ist das ja egal, allerdings halte ich überhaupt nichts davon diese Leute hier einzubürgern. Nancy Faesers Spruch „Antisemiten werden nicht eingebürgert“ betrachte ich als zynische Kriegserklärung gegen die Demokratie.