Fundstück / 14.06.2013 / 16:59 / 0 / Seite ausdrucken

Rechtsradikale im Sandkasten

Experten: Kampf gegen Rechts muss im Kindergarten beginnen = Potsdam (epd)
Der Kampf gegen den Rechtsextremismus muss nach Überzeugung von Experten bereits im Kindergarten beginnen. Die Grundlagen für rechtsextreme Einstellungen und Gewaltbereitschaft würden bereits im Vorschulalter gelegt, sagte der Sozialwissenschaftler Dietmar Sturzbecher am Mittwoch bei der Vorstellung einer neuen Studie in Potsdam. Prävention müsse deshalb in der Kindheit beginnen, betonte Michael Kohlstruck vom Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin.

Die Bedeutung der frühen Kindheit werde bei Strategien gegen Rechtsextremismus bislang zu wenig beachtet, sagte Sturzbecher, der das Institut für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung an der Universität Potsdam leitet. „Das Problem ist, dass niemand Angst vor Vorschulkindern hat.“ Bei der Gewaltbereitschaft seien jedoch die Vierjährigen „die gefährlichste Altersgruppe“, weil sie erst lernen müssten, „dass ausgehandelt und nicht weggenommen wird“, betonte Sturzbecher. Wer jedoch erlebe, dass man sich mit Gewalt erfolgreich durchsetzen kann, könne anfälliger für rechtsextreme Ideologien werden. Auch der Kampf gegen fremdenfeindliche Vorurteile müsse in der Kindheit beginnen.

Anfällig für die Entwicklung rechtsextremer Einstellungen seien dabei eher Kinder mit hohem Selbstvertrauen, die wenig leistungsbereit und zugleich von großen eigenen Fähigkeiten überzeugt seien, sagte der Sozialwissenschaftler weiter. Wenn diese Erwartungen zwangsläufig irgendwann enttäuscht würden, könnten extremes Gedankengut und Ideologien eigener Vorrechte zu einem Weg werden, der das Leben leichter mache.

Da diese Probleme immer wieder neu entstünden, bleibe auch die Bekämpfung des Rechtsextremismus eine Daueraufgabe, betonte Sturzbecher. Auch Dörfer, Städte und Kommunen müssten sich kontinuierlich daran beteiligen. Wichtig sei dabei, vor Ort eine klare Position gegen Rechtsextremismus und Gewalt zu beziehen und spezielle Strategien für unterschiedliche Probleme in verschiedenen Orten zu entwickeln, sagte der Wissenschaftler.

Quelle: evangelischer pressedienst

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