Es ist bezeichnend für den politischen Klimawandel in Hessen, dass Ministerpräsident Roland Koch gegenüber den hessischen Grünen mittlerweile sehr viel vernünftiger und realistischer auftritt als Daniel Cohn-Bendit. Manchmal hat man den Eindruck, dass sich Dany immer mehr anhört wie das männliche Pendant zu Andrea Ypsilanti. Dany hatte gestern nicht nur von einem dritten Anlauf seines Links-Bündnisses geträumt; er behauptete zudem, eine etwaige Beteiligung der Grünen an einer künftigen Jamaika-Koalition sei nur ohne Koch akzeptabel. Danys Realitätsfremdheit hat die Grünen in Wiesbaden bereits zweimal in die politische Sackgasse geführt. Es bedurfte eines sichtlich amüsierten Roland Kochs, den Brüsseler Grünen-Chef darauf hinzuweisen, wer bei den Hessen-Grünen das Sagen hat: Ministerpräsident Koch erklärte im hr, dass in der SPD schon “so viele Träume entwickelt worden und anschließend geplatzt” seien. “Wenn Daniel Cohn-Bendit will, dass die Grünen auch noch an diesem Wettbewerb teilnehmen, dann weiß ich nicht, ob das Tarek Al-Wazir nützt”, sagte Koch am Montag. Al-Wazir sei ein ernstzunehmender Politiker. Es lohne sich, sich mit ihm auseinanderzusetzen. Aber er sei eben der Parteivorsitzende der Grünen.
