Die Kommunen sind klamm. Das Bußgeldgeschäft droht einzubrechen. Allenthalben fehlt es an Rasern und Falschparkern. In Darmstadt etwa beklagt die Verwaltung einen Einnahmeausfall von einer halben Million Euro allein 2018; mit noch mehr wird im laufenden Jahr gerechnet. Dabei hat man im Rathaus alles getan, was in der Macht der Politiker steht.
Um den Autofahrern aufzulauern, wurden zusätzlich zu den polizeilichen Kräften 47 Hilfssheriffs und ein privater Sicherheitsdienst angeheuert. Das Bemühen war vergeblich, das Geld für die personelle Aufstockung verloren. Die Bürger mochten nicht mitspielen. Von den passionierten Freunden einer „sportlichen“ Fahrweise abgesehen, wollen sie immer seltener auf die Tube drücken, bis es blitzt. Statt im Parkverbot stellen sie ihr Auto im Parkhaus ab. Geradezu bockig halten sich die fahrenden Verkehrsteilnehmer zunehmend an die Straßenverkehrsordnung.
Das Nachsehen haben die Kämmerer. Ratlos fragen sie sich, glauben wir dem Darmstädter Echo, wie „es zu dem Einnahmerückgang“ kommen konnte, zumal die Zahl der Einwohner in den letzten zehn Jahren um 20.000 gestiegen ist, mithin auch mehr zahlungspflichtige Verkehrssünder unterwegs sein müssten.
Die Folgen wären unabsehbar
Was auf den ersten Blick als ein Erfolg zu verbuchen wäre – gilt doch die überhöhte Geschwindigkeit als eine der Hauptursachen schwerer Unfälle –, erweist sich bei näherem Hinsehen, politisch betrachtet, als ein Pyrrhussieg. Der diszipliniertere Auto- oder Motorradfahrer verweigert der öffentlichen Hand, was er ihr als Verkehrssünder schulden würde. Er enthält ihr die eingeplanten Zuschüsse vor.
Ein Unding. Schließlich werden die Gelder dringend benötigt. Als der grüne OB von Darmstadt unlängst zusammen mit seiner Entourage nach San Antonio in Texas flog, um die Möglichkeiten einer Städtepartnerschaft zu prüfen, musste er sein Frühstück im Hotel schon selbst bezahlen. Nicht auszudenken, was ein weiterer Rückgang der Bußgeldeinnahmen demnächst nach sich ziehen könnte.
Damit es nicht zum Äußersten kommt, sollten sich die Kraftfahrer wieder auf ihre Verantwortung für das große Ganze besinnen und Gas geben bis es blitzt, auch um der Erhöhung anderer Abgaben vorzubeugen. Noch haben wir die Wahl zwischen Bußgeld und steigender Grundsteuer. Deshalb allzeit flotte Fahrt – und bitte so überhöht, dass es sich auszahlt: erstens indem sich die Politiker, allen voran die Grünen, moralisch über die Verkehrsrowdys erregen können, und zweitens indem es im Säckel der Kommunen klingelt.

Jeder Liter höchstbesteuerter Kraftstoff,der nicht verbraucht wird,ist ein Angriff gegen den Sozialstaat.
Meinethalben können die Raser solange und so schnell rasen wie diese wollen. Nur leider, und das ist einer Straftat gleich, ziehen die Raser wenn sie verunglücken eine blutige Spur an Kollateralschäden hinter sich her, von Fußgängern und andern Verkehrsteilnehmern die schwer verletzt oder getötet werden.
Sehr geehrter Herr Rietzschel, Angesichts zweier Toter letzte Woche durch Raser in der Stuttgarter Innenstadt ist ihr Beitrag nicht ganz so lustig. Oder wie es die Anwältin der 500PS noch nicht so lange nicht Beherrschenden ausdrückte: „ zur falschen Zeit am falschen Ort“
Wie sieht es mit dem sozial-verträglichen Frühableben der Raser aus? Das ist doch im Sinne der Nachhaltigkeits-Verrückten. Was die Gemeinde an Geldern einbüßt, spart der Staat bei der Rente. Nur weil sich etwas sinnvoll anhört, muß es nicht zwangsläufig richtig sein.
Und ich Dummerchen dachte, dass es bei den Rauchern ähnlich gelagert sein müsste. Doch kurzes Googlen brachte als Ergebnis, dass die Tabaksteuereinnahmen seit 2003 in etwa gleich blieben; so um die 14 Milliarden jährlich. Ein Schelm der ......
Die Entwicklung geht noch weiter, wetten ? Gestern las ich, dass VOLVO zu seinem alten Sicherheits-Ideal zurückfinden will. In diesen Karossen soll keiner mehr sterben (können). Konkret, VOLVO will die Motoren abregeln bzw. die Geschwindigkeitsgrenze "einbauen". Dass wir uns richtig verstehen: Dieser Plan umfasst im nächsten Schritt die lokale Abregelung. Überschreitet man die Ortsgrenzen am Ortsschuld, gehts runter auf 50 km/h. Danach auf 30, wenns pressiert. So geht Zukunft, meine Herren ! Die Damen werden von mir extra nicht erwähnt, für sie ist "Raserei immer schon ein Tabu" gewesen. Der Frauentag wirkt nach !
Sorry, bei fest aufgebauten Blitzanlagen ist es mein Sport, mich so exakt wie möglich an die vorgegebene Geschwindigkeit zu halten. Also, z.B. auf der Tempo-90-Strecke zum Sonnborner Kreuz immer schön im Toleranz-Intervall von 90-93 km/h bleiben - und die Raser auslachen, die mich kurz vor dem Blitzer überholen und dann im letzten Moment abbremsen - auch wenn sie es nicht hören, rufe ich denen immer nach "wer bremst, verliert!". Gerade, wenn man die gleichen Strecken öfter fährt, und weiß, wo die Blitzer stehen, kann man auch üben, den Blitzer eben und eben nicht auszulösen.