Henryk M. Broder / 22.04.2017 / 14:45 / 6 / Seite ausdrucken

Ralf Stegner, die AfD, der Klimawandel und die Islamisierung des Landes

Ralf Stegner, stellvertretender SPD-Bundesvorsitzender und Landes- und Fraktionsvorsitzender der SPD in Schleswig-Holstein, gehört nicht zu den hellsten Birnen im Lande. Damit wir das nicht vergessen, nimmt er öfter zu aktuellen Problemen Stellung, zuletzt mit einem Beitrag zum Parteitag der AfD, in dem er zu Recht feststellt, die Erde werde sich auch nach dem Kölner Treffen "noch weiterdrehen, die deutsche Wirtschaft weiterhin wachsen und die Europäische Union fortbestehen". Und Ralf Stegner weiterhin Vorhersagen treffen.

Warum er dennoch etwas zur AfD sagen muss? Deswegen: "Die AfD ist gegen die Gleichstellung von Frauen, sie leugnet den Klimawandel und sie steht für Abschottungspolitik. Ginge es nach den Rechtspopulisten, fänden wir uns nach der Wahl in den Verhältnissen des 19. Jahrhunderts wieder."

Den Klimawandel zu leugnen ist wohl mit das Schlimmste, was man einer politischen Partei vorwerfen kann. Die Leugnung sollte zum Straftatbestand erklärt werden, wie die Leugnung des Holocaust.

Aber Stegner möchte die AfD nicht verbieten, im Gegenteil, er möchte, "dass AfD-Politikerinnen und -Politiker mal in Talkshows eingeladen werden, in denen über den sozialen Wohnungsbau, gerechte Steuerpolitik, steigende Strompreise und schlecht bezahlte Pfleger diskutiert wird!", also lauter Sachen, welche die SPD als Regierungs bzw. Mitregierungspartei verbockt hat, dass über solche Themen geredet wird und "nicht dieses Gespinst einer angeblichen Islamisierung, die von einer angeblichen 'Systempresse' verschwiegen wird". Soweit Ralf Stegner in der FR.

Was die "angebliche Islamisierung" des Landes angeht, dieses "Gespinst", so gibt es dazu auf WO heute eine interessante Meldung. Tausende Flüchtlinge bezeichnen sich als Ex-Taliban-Kämpfer und wollen als Asylberechtigte anerkannt werden. Das bedeutet nicht nur für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mehr Arbeit,  sondern auch für die Bundesanwaltschaft. „Wir haben derzeit rund 115 bis 120 staatsanwaltschaftliche Sachbearbeiter. Aber wenn ich mir die Vielzahl der Verfahren anschaue, bleibt es eng“, sagte Generalbundesanwalt Peter Frank bereits im Februar der „Welt am Sonntag“. Allein 2016 habe die Behörde über 200 Ermittlungen im Zusammenhang mit islamistischem Terror neu eingeleitet.

Über 200 Ermittlungen im Zusammenhang mit islamistischem Terror allein im Jahre 2016. Die Bundesanwaltschaft ist total überlastet, die Verwaltungsgerichte ebenfalls. Aber die Islamisierung des Landes ist ein "Gespinst". Darauf einen Underberg!

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Leserpost

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Frank Ellbrunner / 22.04.2017

Hallo Herr Broder. Ich bin froh das es Sie gibt. So bleibt in dem Medialen Einheitsbrei, von der Politik vorgelebt und vorbestimmt, eine Stimme wachsam. Es gibt nicht viele Menschen in dieser Funktionsrepublik wie Sie. Diese Republik verabscheut Abweichler. Von Hubertus Knabe stammt der Satz: “Der Anpassungsdruck in dieser Republik wird immer stärker” Wohl war. Bleiben Sie wachsam, bleiben Sie unbequem. So bleibt etwas Streitkultur erhalten und diese Republik lebendig in Ihren Staatsmedien. Staatsmedien die von den Siegermächten vorgegeben wurden und nach wie vor kontrolliert werden. Staatsmedien die kein Problem damit haben Eva Hermann, Deutschlands beliebteste Journalistin öffentlich medial hinzurichten, weil Sie die offiziellen Dogmen dieser Funktionsrepublik in frage stellte.  Was für eine verlogenen Republik. Gruß vom besten Chauffeur Deutschlands. Frank Ellbrunner

Hinnerk Albert / 22.04.2017

stegner muss einfach abgeschafft werden vom wähler

Wilfried Cremer / 22.04.2017

Das Schulz-Blabla ist ein Gespinst. Am Ende wird doch wieder die Originalblase gewählt. Da weiß man wenigstens rechtzeitig, wann man weghören muss.

Ulla Smielowski / 22.04.2017

Toll ist diese ganze Flüchtlingsindustrie, die sich auf auf Staatsanwälte, Beamte, Lehrer für Deutsch, Sozialarbeiter, ja sogar auf die Industrie ausweitet. z.B. hat IKEA u.a. ganz beträchtlich davon profitiert… Darüber sollte man auch mal nachdenken..

Michael Jansen / 22.04.2017

Es ist den meisten wohl klar, was man von Herrn Stegner, seiner Weltsicht und seinen politischen Ansichten zu halten hat, er kommt schließlich an kaum einem Mikrofon vorbei ohne uns mit seinen Erkenntnissen zu beglücken. Aber zum Glück ist seine Wirkung auf die Wähler dermaßen anziehend, dass man der SPD zu jedem Wahlkampfauftritt des Herrn gratulieren kann, kommt sie doch dem Projekt 18 damit jedes Mal ein Stück näher. Ich hoffe also, dass wir ihn noch möglichst oft im Fernsehen bewundern dürfen.

Peter Bouha / 22.04.2017

Die Islamisierung des Landes ist ein „Gespinst“. So, so, Herr Stegner….Ja - und drei mal drei ist Donnerstag! Beweis durch Behauptung!

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