Kriegsherren brauchen, Technik hin oder her, vor allem Soldaten. Und dafür wiederum benötigen sie Frauen, die mit patriotischem Eifer liefern, die zur Welt bringen, was die Gebärmutter hergibt, nicht ein oder zwei Kinder, sondern sechs und mehr. Babys, die nachher, sind sie erst einmal herangewachsen, für den Kriegsdienst taugen. Davon ist zunächst, wenn den Müttern das Glück einer großen Kinderschar versprochen wird, keine Rede, darauf aber läuft es allemal hinaus. Hitler höchstpersönlich stiftete 1938 vorausschauend das „Ehrenkreuz der Deutschen Mutter“, kurz „Mutterkreuz“ genannt oder „Karnickelkreuz“ im Volksmund. Vergeben wurde es in drei Kategorien, in Bronze für vier bis fünf Kinder, in Silber für sechs bis sieben und in Gold, wenn eine Frau acht oder mehr Kinder ausgetragen hatte. Dass es heute mit ein bisschen Blech am Revers nicht mehr getan ist, weiß auch Wladimir Putin. Er will den Patriotismus der Frauen, ihre Gebärfreudigkeit, mit Geldprämien befeuern, etwa 1.000 Euro pro Schwangerschaft.
Der Staatschef möchte zurück zur russischen Großfamilie. Der gleichzeitig von nicht staatlichen Organisationen propagierte Verzicht auf Kinder ist unter Strafe gestellt. Von „Maßnahmen zum Selbstschutz der Gesellschaft“ wird gesprochen. Aus dem Gesundheitsministerium heißt es, Frauen sollten sich nicht um Ausbildung und Karriere kümmern, sondern um den Nachwuchs: „Die Frau muss verstehen: je früher sie gebiert, umso besser.“ Die Mütter werden bei der Ehre gepackt, aus Liebe zum Vaterland sollen sie sich wieder und wieder ins Kindbett legen. Eine Propaganda, die im nationalistisch gesinnten Russland noch immer verfängt.
Weil es mit den mageren Geldprämien nicht getan ist, wird emotional Druck ausgeübt: der Versuch einer Erziehung zur Lust am Gebären. Dafür soll unter anderem ein Schulfach „Familienkunde“ sorgen. Vermittelt werden familiäre Werte, voreheliche Keuschheit und die Vorbereitung auf den Kinderreichtum als vaterländische Verpflichtung. Putin verlangt, lasst die Kinderlein kommen, möglichst viele. Wie einst im wirtschaftlich verkommenen Zarenreich soll es wieder zur „Familienehre“ gehören, neun oder zehn Kinder zu bekommen. Es gehe, so Putin wörtlich, um den „Schutz des Volkes“. Was das bedeutete, ist jetzt täglich an den Fronten in der Ukraine zu erleben. Putin wäre nicht Putin, hätte er bei seiner Babyoffensive nicht den Krieg im Sinn.
Das Ziel in weiter Ferne
Allerdings braucht es 17, 18 oder 19 Jahre, bis die heute entbundenen Babys alt genug sind, um an die Front kommandiert zu werden. Das Ziel des propagierten Kindersegens liegt in weiter Ferne. Und wer weiß schon, was dann sein wird. Kein Grund also, schon jetzt mit Furcht vor den jungen Russen zu reagieren. Gefahr droht eher von dem, was hinter dem Aufruf zum Kinderreichtum steckt. Denn wenn Putin jetzt bereits verlangt, die Frauen sollten für die Heimat gebären, obwohl es noch bald 20 Jahre dauert, bis er die Kinder als Rekruten ziehen kann, dann heißt das doch, der Eroberer geht davon aus, fortdauernd Krieg zu führen, weitere Spezialoperationen zu starten, um fremde Gebiete zu unterwerfen.
Wer glaubt, diesen Expansionswillen mit diplomatischem Gesäusel bändigen zu können, ist auf dem Holzweg. Die strategischen Überlegungen des geistesgestörten Autokraten entziehen sich rationalem Zweifel, weil sie eher kreatürlicher Art sind und weiter reichen, als es sich westliche Politiker ausmalen wollen. Weil er glaubt, Russland habe Anspruch auf die Weltmacht, sollte das Verlangen nach mehr Kindern ernster genommen werden, als es auf den ersten Blick scheinen will. Unwillkürlich fällt einem die einst von Olaf Scholz so unglücklich gewählte Formulierung von „der Lufthoheit über den Kinderbetten“ ein. Für den kleinen Zaren aus dem großen Kreml versteht sich das von selbst, Kinder gehören zur Manövriermasse seiner Politik. Es geht dabei auch, doch keineswegs ausschließlich, um den demographischen Wandel, vielmehr um die vorausschauende Vorbereitung eines russischen Weltkrieges. Wer das für eine hysterische Deutung hält, sollte sich an die Geschichte erinnern, an den strategischen Zweck von Hitlers „Karnickelorden“. Auch wenn sich Geschichte, wie man weiß, nicht 1:1 wiederholt, gibt es doch wiederkehrende Muster. Diese zu Beruhigung auszublenden, gehört zu den politischen Torheiten der wohlversorgten bürgerlichen Gesellschaften des Westens.

Vorsicht Glashaus! Wenn es einen Staat gibt der Gebäroffensiven fördert, dann ist das der deutsche Staat. Immerhin will Putin in den eigenen russischen Nachwuchs investieren, was in „unserer Demokratie“ undenkbar ist. Wir zahlen lieber „Mr.Cash Money“ 1.5 Millionen im Jahr, für seine 24 Kinder in Afrika.
Junge, Junge. Achse, was ist nur mit euch los. Seit wann kann jeder russlandhassende geistige Einradfahrer seine kruden Verschwörungstheorien bei euch publizieren ?
„geistesgestörten Autokraten“, „kleinen Zaren aus dem großen Kreml“, „Kinder gehören zur Manövriermasse seiner Politik“, „vorausschauende Vorbereitung eines russischen Weltkrieges“ !
Ernsthaft Achse ? Das ist wirklich aktuell euer Niveau ?
Ich erzähle euch im Allgemeinen, dem Autoren, mit seiner schon wahnhaften Putinphobie im Speziellen, hier mal ein kleines Geheimnis.
Auch Russland überaltert !
Auch Russland hat ein demographisches Problem !
Und das war’s auch schon. Und jedes Land, das langfristig überleben möchte, benötigt eine Kinderpopulation pro Familie größer 2.
Und Putin hat das schlicht und einfach begriffen und er versucht die Familienpolitik in diese Richtung zu steuern.
@Daniel Oehler
Sorry, aber hinter welchem Mond leben Sie ?????
Unfassbar, dass auf die Russen – Propaganda sogar noch Achse – Leser
hereinfallen !!!
Immer wenn es um Rußland geht, wird das Niveau hier auf der Achse unterirdisch. – Es lohnt sich kaum, diesen Mist zu kommentieren. – Nur ganz kurz: Jedes Land außer Deutschland hat ein Interesse daran, daß es von sich heraus die eigene Bevölkerung erhalten kann. Und da nun mal nur Frauen Kinder gebähren können, schaded es nicht, diese dazu zu motivieren. – Statt wie in Deutschland, wo sich eine Frau, die statt zu arbeiten, mehrere Kinder großzieht, sich fast noch schämen muß. – Und es ist ja sogar noch schlimmer: Wir haben offiziell (auch wenn wir es anders nennen) Geburten und Ausbildung outgesourced. Denn nichts anderes ist es, wenn wir meinen, daß das Geburtendefizit der inländischen Frauen durch Zuwanderung (am besten noch mit vollausgebildeten Ärzten und Raketeningenieuren) ausgleichen zu müssen. – Und die Krönung der Idiotie ist noch, daß in Deutschland mit aller Macht zusätzlich unfruchtbare Partnerschaften und „Familien“modelle gefördert werden.
@Hannah Richter – ein großartiger Kommentar. Sehr treffend. Danke!
Ein wirklich übler Artikel. Aber schon für das Vergnügen der Maulheldin am Samstag kann es der tolerante Leser ja durchaus verkraften, wenn er hier auch gelegentlich mit Katzendreck beworfen wird. Übrigens immer wieder schön, wie sich das Publikum über das Mutterkreuz der Nazis lächerlich macht. Ich empfehle da gerne einen Blick zu unseren Nachbarn auf der anderen Rheinseite: „La médaille de l’enfance et des familles est une distinction française créée par décret du 26 mai 1920 sous le nom de “ Médaille d’honneur de la famille française „. Depuis le 30 mai 2013, elle honore les parents “ élevant ou ayant élevé au moins quatre enfants de nationalité française…„ Wiki
Wenn man die Bundesminister neuerdings hört, könnte man wirklich glauben, die BRD bräuchte nur zu militärischen Zwecken mehr Nachwuchs. Aber deswegen trifft das noch lange nicht für Russland zu.