Von Birgit Kelle.
Sawsan Chebli spricht fließend Deutsch - was in ihrer Familie nicht Standard ist und deswegen auf jeden Fall ein besonderes Fleißkärtchen verdient - und dazu auch noch fließend Englisch. Ich bin begeistert. Wir erfahren jetzt auch noch, dass sie sehr empfindlich auf Komplimente bezüglich ihrer Schönheit und ihres jungen Alters reagiert.
Ich hab mir diese Geschichte jetzt dreimal durchgelesen, suche aber immer noch nach dem angeblichen Sexismus, der unser scheues Reh derart in Schockstarre versetzt hat. Ich habs bereits vor vier Jahren in der Brüderle-Debatte gesagt, und ich wiederhole mich gern noch einmal und lasse mich dann zum #aufschrei freigeben: Genau solche Reaktionen auf ganz offensichtliche Komplimente, solche unsouveränen Überempfindlichkeiten und Skandalisierungen von einem großen "Nichts" sind der Grund, warum echter Sexismus tatsächlich ein Problem bleibt.
Denn wir beschäftigen uns lieber mit emotionalen Kindergarten-Geschichten. Der Mann hat ihr also gesagt, dass sie jung und schön ist. Vor Publikum! Und schlimmer noch: Er hat sie nicht erkannt. War das vielleicht das größere Vergehen?
Nun weiß man aus einem Interview von Frau Chebli selbst, dass sie die Scharia gut findet und eigentlich gern Kopftuch tragen würde, auch im Beruf. Sie tut es aber nicht, weil man damit so schlecht Karriere machen kann in Deutschland. Sie ist ja bereits Staatssekretärin, das ist doch ganz ordentlich, und deswegen ein Vorschlag an Frau Chebli, so von Frau zu Frau: Tragen Sie ein Kopftuch. Es ist Ihr gutes Recht. Dann sieht man Ihnen die Schönheit nicht so sehr an, Sie werden nicht mit Komplimenten belästigt, und wir alle können uns viel besser auf Ihre intellektuelle Brillanz konzentrieren. Auf Deutsch und Englisch.
Herzlichst, Birgit Kelle

Snowflakes are falling... Frau Kelle,mehr muss man in diesem Fall nicht sagen. Recht haben Sie. Einen schönen Herbst!
Wer gleich auf zwei Quoten-Tickets auf die hohe Stelle einreitet muss die Vorurteile eben gelegentlich bestätigen.
Köstlich! Ein Beitrag, wie er im Postillion nicht besser erscheinen könnte. Nur, dumm, das das eben keine "Ente" ist. Die Dame mag zwar nicht die hellste Kerze auf dem Kuchen des AA sein, aber was sie so als Sprecherin(!) daher stammelt - Respekt!
Die Absicht von Frau Chebli dürfte eher die Suche nach einer Begründung sein endlich das Kopftuch anlegen zu können, ohne ihre Karrierechancen zu beeinträchtigen. Sexuelle Belästigung ist dafür der ideale Grund, wie an den Haaren herbeigezogen auch immer. So kann sie sich als Opfer darstellen, dass von der sexistischen deutschen Gesellschaft geradezu dazu gezwungen wird, ein Kopftuch anzulegen. Am Ende so einer Entwicklung steht dann die Etablierung einer weitgehenden Geschlechterapartheid, ein Feminismus der zum Islamismus kompatibel wird und sich selbst ad Absurdum führt.
Schönheit liegt ja Gott sei Dank im Auge des Betrachters. Ich als ehemalige Künstlerin habe ein andere Vorstellung von Schönheit. Menschen mit Charisma und Humor, egal wie sie aussehen, sind für mich schöne Menschen !! Solche Artikel haben eigentlich auf der Achse nichts verloren, sie sollte nur sachlichen Diskussionen vorbehalten sein. Wenn die Frau mit ihrer "Schönheit" ein Problem hat, bzw. damit, daß sie jemand schön findet, soll es doch auch ihr Problem bleiben.
Warum kann Frau nicht Karriere machen und trotzdem Frau bleiben? Ich arbeite seit über 25 Jahren leidenschaftlich und erfolgreich in einer Männerdomäne und bin dabei gerne Frau. Die Männer arbeiten gern mit mir zusammen. Ich bin tough, weiß was ich tue aber dabei immer noch von Herzen gerne Frau. und nett gemeinte Komplimente nehme ich mit einem Lächeln und Dankeschön entgegen, weiß ich sie doch von plumper Anmache zu unterscheiden. Und Mann nimmt mich trotzdem ernst.
Eigentlich nicht zu glauben. Ich bin Jahrgang 1949 und hatte bisher immer den Eindruck und die Hoffnung, dass ein Kompliment auch ein Kompliment bleibt. Aber wie so oft, die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber vielleicht mal anders herum, gehört ein Kompliment an eine attraktive Dame nicht zu unserer Kultur. Nach meiner Überzeugung schon. Aber so sicher bin ich mir jetzt auch nicht mehr. Schade eigentlich.