Von Katharina B. Otto.
Ich schreibe hier aus meiner Perspektive als Transfrau und Biologin. Ich bin weder bekloppt noch sehe ich aus wie ein Mann in Frauenkleidern.
Ich schreibe hier aus meiner Perspektive als Transfrau (und Biologin), daher verwende ich ausnahmslos die weibliche Form. Außerdem verwende ich die Begriffe „Transperson“ und „Transidentität“, da „Transsexualität“ oft mit sexueller Orientierung konnotiert ist, die allerdings mit dem Thema nichts zu tun hat. Ebenso wird der Begriff „Geschlechtsangleichung“ verwendet, da eine Umwandlung natürlich nicht möglich ist. Intersexualität, Binarität und so weiter spreche ich nicht an. Um es gleich klarzustellen: Aus Sicht der Biologie gibt es beim Menschen genau zwei Geschlechter, männlich und weiblich.
Alles andere, wie zum Beispiel Intersexualität, Geschlechtsdysphorie (Transidentität), Chromosomenabweichungen (zum Beispiel Klinefelter- und Turner-Syndrom) sind Abweichungen von dieser Norm. Diese sind sehr selten, also eine kleine Minderheit (Transidentität laut MSD-Manual 2022: Männer ca. 0,005–0,014 Prozent, Frauen 0,002–0,003 Prozent). Ich persönlich kann mit den zahlreichen „Geschlechtern“ nichts anfangen. Ich habe eine Identität als Frau (habe ich immer gehabt und wurde deswegen lange Jahre gemobbt), auch wenn ich in einem männlichen Körper geboren wurde, und möchte daher als Frau leben und nicht als irgendetwas Diffuses.
Transidentität ist nichts, was sich irgendeine von uns Transpersonen ausgesucht hat. Alle Transfrauen, die ich kenne, haben seit ihrer Kindheit das Empfinden, dass ihre Geschlechtsidentität nicht mit dem Körper, in dem sie geboren wurden, übereinstimmt. Hierfür gibt es vermutete Ursachen. Es spielen wahrscheinlich sowohl biologische als auch soziale Faktoren eine Rolle. Aus Zwillingsstudien gibt es starke Hinweise auf eine genetische Komponente bei der Entstehung von Transidentität. Einige Studien zur Bildgebung des Gehirns zeigen funktionelle und anatomische Unterschiede bei transidenten Menschen, die eher mit ihrem gefühltem Geschlecht als mit ihrem Geburtsgeschlecht übereinstimmen.
Dieses kann mit hormonellen Störungen vor der Geburt zusammenhängen (Quellen liegen der Autorin vor). Die Bildung der Geschlechtsidentität/Geschlechterrolle wird aber auch von sozialen Faktoren beeinflusst, wie zum Beispiel dem Charakter der emotionalen Bindung der Eltern oder die Beziehung, die jeder Elternteil zum Kind hat. In der einschlägigen Forschung herrscht mittlerweile die Überzeugung vor, dass eine „echte“ Transidentität handfeste körperliche Ursachen haben kann. Insbesondere wenn diese Abweichung bereits im Kindesalter empfunden wird, ist eine biologisch-medizinische Ursache eher wahrscheinlich.
Die Befreiung aus einem dunklen Kerker
Alle mir bekannten Transfrauen haben einen zum Teil sehr langen Leidensweg hinter sich, bevor sie den Mut gefunden haben, zu ihrem „Anderssein“ zu stehen. Bei mir hat es 60 Jahre gedauert. Das hat natürlich Gründe. In meiner Kindheit und Jugend war das Thema einfach ein absolutes Tabu und hätte wahrscheinlich den gesellschaftlichen Ausschluss bedeutet. Dazu hätte es extrem viel Mut gebraucht, und den hatte ich nicht. Das bereits erwähnte Mobbing hat mir schon gereicht. Später habe ich das Thema einfach mehr oder weniger erfolgreich verdrängt beziehungsweise heimlich ausgelebt und versucht, mich in die Rolle als Mann einzufinden.
Dass das mit immer stärker werdenden psychosomatischen Beschwerden (bei mir am Ende bis hin zu Erstickungsanfällen, Depressionen, Suizidgedanken und so weiter) verbunden war, merkte ich erst, als alle diese Symptome schlagartig verschwanden, nachdem ich mich entschlossen hatte, zukünftig als Frau zu leben. Lesen Sie das Buch „Endlich Nora“, dann wissen Sie was ich meine. Ich habe meinen Körper mein Leben lang abgelehnt (mit den entsprechenden Folgen), jetzt kann ich ihn endlich lieben. Es war wie die Befreiung aus einem dunklen Kerker, in dem ich mein Leben lang eingesperrt war. Endlich war ich frei und konnte das Licht sehen. Natürlich kommen ab und zu Zweifel auf, ob die Entscheidungen richtig waren, insbesondere mir als gläubiger Christin.
Wenn ich mir allerdings dann die Alternativen anschaue (zurück in den Kerker mit allen Folgen für Körper und Psyche), weiß ich, dass alles seine Richtigkeit hatte. Es gibt sicherlich Menschen, die bereuen, eine Transition gemacht zu haben. Das ist allerdings ein verschwindend geringer Anteil. Alle meine Bekannten sind sehr glücklich, diesen Weg beschritten zu haben. Sie empfinden es wie ich als eine Befreiung. Ich habe übrigens bisher noch keine Transfrau mit behaarten Beinen, Bierbauch und muskelbepackten Oberarmen kennengelernt. Im Gegenteil, sie sehen oft sehr weiblich aus (Siehe dazu auch die Zitate am Ende dieses Textes).
Wir wollen nichts Besonderes sein
Menschen, die meinen, nach so einem Entschluss fängt der leichte Teil an, irren. Der Weg bis zur Geschlechtsangleichung ist hart. Darum gehen ihn auch fast nur die Menschen, die wirklich transident sind und unter einem hohen Leidensdruck stehen. Die Behandlung mit Hormonen und die geschlechtsangleichende Operation sind heftige Eingriffe in den Organismus, die aber bei mir zum Beispiel notwendig waren, um meinen Frieden zu finden. Nur wenige Transpersonen nehmen zwar Hormone, verzichten aber auf das Risiko der Operation. Im sozialen Umfeld habe ich erst meine Frau, einen guten Freund, meine Kirchengemeinde, in der ich sehr aktiv war und dann meine Arbeit verloren.
Ich hatte das Glück, dass meine komplette (große) Familie und die meisten meiner Freunde hinter mir stehen. Viele von uns verlieren auch das. In meiner Nachbarschaft erntete ich großes Verständnis, selbst meine über 80-jährigen Nachbarn hatten keinerlei Problem. Sie kannten das bereits aus den Medien. Nur bei bestimmten Nationalitäten stoße ich auf Unverständnis. Auch einige Christen (ich war in einer religiösen Einrichtung tätig und Gott macht ja keine Fehler) haben mich fallen gelassen. Gottseidank fand ich sehr gute Ärzte und Psychologen, die mich da auffangen konnten. Außerdem war mir meine Freundin eine sehr wertvolle Stütze, ohne die ich den Weg wahrscheinlich so nicht geschafft hätte.
Heute bin ich nach Abschluss der Transition stabil und habe wieder erfolgreich angefangen zu arbeiten. Ich bin dort nicht geoutet und werde als Frau akzeptiert. Das ist übrigens ein Grund, warum ich es wichtig finde, dass bestimmte Dokumente geändert werden können, wie zum Beispiel Abschlusszeugnisse (Grundbucheinträge müssen bei Namensänderung sowieso geändert werden, genau wie Fahrzeugpapiere und so weiter). Wenn ich mich mit einem „männlichen“ Zeugnis bewerbe und dann als Frau auftrete, oute ich mich ja automatisch und das wollen wir vermeiden, weil wir eben nichts Besonderes, keine Exoten sein möchten.
Die allermeisten Transpersonen möchten keine Aufmerksamkeit
Noch einige Anmerkungen zu Themen, die zur Zeit durch die Medien geistern. Den sogenannten Transaktivisten stehe ich eher kritisch gegenüber. Oft sind es keine Betroffenen, die sich anmaßen, für uns zu sprechen. Es werden Themen hochgekocht, die für uns Betroffene nur von geringerer Relevanz sind. Als Transfrau gehe ich selbstverständlich auf eine Damentoilette und in die Damenumkleide. Alles andere würde schon sehr merkwürdig wirken, da ich eben weiblich aussehe. Schutzräume für Frauen (zum Beispiel Frauenhäuser) müssen selbstverständlich für Frauen (inklusive Transfrauen während und nach der Transition) reserviert sein.
Männer, die meinen, ohne einen Nachweis ihrer tatsächlichen Transition bleiben zu müssen und weiterhin ihre männlichen Geschlechtsmerkmale haben, sollten dort keinen oder nur nach eingehender Prüfung Zutritt haben. Die Aufmerksamkeit, die derzeit Transpersonen „entgegenschlägt“, hat dazu geführt, dass wir wahrgenommen werden. In meinem Umfeld ist das positiv gewesen. Immer wenn ich zum Beispiel meinen Namenswechsel angeben musste, wurde das sehr freundlich aufgenommen.
Allerdings kann das Pendel auch zur anderen Seite ausschlagen und bei zu großer Penetranz oder Lächerlichkeit der Forderungen (zum Beispiel diese ganze unsägliche Genderei) in Verachtung und Hass umschlagen. Die allermeisten Transpersonen möchten keine Aufmerksamkeit. Sie möchten in Ruhe gelassen werden und ihr Leben leben, sozusagen in die Normalität abtauchen. Wenn das gelingt, ist ein Leben als Transfrau in unserem Land sehr gut und ohne Probleme möglich.
Warum soll ich stolz sein?
Ich arbeite mit Kindern und Jugendlichen und finde es völlig inakzeptabel, diese ohne sehr gewichtigen Grund (zum Beispiel sehr hoher Leidensdruck) zu ermutigen, eine Geschlechtsangleichung vorzunehmen (dass Eltern auf jeden Fall bis zu einem Alter der Betroffenen von 18 Jahren – von Ausnahmen abgesehen – mit einbezogen werden müssen, halte ich für unverzichtbar). Mein Rat an jede und jeden, egal welchen Alters, aber speziell Kinder und Jugendliche, wäre, erst mal abzuwarten und vor unabänderlichen Eingriffen zunächst eine gute Beratung in Anspruch zu nehmen. Ich habe zum Beispiel sehr gute Berater gehabt, es gibt sie. Insofern halte ich die Begutachtung von Spezialisten auch für sehr wichtig.
Die Abschaffung dieses Prozederes im Rahmen des neuen Selbstbestimmungsgesetzes ist aus meiner Sicht nicht zielführend. Allerdings bin ich dafür, dass die Kosten für die Begutachtung, die im vierstelligen Bereich liegen, abgesenkt werden. Die Bestimmung, dass der Name und der Geschlechtseintrag jedes Jahr geändert werden kann, ist aus dieser Sicht völlig daneben. Man kann sich natürlich auch in so einer Sache irren, aber das dürfte dann ja mit einem einmaligen Vorgang zu beheben sein.
Bevor Sie Ihren Hass und Ihre Verachtung niederschreiben…
Und jetzt einige Zitate aus einem Achgut-Beitrag zu diesem Thema sowie Kommentaren unter diesem und zwei ähnlichen Beiträgen:
„Warum gehen die Transidenten nicht einfach den „Pride“-Weg der anderen Queer-Formatigen und bekennen sich zu ihrem Anderssein? Warum skandieren sie nicht frei nach alter Homo-Losung: 'Say it clear, say it loud, I am trans and I am proud!'? Warum das staatlich verordnete Tarnen und Täuschen, das Verstecken und Verschweigen, das weit über das jedem zustehende Recht auf Privatsphäre hinausgeht?“
Erstens: Warum soll ich stolz auf etwas sein, was ich nicht gemacht oder mir ausgesucht habe? Zweitens: Weil es Menschen gibt, die sich über uns lustig machen, die uns beschimpfen und am liebsten in der Psychiatrie sehen würden und weil wir lange genug gelitten haben, genau deshalb.
Ich kann mir vorstellen – nein, eigentlich möchte ich das gar nicht – was jetzt in den Kommentaren möglicherweise passieren wird. Bevor jemand seinen Hass und seine Verachtung niederschreibt, möge er bedenken, dass auch wir eine Menschenwürde besitzen, dass wir uns das alles nicht ausgesucht haben und dass die meisten von uns niemanden zu unserem Weg überreden, sondern einfach nur in Ruhe gelassen werden wollen.
„Das Thema gehört in die Gummizelle.“
„Wer Transmenschen wirklich liebt, sagt ihnen, dass sie krank sind und Heilung benötigen.“
„Das reine Gefühl ‚ich fühle mich im falschen Körper‘ ist daher bestenfalls eine psychosexuelle Störung …“
„ … darf man sich auch hier nicht das ‚Grundnarrativ‘ von Bekloppten oder psychisch Gestörten vorgeben lassen.“
„therapiebedürftiges Gelichter“
„Es scheint keine wissenschaftlichen Daten zu geben, dass die Behandlungen medizinisch-ethisch überhaupt sinnvoll sind und nicht in viel größerer Zahl die psychische Störung des Betroffenen noch schlimmer macht.“
„Als Gentleman kann man etwas mitspielen und dem ‚kleinen Fräulein‘ mit den haarigen Beinen, dem Bierbauch, den muskelbepackten Oberarmen die Tür aufhalten.“
Das sind nur einige Zitate aus den Kommentarspalten unter drei Artikeln auf der Achse des Guten. In den Artikeln selbst finden sich übrigens auch Beispiele, wie bei „Hafer ohne Hupen“:
„Daher ist es wurscht, ob Sie oder ich ... als Frauen verkleidete Männer ‚normal‘ finden.“
„... und eine Frau, die sich vom Unterarm geschältes Gewebe zwischen die Beine nähen lässt, verwandelt sich nicht in einen Mann, sondern in eine Frau mit Fleischwurst.“
Um das alles mal zusammenzufassen: Transpersonen sind also bekloppt, krank, therapiebedürftig, Gelichter, psychisch gestört und gehören in die Gummizelle. Transfrauen haben behaarte Beine, einen Bierbauch und muskelbepackte Oberarme und Transmänner eine Fleischwurst.
Wenn ich so etwas lese, frage ich mich allen Ernstes, ob die Schreiber sich überhaupt mal über das Thema informiert haben, geschweige denn mit Transpersonen jemals Kontakt hatten (es gibt jede Menge sehr guter Dokus/Sendungen im Fernsehen und Youtube, in denen sehr respektvoll mit Transpersonen umgegangen wird, zum Beispiel das „Nachtcafé“). Die Aussagen sind so verkehrt wie menschenverachtend, sodass man gerne hinter die Hecke gehen würde, um (Entschuldigung) zu kotzen. Sie wissen nichts über das jahre- bis jahrzehntelange Leiden, das Versteckspiel, die Scham, mit der Transpersonen leben. Täten sie das, könnten sie nicht mehr so schreiben, sich lustig machen (wenn es auch noch so subtil daherkommt), Menschen, die anders sind, fertig machen.
Ich bin als Transfrau selber Betroffene und bin weder bekloppt noch habe ich die oben beschriebenen körperlichen Merkmale. Das erstere weiß ich übrigens deshalb so genau, weil bisher psychische Störungen vor einer offiziellen Änderung des Vornamens und des Personenstandes sowie einer eventuellen späteren Transition (Geschlechtsangleichung) sicher durch psychiatrische oder psychologische Begutachtung ausgeschlossen werden müssen, unter anderem auch damit die Krankenkassen die Kosten für den medizinischen Teil übernehmen (siehe hier). Ich kann versichern, das sind keine Gefälligkeitsgutachten.
Katharina B. Otto ist Transfrau und arbeitet als Biologin. Sie schreibt unter Pseudonym.
Das wirklich durch und durch Böse, u.ich meine in der jüdischen Religion nennt man das „Amalek“ greift die Schwächsten der Gesellschaft an, sprich Alte z.B. durch Meucheln. Oder, indem man an ihnen medizinisch experimentiert wie z.B.Dr. Josef Mengele.(1) Oder, indem man die Kranken ihrer medizinischen Betreuung beraubt. (2) Oder, indem man kleine Kinder mißbraucht indem man sie z.B. in die sexuellen Phantasien Erwachsener involviert. bzw. sie im zarten Alter für die eigene Sterilisierung motiviert. .Oder, indem man die psychologischen „Support“ Strukturen gezielt zerstört. Eine ganz wichtige davon wäre die Familie u. die biologisch v.d.Natur mit auf den Weg gegebene Mutter Kind Bindung die bei jedem Tier während bestimmter kritischer Phasen zu beobachten ist (nicht nur beim Menschen). Glücklich wer tragfähige „Schultern“ entwickelt da er diese Bindung als Kleinkind einst genießen durfte. Pech wer hier zu kurz kommt weil er, od. seine Mama einst in einer Krippe landete oder weil er Adoptiveltern hatte die erwartungsgemäß den Ausfall eines natürlicher Vorteils eher nicht ausgleichen können. Die Politik tut derzeit alles dassdie „Wunde der Ungeliebten“ und „Last Generation“ (3) zur globalen Platzwunde wird mit der sich mir aufdrängeFrage: WARUM? (1) Prädestiniert für den Angriff auf die Schwächsten ausm Hinterhalt wäre d. Biowaffe(2) (Heute gibt es sowas zum Glück nicht mehr, davor schützen uns die WHO, die UN das Syracuse Agreement u. v. Ende betrachtet: der Fact Check) ((3)) Siehe zu diesem Punkt das Werk von Schellenberg: Die Wunde der Ungeliebten. (unter besonderer Beachtung seiner Ausführungen zur Bedeutung d.Religion (die ich in den 17 SDGs d. „neuen“ UN Charta nicht mehr find. Ferner sei hier erwähnt die Forschungen von Harlow an Affenbabies , was soziale „Weitervererbung“ schwerer Beziehungsstörungen an nächste Generatianen anlangt, Sowie auch d. Experiment v.Friedrich II. dessen „ungeliebte“ Zöglinge am Ende seines. „Experiments“ alle starben.
Tobias Meier: DoppelPlusGut!
„Die allermeisten Transpersonen möchten keine Aufmerksamkeit. Sie möchten in Ruhe gelassen werden und ihr Leben leben, sozusagen in die Normalität abtauchen.“ Für mich ist das alles, was man zu dem Thema sagen muss. Im Gegenzug möchte ich allerdings auch mit diesem Thema „in Ruhe gelassen werden“. Das Thema ist und bleibt eine Randerscheinung, die jedoch gerade extrem aufgeblasen wird und besonders bei Kindern Heranwachsenden für unnötige Verstörungen sorgt. Wenn jemand Identitätsprobleme hat, sollte man das ernst nehmen, jedoch auf psychologischem Weg angehen. Wie sich jemand kleidet oder gibt, ist mir schnuppe. Ich werde zunächst verwundert sein, kann aber damit umgehen. Jeder Mensch muss seinen persönlichen Stil finden und sollte auch das Recht dazu haben. Das kann extravagant sein, sollte jedoch unbedingt geschmackvoll ausfallen. Das ist auch eine Aufgabe für fähige Stilberater. Gelingt das nicht, müssen sich die Leute dann allerdings nicht wundern, wenn das gesellschaftlich aneckt, so wie es bei Normalen auch der Fall sein wird. „Normal“ ist hier nicht wertend gemeint, es beschreibt nur die gegebenen Tatsachen. Besondere Menschen können auch interessant sein. Wenn ich allerdings das Wort „Geschlechtsangleichung“ höre, stellen sich mir die Nackenhaare auf. Das ist für mich schlicht Verstümmelung und das Versagen von Psychologen und Stilberatern. Chirurgische „Lösungen“ haben schon viel unwiederbringliches Leid produziert. Letztlich sollte man alle Menschen alleine danach beurteilen, was sie anderen Menschen gegenüber tun.
Ich danke Frau Otto und der Achse für diesen lesenwerten und erhellenden Bericht. Er macht deutlich, wie in Deutschland mit Transpersonen umgegangen werden sollte, und auch die dort vorhandenen Defizite und Verirrungen.
Ich habe (soweit ich weiß) keine Transmenschen in meinem Bekanntenkreis, habe also keine Information aus erster Hand. Jedoch finde ich die Schilderung von Frau Otto seriös und plausibel. Gezwungen zu sein, gegen seine innere Natur zu leben, ist mit Sicherheit sehr belastend. Vielleicht ist es (auch wen es um etwas anderes geht) von den Gedankengängen und Gefühlen vergleichbar mit Menschen, die lange nicht zu ihrer Homosexualität stehen können oder meinen, dies nicht zu können. Deswegen muss es einen Weg geben, dass Transmenschen in ihrem gefühlten Geschlecht leben können. Und zwar auch in Ruhe leben können. Ich kann gut verstehen, dass Frau Otto eben ganz normal als Frau leben möchte, ohne ständig den Vorgang der Transition mit sich herumzuschleppen oder gar der Erwartung ausgesetzt zu sein, ständig öffentlich irgend einen „Pride“ im Hinblick auf eine Sache zu demonstrieren, die nun wirklich ihre Privatangelegenheit ist.
Wer sich für Transmenschen engagieren möchte, mag dies tun. „Aktivismus“ (scheußliches Wort) aber als Gesellschaft geradezu zu erwarten, stünde der meist ersehnten Normalität gerade im Wege und ist gegenüber den Transmenschen übergriffig.
Das Selbstbestimmungsgesetz verhöhnt Menschen wie Frau Otto geradezu. Sie hat am eigenen Leib erlebt, dass das Geschlecht eben nicht etwas beliebiges ist, das sich jeder aus einer Laune heraus aussuchen können müsste, um sich dann, anders gelaunt, jeweils ein Jahr später wieder und wieder umzuentschließen,. Natürlich muss es ein Gesetz geben, das Transmenschen die Möglichkeit gibt, ohne prohibitive Hürden ihr Dilemma zwischen dem körperlichen und gefühlten Geschlecht zu beenden. Ein Gesetz der reinen Beliebigkeit spottet aber der Ernsthaftigkeit der Lage, in der sich Transmenschen befinden und zieht sie auf die Stufe der Lifestyle-Queeren herunter, die lediglich Aufmerksamkeit heischen wollen. Das haben wirkliche Transmenschen mit Sicherheit nicht verdient.
Ich wünsche Frau Otto ein glückliches, normales Leben.
Beitraege wie den Ihren brauchen wir, denn Sie beschreiben unaufgeregt, sachlich und ohne Vorwuerfe Ihren Lebensweg. Sie wollen einfach nur das sein, was Sie sind, und wer kann daran Anstoss nehmen? Jedenfalls niemand, der sich selbst als guten Menschen (Christen) bezeichnen moechte.
Ich wuensche Ihnen von Herzen alles, alles Gute und viel Glueck und Zufriedenheit auf Ihrem weiteren Lebensweg.
Hass und Verachtung ergiessen sich -- nach dem, was ich mitbekommen habe -- insbesondere ueber diejenigen, die lautstark Geschlechtsumwandlungen fuer Kinder fordern, dazu noch verlangen, dass die Eltern diesbzueglich keine Rechte haben sollen. Auch besonders aggressiv auftretende Individuen schaden der Sache der Transsexuellen, von Perversen, die so etwas ausnutzen, um Verbrechen zu begehen, ganz zu schweigen (ich denke an den 15jaehrigen in den USA, der als Maedchen anerkannt werden wollte & prompt in einer Maedchenumkleide ein Maedchen vergewaltigte). Auch Leute wie Lia Thomas, der saemtliche weiblichen Athleten im Schwimmen pulverisiert, tun der Sache der Transsexuellen keinerlei Gefallen.
Ich geb’s zu, ich bin konservativ. Sexualitaet ist Privatsache. Wer sein eigenes Leben lebt -- d’Accord. Wer hingegen meint, mir lautstark seinen Lebensstil unter die Nase reiben zu muessen & Akzeptanz einzufordern -- da werd‚ ich ruppig, denn solche Leute haben ihre eigene Agenda, die mit den Rechten Ihresgleichen wenig bis gar nichts im Sinne haben. Fuer solche Gestalten sind Sie einfach nur nuetzliche Vehikel, um deren verbrecherische Anliegen durchzuboxen.
Wie gesagt, bei Ihnen sieht das voellig anders aus. Leuten wie Ihnen wuensche ich nur das Beste. Und, bitte bedenken Sie: Wer sich selbst Christ nennt und Sie dann aufgrund ihres Lebens- und Leidensweges ablehnt, hat nicht verstanden, was Christus sagen wollte.
Mit herzlichen Gruessen,
Sebastian Laubinger
…haben seit ihrer Kindheit das Empfinden, dass ihre Geschlechtsidentität nicht mit dem Körper, in dem sie geboren wurden, übereinstimmt… da es eine Repräsentation des Körpers im Gehirn gibt könnte hier eine Ursache liegen. Es mag seltsam klingen, nach einem Unfall fühlte sich mein li. Unterarm fremd an. Die tatsächlichen anatomischen Gegebenheiten entsprachen nicht mehr der dem was in meinem Gehirn abgespeichert war. Es waren nicht mehr 2 Unterarmknochen sondern ca 15 Knochenfragmente. Da passte der Soll-Ist Vergleich nicht mehr. Es wäre interessant in dem Bereich weiter zu forschen, auch weil es Patienten gibt die aus ganz anderen Gründen Fehlwahrnehmungen des Körpers haben. Ein genetischer Anteil ist natürlich auch möglich. Hoffen wird das dies nicht die gleichen Folgen hat wie bei Trisomie 21. Wird die vorgeburtlich nachgewiesen steigt die Wahrscheinlichkeit eines Abbruchs der Schwangerschaft. PS Vielen Dank für ihre Klarstellung.