Gastautor / 17.05.2023 / 10:00 / Foto: Symbolbild/Pixabay / 125 / Seite ausdrucken

Psychopathen, Dummies, Verirrte? Gedanken einer Transfrau

Von Katharina B. Otto.

Ich schreibe hier aus meiner Perspektive als Transfrau und Biologin. Ich bin weder bekloppt noch sehe ich aus wie ein Mann in Frauenkleidern.  

Ich schreibe hier aus meiner Perspektive als Transfrau (und Biologin), daher verwende ich ausnahmslos die weibliche Form. Außerdem verwende ich die Begriffe „Transperson“ und „Transidentität“, da „Transsexualität“ oft mit sexueller Orientierung konnotiert ist, die allerdings mit dem Thema nichts zu tun hat. Ebenso wird der Begriff „Geschlechtsangleichung“ verwendet, da eine Umwandlung natürlich nicht möglich ist. Intersexualität, Binarität und so weiter spreche ich nicht an. Um es gleich klarzustellen: Aus Sicht der Biologie gibt es beim Menschen genau zwei Geschlechter, männlich und weiblich.

Alles andere, wie zum Beispiel Intersexualität, Geschlechtsdysphorie (Transidentität), Chromosomenabweichungen (zum Beispiel Klinefelter- und Turner-Syndrom) sind Abweichungen von dieser Norm. Diese sind sehr selten, also eine kleine Minderheit (Transidentität laut MSD-Manual 2022: Männer ca. 0,005–0,014 Prozent, Frauen 0,002–0,003 Prozent). Ich persönlich kann mit den zahlreichen „Geschlechtern“ nichts anfangen. Ich habe eine Identität als Frau (habe ich immer gehabt und wurde deswegen lange Jahre gemobbt), auch wenn ich in einem männlichen Körper geboren wurde, und möchte daher als Frau leben und nicht als irgendetwas Diffuses.

Transidentität ist nichts, was sich irgendeine von uns Transpersonen ausgesucht hat. Alle Transfrauen, die ich kenne, haben seit ihrer Kindheit das Empfinden, dass ihre Geschlechtsidentität nicht mit dem Körper, in dem sie geboren wurden, übereinstimmt. Hierfür gibt es vermutete Ursachen. Es spielen wahrscheinlich sowohl biologische als auch soziale Faktoren eine Rolle. Aus Zwillingsstudien gibt es starke Hinweise auf eine genetische Komponente bei der Entstehung von Transidentität. Einige Studien zur Bildgebung des Gehirns zeigen funktionelle und anatomische Unterschiede bei transidenten Menschen, die eher mit ihrem gefühltem Geschlecht als mit ihrem Geburtsgeschlecht übereinstimmen.

Dieses kann mit hormonellen Störungen vor der Geburt zusammenhängen (Quellen liegen der Autorin vor). Die Bildung der Geschlechtsidentität/Geschlechterrolle wird aber auch von sozialen Faktoren beeinflusst, wie zum Beispiel dem Charakter der emotionalen Bindung der Eltern oder die Beziehung, die jeder Elternteil zum Kind hat. In der einschlägigen Forschung herrscht mittlerweile die Überzeugung vor, dass eine „echte“ Transidentität handfeste körperliche Ursachen haben kann. Insbesondere wenn diese Abweichung bereits im Kindesalter empfunden wird, ist eine biologisch-medizinische Ursache eher wahrscheinlich.

Die Befreiung aus einem dunklen Kerker

Alle mir bekannten Transfrauen haben einen zum Teil sehr langen Leidensweg hinter sich, bevor sie den Mut gefunden haben, zu ihrem „Anderssein“ zu stehen. Bei mir hat es 60 Jahre gedauert. Das hat natürlich Gründe. In meiner Kindheit und Jugend war das Thema einfach ein absolutes Tabu und hätte wahrscheinlich den gesellschaftlichen Ausschluss bedeutet. Dazu hätte es extrem viel Mut gebraucht, und den hatte ich nicht. Das bereits erwähnte Mobbing hat mir schon gereicht. Später habe ich das Thema einfach mehr oder weniger erfolgreich verdrängt beziehungsweise heimlich ausgelebt und versucht, mich in die Rolle als Mann einzufinden.

Dass das mit immer stärker werdenden psychosomatischen Beschwerden (bei mir am Ende bis hin zu Erstickungsanfällen, Depressionen, Suizidgedanken und so weiter) verbunden war, merkte ich erst, als alle diese Symptome schlagartig verschwanden, nachdem ich mich entschlossen hatte, zukünftig als Frau zu leben. Lesen Sie das Buch „Endlich Nora“, dann wissen Sie was ich meine. Ich habe meinen Körper mein Leben lang abgelehnt (mit den entsprechenden Folgen), jetzt kann ich ihn endlich lieben. Es war wie die Befreiung aus einem dunklen Kerker, in dem ich mein Leben lang eingesperrt war. Endlich war ich frei und konnte das Licht sehen. Natürlich kommen ab und zu Zweifel auf, ob die Entscheidungen richtig waren, insbesondere mir als gläubiger Christin.

Wenn ich mir allerdings dann die Alternativen anschaue (zurück in den Kerker mit allen Folgen für Körper und Psyche), weiß ich, dass alles seine Richtigkeit hatte. Es gibt sicherlich Menschen, die bereuen, eine Transition gemacht zu haben. Das ist allerdings ein verschwindend geringer Anteil. Alle meine Bekannten sind sehr glücklich, diesen Weg beschritten zu haben. Sie empfinden es wie ich als eine Befreiung. Ich habe übrigens bisher noch keine Transfrau mit behaarten Beinen, Bierbauch und muskelbepackten Oberarmen kennengelernt. Im Gegenteil, sie sehen oft sehr weiblich aus (Siehe dazu auch die Zitate am Ende dieses Textes).

Wir wollen nichts Besonderes sein

Menschen, die meinen, nach so einem Entschluss fängt der leichte Teil an, irren. Der Weg bis zur Geschlechtsangleichung ist hart. Darum gehen ihn auch fast nur die Menschen, die wirklich transident sind und unter einem hohen Leidensdruck stehen. Die Behandlung mit Hormonen und die geschlechtsangleichende Operation sind heftige Eingriffe in den Organismus, die aber bei mir zum Beispiel notwendig waren, um meinen Frieden zu finden. Nur wenige Transpersonen nehmen zwar Hormone, verzichten aber auf das Risiko der Operation. Im sozialen Umfeld habe ich erst meine Frau, einen guten Freund, meine Kirchengemeinde, in der ich sehr aktiv war und dann meine Arbeit verloren.

Ich hatte das Glück, dass meine komplette (große) Familie und die meisten meiner Freunde hinter mir stehen. Viele von uns verlieren auch das. In meiner Nachbarschaft erntete ich großes Verständnis, selbst meine über 80-jährigen Nachbarn hatten keinerlei Problem. Sie kannten das bereits aus den Medien. Nur bei bestimmten Nationalitäten stoße ich auf Unverständnis. Auch einige Christen (ich war in einer religiösen Einrichtung tätig und Gott macht ja keine Fehler) haben mich fallen gelassen. Gottseidank fand ich sehr gute Ärzte und Psychologen, die mich da auffangen konnten. Außerdem war mir meine Freundin eine sehr wertvolle Stütze, ohne die ich den Weg wahrscheinlich so nicht geschafft hätte.

Heute bin ich nach Abschluss der Transition stabil und habe wieder erfolgreich angefangen zu arbeiten. Ich bin dort nicht geoutet und werde als Frau akzeptiert. Das ist übrigens ein Grund, warum ich es wichtig finde, dass bestimmte Dokumente geändert werden können, wie zum Beispiel Abschlusszeugnisse (Grundbucheinträge müssen bei Namensänderung sowieso geändert werden, genau wie Fahrzeugpapiere und so weiter). Wenn ich mich mit einem „männlichen“ Zeugnis bewerbe und dann als Frau auftrete, oute ich mich ja automatisch und das wollen wir vermeiden, weil wir eben nichts Besonderes, keine Exoten sein möchten.

Die allermeisten Transpersonen möchten keine Aufmerksamkeit

Noch einige Anmerkungen zu Themen, die zur Zeit durch die Medien geistern. Den sogenannten Transaktivisten stehe ich eher kritisch gegenüber. Oft sind es keine Betroffenen, die sich anmaßen, für uns zu sprechen. Es werden Themen hochgekocht, die für uns Betroffene nur von geringerer Relevanz sind. Als Transfrau gehe ich selbstverständlich auf eine Damentoilette und in die Damenumkleide. Alles andere würde schon sehr merkwürdig wirken, da ich eben weiblich aussehe. Schutzräume für Frauen (zum Beispiel Frauenhäuser) müssen selbstverständlich für Frauen (inklusive Transfrauen während und nach der Transition) reserviert sein.

Männer, die meinen, ohne einen Nachweis ihrer tatsächlichen Transition bleiben zu müssen und weiterhin ihre männlichen Geschlechtsmerkmale haben, sollten dort keinen oder nur nach eingehender Prüfung Zutritt haben. Die Aufmerksamkeit, die derzeit Transpersonen „entgegenschlägt“, hat dazu geführt, dass wir wahrgenommen werden. In meinem Umfeld ist das positiv gewesen. Immer wenn ich zum Beispiel meinen Namenswechsel angeben musste, wurde das sehr freundlich aufgenommen.

Allerdings kann das Pendel auch zur anderen Seite ausschlagen und bei zu großer Penetranz oder Lächerlichkeit der Forderungen (zum Beispiel diese ganze unsägliche Genderei) in Verachtung und Hass umschlagen. Die allermeisten Transpersonen möchten keine Aufmerksamkeit. Sie möchten in Ruhe gelassen werden und ihr Leben leben, sozusagen in die Normalität abtauchen. Wenn das gelingt, ist ein Leben als Transfrau in unserem Land sehr gut und ohne Probleme möglich.

Warum soll ich stolz sein?

Ich arbeite mit Kindern und Jugendlichen und finde es völlig inakzeptabel, diese ohne sehr gewichtigen Grund (zum Beispiel sehr hoher Leidensdruck) zu ermutigen, eine Geschlechtsangleichung vorzunehmen (dass Eltern auf jeden Fall bis zu einem Alter der Betroffenen von 18 Jahren – von Ausnahmen abgesehen – mit einbezogen werden müssen, halte ich für unverzichtbar). Mein Rat an jede und jeden, egal welchen Alters, aber speziell Kinder und Jugendliche, wäre, erst mal abzuwarten und vor unabänderlichen Eingriffen zunächst eine gute Beratung in Anspruch zu nehmen. Ich habe zum Beispiel sehr gute Berater gehabt, es gibt sie. Insofern halte ich die Begutachtung von Spezialisten auch für sehr wichtig.

Die Abschaffung dieses Prozederes im Rahmen des neuen Selbstbestimmungsgesetzes ist aus meiner Sicht nicht zielführend. Allerdings bin ich dafür, dass die Kosten für die Begutachtung, die im vierstelligen Bereich liegen, abgesenkt werden. Die Bestimmung, dass der Name und der Geschlechtseintrag jedes Jahr geändert werden kann, ist aus dieser Sicht völlig daneben. Man kann sich natürlich auch in so einer Sache irren, aber das dürfte dann ja mit einem einmaligen Vorgang zu beheben sein.

Bevor Sie Ihren Hass und Ihre Verachtung niederschreiben…

Und jetzt einige Zitate aus einem Achgut-Beitrag zu diesem Thema sowie Kommentaren unter diesem und zwei ähnlichen Beiträgen:

„Warum gehen die Transidenten nicht einfach den „Pride“-Weg der anderen Queer-Formatigen und bekennen sich zu ihrem Anderssein? Warum skandieren sie nicht frei nach alter Homo-Losung: 'Say it clear, say it loud, I am trans and I am proud!'? Warum das staatlich verordnete Tarnen und Täuschen, das Verstecken und Verschweigen, das weit über das jedem zustehende Recht auf Privatsphäre hinausgeht?“

Erstens: Warum soll ich stolz auf etwas sein, was ich nicht gemacht oder mir ausgesucht habe? Zweitens: Weil es Menschen gibt, die sich über uns lustig machen, die uns beschimpfen und am liebsten in der Psychiatrie sehen würden und weil wir lange genug gelitten haben, genau deshalb.

Ich kann mir vorstellen – nein, eigentlich möchte ich das gar nicht – was jetzt in den Kommentaren möglicherweise passieren wird. Bevor jemand seinen Hass und seine Verachtung niederschreibt, möge er bedenken, dass auch wir eine Menschenwürde besitzen, dass wir uns das alles nicht ausgesucht haben und dass die meisten von uns niemanden zu unserem Weg überreden, sondern einfach nur in Ruhe gelassen werden wollen.

„Das Thema gehört in die Gummizelle.“

„Wer Transmenschen wirklich liebt, sagt ihnen, dass sie krank sind und Heilung benötigen.“

„Das reine Gefühl ‚ich fühle mich im falschen Körper‘ ist daher bestenfalls eine psychosexuelle Störung …“

„ … darf man sich auch hier nicht das ‚Grundnarrativ‘ von Bekloppten oder psychisch Gestörten vorgeben lassen.“

„therapiebedürftiges Gelichter“

„Es scheint keine wissenschaftlichen Daten zu geben, dass die Behandlungen medizinisch-ethisch überhaupt sinnvoll sind und nicht in viel größerer Zahl die psychische Störung des Betroffenen noch schlimmer macht.“

„Als Gentleman kann man etwas mitspielen und dem ‚kleinen Fräulein‘ mit den haarigen Beinen, dem Bierbauch, den muskelbepackten Oberarmen die Tür aufhalten.“

Das sind nur einige Zitate aus den Kommentarspalten unter drei Artikeln auf der Achse des Guten. In den Artikeln selbst finden sich übrigens auch Beispiele, wie bei „Hafer ohne Hupen“:

„Daher ist es wurscht, ob Sie oder ich ... als Frauen verkleidete Männer ‚normal‘ finden.“ 

„... und eine Frau, die sich vom Unterarm geschältes Gewebe zwischen die Beine nähen lässt, verwandelt sich nicht in einen Mann, sondern in eine Frau mit Fleischwurst.“

Um das alles mal zusammenzufassen: Transpersonen sind also bekloppt, krank, therapiebedürftig, Gelichter, psychisch gestört und gehören in die Gummizelle. Transfrauen haben behaarte Beine, einen Bierbauch und muskelbepackte Oberarme und Transmänner eine Fleischwurst.

Wenn ich so etwas lese, frage ich mich allen Ernstes, ob die Schreiber sich überhaupt mal über das Thema informiert haben, geschweige denn mit Transpersonen jemals Kontakt hatten (es gibt jede Menge sehr guter Dokus/Sendungen im Fernsehen und Youtube, in denen sehr respektvoll mit Transpersonen umgegangen wird, zum Beispiel das „Nachtcafé“). Die Aussagen sind so verkehrt wie menschenverachtend, sodass man gerne hinter die Hecke gehen würde, um (Entschuldigung) zu kotzen. Sie wissen nichts über das jahre- bis jahrzehntelange Leiden, das Versteckspiel, die Scham, mit der Transpersonen leben. Täten sie das, könnten sie nicht mehr so schreiben, sich lustig machen (wenn es auch noch so subtil daherkommt), Menschen, die anders sind, fertig machen.

Ich bin als Transfrau selber Betroffene und bin weder bekloppt noch habe ich die oben beschriebenen körperlichen Merkmale. Das erstere weiß ich übrigens deshalb so genau, weil bisher psychische Störungen vor einer offiziellen Änderung des Vornamens und des Personenstandes sowie einer eventuellen späteren Transition (Geschlechtsangleichung) sicher durch psychiatrische oder psychologische Begutachtung ausgeschlossen werden müssen, unter anderem auch damit die Krankenkassen die Kosten für den medizinischen Teil übernehmen (siehe hier). Ich kann versichern, das sind keine Gefälligkeitsgutachten.

Katharina B. Otto ist Transfrau und arbeitet als Biologin. Sie schreibt unter Pseudonym.

Foto: Symbolbild/Pixabay

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Paypal via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

Wilfried Düring / 17.05.2023

@T. Schneegaß: Lese gerade im MDR den Bericht über Magedeburg. ‘... <Name beim MDR nachlesen> - Mitglied bei den Linken – ist Student in Magdeburg, wo er die Gruppe “OVGU Pride” gegründet hat, die (angeblich; WD) queere Menschen unterstützen soll. ...’ Das reicht eigentlich schon, oder? Aber es kommt noch besser: ‘... Geschminkt gehe er oft nicht mehr durch Magdeburg. Aus Vorsicht. Oder wenn, dann eher aus Trotz, weil er sich keine Angst machen lassen wolle, erzählt der 29-Jährige ...’. Also ein 29 jähriger männlicher Student läuft geschminkt durch die Stadt (anstatt ‘zu studieren’!), will ganz offensichtlich damit provozieren (Trotz) und beschwert sich dann über negative Reaktionen. ‘... Der Kulturkampf von rechts führe zu einer aggressiveren Stimmung. - Es brauche das Signal: “Wir wollen diesen Hass nicht.” ‘. Und: ‘... Es gebe zwar eine Reihe von Angeboten wie ... Diese seien ziemlich klein und BRÄUCHTEN DRINGEND MITTEL, um effektiver arbeiten und aufklären zu können. ...’. Da muß man doch an sich halten! Wer führt den Kulturkampf? Niemand hat was gegen transidentitäre Menschen wie die tapfere Autorin dieses Achse-Beitrages. Es ist ihr RECHT ‘in Ruhe gelassen werden und ihr Leben leben, sozusagen in die Normalität abtauchen’ - überhaupt keine Frage. Ich habe deshalb den Text des christlichen Jugend-Liedes vorhin sehr bewußt zitiert; Frau K. O. ! Aber die ständige Teil-Okkupation des öffentliches Raumes durch Leute wie diesen offenbar nicht-studierenden Studenten - das ist genau eine Form der ‘großen Penetranz, die irgendwann in Verachtung umschlägt’. Und dann hat der Bursche die Chuzpe zu fordern, daß die aus Rassisten und Homophoben bestehende Allgemeinheit durch ihre Arbeit und ihre Steuern diesem Burschen noch seine ideologisch Spielwiese finanzen soll! Klare Ansage: DAFÜR habe ich kein Verständnis. Ich lehne das ab! Klare Ansage (2): Das beschriebene Nicht-Verstehen und der kulturelle Konflikt rechtfertigen weder Übergriffe/Schlägereien noch Grab-Schändungen.

Marc Greiner / 17.05.2023

Interessanter Beitrag in einem “hurra-ich-bin-Buchstabensalat” Umgebung. Meine Gedanken: Einen Körper operativ umzugestalten ist ja ein sehr grosser Eingriff. Wieso nicht eine Psychotherapie machen? Und mein Einwand, dass man keine psychischen Probleme hat: Wenn jemand sich in seinem eigenen Körper nicht wohlfühlt, ist man dann trotzdem kerngesund? Diejenigen, die diesen Menschen sagen wie cool und super sie sind gehen dann nach Hause zu ihrer Familie und die Transperson bleibt dann alleine mit ihren Problemen zurück. Damit ist niemandem geholfen. Diesen Zustand als normal zu bezeichnen hilft keinem. Aber ich verstehe und unterstütze das auch, dass die meisten Transpersonen einfach in Ruhe leben wollen. Dagegen habe ich auch nichts. Transpersonen werden politisch instrumentalisiert, wofür auch immer. Das ist dann nochmal ein anderes Thema.

Sirius Bellt / 17.05.2023

Interessant, was ein vernünftiger Artikel zum Thema Transidentität so alles auslösen kann. Die meisten der Kommentare strotzen nur so von Toleranz und Verständnis. Das habe ich bislang auf der Achse ganz anders erlebt, wenn es um dieses Thema ging. Aber auch jetzt wird in einigen Kommentaren wieder deutlich, dass es einige immer noch nicht geblickt haben. Dümmliche Bemerkungen wie: “Hormon-Bonbons”, “Sie werden trotzdem als Mann sterben” und Fragen nach der “sexuellen Orientierung” sind nur ein paar Beispiele dafür, dass es noch viel zu tun gibt!

Christoph Ernst / 17.05.2023

Sehr geehrte Autorin - vielen Dank für Ihren Beitrag, den mich durch seinen Mut und seine Offenheit beeindruckt hat. Ich sehe die Dinge gar nicht so viel anders als Sie. Wenn wir uns darüber einig sind, dass jedes Individuum das Recht haben sollte, bei Lebensentwürfen seinen Gefühlen, seinem Verstand und seinem Gewissen zu folgen, ohne anderen damit auf den Geist zu gehen, dann spielen wir im selben Team. Mich widern die Identitätsagitatoren an, die Menschen mit Ihrer Disposition vereinnahmen und sie instrumentalisieren, um den großen Rest zu gängeln. Und gegängelt fühle ich mich. Transideologie hat mit den Bedürfnissen “echter”  Transmenschen genauso viel zu die Sprachvergewaltigung der Genderideologen mit Frauen- und Menschenrechten. Er ist nur ein Vehikel dafür, das Realitätsverständnis der Mehrheit zu zerstören. Dagegen wehre ich mich. Und natürlich weiß auch ich, dass es “echte” Transmenschen gibt, die da benutzt werden - und die am Ende im Zweifelsfall die Zeche zahlen, sobald das Pendel umschlägt. Denn dann verpissen sich all die ‘Aktivisten’ - oder stehen plötzlich auf der anderen Seite. Insofern nochmals vielen Dank und gute Wünsche.

Caroline Neufert / 17.05.2023

Sorry, dieses Mitleidheischende und das Bohei stören mich sehr. Es gibt Menschen, die mit sich selbst unzufrieden sind und sehr darunter leiden. Als nichts anderes sehe ich es an ... Ich finde, man sollte zu seiner Umwandlung stehen ... Ja, es wird jetzt bei einzelnen Bewerbungen ggf noch ein Problem geben, aber unsere Gesellschaft ist mittlerweile so “aware und woke”, das sich kaum noch jemand traut gegen eine Transfrau etwas zu sagen ... Das Selbstbestimmungsgesetz sehe ich nicht nur auf die vielzitierten Frauenhäuser und Saunen hin sehr kritisch, sondern auch hinsichtlich der Verfälschung von Lebensläufen/ Geschichte ... Herr Müller, Spitzel und Denunziant schadet vielen Menschen; nennt sich nun Frau Schneider und seine gesamte Historie wird angepasst ... Das ist ideal für alle Spitzel ... oder auch Spione ;-). Es ist Geschichtsfälschung, wenn man bspw an Herrn Gysi denkt, der plötzlich zur Frau Schneider werden würde ...

G. Zülken / 17.05.2023

Hierzu möchte ich nur sagen. Lasst die Menschen sein und leben wie sie wollen, soweit sie niemanden Anderen schädigen oder missbrauchen. Wenn jemand sein Geschlecht angleichen will, soll er oder sie es tun, natürlich nur als volljährige Person. Ansonsten geht es niemanden etwas an und es hat auch niemand das Recht darüber zu bestimmen und oder es zu verurteilen, ob ein Mann in sogenannten Frauenkleidern, geschminkt oder nicht, aus dem Hause geht, oder ob eine Frau, wenn sie es kann, sich einen Bart wachsen lässt. Denn die persönliche Freiheit, des menschlichen Individuum, in allen menschlichen Dingen, ist das größte Gut und muss mit allen erdenklichen Mitteln verteidigt werden. Politik und Religiosität haben sich da rauszuhalten, denn wir sind nicht mehr im Mittelalter. Die aufgeklärte Gesellschaft ist reif für freie Entfaltung aller Persönlichkeiten. Und wer das nicht will, soll das Land verlassen und ist nicht reif für eine moderne aufgeklärte Gesellschaftsform. 

Lisa Kurz / 17.05.2023

Liebe Frau Otto, ganz herzlichen Dank für Ihren Artikel. Sie haben diese komplizierte Thema so differenziert, so ruhig und besonnen und auch so interessant dargestellt, vielen Dank dafür. Es sei jedem Menschen von Herzen gegönnt, in Ruhe und Frieden, ohne Verachtung und ohne Missachtung, zu leben. Interessant finde ich auch, dass Sie die Vereinnahmung Ihrer persönlichen Situation durch Aktivisten und “Lautsprecher” so kritisch sehen. Ich glaube auch, dass es diesen nicht um die Einzelschicksale geht, sondern - meistens - um die Durchsetzung eigener Ziele und oft auch um Macht. Man gewinnt nämlich Macht über andere, wenn man ihnen vorschreibt, was sie zu denken und fühlen haben. Ich weiß, es ist nicht mit Ihrem Leid vergleichbar, aber ein bisschen konnte ich es in den letzten drei Jahren nachempfinden: Ich bin chronisch krank und habe deshalb nach reichlichem Studium von Fachliteratur (ich bin auch vom Fach) entschieden, dass eine COVID19-Impfung für mich zu gefährlich ist. Meine eigene Umgebung und auch meine katholische Kirchengemeinde haben dies in den allermeisten Fällen akzeptiert, es gab allerdings auch einige sehr unschöne und belastende Ausnahmen im weiteren Freundeskreis. Was ich mir vorher nicht vorstellen konnte: Wie Medien, öffentliche Personen und Politiker über ungeimpfte Menschen geredet haben und - abgedroschenes Wort - gehetzt haben. Ich bin vielleicht nicht sehr stark aufgrund meiner Erkrankung, ich habe diese Hetze daher sehr schwer verkraftet. Ich bekam Bluthochdruck, Depressionen, Herzrhythmusstörungen und meine Grunderkrankung verschlimmerte sich stark. Allmählich geht es mir wieder ein bisschen besser, aber ich werde diese Zeit nie vergessen und auch nicht diejenigen, die da mit gemacht haben. Nochmal, ich weiß, das ist nicht mit Ihrem langen Leid vergleichbar, es ist nur ein Beispiel dafür, wie Menschen gegenüber “Anderen” sein können.  Ich wünsche Ihnen von Herzen Alles Gute, viel Zufriedenheit und Glück und viele gute Menschen um sich!

Gabriele KLein / 17.05.2023

“Insofern halte ich die Begutachtung v.Spezialisten auch für sehr wichtig.” Habe ein Problem mit Spezialisten dieser Tage da ich mich d.Pandemie u. Ratschläge der WHO (wo ich nun wirklich die Besten der Besten wähne) traumatisiert sehe.. Ein besonderes Problem habe ich wenn sich “Spezialisten”  ohne jegliche Nachweise als solche zu Wort melden, seis beim Fact Check der Äußerungen eines Luc Montagniers od.Dr. Malone, oder bei angeblichen “Transwünschen” kleiner Kinder von denen, wie ich hörte die “Spezialisten” oft vor den Eltern erfahren.  xxxx “Es gibt sicherlich Menschen, die bereuen, eine Transition gemacht zu haben. Das ist allerdings ein verschwindend geringer Anteil. Alle meine Bekannten sind sehr glücklich, diesen Weg beschritten zu haben.” Diese Aussage scheint mir verfrüht, da dieses erst in jüngster Zeit hochgekochte “social problem” mit den entsprechenden staatlichen “Maßregelungen” noch viel zu jung ist. Bis dato deckt sich Ihre Aussage nicht mit dem was ich auf den “Beschwerdeseiten” betroffener Eltern las. Ich halte das was ich hier staatlicherseits orchestriert sehe, lege ich die Maßstäbe meines damaligen Ethikunterrichts u. 1.Charta der UN zu Grunde für einen Kindesmißbrauch. Ich bin unendlich dankbar, dass man meine Generation mit diesem Thema im Kindergarten in Ruhe ließ u. ab da gilt die Goldene Regel: was man selbst bei sich einst nicht gewünschte hätte das füge man auch dem andern nicht zu, so einfach ists. Deshalb , lehne ich die Teilnahme a. einer Diskussion zur, besseren “Ausgestaltung” v. Transwünschen kleiner Kinder ab. Zur Genetik sei noch ergänzt dass andrerseits bereits die alten Griechen z.B. auf den Zusammenhang zwischen Mißbrauch u.späterer Homosexualität hinwiesen. Ich sahs bei einem bekannten Philosophen d. Antike, Name leidvergessen. Ferner ists wohlbekannt i.d. Psychologie, dass sich mißbrauchte Mädchen gern als kleine “Burschen"wähnen

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen
Gastautor / 26.05.2024 / 20:00 / 0

Wer hat’s gesagt? (Auflösung)

Von Klaus Kadir. Unter dem Titel „Wer hat’s gesagt?“ konfrontieren wir Sie am Sonntagmorgen mit einem prägnanten Zitat – und Sie dürfen raten, von wem…/ mehr

Gastautor / 26.05.2024 / 09:00 / 14

„Wenn eine Partei den Staat als Beute nimmt, ist das keine Demokratie mehr“

Von Klaus Kadir. Unter dem Titel „Wer hat’s gesagt?“ konfrontieren wir Sie am Sonntagmorgen mit einem prägnanten Zitat – und Sie dürfen raten, von wem…/ mehr

Gastautor / 25.05.2024 / 10:00 / 10

​​​​​​​Weitere Kandidaten für „harte Landungen“ in Nahost

Von Michael Rubin. Das plötzliche und unerwartete Hinscheiden des iranischen Präsidenten wirft eine Frage auf: Worauf muss sich Amerika einstellen, wenn andere Führungspersönlichkeiten in Nahost…/ mehr

Gastautor / 22.05.2024 / 16:00 / 11

Radikal fürs Klima

Von Boris Blaha. Es soll mal wieder mehr revolutionäre Radikalität walten, diesmal um das dumme Volk mit Gewalt auf die heilsgewisse Klimalinie zu zwingen. Alles Nazis…/ mehr

Gastautor / 20.05.2024 / 12:00 / 23

Erdoğans Trojanisches Pferd bald in Brüssel?

Erdoğan hat einen weiteren Weg gefunden, die deutsche Demokratie zu untergraben: Die DAVA hat vom Bundeswahlausschuss die Zulassung zur Teilnahme an den EU-Parlaments-Wahlen erhalten. Von…/ mehr

Gastautor / 19.05.2024 / 20:00 / 0

Wer hat’s gesagt? (Auflösung)

Von Klaus Kadir. Unter dem Titel „Wer hat’s gesagt?“ konfrontieren wir Sie am Sonntagmorgen mit einem prägnanten Zitat – und Sie dürfen raten, von wem…/ mehr

Gastautor / 19.05.2024 / 09:00 / 17

Wer hat’s gesagt? Die Schweiz –  „Synagoge des Satans“

Von Klaus Kadir. Unter dem Titel „Wer hat’s gesagt?“ konfrontieren wir Sie am Sonntagmorgen mit einem prägnanten Zitat – und Sie dürfen raten, von wem…/ mehr

Gastautor / 12.05.2024 / 20:00 / 0

Wer hat’s gesagt? (Auflösung)

Von Klaus Kadir. Unter dem Titel „Wer hat’s gesagt?“ konfrontieren wir Sie am Sonntagmorgen mit einem prägnanten Zitat – und Sie dürfen raten, von wem…/ mehr

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com