
Der aus unerfindlichen Gründen nur als Hinterbänkler bekannte SPD´ler Edgar Franke kommt ein bisschen spät mit der Forderung, daß Bürger für Kalorien ein Extraentgelt an den Staat entrichten sollen. Dies macht ein grosser Teil der Bürger moderner Industriegesellschaften bereits seit Jahrzehnten - und zwar freiwillig. Das Zusatzentgelt geht dabei zwar an die Industrie, aber über den Umweg Steuern indirekt auch an den Staat. Spätestens seit den 80´ern sind Supermärkte randvoll mit kalorienreduzierten Produkten. Die USA waren auch hier mal wieder Vorreiter. Lebensmitteltechnologen sind in der Lage aus so gut wie jedem Produkt Kalorien in Form von Fett oder Zucker herauszunehmen, und mit Hilfe chemischer Helferlein bleibt die sensorische Qualität mehr oder minder erhalten. Aus Butter wurde Halbfettbutter, aus Joghurt Halbfettjoghurt, aus Coke wurde Coke Light und der Kaffee wurde nicht mehr mit Zucker, sondern mit Süßstoffen gesüsst. Und diese Produkte sind nicht etwa Ladenhüter, sondern es handelt sich in der Regel um Erfolgsgeschichten – zumindest für die Industrie. Denn der ist es gelungen mit diesen Produkten schlicht und ergreifend die einzelne Kalorie zu verteuern, aber da der Kalorienbedarf eines Menschen aufs Jahr gerechnet relativ konstant ist, muss der Konsument für sein gesundheitsbewusstes Tun einen ordentlichen ZusatzObulus entrichten. Industrie und Staatssäckel freut dies, aber – warum auch immer – auf die Verschlankungswelle wartet man bis heute, die Effekte sind wenn überhaupt eher gegenläufiger Natur. Aber das interessiert einen “Fachmann” wie Franke vermutlich alles herzlich wenig. Er bezieht sich lieber auf das mexikanische Gesundheitsministerium, welches aus seiner Sicht anscheinend Vorbildcharakter hat. Warum bezieht er sich nicht auf Dänemark ? Die haben vor einiger Zeit eine Fettsteuer eingeführt – und nach recht kurzer Zeit wieder eingestellt.
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