Die „Hacktivisten“ von NoName057(16) sollen zahlreiche Cyberangriffe verübt haben, um die Internetinfrastruktur zu überlasten und westlichen Ländern damit zu schaden.
In einem international koordinierten Vorgehen unter dem Namen Eastwood haben die Strafverfolgungsbehörden verschiedener Länder, darunter Deutschland, die USA, Niederlande, Italien, Frankreich, Spanien und Schweden, sowie von Europol, Maßnahmen gegen die prorussische Hackergruppe NoName057(16) ergriffen, meldete heute das Bundeskriminalamt. Diese Gruppe soll zahlreiche Cyberangriffe verübt haben. Ein weltweites Netzwerk mehrerer hundert Server wurde abgeschaltet. In Deutschland wurden sechs Haftbefehle gegen russische Staatsbürger ausgestellt, von denen zwei als Hauptverantwortliche gelten. Darüber hinaus erließ Spanien einen weiteren Haftbefehl. In mehreren Ländern, darunter Deutschland, wurden Objekte von mutmaßlichen Unterstützern durchsucht. Die Beweise werden derzeit ausgewertet.
Bei „NoName057(16)“ handelt es sich um ein ideologisch geprägtes Hacktivisten-Kollektiv, welches sich als Unterstützer der Russischen Föderation positioniert hat und im Kontext des Russland-Ukraine-Konflikts Cyberangriffe in Form von sogenannten „Distributed Denial of Service“ (DDoS)-Angriffen durchführt, die Online-Dienste überlasten sollen. Ziele der Gruppe waren kritische Infrastrukturen und Behörden. Seit November verzeichnete man in Deutschland 14 Angriffswellen, die etwa 250 Ziele trafen. Ähnliche Angriffe ereigneten sich auch bei internationalen politischen Ereignissen. Zum Netzwerk sollen mutmaßlich mehr als 4.000 Unterstützer gehören.
Den Maßnahmen sind langwierige und aufwändige Ermittlungen gegen „NoName057(16)“ vorausgegangen. In Deutschland wird gegen die Rädelsführer, Mitglieder und Unterstützer der Gruppierung u. a. wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung im Ausland zum Zwecke der Computersabotage ermittelt.
