Den Auftakt machte Hamed Abdel-Samad am Dienstag in der NZZ. Der ägyptischstämmige Politikwissenschaftler hebt in seinem einfühlsamen Portrait die weniger bekannte menschenzugewandte und tiefgründige Seite des oft nur als Polemiker oder Spaßmacher wahrgenommenen Henryk M. Broder hervor und glaubt den „unnachgiebigen Gerechtigkeitssinn eines gekränkten Kindes“ als stärkste Antriebskraft seines Wirkens zu erkennen. Abdel-Samads Zeugnis ist auch deshalb bemerkenswert, weil die langjährigen Weggefährten, die einem Millionenpublikum aus der ARD-Serie „Entweder Broder – Die Deutschland-Safari“ bekannt sind, jüngst bezüglich des Gaza-Konflikts zu gegensätzlichen Auffassungen gelangten. Abdel-Samad bedauert in dem Schweizer Medium, Broder fehle der deutschen Streitkultur, weil er aus den öffentlich-rechtlichen Medien inzwischen weitgehend „verdrängt“ worden sei. Dies gilt auch für die meisten anderen etablierten deutschen Medien. Der SPIEGEL, für den Broder rund 15 Jahre lang schrieb, kann sich nicht zu einer Würdigung aufrappeln.
Eine rühmliche Ausnahme bildet neben der Jüdischen Allgemeinen bisher lediglich die WELT, Broders aktuelle Bühne, die bereits am gestrigen Mittwoch das gekürzte Vorwort zur Neuauflage von Broders Klassiker „Der ewige Antisemit“ druckte, das heute zu seinem Geburtstag in der Achgut Edition erscheint und hier im Achgut-Shop bestellt werden kann. In dem Text bedauert Broder, dass bisher kein Patentrezept gegen Judenhass gefunden wurde und ein starkes Israel das einzige Instrument darstellt, das dazu taugt, wenigstens den Furor der Judenhasser zu begrenzen.
Heute widmet Springer-Chef Mathias Döpfner Broder zum Geburtstag sogar eine ganze Seite der Zeitung. In einem Namensbeitrag ehrt er Broder als seinen Lieblingsautor: „Er schreibt eigentlich immer genau das, was ich denke. Nur formuliert er es besser.“ Döpfner lädt Broder auf eine gemeinsame Reise in das Städtchen Brody ein, im 19. Jahrhundert auch als das „galizische Jerusalem“ bekannt, wo er dessen publizistische Wurzeln verortet, und zwar bei den sogenannten „Broderzingers“, wandernden jiddischen Volkssängern. Broder sei eine moderne publizistische Variante dieser damals berühmten Unterhaltungskünstler.
Bereits am gestrigen Mittwoch publizierte Ralf Schuler in seinem Interviewformat „Schuler! Fragen was ist“ für das Online-Portal NIUS ein ausführliches Gespräch mit dem Jubilar Broder. Darin unterhalten sich die beiden eine knappe Stunde lang über Broders Vergangenheit, die Neuauflage von „Der ewige Antisemit“ und die aktuelle politische Lage. Sie streifen dabei zahlreiche Themen, von Luisa Neubauers und Didi Hallervordens Israelkritik bis zur Frage, ob man Angst vor der AfD haben muss (Spoiler: Broder hat keine).
In der Jüdischen Allgemeinen würdigt Broders langjähriger Freund und ehemaliger SPIEGEL-Kollege Reinhard Mohr ihn als „Protokollant des täglichen Irrsinns“. Dass er sehr vielen Menschen in diesem Land aus dem Herzen spricht, zeigt sich daran, dass er ständig spontanen Zuspruch bekommt, wenn er in der Öffentlichkeit unterwegs ist, sei es vom Zugchef bei der Bahnfahrt, vom Polizisten auf der Kreuzung oder von ganz normalen Menschen im Supermarkt und im Restaurant. „So einen wie ihn wird es nicht mehr geben“, schreibt Mohr.
Beachten Sie auch das Gespräch, das Matthias Matussek, bereits am 14. August mit Henryk führte, Sie finden es hier im Kontrafunk. Eine ausführliche Würdigung des Gebutrtstagskindes veröffentlichte auch Roland Tichy „Der ewige Unruhestifter. Zitat: „Es gibt Menschen, die hätte man gern zum Freund – gut, man kann nicht alle haben. Und es gibt Menschen, die hätte man nicht gern zum Feind. Henryk Broder ist so einer. Vermeide Feindschaft mit einem, dessen Worte töten können.“

Im Achgut-Buchshop erhältlich:
„Wer, wenn nicht ich – Henryk M. Broder“ von Henryk M. Broder, Achgut Edition 2019, hier bestellbar.

@Marc Greiner: Auch ich bin schwer enttäuscht, insbesondere von der Apollo News-Truppe.
Aber von TE hätte ich auch was erwartet.
RS wird hoffentlich morgen nachziehen.
Herzlichen Glückwunsch zum 80sten Geburtstag Herr Broder !
Und nein, das ZDF und die ARD muss ihnen nicht gratulieren, DAS haben Sie nicht verdient !
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Man muß erst mal 80 werden und dann noch geistig so aktiv sein. Weiter so !!
Mal sehen ob Broder es in die ARD/ZDF usw. schafft. Auch nimmt mich Wunder ob Steinmeier, Merkel, Roth, Chebli sich bemerkbar machen werden. Schön wäre es aber wenn die AfD gratulieren und Broder würdigen würde.
Enttäuscht bin ich von Tichyseinblick, Reitschuster und vor allem von Apollo-News, die ja von der Achse und Broder eine Starthilfe bekam. Schade, dass bis jetzt (13:12) nichts auf diesen Seiten zu finden ist.
Danke Hamed Abdel-Samad in der NZZ. Ein von mir auch gern gelesenes Medium, dass den Begriff unabhängiger Journalismus mit klugen Köpfen in den Redaktionen zu Recht verdient.
Genau wie die Achse des Guten.
Same Same, But Different.
An dieser Stelle meinen herzlichen Glückwunsch an den Jubilar, der im Film von Peter Grimm authentisch und überzeugend über sein Leben, sein Wirken und seine Spaß begeisterte Seite berichtet.
Also, hoch leben Sie Hendrik und noch viele Jahre weiter machen. Bitte.