Steffen Meltzer, Gastautor / 26.05.2019 / 12:00 / Foto: MOs810 / 5 / Seite ausdrucken

Potsdamer Galerie zeigt Mut

Die Potsdamer Kunsthistorikerin und Kuratorin Friederike Sehmsdorf hat Bilder von Axel Krause in ihre Galerie bringen lassen. Unter dem Titel: „TRANS-MISSION, Axel Krause – Bilder“ stellt sie seine Kunst in der brandenburgischen Landeshauptstadt aus. Die Leipziger Galerie Kleindienst hatte 2018 eine geplante Retrospektive anlässlich des 60. Geburtstages des Grafikers und Malers abgesagt. Axel Krause hatte auf seiner privaten Facebook-Seite geschrieben: „Ich halte die illegale Masseneinwanderung für einen großen Fehler“. Außerdem bezeichnete er die AfD als „notwendiges Korrektiv im maroden Politikbetrieb“. 

Die liberale Potsdamer Galeristin Sehmsdorf äußerte stattdessen in einem RBB-Kulturradio-Interview, dass sie „gute Kunst ausstelle und keine politischen Haltungen“. Sie wählt ihre „Künstler in Bezug auf ihr Können und menschliche Loyalität aus und fragt dabei niemanden nach seiner Religion oder Parteibuch“. Eine wünschenswerte und einst normale Verfahrensweise, die als unverzichtbare Grundlage die Zusammenarbeit von Menschen mit verschiedenen privaten Ansichten erst ermöglicht. 

„Ich male Bilder von Bildern von Bildern“

Der Maler und Grafiker Axel Krause ist diplomierter Absolvent der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Er erhielt in der Vergangenheit mehrere Stipendien. Seine Bilder wurden unter anderem in Südkorea, Hong Kong, Ungarn, Österreich, in den Niederlanden, den USA, in China und dem Libanon ausgestellt. Man findet seine Arbeiten auch in der Kunstsammlung des Deutschen Bundestages. In der durch die Galeristin Sehmsdorf für die Ausstellung herausgegebenen Broschüre beschreibt sie ihren Eindruck bei einem Besuch des Künstlers in Leipzig:

„Axel Krause ist ein intuitiver Bilderschöpfer. An den Atelierwänden hängen Papiercollagen. Fast jedes Bild beginnt er mit einer solchen Collage, in der er wesentliche Teile des späteren Gemäldes aus verschiedenen Bilderwelten zusammensetzt. Sie entsprechen Lautréamonts Zitat aus den Gesängen des Maldoror, 6. Gesang, welches später zur Definition des Surrealismus werden sollte: ‚Schönheit ist die zufällige Begegnung einer Nähmaschine und eines Regenschirms auf einem Operationstisch‘. Die Umsetzung der Collage auf der Leinwand ist dann ein präziser Prozess der Umwandlung in Malerei.“

Krause beschreibt seine Arbeiten folgendermaßen:

„Ich male Bilder von Bildern. Genau genommen male ich Bilder von Bildern von Bildern, denn während der Arbeit an meinem Entwurf folge ich einem begrifflich nicht identifizierten inneren Bild, das lediglich mit einer nebulösen emotionalen Gemengelage zu beschreiben wäre. Ähnlich einem Dichter, welcher nach Worten einer Sprache, die er sich nicht ausgedacht hat, sucht, suche ich nach Bildstoffen in meinem medialen Umfeld, welche auf diesen inneren Zustand passen. Ich weiß vorher nicht, wohin die Reise geht, aber ich weiß, wenn ich angekommen bin.“  

Die Ausstellung ist noch bis zum 15. Juni 2019 hier geöffnet: Galerie KUNST-KONTOR, Bertinistraße 1 A, 14469 Potsdam

Dieser Beitrag von Steffen Meltzer erschien zuerst auf der Homepage des Autors.

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Ulrich Jäger / 26.05.2019

Dass die Galeristin Mut zeigt, wird sich spätestens nach dem Auftritt der sozialistisch-antifaschistischen Ortsgruppe (vulgo „SA-Schläger“) zeigen. Die sind ja geübt darin, Andersdenkenden zumindest die Fensterscheiben einzuwerfen. Und andersdenkend ist in deren Augen schon jemand, der sein Gegenüber ausreden lässt. Hier in Thüringen hat ein SPD-Kreisverband einen ihrer Landtagsabgeordneten aufgefordert, aus der SPD auszutreten, weil er den Gottseibeiuns der Partei (Sarrazin) nach Erfurt zu einer Lesung eingeladen hat. Interessanterweise hat dieser Oskar Helmerich durch seinen Übertritt zur SPD-Fraktion 2016 die hauchdünne rot-rot-grüne Mehrheit im Landtag gesichert. Ein Ausschlussverfahren trauen sich die Genossen wohl doch nicht zu beantragen, wohlwissend, dass sie da noch auf einen Restverstand in der SPD treffen würden. Diese Partei ist unwählbar geworden!

sybille eden / 26.05.2019

Damals im 3.Reich hat es auch niemand gemerkt, und die die es merkten, waren damit einverstanden das die Künstler der “Entarteten Kunst” gebrandmarkt und letzlich eliminiert wurden. Ich glaube die Geschichte wiederholt sich doch. Und wieviel Prozent der Deutschen—ups,äh,- der Bevölkerung,  interessiert sich schon für Kunst ?

Dietmar Blum / 26.05.2019

Existiert die Galerie zwischenzeitlich noch oder hatte sie bereits “Besuch” von Jenen, die zwar “Haltung” zeigen, jedoch ihre Visage vermummen?

Rudolf George / 26.05.2019

Der Erfolg der Gesinnungsauslese in Politik, Medien und Kunst ist die Schaffung eines Biotops für Nichtskönner, unter denen die bestenfalls Mittelmäßigen die KönigInnen sind. Frau Merkel lässt grüßen.

Susanne antalic / 26.05.2019

Kunst in diesen Tagen ist nur Kunst von Menschen, die, die “richtige Haltung” haben, den Rest wird man bald verbrennen. Die neuen Faschisten, die sich Antifaschisten nennen,werden uns das noch zeigen, sie haben gut aufgepasst. Warum merken es nur so wenig Menschen, haben alle das Denken und Beobachtung verlernt? Haben alle von der Geschichte nix gelernt? Lassen sich wieder viele von der Propaganda beeinflüssen? Leider schein es so. Danke an die mutige Galeristin.

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