News-Redaktion / 09.11.2019 / 14:00 / 0 / Seite ausdrucken

Polizeichef: Schwedische Bombenanschläge „weltweit einmalig“

Der Chef der schwedischen Polizei, Anders Thornberg, hat die jüngste Serie von Bombenanschlägen in seinem Land als „weltweit einmalig“ bezeichnet. Das berichtet das Internetportal „thelocal.se“. Allein in der vergangenen Woche hatten Bombenexplosionen Mietshäuser in Malmö und Hässleholm verwüstet. Vor einem Einkaufszentrum in Kristianstad wurde ein nicht-detonierter Sprengsatz entdeckt.

Nach Angaben von „thelocal.se“ musste das nationale Sprengkommando in den vergangenen zehn Monaten rund 100 Mal ausrücken, um die Folgen von Explosionen zu untersuchen. Im Vorjahr hätten sich weniger als halb so viele Explosionen ereignet. Von Januar bis Oktober 2019 habe das Sprengkommando zudem mehr als 70 nicht-detonierte Sprengkörper untersucht. „Man muss zu dem Schluss kommen, dass es sich um einen Trend handelt – einer der eskaliert“, zitiert „thelocal.se“ die Chefin des nationalen Kriminalamts, Linda Staaf.

Laut „thelocal.se“ wurden bislang Mietshäuser, kleinere Unternehmen und Polizeiwachen mit Sprengsätzen angegriffen. Die Sprengkraft der Bomben variiere. Einige seien so stark wie große Feuerwerkskörper, andere könnten die Fassaden von Gebäuden vollständig zerstören. Erstaunlicherweise habe es bislang kaum Todesopfer gegeben. In den Jahren 2015 und 2016 seien allerdings zwei Kinder bei separaten Anschlägen ums Leben gekommen.

„Die Bombenanschläge hängen größtenteils mit Vendetten zwischen kriminellen Banden zusammen“, zitiert „thelocal.se“ Linda Staaf. „Die Bomben werden benutzt, um Ziele einzuschüchtern und zu erpressen. Schusswaffen werden genutzt, um Gegner zu töten und zu eliminieren.“ In letzter Zeit hätten sich die genutzten Sprengkörper verändert. Früher hätten die Kriminellen Handgranaten und andere werksmäßig hergestellte Sprengsätze benutzt. Heute setzten sie zunehmend auf selbstgebaute Vorrichtungen, die noch stärker seien.

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