Vor wenigen Tagen wurde in den USA ein Brandanschlag auf pro-israelische Demonstranten mit acht Verletzten verübt. Plötzlich ist Judenhass wieder salonfähig und seine Bekämpfung anrüchig.
Am 1. Juni 2025 wurde in der US-Stadt Boulder in Colorado ein Brandanschlag auf eine Gruppe jüdischer Demonstranten verübt. Der Täter, ein 45-jähriger Mann namens Mohamed S., näherte sich der Gruppe, die sich an der belebten Kreuzung von 13th und Pearl Street im Rahmen der wöchentlichen „Boulder Run for Their Lives“-Kundgebung für die Freilassung der Geiseln in Gaza einsetzte. Der Täter zog selbstgebaute Molotowcocktails hervor, zündete sie an und schleuderte sie auf die Demonstranten, während er laut „Free Palestine“ brüllte.
Flammen loderten auf, Schreie ertönten, und acht Menschen, vier Frauen und vier Männer im Alter zwischen 52 und 88 Jahren, darunter Esther Cohen, David Rosenberg, Miriam Levinsky, Ruth Kaplan, Aaron Weiss, Benjamin Gold, Rachel Friedman und Samuel Blum, wurden verletzt. Einige der Opfer, wie Esther Cohen und Samuel Blum, erlitten schwere Verbrennungen zweiten und dritten Grades.
Mohamed S. wurde noch am Tatort von der Polizei festgenommen, die innerhalb weniger Minuten eintraf. Später gestand er, den Anschlag über ein Jahr lang geplant zu haben, inspiriert von Online-Foren, die anti-israelische und antisemitische Inhalte verbreiten, und betonte, er würde es jederzeit wieder tun.
Das Wort „Holocaust“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich „vollständig verbranntes Opfer“. Im Jahr 2025 griff ein Mann in den USA Juden mit Feuer an. Möglich wurde das Ganze durch eine permanente Dämonisierung und Diffamierung jüdischen Lebens in den Vereinigten Staaten von Amerika, und nicht nur dort.
Klima der Gewaltbereitschaft gegenüber Juden
Die bloße Existenz Israels wird besonders an amerikanischen Universitäten, aber auch in weiten Teilen der politischen und medialen Öffentlichkeit, besonders auf Seiten der Demokraten und der Linken, als ein moralisches Problem dargestellt. Die pure Existenz Israels gilt ihnen als Ursprung allen Übels im Nahen Osten und als Symbol angeblicher kolonialer Unterdrückung.
Nach dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 kam es in den Vereinigten Staaten zu einem drastischen Anstieg antisemitischer Vorfälle. Die Anti-Defamation League meldete eine Zunahme um 360 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders betroffen waren amerikanische Universitäten. Vielerorts herrscht ein Klima der Einschüchterung und Gewaltbereitschaft gegenüber Juden.
An der Columbia University wurden Professoren beurlaubt, nachdem interne Chats antisemitische Bemerkungen enthüllten. Auf dem Campus kam es zu Protesten, bei denen jüdische Teilnehmer bedroht und ihre Veranstaltungen massiv gestört wurden. An der University of Michigan unterzeichneten fast 1.000 Dozenten ein Pamphlet, das Israel schwerster Verbrechen beschuldigte, ohne ein Wort zur Ermordung von über 1.200 israelischen Zivilisten durch die Hamas.
Tat „für Gaza“ begangen
Am 21. Mai 2025 wurden in Washington, D.C., zwei jüdische Botschaftsmitarbeiter vor dem Capital Jewish Museum erschossen. Yaron Lischinsky und Sarah Milgrim, ein junges Paar, das sich verloben wollte, wurden vom 24-jährigen Elias R. gezielt angegriffen. Die beiden hatten an einer Veranstaltung für junge Diplomaten teilgenommen und verließen gegen 21 Uhr das Museum, als Elias R., ein Palästinensertuch um den Hals, aus wenigen Metern Entfernung das Feuer eröffnete. Er schoss 21 Kugeln auf Yaron Lischinsky und Sarah Milgrim, die sofort zusammenbrachen. Yaron, ein Deutsch-Israeli, der in Jerusalem geboren und in Nürnberg aufgewachsen war, hatte sich für den Friedensdialog engagiert. Sarah, eine Amerikanerin mit zwei Masterabschlüssen, war bekannt für ihre Arbeit in interreligiösen Projekten.
Elias R. schrie ebenfalls „Free Palestine“ und sagte bei seiner Festnahme, er habe die Tat „für Gaza“ begangen, überzeugt, dass der Mord an zwei unschuldigen Menschen eine gerechte Antwort sei. Zehn Tage später versuchte Mohamed S., lebende Juden zu verbrennen.
Der akademische Hass auf Israel hat sich längst in blanken Hass auf Juden verwandelt. Wer heute an Universitäten unter dem Banner des Antikolonialismus marschiert, ruft nicht selten: „Death to the Jews.“ Jüdische Studenten werden eingeschüchtert, jüdische Botschafter erschossen und Juden in Brand gesteckt.
Ein Mann, der sich dem mörderischen Judenhass entgegenstellt
Anfang 2025 unterzeichnete Präsident Donald Trump eine Durchführungsverordnung, die es erlaubt, Universitäten bei antisemitischen Vorfällen finanzielle Mittel zu entziehen. Kritiker werfen ihm vor, damit politische Kontrolle ausüben zu wollen, doch für Trump ist klar: Wo Juden diskriminiert und bedroht werden, darf der Staat nicht länger zusehen, zumal viele dieser Institutionen staatlich subventioniert sind.
Wer Trump in diesem Zusammenhang kritisiert, kritisiert einen Mann, der sich dem mörderischen Judenhass entgegenstellt. Trumps eigene Enkelkinder sind jüdisch. Wären seine Enkelkinder zur Zeit des Nationalsozialismus in Europa geboren worden, wären sie deportiert, vergast und verbrannt worden.
Wer in diesem Klima des eskalierenden Judenhasses, in dem jüdische Menschen in den USA erschossen werden und bei lebendigem Leib verbrannt werden sollen, immer noch mit reflexhafter Ablehnung auf Trump reagiert, statt mit einer klaren Verurteilung der judenfeindlichen Gewalt, hat jede moralische Orientierung verloren.
Akademische Judenhasser
Wer weiß, vielleicht bieten deutsche Universitäten den akademischen Judenhassern bald Asyl? In Deutschland, wo der Antisemitismus ebenfalls wieder erstarkt, gibt es bereits Stimmen an Hochschulen, die die in den USA unter Druck geratene „antikoloniale“ Aktivisten aufnehmen wollen. An der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität kam es erst im April 2025 zu massiven Ausschreitungen, als propalästinensische Proteste in Gewalt umschlugen. Jüdische Studenten wurden beschimpft, ihre Veranstaltungen gestört, und in einem Fall wurde ein jüdischer Dozent an der FU Berlin körperlich angegriffen. Die Universitäten, die sich als Bastionen der Toleranz gerieren, schwiegen oft oder bagatellisierten die Vorfälle.
Deutsche Akademiker, die sich als „progressiv“ bezeichnen, haben in Resolutionen und offenen Briefen ihre Solidarität mit den US-amerikanischen Protestbewegungen bekundet, die Israel als „Apartheidstaat“ diffamieren, ohne die Gewalt gegen Juden zu verurteilen. In den letzten Jahren hat Deutschland eine Welle antisemitischer Vorfälle erlebt: 2023 wurde eine Synagoge in Berlin-Mitte mit Molotowcocktails angegriffen, in Hamburg wurden 2024 jüdische Grabsteine geschändet, und in München kam es zu regelmäßigen Drohungen gegen jüdische Gemeindezentren. Auch deutsche Universitäten haben die Türen für diese judenfeindliche Ideologie längst wieder geöffnet. Judenhass ist wieder salonfähig geworden, wichtig ist nur, dass man die richtigen Pronomen für die Täter verwendet.
Das ist auch noch so eine Eigenart im akademischen Diskurs: Einerseits wird gefordert, dass man jeden Menschen so anspricht, wie er sich selbst identifiziert, und zwar auch mit den gewünschten Pronomen. Wenn andererseits ein Attentäter bei seinen brutalen Taten „Free Palestine“ oder „Allahu Akbar“ brüllt und sich dabei klar und unmissverständlich entweder als pro-palästinensischer Aktivist oder als Muslim identifiziert, wird das Offensichtliche konsequent infrage gestellt. In dem Zusammenhang gilt die Selbstidentifizierung und das Selbstbestimmungsgesetz dann nicht. Warum das so ist, wird immer ein Rätsel der Studierten bleiben. Vielleicht muss man einfach kritischer Akademiker sein, um diese Form des Hasses pflegen zu können.
Gerd Buurmann. Als Theatermensch spielt, schreibt und inszeniert Gerd Buurmann in diversen freien Theatern von Köln bis Berlin. Er ist Schauspieler, Stand-Up Comedian und Kabarettist. Im Jahr 2007 erfand er die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Mit seinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und den von ihm entwickelten Begriffen des „Nathan-Komplex“ und des „Loreley-Komplex“ ist er in ganz Deutschland unterwegs. Seit April 2022 moderiert er den Podcast „Indubio“ der Achse des Guten. Sein Lebensmotto hat er von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!“

Gerhard Schröder hatte sich seinerzeit von Israel ab- und Saudi Arabien zugewandt. Es ging ums Öl. Schröder stand für eine Achsenpolitik Paris-Berlin-Moskau. Die er allerdings so deppert durchboxen wollte, daß die Koalition schließlich absackte wie ein Sack Blei. Merkel sprang ihm zur Seite und wieder kam der Holocaust ins Spiel. Martin Hohmann wurde der Prügelknabe. Witzig oder? Um die SPD zu retten, wurde ein Schauprozesse veranstaltet und auf Martin Hohmann herumgeprügelt? Damit nicht genug, der „Holocaust“ mußte wieder beschworen werden, um den einen Krieg mit den Serben anzuzetteln. Übrigens kam damals Uran-Munition zum Einsatz. Otto Schily gab seinen Hass auf die Deutschen offen zu und Joschka Fischer postulierte, der Holocaust sei deutsche Identität. Irgendwie hatte er sogar Recht, nämlich sein. In mancher Beziehung sind wir seltsam unempfindlich? Sigmar Gabriel verursachte später auf seinem Facebook-Account einen „Skandal“, indem er Israel mit einem Apartheidsstaat verglich. Das ging ein bißchen durch die Presse, löste aber keinen Waldbrand und eine Parteiverbots-Debatte aus. Manche dürfen das. Das Versäumnis ist die Heuchelei um der Hitler-Zeit und die KZs. Es ist sehr bequem, die Kleinen nach politischem Bedarf zu hängen. Die Großen jedenfalls hat man laufen lassen. Empörung geht eine Zeit, aber verbraucht sich. Irgendwann muß Substanz da sein. Staatsräson, eine Staatsräson ist auf unserer Verfassung verboten. Sowas kommt von sowas.
Dummheit und Hass sind genuin Links. Trump macht – entgegen meinen ursprünglichen Hoffnungen – wohl viel Mist. Und auch Netanjahu hat im Vorfeld des 7. Oktober versagt. Aber diese beiden sind weiterhin die einzigen in der großen Politik weltweit (mit Milei und Orban im kleineren Maßstab), welche offensiv für Freiheit und Menschlichkeit einstehen. Ihr beide habt mich viel Geld gekostet. Aber ich hoffe auf euch – sonst gibt es niemanden, welchem ich vertraue – im Interesse meiner Kinder und Enkel.
@Marcel Seiler / 06.06.2025:- Bekennender Anhänger der Muslimbruderschaft, der Keimzelle von Ayatollah, Hamas, Hisbollah, Huthi,…!
Der Judenhass ist kein eigenständiges Element: Er ist immer der Ausdruck einer Psychose. Eine antisemitsch erzählte Psychose. Der Judenhasser ist dem Wesen nach ein Verlierertyp der an sich selbst scheitert und dafür eine äußere Erklärung bemüht: Daher ist die Aussage hier falsch: Nicht der Judenhass ist wieder gesellschaftlich erlaubt, die Psychose ist zum Maß aller Dinge geworden. Das Judentum ist eine, der Judaismus KEINE Religion. Manis Friedman kann sich regelmäßig Hiebe auch Chabad nicht verkneifen. Antisemitismus wird von innerer Ausweglosigkeit getriggert. Oder derber gesagt: Wer sich mit Judenhass abgibt ist für eine eigene Ökonomie zu dumm und diese Unfähigkeit sich zu erhalten und zu erweitern verlangt nach einem Sündenbock. Terror braucht nur, wer zu komplexen ökonomischen Strukturen unfähig ist. Wir sind auf der Welt um die Welt besser zu machen, wer auf der Welt ist einen Gott zu erzählen, der maßt sich etwas an. Und an diesem Hochmut Gott ungleich G-tt behaupten zu wollen, vergiftet sich der Charakter. Oder so gesagt: Wer den Baum der Erkenntis für ein Werkzeug hält eine Sünde zu machen, der ist schon mit dem Gift der Hölle gesegnet, die er selber kocht.
„Wer Trump in diesem Zusammenhang kritisiert, kritisiert einen Mann, der sich dem mörderischen Judenhass entgegenstellt“. Sehr richtig , Kritik an Trump ist quasi verkappter Antisemitismus ! Und wer „immer noch mit reflexhafter Ablehnung auf Trump reagiert“ , betreibt obendrein Gotteslästerung , denn Donald „was saved by God to make America great again“ ( The Inaugural Address , January 20, 2025) . Trumps Kritiker werden dermaleinst böse enden …
@Vera Meißner Und was können die Menschen judischen Glaubens in USA oder in Deutschland oder sonst wo auf der Welt dafür? Außer, dass sie Juden sind?
Lieber Herr Buurmann, gehasst wird die natürliche Verbindung zwischen Israel und jüdischer Diaspora. Der Hass entsteht aus der gezwungenen Verbindung zwischen Unkultur im Morgenland und Dekadenz im Abendland.