Von dem Streit, den die Regierung mit sich selbst im Entstehungsprozess dieses Gesetzentwurfes führte, wird wahrscheinlich vor allem die Lostrommel im Gedächtnis bleiben. Zunächst hatten sich CDU- und SPD-Unterhändler bekanntlich darauf geeinigt, dass ausgelost würde, welche jungen Männer gemustert werden, um im Ernstfall der Wehrpflicht einen Einberufungsbefehl zu bekommen. Dann forderte Verteidigungsminister Boris Pistorius, dass alle potenziell Wehrpflichtigen gemustert werden sollten. Dann verständigten sich die Koalitionsparteien darauf, alle infrage kommenden jungen Männer zu erfassen und zu mustern. Doch sollte es zunächst bei der Freiwilligkeit des Wehrdienstes bleiben. Und wenn sich nicht genug Freiwillige rekrutieren lassen, muss die Wiedereinsetzung der Wehrpflicht noch einmal extra im Bundestag debattiert und beschlossen werden. Sie tritt nicht automatisch in Kraft. Aber dass das heute vormittag mit Koalitionsmehrheit beschlossene Gesetz ein Schritt in Richtung Wehrpflicht ist, war eigentlich jedem klar.
Folgte man allerdings den meisten Rednern von Union und SPD, dann wurde immer wieder treuherzig versichert, dass es in dem Gesetz überhaupt nicht um die Wehrpflicht gehe, weil lediglich Fragebogen und Musterung für junge Männer verpflichtend wären.
Doch bevor wir wieder auf die Regierungsseite blicken, sollten auch die unterhaltsamen Beiträge der Opposition ganz kurz gewürdigt werden. Der erste Redner der AfD wies nicht nur darauf hin, dass es gar nicht um eine Wehrpflicht gehe, sondern widmete sich den Tugenden deutscher Soldaten, die auch unter finsteren Herrschern nicht untergegangen wären – sowohl in der Heeresgruppe Mitte oder Kurland als auch in der NVA. Die SED-Erben hingegen wetterten gegen jede Art von Wehrpflicht und gaben die engagierten Musterpazifisten, was angesichts der eigenen Parteihistorie schon bemerkenswert ist. Die SED hatte weiland die Militarisierung des von ihr beherrschten Staates stark vorangetrieben. Die Grünen-Redner wiederum forderten mehr als nur die Wehrpflicht. Es klang nach einem Pflichtjahr für alle, das man aber nicht nur in der Bundeswehr, sondern auch im zivilen Bereich ableisten könne. Und dann sollten, so sagte eine Rednerin, auch alle Geschlechter und Altersgruppen mit einbezogen werden. Ältere Männer stellen sich da vielleicht die Frage, ob nach Vorstellung der Grünen ihr in der Jugend abgeleisteter Militär- oder Zivildienst als geleistetes Pflichtjahr anerkannt wird. Und wie steht es diesbezüglich um ältere Frauen?
Freiwillig nur, wenn es funktioniert
Ginge es nicht um eine so ernste Sache, hätte man den Unterhaltungswert dieser Debatte wie eine Kabarett-Aufführung früherer Tage genießen können. Aber stattdessen war möglicherweise manch ein Zuschauer eher erschüttert, auf welchem Niveau politische Mandatsträger da über Eingriffe in das Leben der jungen Deutschen diskutierten.
Beeindruckend war, mit welcher Unverfrorenheit etliche Redner aus den Koalitionsparteien ihren Gesetzesentwurf so darstellten, als ginge es im Wesentlichen um eine bessere Werbe-Aktion für mehr Freiwillige – höherer Sold und Führerschein-Angebote inklusive. Die Fragebogen- und Musterungspflicht hätte gar keine ernsten Konsequenzen für das Leben der jungen Männer, wenn sich genug Freiwillige fänden. Manch älterer Zuhörer glaubte vielleicht an dieser Stelle, im Ulbricht-Sound den Satz zu hören: „Niemand hat die Absicht eine Wehrpflicht einzuführen“.
Aber – auch das Positive soll gewürdigt werden – ein Mann machte bei dieser billigen Täuschung nicht ganz mit: Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius. Zwar sagte auch er:
„Hier geht es um Freiwilligkeit, niemand zwingt uns zu irgendetwas, außer einem Fragebogen, der die Erfassung abbildet und einer Musterung die niemandem weh tut. Worüber reden wir hier eigentlich?“
Allerdings dem völligen Drumherumlügen um die dräuende Wehrpflicht am Horizont dieses Gesetzes verweigerte sich der Minister:
„Dieser Wehrdienst ist freiwillig und er bleibt es, wenn alles so gut läuft, wie wir es uns versprechen. Aber zur Ehrlichkeit [...] gehört auch: Wenn es nicht reicht und wenn die Bedrohungslage sich weiter so oder schlechter entwickelt, werden wir um eine verpflichtende, um eine Teilwehrpflicht nicht umhin kommen, um dieses Land schützen zu können.“
Da wissen wir doch gleich, wie das demnächst folgende Gesetz zur Wiedereinführung der Wehrpflicht begründet wird.

Warum keine Wehrpflicht für alle? Ob es drei Jahre für Männer oder zwei Jahre für Frauen analog Israel sein müssen, kann man diskutieren. Dort erfordert die allgegenwärtige Bedrohungslage fitte junge Menschen, die nicht erst aus dem Tiefschlaf im Kinderzimmer zum veganen Frühstück gebeten werden. Ebenso muss niemand in die Feuchtgebiete von Französisch-Guayana, zumal Deutschland über solche Territorien als Übungsgebiet nicht verfügt. Vor kurzem langte da Gießen mit geschätzten paramilitärischen 20.000=zwei Divisionen, strategisch geplant gegen Deutschland als Staat. Diese Fritten sind natürlich raus und bilden unter ihren Anführern das paramilitärische Treibgut auf den Straßen. Aber für heute 16-jährige besteht durch aus eine Chance, nicht nur den Hauch von Disziplin kennen zu lernen, sondern auch den Grad ihrer tatsächlichen Begabung im anschließenden zivilen Leben in Deutschland zu sehen.
Impfpflicht durch die Hintertür? Oder gibt es keinen „Impfbefehl“ mehr? Der gilt übrigens auch für Reservisten, nur ist anscheinend noch keiner auf die Idee gekommen es bei diesen einzufordern.
Für wie dumm hält man uns eigentlich? „Nur Musterung, keine Wehrpflicht.“ Nichts Verbindliches, just for fun? Das ist, als würde man eine Sau mästen, um sie zum großen Fest doch nicht zu schlachten. Konsorten wie Herr Pistolerius machen mir Angst. Gerade wegen ihres schiefen Blickes und ihrer Inkompetenz. Die geistige Raserei im herrschenden Polit-Zirkus ist kaum mehr zu heilen. Daß üble Zeiten schon seit langem an die Tür klopfen, ist spürbar (ausgenommen einige unverbesserliche Tagträumer). Daß aber diese Maniker ihnen begeistert öffnen wollen, das ist wahrlich pathologisch. Bei solchen ist die Krankheitsuneinsichtigkeit ein wesentlicher Faktor und ganz typisch mit dem Verlust des Bezuges zur Realität. Vielleicht geht es denen gar nicht um den russischen Bösewicht; vielleicht ist für Viele ein dauerhafter Frieden einfach nur ein unhaltbarer Zustand. Man sehnt sich unterbewußt nach dem großen Bumm, um aus der Tristesse des friedvollen Un-Standes zu flüchten, sich dann erkenntnisnah zu entsetzen und sehnlichst den Zustand herbeizuwünschen, aus dem man einst geflohen ist. Nur eine These! Fest steht, und das ist wohl mit das Traurigste, daß die Menscheit im Großen nix, aber auch gar nix, aus vergangenen Desastern lernt. Die Entwicklung ist immer die gleiche. Es ändern sich nur Farbe und Motivation. Was für ein öder, trauriger Planet.
„Das Megaprojekt, die Funkgeräte der Bundeswehr zu digitalisieren, schlingert: Ein erster Praxistest scheiterte, der Einbau neuer Systeme erweist sich als komplex. Minister Pistorius will erst diese Woche davon erfahren haben.“ lol
Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten…
# Die Bundeswehr hat z.Z. gut 100 000 Soldaten im Dienst.
Das Ziel ist mit über 400 000 Soldaten geplant. Diese Lücke lässt sich mit Sicherheit nicht durch freiwillige Meldungen schließen. # Folglich wird über kurz oder lang die Pflicht zum Wehdienst kommen. # Nun ist die Frage, wer dafür ausgesucht wird, insbesondere werden dann auch die Doppelstaatler zum Wehrdienst gemustert und einberufen? Oder sind schon jetzt für die Doppelstaatler Ausnahmeregelungen im Gesetz vorgesehen?
Weiß das einer?
Selbstverständlich geht es ausschließlich um Wehrpflicht, denn Freiwilligkeit haben wir ja schon in Vollkommenheit. Wehrpflicht wird nur für Angriffe benötigt zum Stopfen der Lücken aus den vorhergehenden Treffen. Abwehr erfolgt hinreichend durch wenige, aber eiskalte Profis. Vor einem halben Jahrhundert wurde Verweigerern die unverschämte Frage gestellt, ob sie denn nicht ihre Familienangehörigen verteidigen wollten. Narürlich will das jeder, aber doch nicht diejenigen der anderen. Gebt jedem Bürger genug Bewaffnung und bildet ihn heran und aus! Dann wird uns keine Macht der Welt angreifen.