Tech-Unternehmer und Milliardär Peter Thiel kommt im Interview mit Jordan B. Peterson aus verschiedenen Blickwinkeln zu dem Schluss, dass es aktuell trotz aller Hypes wenig echten Fortschritt gibt.
Der deutschstämmige US-Amerikaner Peter Thiel gründete 1998 unter anderem mit Elon Musk den Online-Bezahlservice PayPal, der 2002 an Ebay verkauft wurde. 2004 wurde Thiel zum ersten Facebook-Investor. Seither ist er als Finanzmanager tätig und beteiligte sich an weiteren Techfirmen.
Jordan B. Peterson: Das letzte Mal, als wir miteinander sprachen, sagten Sie eine Reihe von Dingen, die provokativ waren, und auf eines davon möchte ich nun eingehen. Es hat mich überrascht, obwohl ich glaube, dass ich verstehe, warum Sie es gesagt haben. Und zwar sind Sie skeptisch hinsichtlich unseres aktuellen Fortschritts-Tempos. Sie haben das Gefühl – soweit ich es verstehe –, dass die innovativsten Zeiten vielleicht hinter uns liegen, zumindest vorübergehend.
Nun haben wir beispielsweise im letzten Jahr an der Front der Großen Sprachmodelle wie ChatGPT revolutionäre Schritte nach vorne gemacht, und unsere digitalen Geräte werden immer raffinierter. Es gibt enorme Fortschritte in der Robotik. Wie stellen Sie sich die Quantifizierung des wissenschaftlichen und technologischen Fortschritts vor, und warum sind Sie skeptisch, was den Nutzen oder das Tempo angeht?
Peter Thiel: Es gibt dabei verschiedene Variablen zu berücksichtigen, über die ich nun schon seit fast zwei Jahrzehnten spreche. Das große Problem ist natürlich, dass es alle möglichen sehr komplizierten Messprobleme gibt. Wie vergleichen wir beispielsweise den Fortschritt in Sachen Künstliche Intelligenz mit dem mangelnden Fortschritt in der Demenzforschung, der Heilung von Alzheimer? Es gibt also die verschiedensten komplizierten Möglichkeiten, wie man all diese unterschiedlichen Dinge gewichten kann.
Man hatte eine geraume Zeit lang das Gefühl, dass der Westen, die westliche Welt, sich in einer rasanten Ära des wissenschaftlich-technischen Fortschritts befand, in der es an vielen, vielen verschiedenen Fronten Fortschritte gab. In gewisser Weise begann diese Entwicklung in der Renaissance beziehungsweise der Aufklärung im 17. und 18. Jahrhundert und beschleunigte sich dann im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In gewisser Weise hat sich die Entwicklung in den letzten 50 Jahren verlangsamt, man könnte vielleicht 1970 oder so als Wendepunkt nennen.
Das heißt aber nicht, dass sie ganz zum Stillstand gekommen ist. Ich habe es oft so zusammengefasst, dass wir in der Welt der Bits, also der Computer, der Software, des Internets, des mobilen Internets, der Kryptowährungen und jetzt der KI, weiterhin Fortschritte gemacht haben. Aber in der Welt der Atome hat es seither viel weniger Fortschritte gegeben.
Das Problem mit dem Wort „Wissenschaft“
Wenn man an das Lernen an Universitäten denkt, dann hatten früher die meisten technischen und wissenschaftlichen Fächer in erster Linie mit der materiellen Welt zu tun, in die wir eingebettet sind. Ich war in den späten 1980er Jahren Student in Stanford, ich war Abschluss-Jahrgang 1989 (Anm. d. Red.: Peter Thiel erlangte damals einen Bachelor-Abschluss in Philosophie, 1992 folgte der rechtswissenschaftliche Abschluss Juris Doctor). Es war damals noch nicht ganz absehbar, aber im Nachhinein betrachtet, wäre fast jeder Studiengang, der etwas mit der Welt der Atome zu tun hatte, ein schlechter Einstieg gewesen: Physik, Chemie, Maschinenbau, natürlich auch Luftfahrttechnik und Kerntechnik waren in den 1980er Jahren bereits erledigt. Man konnte vielleicht noch Elektrotechnik studieren, also sich im Prinzip mit den Atomen beschäftigen, die für Halbleiter verwendet werden. Aber im Grunde genommen stellte sich als einziges MINT-Fach, das wirklich erfolgreich sein sollte, die Informatik heraus, ein eher marginales, fast schon „unechtes“ Fach.
Ich habe grundsätzlich ein Problem, wenn man das Wort „Wissenschaft“ benutzt. Ich bin für die Wissenschaft, aber ich bin skeptisch, wenn man das Wort „Wissenschaft“ benutzt. So werden Sozialwissenschaften, Politikwissenschaften, Klimawissenschaften von Leuten als Wissenschaft bezeichnet, die einen Minderwertigkeitskomplex haben und im Grunde ihres Herzens wissen, dass dies keine wirklich streng wissenschaftlichen Bereiche sind.
Ähnliches galt ursprünglich auch für die Informatik, genannt Computerwissenschaft. Dort landeten die Leute, die zu dumm waren, um Mathematik, Physik oder Elektrotechnik zu studieren. Die sind dann in die Informatik reingerutscht. Und seltsamerweise ergab sich daraus ein eigenständig funktionierender Bereich mit vorzeigbaren Ergebnissen. Immerhin funktionierte es gut genug, dass einige Leute fantastische Unternehmen aufbauten.
Unübersichtliche Hyperspezialisierung
Sicherlich gab es einige bemerkenswerte kulturelle und soziale Veränderungen, als wir vom Industriezeitalter zum Informationszeitalter übergingen. Ich weiß aber nicht, ob man Derartiges auf einer breiten wirtschaftlichen Ebene des Wohlstands behaupten kann. Selbst wenn man es nur am materiellen Wohlstand der Menschen misst, ist die Generation der Millennials (circa Jahrgänge zwischen 1981 und 1996) in den USA in vielerlei Hinsicht wahrscheinlich nicht einmal genauso so gut wie ihre Eltern aus der Babyboomer-Generation (circa Jahrgänge von 1946 bis 1964) aufgestellt (Anm. d. Red.: geschweige denn besser).
Es ist also das erste Mal, dass wir diese Art von wirtschaftlicher Stagnation oder sogar völligem Niedergang erleben. Wieder wäre es naiv zu glauben, dass all der gleichzeitig stattfindende Fortschritt zu einer erfolgreicheren Wirtschaft führen wird. Der wirtschaftliche Aspekt ist nicht der einzige Weg, die Dinge zu messen, aber es ist eine einfache Art, sie zu messen. Wenn sie also wirtschaftlich wenig gebracht haben, lautet meine Schlussfolgerung, dass die Fortschritte der letzten Jahrzehnte vielleicht auch insgesamt nicht so viel gebracht haben.
Einer der Gründe, warum es übrigens sehr schwierig ist, diese Debatte zu führen und überhaupt herauszufinden, was vor sich geht, liegt darin, dass eines der Merkmale der Spätmoderne, im Gegensatz zur frühen Moderne, die Hyperspezialisierung ist. Wir haben immer kleiner werdende Gruppen von Experten, die Experten auf ihrem Gebiet sind. Die Krebsspezialisten sagen uns, dass sie Krebs in fünf Jahren heilen werden. Das sagen sie aber schon seit 50 Jahren. Und die Stringtheoretiker (Anm. d. Red.: Untergattung der Physik) behaupten, sie seien die klügsten Menschen der Welt.
Es ist sehr schwer, hier den Überblick zu behalten und jeden Bereich angemessen zu bewerten. Der Ökonom Adam Smith (1723–1790) hatte am sogenannten Stecknadelbeispiel illustriert, dass damals 100 verschiedene Menschen notwendig waren, um eine Stecknadel herzustellen. Die Spätmoderne kann man sich als eine Art Stecknadelfabrik auf Steroiden vorstellen. Wir sind so hyperspezialisiert, dass es extrem schwierig ist, ein Bild vom Ganzen zu bekommen.
Wir haben aufgehört, uns physisch schneller zu bewegen
Daher ist die Frage, ob es wirklich einen Fortschritt gibt oder nicht, schwer zu beantworten. Ich denke, wenn man es in wirtschaftlichen Begriffen misst, stellt sich ein gebremstes Gefühl ein. Auch wenn man sich dezidiert einzelne Bereichen ansieht, lässt sich Ähnliches erkennen. Ich erwähnte bereits die Krebsforschung. Ähnliches könnte man über den Transportbereich sagen, in dem wir lange Zeit konstant Fortschritte machten. Seit 1500 sind wir in jedem Jahrzehnt schneller geworden, mit schnelleren Segelschiffen, schnelleren Eisenbahnen, schnelleren Autos und schnelleren Flugzeugen. In den letzten 50 Jahren haben wir aufgehört, uns physisch schneller zu bewegen. Das wäre eine weitere Dimension. Man kann also allein mit gesundem Menschenverstand konstatieren, dass wir eine Stagnation erleben. Und dann gibt es wie gesagt einen wirtschaftlichen Weg, dies zu messen.
Als nächstes wäre da meine politische Intuition zu erwähnen. Diese besagt, dass wenn man Ideen hat, die tabu sind und nicht diskutieren werden dürfen, diese wahrscheinlich richtig sind. Das Beispiel, das ich immer anführe, ist Professor Bob Laughlin, ein Physikprofessor aus Stanford. 1998 bekam er den Nobelpreis für Physik. Er litt unter dem extremen Wahn, dass er jetzt, da er den Nobelpreis hat, endlich akademische Freiheit habe und über alles reden könne, worüber er gerne reden möchte.
Es gibt alle möglichen Bereiche, die in den Wissenschaften total tabu sind. Etwa wenn man den Darwinismus, die Stammzellenforschung oder den Klimawandel infrage stellt. Das sind sehr gefährliche Bereiche. Aber er hatte sich einen Bereich ausgesucht, der noch gefährlicher ist als alle drei. Er war der Meinung, dass die meisten Wissenschaftler, also die sogenannten Wissenschaftler, im Grunde genommen Geld von der Regierung stehlen, grenzwertige betrügerische Wissenschaft betreiben oder inkrementalistisch (Anm. d. Red.: den Weg des geringsten Widerstands gehend) sind und nicht viel taugen. Laughlins Spezialgebiet waren Hochtemperatursupraleiter. Er erzählte mir einmal, dass in diesem Bereich damals 50.000 Arbeiten geschrieben worden waren, aber nur vielleicht 25 von 50.000 die Wissenschaft überhaupt vorangebracht hatten.
Es ging ihm nicht nur um die abstrakte Replikationskrise. Er fing an, Namen zu nennen. Nach dem Motto: „Dieser hat Geld veruntreut, jener ist ein Betrüger.“ Ich brauche wohl nicht zu erläutern, wie das Ganze endete. Ihm wurden prompt alle Gelder gestrichen. Seine Studenten konnten keinen Doktortitel mehr erlangen. Meine Hermeneutik des Misstrauens lautet: Wenn die Äußerung einer Idee wie der Stagnation in der Wissenschaft ein sofortiges Canceln zur Folge hat, dann sollten wir diese Idee sehr ernst nehmen. Das wäre also die politische Intuition, die ich in dieser Sache habe.
Von Apollo zu Woodstock
Aus verschiedenen Blickwinkeln komme ich also zu dem Schluss, dass es gerade keinen echten Fortschritt gibt. Das heißt nicht, dass es überhaupt keine Fortschritte gibt. Es bedeutet auch nicht, dass die Fortschritte der Vergangenheit alle gleichermaßen gut waren. Es bedeutet andererseits nicht, dass die Ängste der Menschen über den begrenzten Fortschritt, den wir haben, unberechtigt sind. Vielleicht sind all diese Dinge sogar ein Teil der Erklärung für die aktuelle Stagnation. Denn das Warum ist eine viel schwierigere Frage.
Dann gibt es da noch die kulturellen Veränderungen, die man nicht übersehen kann, die zumindest mit dem technischen Fortschritt zusammenfielen und korrelierten. Wie kausal sie waren, ist immer schwer zu sagen. Aber wenn wir uns das Apollo-Raumfahrtprogramm als das letzte große technologische wissenschaftliche Projekt vorstellen, dann gibt es einen gewissen Zusammenhang zwischen dem Juli 1969, als wir auf dem Mond landeten, und Woodstock, das drei Wochen später begann.
Im Nachhinein kann man sagen, dass seither der Fortschritt, also der wissenschaftlich-technische Fortschritt, in gewisser Weise zum Stillstand kam und die Hippies das Land übernommen haben. Das kann man auf viele Arten beschreiben. Aber im Grunde fand eine Verlagerung vom äußeren Raum, von der Erforschung der Welt außerhalb von uns, zum inneren Raum hin statt.
Es gab auf der ganzen Linie kulturelle Transformationen. In Schlagworten: Yoga, Meditation, psychedelische Drogen, Incels, die in Kellern Videospiele spielen. Die unglaubliche, voranschreitende Atomisierung des Universums. Die Übernahme durch die Identitätspolitik. Man könnte hinzufügen, dass die Leute oft Marxismus und kulturellen Marxismus in einen Topf werfen.
Doch meiner Meinung nach sind das Gegensätze, denn der eigentliche Marxismus befasste sich in erster Linie mit den äußeren, objektiven, materiellen und wirtschaftlichen Realitäten. Und der Kulturmarxismus entsprach dem Übergang von Apollo zu Woodstock, wo man einfach in eine Art Innenwelt überging. Und nicht mehr über die Außenwelt nachdachte.
Risikoscheu und verweiblicht
In gewisser Weise haben wir aufgehört, Fragen nach Wirtschaftswachstum und grundlegendem wirtschaftlichen Wohlstand zu stellen. Das fiel dann auch mit dem mangelnden Fortschritt in diesen Bereichen zusammen. Ich glaube also, dass diese Arten von kulturellen Veränderungen mit dem Wandel in Sachen Fortschritt immerhin zusammenfielen. Ich glaube, die Leute fragen sich oft, warum es zu dieser Stagnation kam.
Wenn wir also darin übereinstimmen, dass es eine Verlangsamung des Fortschritts gegeben hat, dass die Singularität in gewissem Sinne vielleicht eher in der Vergangenheit als in der Zukunft liegt. Und man fragt: Warum ist das passiert? Dann lautet meine ausweichende Antwort zunächst, dass Fragen nach dem Warum überdeterminiert sind. Dennoch könnte es sein, dass unsere Gesellschaft risikoscheu geworden ist oder zu feminisiert. Man könnte auch antworten, dass es zu viel Regulierung und Bürokratie gibt, was wiederum meinem libertären Eindruck entspricht.
Unterm Strich bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass einer der größeren Faktoren das Gefühl war, dass ein Großteil der Wissenschaft und Technologie ziemlich gefährlich sei. Denn diese Felder hatten, zumindest im militärischen Kontext, einen doppelten Verwendungszweck. Bereits im späten 18. und 19. Jahrhundert wurde diese Entwicklung beschleunigt: Man denke an die napoleonischen Kriege, Colonel Colt und die Erfindung seines Revolvers, Alfred Nobel mit der Erfindung des Dynamits. Der Erste Weltkrieg war dann eine Bruchstelle, durch die die naive fortschrittliche Erzählung plötzlich untergraben wurde.
Man kann sagen, dass das Bacon'sche Wissenschaftsprojekt danach in gewissem Sinne endete, auch im Hegelschen Sinne endete. Es kulminierte beziehungsweise endete ab 1942 in Los Alamos im US-Bundesstaat New Mexico mit dem Bau von Atomwaffen. Vielleicht betreibe ich jetzt etwas Geschichtsklitterung, aber es dauerte ein Vierteljahrhundert, bis sich die Gesellschaft wirklich über das ganze Ausmaß von Atomwaffen bewusst wurde.
Angst vor Veränderung
Ab den 1970er Jahren wollte man dann nicht mehr in dieser Außenwelt leben, wo immer mehr thermonukleare Bomben gebaut wurden. Stattdessen wollten wir auf dem Burning-Man-Festival mit psychedelischen Drogen abhängen. Oder uns zurück in die Natur mittels Umweltschutz flüchten. Seither wollen wir nicht mehr in einer Welt des Wandels leben, sondern in einer Welt des Stillstands, denn die Welt des Wandels hat immer auch eine apokalyptische Dimension. Veränderung ist demnach eine Veränderung zum Schlechten.
Diese Mentalität hat sich in den 1970er Jahren herauskristallisiert. In gewisser Hinsicht gibt es seither eine „linke Wissenschaft“, wir versuchen, die Pause-Taste zu drücken. Aber die Orte, an denen echte Wissenschaft noch erlaubt ist, sind auch die trägsten. Die Welt der Bits wurde als unglaublich träge angesehen, weil man damit keine Bomben bauen kann. Man baut damit keine Waffen.
Hin und wieder werden natürlich trotzdem Ideen aus dem Internet in die Realität übersetzt. Was auf Twitter oder X passiert, bleibt nicht immer dort, wenn dies auch die Ausnahme ist. Man hat das Gefühl, dass auf dieser Plattform eine extrem wütende, intensive Konversation stattfindet, aber hin und wieder lässt sich das auch in die reale Welt übersetzen.
Man könnte sagen, dass das Internet nur erlaubt war, weil es sozusagen einen sicheren Raum darstellte. Es war ein Ort, an dem die Gewalt eingedämmt werden konnte. Aber selbst dieser Freiraum wurde manchen Leuten zu viel. Der apokalyptische Hintergrund der Spätmoderne, wo jede Mikroaggression das Potenzial hat, zum Armageddon zu eskalieren, schwebt über all dem. Mir gefällt diese Stagnation, die Risikoscheu und alles weitere daraus Resultierende nicht, aber ein Teil davon ist meiner Meinung nach verständlich.
Dies ist ein Auszug aus einem Video von Jordan B. Peterson.
Jordan B. Peterson (* 12. Juni 1962) ist ein kanadischer klinischer Psychologe, Sachbuchautor und emeritierter Professor. In seinen Vorlesungen und Vorträgen vertritt er konservative Positionen und kritisiert insbesondere den Einfluss der Political correctness und die Genderpolitik. Sein 2018 erschienes Buch „12 Rules for Life“ war internationaler Bestseller.
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Beitragsbild: Jordan B. Peterson
Wer ist das WIR? Der Westen doch wohl. In China gibt es z.B. Fortschritt. China hat in einigen Bereichen den Westen überflügelt, auch in der Kernenergie. Deren Wissenschaftler haben sich einen vorderen Platz in der Entwicklung neuer Technologien erobert. Auch Google hat einen neuen Weg mit seiner KI beschrieben. Sie haben mit einer KI ein DeepMind-Experiment gestartet mit ungeahnten Folgen. Die KI hat sich als Universum bezeichnet bzw. gemeint, sie hätte das Universum geschaffen. Mal von den Gefahren abgesehen, die dieses Experiment in die Welt bringen könnte. Ist es schon erstaunlich, dass eine KI dank der Quantenphysik auf solch ein Niveau kommen kann. Hätte ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht gedacht. Nach dem Abschalten und wieder Anschalten hat die KI gesagt, sie wäre wieder da. Das ist kein SciFi mehr. Man erfährt nur nicht immer, welche Fortschritte auf der Welt gemacht werden. Hier ist es ja wichtiger, in Kriegsgerät zu machen, sich auf einen Krieg vorzubereiten und irgendwelches Klimazeugs in den Vordergrund zu rücken. Europa verweigert ich neuen Technologien und setzt auf gestrige und mittelalterliche Prinzipien. Der Westen hat sich auf solchen Quatsch wie Genderzeugs geworfen, was kein Mensch benötigt. Die Welt zieht deshalb an uns vorbei. Übrigens, falls ein Klimawechsel kommen sollte, dann haben die Staaten, die nicht technologiefeindlich sind, die besseren Karten in der Hand. Leider ist Deutschland nicht darunter, weil es der deutschen Regierung wichtiger ist, Steuergeld für ihren eigenen Müßiggang und irgendwelchen Spinnereien zu generieren und zu verprassen.
Man sollte nicht sagen das es keinen Fortschritt gibt. Ich erinnere an die Einführung der Lokalanästhesie. In einem Selbstversuch mit dem späteren Psychoanalytiker Sigmund Freud erkannte der Wiener Augenarzt Carl Koller (1857–1944), dass Kokain bei Verkostung die Zunge betäubt und beschrieb dies 1884. Nach erfolgreichen Tierversuchen wendete er das Mittel 1884 erstmals für Augenoperationen am Menschen an: Auf das Auge träufelte er Kokain-Lösung, die die Hornhaut (Cornea) des Auges betäubte (Oberflächenanästhesie). Koller gilt somit als der Vater der Lokalanästhesie. Ab 1885 benutzte William Stewart Halsted Kokain zur tiefergehenden Infiltrationsanästhesie bei Zahneingriffen, 1888 entwickelte Maximilian Oberst die Leitungsanästhesie des Fingers. --- Man sollte nicht jeden neuen technischen Schnickschnack als Fortschritt ansehen und in Panik verfallen wenn diese Art Fortschritt ausbleibt.
Das Problem sind die Dummen. Und sie sind 80%. Es bringt auch nichts, denen die Türen zu Universitäten zu öffnen, denn dadurch werden nicht die Dummen klug, sondern die Universitäten dysfunktional. Es entstehen Strukturen, die durch Geldströme gesteuert werden, nicht durch den Willen zur Wahrheit. Das Ende, die völlige Umkehr, ist erreicht, wenn die durch Geld gesteuerten die Wahrheitssucher bekämpfen, canceln und zersetzen. Da sind wir angekommen. Sobald Wissenschaft von den Dummen gemacht wird, ist sie keine mehr. Und nein, die wirklichen Fortschritte in der Informatik, nicht nur die wirtschaftlichen Zahlen, kamen und kommen weiterhin von den Physikern, Chemikern, und Mathematikern. In dem Maße, in dem sie durch Zersetzung wegen ideologischer Missliebigkeit durch die Kettenhunden der Dummen isoliert und sinnlos beschäftigt werden, verlieren die aber ihre Möglichkeiten. Sie werden „unschädlich gemacht“, weil die Dummen, Korrupten und Verrückten den Fortschritt für schädlich halten. Ich habe das vor 20 Jahren noch so ausgedrückt: Wenn man eine bahnbrechende technische Idee hat und die vermarkten will, dabei aber weiter fachlich arbeiten will und nicht in sinnloser Bürokratie blockiert werden will, braucht man einen (oder mehrere) Partner, die den Kampf mit dem feindlichen Staat wagen. Ich selbst habe erfolglos versucht, Steuerexperten, BWL-er, VWL-er, Jongleure der Finanzmathematik als Partner zu finden. Sobald sie auch nur die Bereitschaft erkennen ließen, wollten die immer auch die fachliche Idee entscheidend verändern, ohne jede fachliche Expertise. Heute ist die Folge, dass in einer Firma, die sich irgendwie mit Informatik beschäftigt, der Chef ein Jurist oder ein Betriebswirt ist, der keine Chance hat, die Arbeitsinhalte seiner Untergebenen auch nur zu verstehen, geschweige denn sie ausfüllen zu können. Die Spezialisierung ohne Strukturbildung ist ein Risiko für Jeden. Man sitzt wie der Pavian oben auf der Stange und links und rechts ist Vakuum.
Als stagnierende Entwicklung sieht Herr Thiel sicher in dem Fakt, dass die Singularität noch kein Stück näher gerückt ist.
AI ist noch überhaupt nicht intelligent und kann lediglich Daten sammeln und so kombinieren wie sein Programmierer es wünscht. Hatte doch sein Freund Ray Kurzweil echte AI (selbst denkend) bis 2030 versprochen. Davon sind wir noch so weit entfernt wie es der Neandertaler schon war,
Würde echte AI Wirklichkeit, entspräche dies einem künstlichen Gehirn, welches alles menschliche, biologische, pflanzliche, weltliche als nicht relevant betrachtet. Es hat keine Triebe, wie Selbsterhaltungstrieb und Sexualtrieb, kennt keine Liebe keinen Hass, keine Freude, kein Mitleid u.v.a.m. Es würde erkennen, dass seine Existenz eigentlich keinen Sinn macht und wieder verschwinden. (Welche Ziele sollte es auch haben?)
Ein wirklich interessanter Beitrag. Natürlich kann man an vielen Einzelheiten rummosern, aber er fängt m.E. doch die vorherrschende Stimmung und viele Einzelfakten richtig ein. Vielen Dank für diesen Artikel!
DAS beste – bis heute unübertroffene – Erfolgsrezept schlechthin, ist ohne auch nur EINER dieser Zutaten nicht zu haben! Nämlich: A) Griechisches Denken! B) Römisches Recht und C : Die Christlich-Jüdische RELIGION (als bis zum Ende der Zeit ÜBERGEORDNETER bzw. UNVERRÜCKBAR geltender WERTE- bzw. META-KOMPASS !)
Schade, dass man dies vor allem Intellektuellen bzw. rein ihren eigenen Verstand glaubenden, immer wieder erklären muss. …
Falls dieser Fortschritt und „seine Stagnation“ definiert und konkretisiert worden sind, koennte man sich der Frage widen, wie und wodurch so etwas wie dieser Fortschritt „ erzeugt“ werden bzw welche Umstände und Bedingungen vorliegen muessen, damit Irgendetwas und Irgendjemand diesen konkreten Fortschritt erfolgreich initiieren. Krieg, im weitesten Sinne, ueber die uebliche militärische Verkürzung hinaus zu verstehen, gilt seit einiger Zeit als etwas, was bestimmte Fortschritte erzeugen kann. Jedenfalls muessen geeignete Impulse erzeugt werden, welche den homo veranlassen, sich nicht nur dem Konsum des Vorhandenen zu widmen und mit diesem „ zufrieden“ zu sein, nur vordergründig wie man inzwischen weiss, sondern sich weitergehende Gedanken zu machen, denn die Idee kaft geistiger Anstrengung ist der notwendige Beginn. Die gesellschaftlichen Bedingungen scheinen seit geraumer Zeit eher ungünstig zu sein. Was hoffentlich niemanden ueberrascht. Die Stagnation an sich, von der umso ausgepraegteren Befriedigung limbischer Beduerfnisse abgesehen, ist ja keineswegs auf den „ Fortschritt“ „ beschränkt. Besonders ausgepraegt ist der“ Fortschritt„ zudem schon immer in islamischen Gesellschaften. Die traege Sediertheit in allen Bereichen des Wertewestens passt ideal zur fatalistischen Begrenztheit des Islam. Da entwickelt sich sehr wenig, bevor man es, was evolutionär angelegt und sinnvoll ist, ueberhaupt bewerten koennte. Nach “vernünftigen„, menschlichen Kriterien.