Die Luft wird dünner für die RBB-Intendantin und amtierende ARD-Vorsitzende Patricia Schlesinger. Was schreibt sie wohl darüber in ihr Tagebuch?
Liebes Tagebuch,
was für ein Tag! Ich bin fix und fertig.
Weil Wolf-Dieter und ich nicht zur Sondersitzung des Landtags gegangen sind, haben die sich jetzt alle zusammengetan und mir ein Ultimatum gestellt: Ich soll binnen 14 Tagen doch tatsächlich einen Katalog mit 24 gemeinen Fragen beantworten! Fraktionsübergreifend beschlossen! Die machen sogar gemeinsame Sache mit der AfD! Eine unglaubliche Sauerei.
Vorwürfe ohne Ende, das ist so ungerecht. Und worauf stützen sie die? Auf einen Bericht im Business Insider, diesem Springer-Blatt! Das sagt doch alles. Hier, Frage 15 von wegen Honorarauskünfte: „Hat die Intendantin das Vertragsverhältnis ihres Ehemanns als Vorteil im Sinne des § 331 Abs. 3 StGB gegenüber der zuständigen Stelle des RBB angezeigt und wurde ihr die Annahme des Vorteils genehmigt?“
Mein Gott, der Gerhard hat 25 Jahre mit seinem kargen SPIEGEL-Redakteursgehalt auskommen müssen, und jetzt hat er mal für Beratungsleistungen und eine Autorentätigkeit insgesamt gut 140.000 Euro an Messe-Geldern bekommen. Das ist doch heutzutage kein Geld! Dafür kriegst du gerade mal einen popeligen Aston Martin Vantage.
Ich sag' dir was, das ist 'ne Neiddebatte, nichts weiter. Sie haben ja schon rumgemotzt, als mein Intendantengehalt um schlappe 16 Prozent auf 303.000 Euro per annum erhöht wurde. Dabei verdienen Joe Biden und Olaf Scholz immer noch mehr!
„Digitalisierung, Dialog und Diversität“ – schlicht genial!
Kann ich was dafür, dass Wolf-Dieter nicht nur Immobilienunternehmer, sondern auch Aufsichtsrats-Chef der Messe ist? Passt ihnen nur nicht, dass wir mit Wolf-Dieter befreundet sind. Wieder: purer Neid, weil er nicht nur Verwaltungsratschef, sondern auch ein Top-Netzwerker ist, Golf-Turniere veranstaltet und mit Spitzenpolitikern auf Du und Du ist. Und ein Domizil auf Sylt besitzt. Wenn wir ihn da besuchen, dann ist es ja wohl auch in Ordnung, wenn wir selbst mal Leute in unsere Berliner Wohnung einladen. Und, ja: Das sind dann eben Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur, mit denen wir bekannt sind, und nicht Erna Koslowski von nebenan. Jetzt ziehen sie sich daran hoch, dass diese Einladungen privat und nicht dienstlich gewesen sein sollen.
Als ob man das immer so klar trennen könnte! „Verschwendung von Gebührengeldern“ – hallo?! Der Sender hat halt die Rechnung beim Catering-Service zu begleichen, so arm ist der ja auch nicht. Ich meine, bei einer halben Milliarde werden die ja wohl noch ein paar Häppchen und Menüs stemmen können!
Allein sechs unverschämte Fragen zu den „mit Spesen abgerechneten Treffen in der Privatwohnung der Intendantin.“ Unglaublich! Und dann die Frage, ob ich bereit sei, „die Vorgänge einer freiwilligen Prüfung durch den Landesrechnungshof Brandenburg und/oder den Rechnungshof von Berlin unterziehen zu lassen?“
Die reinste Drohung. Die können einfach nicht damit leben, wenn jemand für Spitzenarbeit auch angemessen bezahlt wird. Ich hab' damals wochenlang 24/7 getüftelt, um das Motto für meine Amtszeit als ARD-Vorsitzende zu erarbeiten. Schlaflose Nächte gehabt. Es musste kurz und knackig sein, gut im Gedächtnis bleiben, viel Aussagekraft besitzen. Aber die Mühen lohnten sich am Ende: „Digitalisierung, Dialog und Diversität“ – schlicht genial, ohne mich jetzt selbst loben zu wollen. Noch dazu alliteriert! Von wegen „Beliebigkeit“.
Die sind doch bloß angefressen, weil wir ein paar dutzend Freie rausschmeißen müssen. Ja was?! Allein letztes Jahr mussten wir 30 Millionen Euro einsparen!
Nur noch Pfennigfuchser unterwegs
Seit die Springer-Presse die Schmutzkampagne losgetreten hat, herrscht Riesenaufregung im Hühnerstall. Von wegen, die Krise sei nicht gut kommuniziert worden. Angeblich meinen selbst Top-Manager, es sei nicht gut, dass der Gerd in einem Bereich beschäftigt worden ist, der von einem Verwaltungsratschef kontrolliert wird, der auch für mich selbst zuständig ist. „Stillos“ und „unprofessionell“.
Unprofessionell?! Ich? Ich glaub', es hackt! Am schlimmsten ist aber das eigene Haus. Fallen mir noch in den Rücken. Man muss sich nur anschauen, wie sie jetzt in Sack und Asche gehen, nur weil das neue Digitale Medienhaus des RBB 100 Millionen oder auch ein bisschen mehr kostet. Also, entweder man will ein repräsentatives Erscheinungsbild oder man zimmert sich eine analoge Bretterbude zusammen. Kann sich ja jeder selbst ausmalen, wie das nach außen ankäme. Nur noch Pfennigfuchser unterwegs.
Okay, ich habe für den Bau drei Berater angeheuert, die auch Geschäftsbeziehungen zu Wolf-Dieter unterhalten, aber da gleich von Vetternwirtschaft oder Filz zu quatschen, das ist doch die reine Vorverurteilung! Und jetzt ziehen sie noch den Schwanz ein, statt sich vor ihre Chefin zu stellen. Wollen alles „mit größtmöglicher Transparenz“ aufklären. Prüfung durch Revision und Compliance-Beauftragte, externe Anwaltskanzlei, bla bla.
Leckt mich doch. Keine Ahnung, wie ich aus dem Schlamassel rauskommen soll. Ich hab‘ Transparenz versprochen, dabei transpiriere ich nur noch wie blöd. Die Neidhammel in Potsdam haben mich auf dem Kieker, und auf die eigenen Leute kannst du dich auch nicht verlassen. Bis 5. August hab‘ ich noch Zeit, dann bin ich geliefert. Ehrlich, manchmal widert mich dieses Land so an.
In eigener Sache:
Seit einigen Tagen ist Achgut.com erneut Verleumdungen und Boykott-Aufrufen aus dem antisemitischen Milieu auf Twitter ausgesetzt. Anonyme Denunzianten, die unser freies Onlinemedium wirtschaftlich vernichten wollen, denunzieren uns bei Unternehmen – verbunden mit dem Aufruf, keine Werbung mehr bei uns zu schalten. Mehr dazu finden Sie im Beitrag: Die „Compliance“ von Antisemiten. Aufgrund vieler Fragen von Achse-Lesern und Twitter-Nutzern, was man ganz praktisch dagegen tun könnte, beschreiben wir hier die Möglichkeit, verleumderische Twitter-Tweets und Nutzer-Profile bei Twitter zu melden: Was Sie gegen Twitter-Denunzianten tun können.
Beitragsbild: Sandro Halank CC BY 3.0 via Wikimedia Commons

Der ÖRR hat ja eine Steuerfinanzierung wegen der angeblichen Bewahrung der Unabhängigkeit immer abgelehnt. Diese Zwangsabgabe wäre wenigstens einkommensabhängig. Mit einer einheitlichen Haushaltsabgabe von der Rentnerin mit ein paar Hundert Euro bis zum Millionär, erzwungen durch Staatsvertrag unter Androhung staatlicher Sanktionen bei Nichtzahlung, selbst genehmigter Erhöhung der Zwangsbeiträge, politische Verquickungen über alle möglichen Gremien, unter Rechtsaufsicht der Landesregierung und des Landesparlaments, das Madame Intendantin aber schon mal missachten darf, ist der ÖRR selbstverständlich unabhängiger; und meine Hühner liegen alle platt vor Lachen auf dem Hof. Ein gegen meinen Willen mit meinen Steuern gefördertes SPD-versifftes RND-Käseblatt kann ich ja wenigstens noch abbestellen. Diese Institution ÖRR muss weg!
Nur kein Neid – verdient ist verdient. 300.000 Euronen sind doch wirklich nicht zu viel für eine Intendantin, die uns ein so großartiges, vielseitiges und hochgradig intellektuelles Programm mit Partner-Quiz, unzähligen Talkshows, in denen immer wieder dieselben inkompetenten Figuren auftreten, und vieles Unerträgliches mehr, bietet. Und all diese ständigen Wiederholungen zu einem veritablen Schnäppchen-Zwangsbeitrag!!! Warum kann man diesen ÖRR-Mist nicht einfach kündigen. Es ist doch auch möglich, problemlos aus der Kirche auszutreten. Fragen über Fragen. Liebe S@bine Heinrich, wie sich die Vis.., also die Gesichter, doch gleichen. Zudem scheinen diese beiden „Damen“ auch noch Schwestern im Ungeiste zu sein.
@Ilona Grimm, selbstverständlich gibt es inzwischen auch beim organisierten Verbrechen eine Frauenquote, auch wenn das angesichts des ewigen „Geschlecht ist ein Konstrukt“ paradox anmutet. @Sabine Heinrich, es war auch mein erster Gedanke, das ist doch die Faeser? Die sich am Ende „nur“ als eine vom Fähnlein Faeselschweif herausstellte.
Und die brave CDU/CSU unter Merz & cons. fördert weiter den Staatsfunk und hat sich bei der Wahl des BP den Sozialisten, Freidemokraten und Grünsozis
ergeben. Das paßt alles gut in das Bild des neuen Deutschlands.
Weiblich und links – also Idealbesetzung für einen Propagandasender. Da spielt das bisschen Korruption doch keine Rolle. Ich bitte Sie.
Off topic.
Der Bunttag läßt Regenbogenflagge auf dem Reichstagsgebäude hissen. SNAFU
Es gibt Leute, die aus sowas sogar mit ner Beförderung herausgekommen sind, da könnte sie sich Tips holen.Vielleicht Mal n Käffchen mit der Ursula?Oder n Schampus auf Spesenrechnung?