Am Freitag, dem 4. Oktober versuchte ein Syrer in Berlin, mit gezücktem Messer in eine Synagoge einzudringen. Um keine Zweifel an seiner Absicht zu lassen, rief er sowohl den mittlerweile aus Dutzenden Terror-Attacken bekannten Schlachtruf Allah hu akhbar als auch Fuck Israel – für die deutsche Justiz kein Grund, den Mann in Haft zu nehmen. „Nun ist er auf freiem Fuß, unauffindbar – und gewaltbereit“, schrieb Filipp Piatov in der Bild-Zeitung, der einzigen deutschen Tageszeitung, die noch wagt, den Kern des Problems zu benennen. „Denn was für jeden Bürger mit gesundem Menschenverstand nach einem versuchten antisemitischen Terrorangriff aussieht, ist für Berliner Behörden leider kein Haftgrund.“
Vier Tage später versuchte ein Deutscher, in die glücklicherweise fest verrammelte Synagoge in Halle einzudringen und erschoss, da seine Sprengkörper nicht funktionierten, zwei völlig Unbeteiligte auf offener Straße. Beide, sowohl der Syrer als auch der Deutsche, hatten sich Tage ausgesucht, an denen in den selten besuchten deutschen Synagogen mit Sicherheit betende Juden, also potentielle Opfer anzutreffen waren: Freitag, 4. Oktober Beginn des Shabat, Mittwoch, 9. Oktober Jom Kipur, der jüdische Versöhnungstag.
Dabei illustriert dieses Doppelereignis, diese prompte Aufeinanderfolge zweier Attacken gegen Juden in Deutschland auf beispielhafte Weise, wie die pathologische Toleranz von deutschen Politikern, Justiz und Medien gegenüber dem muslimischen Judenhass auch jeden anderen Judenhass in Deutschland ermutigt. Was junge Muslime seit Jahren ungestraft tun dürfen, beanspruchen auch junge Neonazis für sich. Dass es deutschen Judenhass gibt und seit Jahrhunderten gab, bestreitet kein historisch kundiger Mensch. Doch seine Wiederbelebung verdankt sich der deutschen Schwäche gegenüber dem Judenhass der ins Land geholten Muslime. Angela Merkel hat die Kohorten der Judenhasser an einem einzigen Tag um mehrere hunderttausend Menschen verstärkt. Wie rücksichtslos das war, wie gefährlich gerade in Deutschland, hat Karl Lagerfeld kurz vor seinem Tod ausgesprochen: „Wir können nicht, selbst wenn Jahrzehnte zwischen den beiden Ereignissen liegen, Millionen Juden töten und Millionen ihrer schlimmsten Feinde ins Land holen.“
"Jude“ ist das verächtlichste Schimpfwort auf Schulhöfen
Heute wachsen deutsche Kinder auf Schulhöfen auf, in denen „Jude“das verächtlichste Schimpfwort ist, mit dem ihre muslimischen Mitschüler operieren. Dagegen geht niemand mehr vor, es wird hingenommen, aus Furcht und Gleichgültigkeit, und alle „Dialogreihen“ und Broschüren gegen Antisemitismus werden dieses Muster in jungen deutschen Köpfen nicht mehr korrigieren: dass Juden verächtliche Wesen sind, zu Recht zum Opfer ausersehen, erst als Mobbing-Opfer in deutschen Schulen, dann auf Straßen, Plätzen und Bahnhöfen, in Synagogen, Restaurants und überall im öffentlichen Raum.
„Die Juden sind schuld“, soll der geistig unterbelichtete Attentäter von Halle in seinem Bekenner-Video ausgerufen haben. Und auch dieses Argument war seit Jahrzehnten – über den Umweg Israel – bei deutschen Politikern und Medien in Gebrauch: Juden und Israel schuld am Scheitern des „Weltfriedens“, an den Raketen aus Gaza, an der katastrophalen Korruption und Misswirtschaft der Palästinenser-Führung, sogar an ihrem durch Verschwendung erzeugten Wassermangel, wie ein gleichfalls unterbelichteter deutscher Politiker, Martin Schulz, in aller Dreistigkeit vor Israels Parlament behaupet hat.
Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Halle sagte in einem Interview mit einer israelischen Zeitung, aus Sicht der Opfer wäre es gleichgültig, ob der Attentäter ein Nazi, ein Linksradikaler oder ein Muslim sei, Bedeutung hätte nur, ob man endlich etwas gegen den Judenhass tut. Die regierenden deutschen Politiker trifft die volle Verantwortung für das, was derzeit geschieht: die allmähliche Verwandlung Deutschlands in ein für Juden unbewohnbares Land. Und wir teilen diese Verantwortung, wenn wir sie davon kommen lassen, mit billigen Betroffenheits-Bekundungen wie bisher jedes Mal.
Beitragsbild: Freud CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Genau das ist es, was mich so wütend macht - die ungleiche Behandlung der Täter. Egal, bei welchen Vorfällen. Die permanente Entschuldigung und Toleranz gegenüber den Kriminellen und die Relativierung der Tat bei bestimmten Opfern. Während die einen "Einzelfälle" genannt werden und (mit etwas Glück) lediglich eine kurze Nachricht oder einen Artikel auf der letzten Seite wert sind, lösen die anderen direkt eine Staatskrise und Wochenlange Debatten aus. Was in ALLEN Fällen passieren sollte... denn es gibt keine guten und schlechten Opfer. Und es gibt keine Täter, die Mitleid oder Toleranz verdienen. Ich möchte Halle keinesfalls herunterspielen, im Gegenteil. Ich wünsche dem Täter die härteste Strafe, die das Gesetz hergibt und den Hinterbliebenen viel Kraft. Aber wo genau ist eigentlich der Unterschied, zwischen einem Verbrecher, der es auf Juden oder Moslems abgesehen hat und einem, der es auf Christen (oder sonstige Einheimische) abgesehen hat? Es passiert doch alles aus rassistischen Gründen. Nur wird von der Regierung behauptet, eine Diskriminierung oder Rassismus gegen die Mehrheitsbevölkerung KANN es gar nicht geben. Höchstrichterlich wurde sogar entschieden, dass man uns "Köterrasse" nennen darf. Das ist Unsinn. Und vor allem: Es hätte nichts mit dem Islam zu tun. Wenn ein Angriff auf einen Juden mit Antisemitismus zu tun hat und ein Angriff auf Schwarze und Moslems mit Rassismus, dann hat natürlich der Angriff eines Moslems auf Einheimische auch mit Rassismus zu tun. oder hat schon mal jemand davon gehört, dass ein LKW in eine Veranstaltung zum Zuckerfest gefahren wurde oder dass eine Frau mit Kopftuch sexuell belästigt wurde? Nein. Sie tun es aus den gleichen Gründen, wie andere Rassisten - weil sie andere Menschen für minderwertig halten. Wer anderen etwas antut, dass er Mitgliedern seiner eigenen kulturellen oder religiösen Gruppe nicht antun würde, handelt rassistisch. Meine Meinung.
Lieber Herr Noll, inhaltlich stimme ich Ihnen zu. Trotzdem halte ich Ihre Schlussfolgerung für verkürzt: in diesem Land kann (außer Muslimen und Politikdarstellern) bald niemand mehr leben. Die tägliche Gewalt wird von allen Seiten totgeschwiegen: Limburg, Frankfurt, Berliner Weihnachtsmarkt, Kölner Silvesternacht (die auch in vielen anderen Grossstädten stattgefunden hat!). Wäre nicht gerade Wahlkampf in Thüringen und Halle eine willkommene Gelegenheit, auf der AFD herumzuprügeln, würden wir auch von Halle nichts hören (die Opfer werden bereits jetzt in gewohnter Manier gesichts- und namenlos gehalten)
Die unausrottbare Denke, die Juden wären an allen Übeln schuld erfährt eine unschöne Wiederbelebung in den Zeiten der Spaltung und gesellschaftlichen Verwerfungen, wie wir sie gerade erleben. Von nichts kommt jedoch nichts. In Deutschland ist in den letzten Jahren ein Klima entstanden, in dem aus politischem Kalkül statt Debatten nur noch Schuldzuweisungen und das Anprangern von Schuldigen stattfindet. Es gibt Schuldige für alles und jedes und aus allen Ecken, der Keil zwischen "Guten" und "Bösen" wird jeden Tag tiefer ins Mark der Gesellschaft getrieben. Schuldige werden über Begrifflichlichkeiten (Fremdenfeind, Klimaleugner, Kapitalist) markiert und neue Feindbilder geschaffen. Hochrangige Politiker, Medien und laute Initiativen teilen die Gesellschaft ein in Gute und Schlechte, in Hell- und Dunkeldeutschland, in Humane und Inhumane, in Mitgekommene und Abgehängte, in Demokratiefreunde und Demokratiefeinde, in Tolerante und Islamophobe, in Migrationsbefürworter und Fremdenfeinde, in Klimaretter und Klimaleugner. Diverse Geschlechter, Frauen, Hautfarben und Jugend werden gegen den Alten, weißen Mann in Stellung gebracht. Statt fortschrittliche technische Lösung zu erschaffen werden etablierte Technologien verteufelt und ihre Abschaffung gefordert. Es wird ja immer wieder von einer drohenden Erdachsenverschiebung geschrieben - in Deutschland scheint sie schon stattgefunden zu haben. Was in so einem Klima gedeiht, ist nicht nur ansteigender Judenhass.
Antwort auf Uwe Heinz. Sie haben vollkommen recht. Der von Ihnen zitierte Satz stammt von Berthold Brecht und lautet richtig: Nur die dümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber.
Mal werden in Deutschland Juden von der Politik mit Füssen getreten, mal sind es die Schweizer, mal ist es Trump und mal Putin. Mir fallen da zum Beispiel die unsäglichen Tiervergleiche im Zusammenhang mit der Ukraine ein. Das war die Reaktivierung der uralten Nazipropaganda in Reinkultur. Deshalb greift es für meine Begriffe zu kurz, von falscher Toleranz gegenüber Muslimen zu reden. Es handelt es sich aus meiner Sicht bei Merkel, Seehofer, Habeck, Baerbock, usw. um opportunistische schäbige Gesellen, die das Wort Rückgrat nicht einmal buchstabieren können.
Der (linke) Judenhass versteckt sich hinter Selbsthass und hält sich so für unsichtbar (s. m. Kommentar von gestern zu Herrn Feuerherdts Artikel). Warum sonst entsorgt Frau Merkel Deutschlandfahnen? (Auch Hitler wollte lieber Deutschland ruinieren statt dem Antisemitismus abzuschwören.)
Nein, Herr Noll, es sind nicht die Deutschen, die Juden hassen. Den meisten Deutschen. Ist die Religion der anderen völlig egal. Judenhass kommt nicht nur von ein paar rechtsradikalen Ar***löchern, er wird gepflegt und hofiert vor allem bei linksgrünen Gutmenschen und Israelgegnern. Und, das muss man leider sagen, von der ehemals konservativen CDU sowie der inzwischen extremst linkslastigen SPD. Die Liberalen halten sich, wie immer, feige bedeckt. Nur die „Rechtspopulisten“, nur die AfD steht offen zu Israel und gegen Antisemitismus. Angeführt wird die Anti-Israel Judenhasser-Fraktion von der schlimmsten Regierungsführung, die Deutschland je hatte. Dieses Land ist eh bald islamisch, man kann, wie 1933, allen Juden nur raten, rasch ins sichere Ausland zu gehen. Wir normalen Deutschen sind machtlos, auch Wahlen ändern nichts, solange die AfD nicht die absolute Mehrheit bekommt. Und das kann leider noch dauern, wenn überhaupt.