Claudio Casula / 08.09.2022 / 16:00 / Foto: Pixabay / 114 / Seite ausdrucken

„Pandemie“: Deutschland geht in die Verlängerung

Sie haben es wirklich getan: Auch ganz ohne Bedrohungslage ist der Entwurf für ein neues „Infektionsschutzgesetz“ vom Bundestag beschlossen worden. Antikörper, Durchseuchung, Herdenimmunität – das sind Begriffe für den Rest der Welt. 

Auf seiner postpandemischen Geisterfahrt gibt Deutschland noch einmal richtig Gas: Während unsere europäischen Nachbarn dem Maßnahmenterror längst gänzlich entsagt haben, zwingt die Ampel-Koalition, maßgeblich auf Betreiben des Endemieleugners Karl Lauterbach, den Bürgern ein weiteres halbes Jahr mit wieder verschärften Corona-Regeln auf.

(Einschub: Hier können Sie sich im Detail anschauen, wie die einzelnen Fraktionen abgestimmt haben. Zusammengefasst: SPD, Grüne und FDP stimmten fast geschlossen für das Gesetz, CDU/CSU, AfD, Linke und die fraktionslosen Parlamentarier fast geschlossen dagegen. Einschub Ende.)

Es ist natürlich nur zu unserem Besten, was Lauterbach und Justizminister Marco „Alle Maßnahmen enden am 20. März 2022“ Buschmann ausgekungelt haben:

FDP2-Maskenpflichten in Kliniken, Pflegeheimen und Arztpraxen, und nun auch im Fernverkehr, in Pflegeheimen und Kliniken muss ein negativer Test vorgelegt werden; Landesparlamente können (und werden, darauf können wir Gift nehmen) darüber hinaus Maskenpflicht in öffentlich zugänglichen Innenräumen wie Geschäften und Restaurants verhängen, an Schulen und Kitas sollen Tests vorgeschrieben werden können. Auch Maskenpflichten in Schulen sind wieder möglich, ebenso wie bei Outdoor-Veranstaltungen, dazu „Hygienekonzepte“ für Betriebe und andere Einrichtungen sowie Besucher-Obergrenzen für Innenveranstaltungen. Sollte der Bundestag noch einmal eine „pandemische Lage von nationaler Tragweite“ feststellen, gern auch wieder eine gefühlte, sind laut § 28a und § 28b IfSG auch wieder – entgegen Buschmanns Beteuerungen – Schulschließungen und Lockdowns möglich.

Das alles komplett auf evidenzfreier Grundlage unter Verweis auf den fortgesetzten „Schutz“ der Bevölkerung vor einem Virus, gegen das 99 Prozent der Bevölkerung inzwischen immun sind und das denen, die es erwischt, gerade mal – wie dem Gesundheitsminister selbst – Fieber, Husten und eine laufende Nase beschert. Freiheit und Eigenverantwortung spielen in Deutschland ohnehin eine untergeordnete Rolle, für Lauterbachs „Vorbereitung“ überhaupt keine, aber auch wer darauf hoffte, dass die FDP das Schlimmste verhüten möge, war schief gewickelt.

Beispielhaft sieht man das an dem Kuhhandel, die Maskenpflicht im Flugzeug (vorerst) abzuschaffen, in Zügen jedoch beizubehalten respektive – nunmehr mit FDP2-Maske – sogar zu verschärfen. Wissenschaftlich ist das so wenig begründbar wie alle anderen nun wieder möglichen Maßnahmen. Lauterbach versuchte es mit der wenig überzeugenden Erklärung, in Zügen seien deutlich mehr Menschen unterwegs (Nonsens, weil in einem ICE-Großraumwagen deutlich weniger Passagiere sitzen als in einem Flieger), sein Bruder im Geiste, Janosch Nostra-Dahmen, sagte heute im Bundestag auf Anfrage, man wolle sich den internationalen Standards im Flugverkehr anpassen. Dass man im Ausland auch längst auf die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen verzichtet, übersieht der Grüne geflissentlich.

Zahlreiche Wissenschaftler halten das neue Ifsg für überflüssig, aber es geht ja ohnehin schon lange nicht mehr um medizinische Fragen, wenn es denn je darum ging. Corona bleibt ein Ring, uns zu knechten. Lauterbach mag jubilieren, es geht in die Corona-Verlängerung, jedenfalls für uns, für niemanden sonst. Über ihn und alle Abgeordneten, die für das Gesetz der Schande gestimmt haben, wird man eines Tages jedoch anders urteilen, als sie es sich derzeit vorstellen können.

 

Foto: Pixabay

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Sabine Heinrich / 08.09.2022

Fassungslos!!! Aber schon morgen werde ich im Supermarkt wohl nicht nur die üblichen 20% mit Maulkorb, sondern wohl schon 30%  mit diesem Unterdrückungslappen herumlaufen sehen. Und die Zahl wird weiter drastisch zunehmen. Und die der Denunzianten. Auf die Straße! Wer jetzt immer noch nicht nach seinen Möglichkeiten Widerstand leistet, hat es nicht verdient, dass man ihn noch unterstützt - wie z.B. Gastronomen (DEHOGA) und Kaufleute. Sie hatten alle Angst - verständlicherweise - aber nun hat die Regierung eine rote Linie überschritten - eine von erschreckend vielen - so dass nun auch der letzte in seiner Existenz gefährdete Ladeninhaber und Gastronom (um nur einige zu nennen) sich endlich gegen die Drangsalierungen wehren müsste!

Matthias Kegelmann / 08.09.2022

@Harald Unger, wer kulturell gebildet sein will, schaut in die Bibel und da steht was man von diesem gottlosen Trottel Klaus Schwab (und allen Gottlosen) halten soll: über diese verkommene Brut lachen. Seine Grube ist auch bereits bestellt. ++ Und wenn Sie sehr klug sein wollen und sehr gut “recherchieren” “können” (aka pure kompetente Wissenschaft), dann werden Sie dieses geistige Gesetz empirisch als bestätigt erkennen dürfen. ++ Demnach, “spotten” wir positiv über dieses Großmaul Schwab und seiner gesamten schwachsinnigen Entourage.

Silas Loy / 08.09.2022

In Grossbritannien werden sogar Premierminister von ihrer Partei einfach im laufenden Betrieb ausgetauscht, so zuletzt May und Johnson. Die Tories lassen sich von ihren Chefs nicht auf der Nase herumtanzen. In Deutschland jetzt unter Lindner und vorher unter Merkel vollkommen undenkbar. Sowohl die sogenannten Liberal*innen als auch die sogenannten Konservativ*innen vor ihnen sind nur die feigen Erfüllungsgehilf*innen ihrer Herr*innen.

Sigrid Leonhard / 08.09.2022

Werner Gottschämmer,  “Wir müssen es nur einfach ignorieren. Was ist so schwer daran?” Wer das tun kann, sollte das tun. Der Mist ist nur: Diejenigen, die das problemlos könnten, glauben den 8 Uhr fuchzehn Tagesthemen etc….

Benjamin Weinrich / 08.09.2022

Damit haben die Abgeordneten auch die Nutzung der Deutschen Bahn ad absurdum geführt. Sinnvoll ist die Nutzung der Bahn für lange Strecken. Die kann ich jetzt aber nicht mehr fahren, weil ich spätestens nach 75min aussteigen muss. Sonst würde ich gegen das Arbeitsschutzgesetz verstoßen und jegliche Schädigung wäre meine eigene Schuld. Und was passiert eigentlich auf den Abschnitten, auf denen die Bahn länger als 75min am Stück fährt. Wird dann ein Maskenhalt eingeführt?

Frances Johnson / 08.09.2022

Broders Fundstück unbedingt ansehen!

S.Reimann / 08.09.2022

wir sind angekommen in einem Staat, der sich nicht mehr an den Grundrechten der Bürger, nicht mehr an evidenzbasierter Datenlage, nicht mehr am Wohl des Landes und nicht mehr am gesunden Menschenverstand orientiert, geschützt vom Gärtner, der zum Bock gemacht wurde. Rette sich wer kann

Hans-Peter Dollhopf / 08.09.2022

Herr Boehnke, interessanter Gedanke! Ich nutzte Juli und August 9€-Fahrscheine (wobei ich beim Kauf am Automaten im August belustigt feststellte, dass die Bahn weiterhin den Verkauf der Tickets für die vergangenen zwei Monate anbot - jedenfalls öffnete sich bei Auswahl der Geldeinzug mit einem “klack”). In beiden Monaten bei 99% Fahrten ohne Hund- und Hasenschmutztuch (hallo Helge, liest du wieder mit? verpfeif mich doch, Kartoffelkäfer). Bei zwei Fahrten musste ich aber die S-Bahn so schnell wie möglich wieder verlassen. Einmal erkannte ich am sortierenden Blick der begleitenden DB-“Wärterin” noch vor der Abfahrt, dass sie es eskalieren lassen würde und stieg sofort wieder aus. Das andere Mal eskalierte ein vollkommen faschistoides Arschloch ohne jeden Respekt für meine Person, wodurch die DB-Wärterin Notiz nahm und kurz darauf mit einem Security-Buddy zurück kam. Leider waren wir da schon an der nächsten Haltestelle, aber nicht ohne dass ich an die Umstehenden eine kleine Ansprache gehalten hätte und ich entwich auf die Plattform, während die beiden Gestalten mir durch den Türrahmen sehnsüchtig nachäugten, bis die Abteiltür sich wieder schloss und die S-Bahn mit all ihren Maskierten davonrauschte. Mittelfinger.

Werner Arning / 08.09.2022

Letzte Woche fuhr ich mit dem Zug von Frankfurt nach Paris. Kurz vor der Landesgrenze machte der Zugbegleiter eine Durchsage : In Deutschland sei die Maske im Zug Pflicht, in Frankreich unterlege das Maskentragen der persönlichen Einschätzung. Direkt nach Überqueren der Grenze war der Waggon maskenfrei. Man sah den Menschen die Erleichterung an. Auf der Rückfahrt, ein paar Tage später, fehlte nicht nur den französischen Fahrgästen der Wille, sich die Maske selbst nach Überqueren der Grenze nach Deutschland erneut anzutun. Reisen bildet.

Lisa Deetz / 08.09.2022

Gelbe Weste anziehen, hinten fett mit schwarzem Edd.ng z.B. “NEIN!” oder “Scheiß’ auf Covid!” oder “Covid kotzt mich an!” o.ä. drauf schreiben und zum einkaufen gehen. Kostet sicher etwas Überwindung…

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