Stefan Frank / 19.09.2023 / 16:00 / Foto: Pixabay / 13 / Seite ausdrucken

Palästinenser: Hass nach Lehrplan

Mit Gewehrkugeln und einem Brandanschlag machte die Fatah von Mahmoud Abbas im Jerusalemer Viertel Kafr Aqab deutlich, was sie von der Idee friedlicher Koexistenz hält.

Mit seinen jüngsten Äußerungen, wonach Hitler die Juden aus gutem Grund verfolgt habe, weil sie „Wucherer“ seien, hat Mahmoud Abbas wiederholt, was er früher schon öffentlich gesagt hat. Aber nur wenige Regierende in Europa ziehen – wie die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo – daraus die Konsequenz, dass sie Abbas als den Antisemiten behandeln, der er ist; als jemanden, der es nicht verdient hat, dass man ihm huldigt. Noch weniger wird in Europa zur Kenntnis genommen, wie Abbas und seine Terrororganisation Fatah Kinder und Jugendliche zu Mördern von Juden erziehen wollen.

Anfang des Monats begann für israelische Schüler das neue Schuljahr. Mit Gewehrkugeln und einem Brandanschlag machte die Fatah von Mahmoud Abbas im Jerusalemer Viertel Kafr Aqab deutlich, was sie von der Idee friedlicher Koexistenz hält.

Am Mittwoch, dem 30. August, eröffneten Unbekannte mit Sturmgewehren das Feuer auf die Schule Ilya in der Stadt Kafr Aqab, die den israelischen Lehrplan unterrichtet. Wenige Tage später, am Sonntagabend derselben Woche, wurde die Schule in Brand gesteckt. Die Fatah bekannte sich zu dem Anschlag. „Wir werden jeden, der bei der Einrichtung der Schule hilft, mit eiserner Hand verkrüppeln“, schrieb sie. Man werde nicht dulden, dass „die alte und aktuelle Geschichte Palästinas verfälscht“ werde. Wie israelische Medien berichteten, hinterließen die Angreifer eine Sprühschmiererei mit der Aufschrift „Das Schuljahr kann nicht beginnen“.

Bei der angegriffenen Schule handelt es sich um eine von vier neuen Bildungseinrichtungen in Kafr Aqab, die von der Jerusalemer Stadtverwaltung finanziert werden und die Schüler auf das israelische Abitur vorbereiten sollen. Die Schule hätte in der folgenden Woche eröffnet werden sollen.

Im Niemandsland

Kafr Aqab ist offiziell der nördlichste Stadtteil von Jerusalem, in der Praxis aber ein Teil der palästinensischen Metropole Ramallah. Kafr Aqab gehört verwaltungstechnisch zum Stadtgebiet von Jerusalem, steht unter israelischer Souveränität und die Bewohner haben großteils israelische Pässe. Doch liegt es außerhalb des Sperrwalls, der seit knapp zwanzig Jahren verhindert, dass palästinensische Terroristen sich nach Israel einschleichen, um dort Attentate zu verüben. Es gilt als gefährliches Niemandsland. Die Times of Israel berichtete im September 2022:

„Die israelische Polizei wagt sich nur selten nach Kafr Aqab, und das Fehlen von Patrouillen schafft ideale Bedingungen für Kriminalität, Waffen- und Drogenhandel, sagen die Bewohner. ,Es wird ununterbrochen geschossen, es gibt keine Autorität, keine Polizei, kein Gesetz', klagt Imane Rajabi, 37, die ihre vier Kinder alleine großzieht, seit ihr Mann Arafe von mit M16 bewaffneten Bewohnern erschossen wurde. ,Es ist ein Dschungel, und man weiß nicht, bei wem man sich beschweren kann', fährt sie fort und berichtet, dass die israelische Polizei nach dem Tod ihres Mannes mehrere Tage brauchte, um zu handeln.“

Hass nach Lehrplan

Wie das deutschsprachige israelische Magazin Fokus Jerusalem berichtet, haben Mitarbeiter der Jerusalemer Stadtverwaltung die Schäden an dem Schulgebäude inzwischen untersucht und mit Planungen für die Reparaturen begonnen. In der Zwischenzeit werden die fünfzig Grundschüler in einem nahegelegenen Schulgebäude unterrichtet, mit der Hoffnung, die sanierte Schule schon sehr bald wieder zu beziehen. Laut Fokus Jerusalem gibt es vermehrt arabische Schulen in Jerusalem, die auf den Lehrplan des israelischen Bildungsministeriums umsteigen:

„Mit israelischem Schulabschluss, der sogenannten Bagrut (zwölf Schuljahre), haben die Prüflinge so Zugang zu israelischen Universitäten. Mit dem Abschluss des palästinensischen Bildungsministeriums, dem Tawjihi, haben die Absolventen jedoch nur die Möglichkeit, an palästinensischen Universitäten zu studieren.“

Gerade für jene, die ein medizinisches oder naturwissenschaftliches Studium einschlagen wollen, ist der israelische Schulabschluss wichtig. Das Weizmann Institute of Science in Rehovot, das Technion in Haifa und die Hebräische Universität Jerusalem werden zu den hundert besten Hochschulen der Welt gezählt.

Von den rund 110.000 arabischen Schülern in Jerusalem werden bislang schätzungsweise 85 Prozent nach dem Lehrplan der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) unterrichtet, deren vorrangiges Ziel es ist, die Kinder und Jugendlichen zu Terroristen zu erziehen. Bei einer Abschlussfeier im Juni 2021 an einer Oberschule im östlichen Jerusalemer Stadtteil Beit Safafa skandierten Schüler und Eltern Berichten zufolge den Slogan: „Mit unserem Geist und unserem Blut werden wir Al-Aqsa erlösen.“ Bemerkenswert daran war, dass diese Schule dem israelischen Schulsystem angehört.

Fatah feiert Mordanschlag

Die Gehirnwäsche umfasst alle Altersgruppen. In „Sommerlagern“ der Fatah, die im August stattfanden, lernten Teenager den Umgang mit Kriegswaffen und wurden zum „Märtyrertum“ bzw. „Selbstopfer“ erzogen, wie dieses Video von Palestinian Media Watch zeigt.

Im Wettbewerb um die Gunst der Bevölkerung versucht die Fatah immer wieder, sich als die gegenüber der Hamas aktivere Terrororganisation zu präsentieren. Den Mord an einem israelischen Soldaten, der vor zwei Wochen von einem Fatah-Mitglied an einem Checkpoint mit einem Lkw überfahren wurde – sechs weitere Menschen wurden dabei verletzt – preist die Fatah als „heldenhafte Operation“ und schwärmt, dass der Täter, ein Fatah-Mitglied, „auf seinem Weg zu den Jungfrauen“ sei.

Die Palästinensische Autonomiebehörde verbreitete in den vergangenen Tagen zudem wieder verstärkt die Lüge, Israel wolle die Al-Aqsa-Moschee „schänden“ oder „zerstören“ – eine Verleumdung, die darauf abzielt, vor allem Jugendliche zu (Selbstmord-)Anschlägen aufzustacheln.

Die EU finanziert ein palästinensisches Schulsystem, in dem die Kinder systematisch zum Hass auf Israel und zur Gewalt gegen die „zionistisch-jüdische Besatzung“ erzogen werden; gleichzeitig protestiert sie laut, wenn israelische Behörden einmal eine der immer wieder aufs Neue illegal von der Palästinensischen Autonomiebehörde errichteten „Widerstandsschulen“ abreißen; doch sie schweigt zu dem Terroranschlag auf die Grundschule in Kafr Aqab.

Erklärtes Ziel der EU ist es, die „palästinensische Identität und Präsenz“ in Jerusalem zu erhöhen. Eine Jerusalemer Schule, in der arabische Kinder nach israelischem Lehrplan unterrichtet werden, um sich auf eine andere berufliche Zukunft vorzubereiten als die des „Märtyrers“, würde da wohl stören.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Mena-Watch.

 

Stefan Frank, geboren 1976, ist unabhängiger Publizist und schreibt u.a. für Audiatur online, die Jüdische Rundschau und MENA Watch. Buchveröffentlichungen: „Die Weltvernichtungsmaschine. Vom Kreditboom zur Wirtschaftskrise“ (2009); „Kreditinferno. Ewige Schuldenkrise und monetäres Chaos“ (2012).

Foto: Pixabay

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Thomas Szabó / 19.09.2023

Manch ein liberaler linker Politiker würde gar die Konzentrationslager neu eröffnen, nur um sich die Stimmen der antisemitischen, muslimischen Wähler zu sichern.

jan blank / 19.09.2023

Hass nach Lehrplan? Haben wir doch auch. In jeder Schule hierzulande lernt man, wie der “alte weiße Mann” nicht nur das Klima, sondern im Grunde die ganze Welt ruiniert hat. Links-grün und Palästinenser , das gibt sich doch nix, versteht sich prächtig.

Hans Bendix / 19.09.2023

Nun, die Juden sind jetzt in der gleichen undankbaren Rollenverteilung wie die Römer in Palästina. Entweder man nimmt beständige Mord- und Terroranschläge hin oder man greift mit großer Härte durch. Das Durchgreifen der Juden erfreut natürlich die ganzen linksgedrehten Araberfanatiker und -freunde in Europa nicht. Sicher bin ich mir, daß der “heldenhafte Kampf der Palästinenser” die Blaupause sein wird für die kommenden Konflikte in Europa, je weiter das linke Gelichter in die demokratische Defensive gedrängt wird. Das sinistre Ziefer ist nämlich nur so lange gemäßigt, wie sie Mehrheiten organisieren können.

Marc Blenk / 19.09.2023

Lieber Herr Frank, dass sind die Freunde der SPD.

S.Buch / 19.09.2023

Direkt beim Lesen der Überschrift dachte ich mir so: Ist ja wie bei den Linksgrünen.

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