85 Prozent aller Kinder unter 15 Jahren mit dem Potenzial zu allerhöchsten geistigen Leistungen leben 2020 in Ostasien. Zu ihren Resultaten gehört das Anmelden von Patenten, die den hohen Anforderungen des Patent Cooperation Treaty (PCT) genügen. Jeden März verkündet die Genfer World Intellectual Property Organization (WIPO) die neueste globale Rangliste. Ostasiens zukünftige Könner sollten die Errungenschaften seiner heutigen Besten noch übertreffen. Zwar erreichen Neuerer aus China, Japan und Korea mit 8 der 10 patentstärksten Firmen schon heute 80 Prozent (1. China; 2. und 4. Korea; 3. Japan). Doch unter den besten 50 gelingen ihnen mit 31 bisher „nur“ 62 Prozent.
Alle übrigen Länder müssen aus Ostasien oder über gegenseitige Kannibalisierung Talente hinzugewinnen, wenn sie überhaupt im Rennen bleiben wollen. Unter Europas Musterländern für eine solche Einwanderungspolitik liegen Liechtenstein und die Schweiz ganz vorne. Die Eidgenossen (8,7 Mio. Einwohner) schaffen mit gut 10 Prozent der Bevölkerung Deutschlands (84 Mio.) gut 26 Prozent der deutschen PCTs (4.883 zu 18.643). Liechtenstein schafft zwar nur 1,4 Prozent (250) der deutschen PCTs, hat aber auch nur 0,05 Prozent der deutschen Bevölkerung. Die beiden Alpenländer liegen bei den Patenten pro eine Million Einwohner sogar deutlich vor Japan und Südkorea, die unter den zwanzig patentstärksten Firmen immerhin neunmal vertreten sind. Auch das Hightech-Land Israel wird übertroffen. Dafür bleibt der Kleinstaat in Nahost Weltmeister bei Unicorns pro eine Million Einwohner. Zwölf dieser Start-ups zum Preis von mindestens einer Milliarde Dollar arbeiten dort, während es die Schweiz bei fast gleicher Bevölkerung auf fünf bringt. Gegen eines in Österreich und sechzehn im fast zehnmal größeren Deutschland bleibt auch das bemerkenswert. Bern und Vaduz bereiten sich kompetenter auf die Zukunft vor als Berlin oder Wien. So hat Österreich zwar sechsmal (1.519) so viele PCTs wie Liechtenstein. Mit seinen gut 9 Millionen Einwohnern ist es demografisch aber 230-mal stärker als das kleine Fürstentum.
Da es von einem immer noch imponierenden Niveau herunter geht, sticht Deutschlands Abstieg besonders ins Auge. Deutlich wird das durch einen Vergleich mit Südkorea (60 Prozent der deutschen Bevölkerung), das aus eigener Kraft, also ohne Einwanderer arbeitet. 1994 steht es bei PCTs 4.294 zu 190 für Deutschland. 2020 steht es 20.060 zu 18.643 für Südkorea. 1994 bis 2000 liegt Deutschland hinter den USA durchgehend auf dem zweiten Platz der Weltrangliste. 2010 wird letztmals ein dritter Platz erreicht. 2020 gibt es keine deutsche Firma mehr – bis 2019 war das Bosch – unter den besten Zehn. Der 2020 hinzunehmende fünfte Gesamtrang dürfte allerdings noch lange zu verteidigen sein, weil die Mehrheit der Konkurrenten ebenfalls nachlässt und nur noch Nordkorea überhaupt das Zeug hat, bei Eintritt in die Welt von Leben, Eigentum und Freiheit einmal ganz nach vorne zu kommen.
IQ-Messungen: Die sieben größten Ökonomien Ostasiens liegen vorn
Auch die USA sinken ab. 1994 ist China bei PCT erstmals dabei. Damals geht es 14.798 zu 98 für Amerika aus. 2019 erreicht China mit 58.990 zu 57.840 die Weltspitze. Amerika bleibt nur die Silbermedaille. Dass da keine Eintagsfliege unterwegs war, zeigt sich 2020, als China mit 68.720 zu 59.230 regelrecht davonstürmt.
Auch Deutsche und Amerikaner haben seit 1994 stetig mehr geliefert, aber die Ostasiaten legen über Jahrzehnte hinweg ein deutlich höheres Tempo vor. Wir wissen durch die Forschungen von Harold Stevenson (1924-2005) seit 1980, dass die Kinder armer Ostasiaten viel besser rechnen können als der Nachwuchs selbst aus den reichsten Milieus in Amerika. Zwar kann bis heute niemand unter dem Mikroskop zeigen, woher diese Überlegenheit kommt. Da sie jedoch seit Jahrzehnten immer von neuem bestätigt wird, darf auch niemand darauf rechnen, dass sie plötzlich verschwindet und die alte europäide Dominanz wiederkehrt. Bei IQ-Messungen anhand der PISA-Resultate von 2000–2015 gibt es folgende Werte für die sieben größten Ökonomien Ostasiens (zusammen 1,75 Mrd. Menschen): China 103,24; Japan 103,71; Vietnam 101,21; Südkorea 104,63; Taiwan 103,87; Hongkong 105,30; Singapur 107,72. Das kontrastiert mit den sieben größten westlichen Ökonomien (zusammen 675 Millionen Menschen): USA 97,32; Deutschland 99,50; UK 100,00 ; Frankreich 98,84; Italien 95.64; Kanada 102.93; Australien 101,60.
24 Prozent aller Kinder unter 15 Jahren leben heute im Subsahara-Raum gegen nur 13 Prozent in Ostasien und 7 Prozent in der europäiden Welt (einschließlich Ostslawen). 2050 sollen sogar vierzig von hundert Kindern weltweit Afrikaner sein. Von den knapp 276.000 PCT-Anmeldungen des Jahres 2020 jedoch kommen lediglich 29 aus Subsahara-Afrika (ohne RSA). Mit 1.060 Millionen Menschen im selben Jahr hat der Raum knapp 14 Prozent der Weltbevölkerung, aber nur 0,01 Prozent der PCT-Patente. Nach dem Sieg über die Kolonialherren seit 1970 gibt es immer wieder die Hoffnung, dass mit dem jugendlichen Durchschnittsalter Afrikas sein Einstieg in die Weltmärkte zu einem Spaziergang würde. Sie hat sich noch nicht erfüllt.
Migranten aus Afrika – schon 2018 streben dort rund 350 Millionen Menschen weg – werden fast nur noch in Westeuropa und den USA aufgenommen. Dort muss man – zusätzlich zum eigenen kognitiven Handicap – auch für diese schwer vermittelbaren Neubürger sorgen. Deshalb spricht alles dafür, dass Ostasiens PCT-Anteile immer weiter zulegen werden.

Ich habe Exemplare des letztes Buches von GH an Verwandte und (zT ehemalige) Freunde verschickt; selbst intelligente Menschen unter ihnen glauben nicht, dass Deutschland und die anderen EU-Staaten hinsichtlich der Zukunftstechnologien und damit der Wohlstandschancen abgewirtschaftet haben. Man hat über PISA gelesen, hält das für nicht so wichtig. Man hat noch nicht von TIMSS gehört, auch nicht von hochwertigen Patenzanmeldungen, kann sich die Diskrepanzen zB zwischen Deutschland und Japan nicht vorstellen.
Noch immer hält man Südkorea generös für einen nacheilenden Tiger, dabei spiel das Land im Wissenswettbewerb schon in einer höheren Liga. Und von Japan glaubt man das, was in der FAZ steht: Japan sei überaltert und schon lange müde, die Wirtschaft stagniere sich seit 20 Jahren. Dann kommen die regierungsamtlich genährten Hoffnungen auf die jungen Zuwanderer; Japan wolle dummerweise keine.
Wenn man dann im kreise akademisch Gebildeter noch sagt, dass die ungeregelte Zuwanderung uns Deutsche IN DER GESAMTHEIT weiter runterziehen, ebenso wie die Inklusions-Ideologie, und dass die Übererfüllung von CO2-Minderungsziele extrem teuer ist und der Industrie schadet, dann ist für die Gesprächspartner klar, dass ich ein Rechter sein muss. Und dann ist das Gespräch meist beendet.
Schön zu lesen, dass die Schweiz noch im Zukunfts-Wettbewerb mithält. In der Schweiz sind die Abiturprüfungen noch wirkliche Prüfungen, und die ETH ist noch gut. Allerdings breiten sich Wokeness und Cancel Culture dort auch aus.