Im Geheimen hat die britische Regierung über mehrere Jahre 4.500 Afghanen, sogenannte Ortskräfte und deren Angehörige, nach Britannien verbracht. Niemand durfte davon erfahren, angeblich, um die Betroffenen zu schützen.
Nach einer Datenpanne im Jahr 2022 hat Großbritannien heimlich Tausende afghanische Ortskräfte und ihre Familienmitglieder aufgenommen, ohne dies bekannt zu machen. Mehr noch, es galt die höchste Geheimhaltungsstufe für die Operation. Journalisten, die darüber berichtet hätten, hätten mit Gefängnisstrafen rechnen müssen. Erst gestern wurde per Gerichtsbeschluss die Geheimhaltung aufgehoben und nun beginnt sich der Skandal zu entfalten. Bis jetzt wurden seit 2022 etwa 4500 Afghanen umgesiedelt, weitere 2.400 sollen unter dem Ortskräfte-Umsiedlungsprogramm noch kommen. Abgesehen davon haben weitere 17.000 Afghanen Asylzusagen unter anderen Aufnahmeprogrammen bekommen, die meisten sind bereits in Großbritannien. Insgesamt wurde also im Geheimen 24.000 Afghanen Asyl gewährt oder angeboten, darunter auch Kriminellen, wie telegraph.co.uk berichtet. Andere Quellen wie bbc.com sprechen sogar von 36.000 Afghanen, die durch verschiedene Umsiedlungsprogramme nach der Machtübernahme der Taliban im Jahr 2021 umgesiedelt wurden.
Diese Datenpanne entstand nicht durch einen gezielten Angriff, sondern durch einen individuellen Fehler im Verteidigungsministerium. Persönliche Informationen von etwa 25.000 afghanischen Asyl-Bewerbern für Großbritannien, die als Ortskräfte arbeiteten, wurden versehentlich öffentlich gemacht und Teile davon fanden sich später auf Facebook wieder. Die britische Regierung fürchtete nach dem Datenleck Vergeltungsmaßnahmen durch die Taliban, weshalb eine Nachrichtensperre verhängt worden war, die nun aufgehoben wurde. Die Umsiedlungsmaßnahmen sollen die britische Regierung etwa sieben Milliarden Euro gekostet haben. Kritiker sagen, die Nachrichtensperre wurde nicht nur verhängt, um die Betroffenen zu schützen, sondern um den Skandal unter der Decke zu halten. Die Operation wurde unter der konservativen Regierung begonnen und von der Labour-Regierung nahtlos fortgeführt.
