Optimismus heißt kämpfen und was tun

Von Annette Heinisch.

„Warum erst jetzt“ ist eine Frage, die ich mir häufiger stelle. Warum bemerken erst jetzt immer mehr Bürger, dass wir in problematisches Fahrwasser kommen und sind dann entsetzt, dass es keiner ändert? Wo waren sie denn all die Jahre vorher?

Die meisten Probleme haben wir doch schon lange, es sind „Zeitbomben“ aus der Vergangenheit: So wurde der demographische Wandel völlig richtig schon 1977 von Kurt Biedenkopf als Problem erkannt und benannt. Das führte zu Konsequenzen, es kostete ihn die politische Karriere. Helmut Kohl zog Norbert Blüm mit seinem bekannten Satz „Die Rente ist sicher“ vor. Fake News vom Feinsten!

Dass unsere Bildung ein schlechter Scherz ist, wissen wir ebenfalls seit ewigen Zeiten. Kein Wunder, wenn man die armen Würmchen schutzlos der Politik überlässt! Energiefragen sind seit Jahrzehnten eine Frage der Gesinnung und ebenso lange kommt der Strom aus der Steckdose, deshalb ist er sauber und E-Autos sind gut.

Sicherheit wurde – wie lange schon diskreditiert? „Links sein“ war doch schon ewig das Zeichen eines Menschen „mit Herz“, der es nie herzlos fand, Soldaten als Mörder und Polizisten als „Bullen“ (und das ist noch harmlos) zu bezeichnen und den Maifeiertag mit zündender Folklore zu begehen. Verfehlte Migrationspolitik – im Prinzip alles nichts Neues. Alle politischen Probleme, die wir jetzt haben, kamen nicht plötzlich über Nacht, die Einstellungen, auf denen sie basieren, auch nicht.

Sind wir heute also sensibler geworden? Oder sehen wir die Folgen des Fehlverhaltens erst jetzt, weil vieles eine Latenzzeit hat, das heißt es gibt einen längeren Zeitraum zwischen den Ereignissen und den sichtbaren Effekten, und nur wenige haben vorausschauend erkannt, was kommen wird?

Vielleicht liegt es auch daran, dass zusätzlich die gute alte Exponentialfunktion am Werke ist. Man überlege sich nur, wie viele Kinder zum Beispiel ein Lehrer, der weltanschaulich links/grün eingestellt ist und dabei einen missionarischen Eifer an den Tag legt, beeinflussen kann. Das gleiche gilt bei Zeitungen; man kann da ein hübsches Baumdiagramm zeichnen. Vorausgesetzt natürlich, man verfügt über ausreichende Befähigung dazu, welche nur wenige haben, denn Mathematik gilt als  uncool. Irgendwann ist ein kritischer Punkt erreicht, an welchem das alles nicht mehr niedlich ist. Es ist so schlimm geworden, dass selbst der Letzte merkt, dass umgesteuert werden muss, was sicherlich nicht ganz trivial ist.

Wenn es machbar ist, dann macht man es – ganz einfach!

Logisch betrachtet gibt es drei Varianten: Wir bekommen die Kurve, wir kratzen die Kurve, oder wir schleudern irgendwo am Rande der Kurve entlang. Wenn wir die Kurve bekommen wollen, geht das niemals ohne Bürger, die zumindest halbwegs resilient und stark sind, viele Probleme eigenständig „auszubügeln“.

Wenn dem so ist, was macht es dann aber für einen Sinn, die Bürger von allen Seiten zu beschimpfen, klein zu reden und klein zu halten? Nicht nur von Seiten der Politiker, die Bürger als „Pack“ und Teile unseres Landes als „Dunkeldeutschland“ diskreditieren, sondern auch von kritischeren Gemütern, die sich über den „dummen Michel“ aufregen, der angeblich ein reiner Hohlkopf ist. Das halte ich für äußerst unklug und falsch.

Unklug ist es, weil es uns schwächt. Wenn wir uns selbst schwach reden und schreiben, statt uns aufzurichten und Mut zu machen – dann werden wir die Zukunft mit Sicherheit nicht meistern. Nur mit Mut, Selbstvertrauen und Zuversicht kann das nämlich gelingen, ganz egal, um welches Problem es sich handelt. Gerade weil uns diese Eigenschaften nicht in die Wiege gelegt sind, sollten wir sie stärken. Schließlich ist alles, was nicht den naturwissenschaftlichen Gesetzen widerspricht, möglich. Und wenn etwas möglich ist, ist es auch machbar. Wenn es machbar ist, dann macht man es – ganz einfach! Das wird man jedoch nie wagen, wenn man sich selbst für wertlos hält, für unfähig, irgend etwas hinzubekommen. Wer diese Selbsteinschätzung unterstützt, statt den Bürgern die Anerkennung zuteil werden zu lassen, die ihnen gebührt, der darf sich über ein ängstliches und verzagtes Volk nicht wundern.

Für falsch halte ich es, weil es nicht mit den Tatsachen übereinstimmt. Die Bürger verdienen nämlich Anerkennung. Nicht nur, weil die meisten sehr hart arbeiten, sich um ihre Familie und all die tausend Dinge des Alltags kümmern und damit unser Land am Laufen halten. Sondern auch, weil sich die Deutschen schon immer durch eine ausgeprägte Fähigkeit der gesellschaftlichen Selbstorganisation ausgezeichnet haben. Das gilt bis heute. Nehmen wir ein Beispiel aus einer Wochenzeitung:

„Zwischenzeitlich erreichen den Flecken Bad Bodenteich Anfragen aus der Bevölkerung, ob der Traumspielpark in Bad Bodenteich noch zusätzliche Hilfe gebrauchen kann.“

Kennedy würde sich darüber freuen

Wie jetzt, der Bürger fragt, ob er etwas tun kann? Das ist tatsächlich so, und Hilfe wird gebraucht, wie sich dem Artikel entnehmen lässt. Sach- und Geldspenden werden gerne entgegengenommen, die zusätzlich benötigten „Hand- und Spanndienste“ können an Aktionswochenenden geleistet werden. Für Spenden ab 50 € werden „Gönnertafeln“ aufgehängt. Kennedy würde sich darüber freuen, es ist die praktisch gelebte Version seiner Antrittsrede von 1961: „Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann – fragt, was ihr für euer Land tun könnt.“ Und das ist keineswegs ein Einzelfall, Bürger helfen häufig, zum Beispiel beim Bau von Spielplätzen, Jugendtreffs oder Ähnlichem, betreuen Senioren, organisieren Ferien – und/oder Hausaufgabenhilfe für Kinder. Alles das geht, ganz ohne Staat!

Oder ein Artikel vom Sommer 2017 in der „Allgemeinen Zeitung der Lüneburger Heide“: „In der Uelzener Innenstadt: Mann mit Messer von Zeugen überwältigt“. Ein Syrer war – mit einem Brotmesser bewaffnet – durch die Innenstadt gelaufen, kurzerhand von Passanten überwältigt und bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten worden. Da wurde nicht „deeskaliert“ oder lange gefackelt, da wurde einfach entwaffnet.

Nun könnte man sagen, das sei eben in ländlichen Gebieten so, aber ganz so einfach ist das nicht. Nicht nur, weil ich mir habe sagen lassen müssen, dass „Flecken“ für einen größeren Ort steht und Uelzener überzeugte Städter sind, schließlich treten dort Stars wie Elton John und Sting auf. Sondern auch, weil es das Pendant in der Großstadt gibt. Dies ist gut vergleichbar mit den privaten Putz- und Aufräumaktionen nach dem G20-Gipfel in Hamburg. Zwar war die Stadt ihrerseits tätig geworden, die Stadtreinigung hatte schon Sonderschichten gefahren, aber natürlich nur den gröbsten Müll weggeräumt. Den Rest machten die Bürger.

Schaut man sich zum Vergleich das veröffentlichte Foto vom besagten Traumspielpark an, so hat die Gemeinde auch hier bereits sehr vieles gemacht. Beide, Staat und Bürger, arbeiten zusammen. Ähnlich übrigens bei der Elphilharmonie, 77 Millionen Euro der Baukosten wurden durch private Spenden gedeckt, das sind definitiv keine peanuts! Daraus resultierte natürlich auch eine Art moralische Verpflichtung den Spendern gegenüber, weshalb man den Bau nicht einfach ins (Elb-)Wasser fallen lassen konnte, sondern sich zusammenreißen und das Ding irgendwie hinbekommen musste. Die Szene mit dem „Brotmessermann“ wiederholte sich kurze Zeit später in Hamburg-Barmbek, nur dort konnte der Täter leider erst nach der Tat gestellt werden.

Die Haltung zeigt sich durch praktisches, aktives Handeln

Natürlich haben die soziale Kontrolle und der Gruppenzwang eine gewisse Wirkung, weshalb die soziale Interaktion zumeist besser in ländlichen als städtischen Gebieten wirkt. Aber sie wirkt eben auch in Großstädten, offenbar sogar bei Menschen, die ursprünglich aus anderen Ländern kommen. So waren die „Helden von Barmbek“ teils ausländischer Herkunft, ebenso die freiwilligen Putzkräfte im Schanzenviertel.

Das alles sind Beispiele für etwas, das man als eine Art Sonderform einer „public – private – partnership“ bezeichnen könnte: Bürger und Staat arbeiten partnerschaftlich zusammen. Diese Haltung beschränkt sich nicht auf das Absondern ebenso leerer wie moralisch hochwertiger Worthülsen, sondern zeigt sich durch praktisches, aktives Handeln. Wie war das mit „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen“?

Alle Flüchtlinge sind untergebracht, obwohl natürlich niemand in Deutschland darauf vorbereitet war, einen derartigen Ansturm in Millionenhöhe einfach wegzustecken. Keine Behörde in Deutschland hält so viel Personal vor, warum auch? Wer sollte so einen Beamtenapparat denn bezahlen? Sachmittel fehlten ebenfalls, es war das perfekte Chaos. Das heißt – war es das?

Ja, das war es. Aber nur kurz. In einer einzigartigen und absolut bewundernswerten Leistung haben unzählige Bürger das Chaos dadurch in den Griff bekommen, dass sie ehrenamtlich geholfen haben. Nicht nur für ein oder zwei Tage, sondern für Wochen, Monate, einige nunmehr seit Jahren. Es hat mich persönlich sehr überrascht, zu sehen, wie eine eigentlich verwöhnte Gesellschaft so schnell und effizient mit anpacken konnte. Das hätte ich ihr gar nicht zugetraut, Asche auf mein Haupt. Dabei waren nicht alle der Willkommenskultur verfallen, aber sie sahen ein Problem, das es zu lösen galt. Also halfen sie. Frei nach dem Motto: Es gibt viel zu tun, packen wir es an!

Wer selber sieht, was abgeht...

Das entschuldigt natürlich mitnichten politische Fehlleistungen. Aber es zeigt, dass die bürgerliche Gesellschaft lebt und nicht regional auf einen Teil Deutschlands beschränkt ist. Ein Nebeneffekt dieses Verhaltens ist der unmittelbare Lerneffekt. Wer selber sieht, was wirklich abgeht, dem kann man so schnell kein X für ein U vormachen.

Leider ist uns nicht bewusst, dass wir dadurch nicht nur sehr entscheidend das politische Leben in unserem Land mitgestalten (mehr übrigens als durch Wahlen) und dass es uns klüger und tüchtiger macht, sondern dass dieses bürgerliche Verhalten auch ein ganz enormer Standortvorteil ist.

Die Marktwirtschaft ist gegenüber staatlich gelenkter Wirtschaft deshalb so unglaublich überlegen, weil sie schneller und flexibler auf den Markt mit seinen ständig wechselnden Situationen reagieren kann. Dasselbe Prinzip gilt auch für Gesellschaften: Je mehr sie staatlich gelenkt sind, desto unflexibler sind sie. Da nichts so beständig ist wie der Wandel, ist eine schnelle Anpassungsfähigkeit das entscheidende Kriterium für das Überleben einer jeden Gesellschaft. Daher ist eine flexible Bürgergesellschaft, die selbstständig gemeinsame Ziele umsetzt, von ebenso immenser wie völlig unterschätzter Bedeutung.

Welch einen gravierenden Unterschied das macht, kann man ebenfalls an der Flüchtlingskrise sehen, und zwar im Vergleich zu Frankreich. Unser westlicher Nachbar hat kaum Flüchtlinge aufgenommen, es waren vergleichsweise homöopathische Dosen. Dennoch lebten viele von ihnen noch lange auf der Straße oder in Camps. Herr Macron hat als großes Vorhaben sein Ziel vorgestellt, diese bis Ende dieses Jahres alle von den Straßen und Camps in richtige, feste Behausungen zu bekommen. Nicht mehr Wasser zum Zähneputzen aus dem Rinnstein, welch ein Fortschritt!

Bei uns musste keiner auf der Straße schlafen, selbst die Turnhallen-Phase wurde relativ schnell beendet (außer in Berlin, aber das zählt nicht). Das ist ganz praktisch der Unterschied zwischen einer etatistischen, staatsdirigierten Gesellschaft wie in Frankreich und der immer noch deutlich bürgerlicheren in Deutschland.

Deutschland war nie und ist nicht Berlin

Von Berlin aus ist der Blick oft verzerrt, aber Deutschland war nie und ist nicht Berlin. Es gibt viele Bürger, die – ohne großes Getöse zu machen – dieses Land tragen. Genauso wie es gerade in Deutschland eine Vielzahl relativ unbekannter Unternehmen gibt, die aus gutem Grund „hidden champions“ genannt werden. Wieso sollte man angesichts so guter Voraussetzungen den Kampf um die Zukunft verloren geben, bevor man überhaupt ernsthaft angefangen hat, zu kämpfen?

Natürlich gibt es einen Teil der Gesellschaft, der lieber behütet werden will und möchte, dass der Staat ihm die Unebenheiten des Lebens glättet – und demgegenüber andere, die sich ungern bevormunden lassen. Und ebenso natürlich bedient der Staat die Bequemen gerne, weil das seine Macht ungemein vergrößert. Das ist der Kampf um die Aufklärung:

„Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen (naturaliter maiorennes), dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es Anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein. … Daß der bei weitem größte Teil der Menschen (darunter das ganze schöne Geschlecht) den Schritt zur Mündigkeit, außer dem daß er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte: dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben. Nachdem sie ihr Hausvieh zuerst dumm gemacht haben und sorgfältig verhüteten, daß diese ruhigen Geschöpfe ja keinen Schritt außer dem Gängelwagen, darin sie sie einsperrten, wagen durften, so zeigen sie ihnen nachher die Gefahr, die ihnen droht, wenn sie es versuchen allein zu gehen. Nun ist diese Gefahr zwar eben so groß nicht, denn sie würden durch einigemal Fallen wohl endlich gehen lernen; allein ein Beispiel von der Art macht doch schüchtern und schreckt gemeinhin von allen ferneren Versuchen ab.“

(Immanuel Kant, „Was ist Aufklärung“, Dezember 1783, veröffentlicht in der Berlinischen Monatsschrift 1784).

Vorbild Mapendo im Kongo

Wir erleben also nichts Neues, es ist ein altbekanntes Problem. Die Geschichte der Menschheit ist ein Staffellauf, die Staffel liegt nun bei uns. Daher haben wir keinen Grund, uns zu beklagen (was ohnehin nichts hilft). Wir sollten einfach sehen, dass wir unseren Teil der Strecke bestmöglich absolvieren. Da wir einiges aufzuholen haben, sollten wir uns beeilen, um den Anschluss nicht zu verlieren.

Hoffnung gibt es übrigens nicht nur bei uns, denn Haltung kann man überall haben. So gab es einen faszinierenden Artikel in der Frankfurter Allgemeinen „Schöne Kleider für schlimme Zeiten“ über eine Kongolesin namens Mapendo Sunumi. 

Trotz wirklich sehr unschöner Zustände in ihrem Land hat sie eine Boutique eröffnet; dort werden Kleider nicht nur verkauft, sondern selbst geschneidert, mittlerweile arbeiten acht Näherinnen für sie. Ihr Motto: „Wenn wir warten, bis es unserem Land besser geht, fangen wir nie an.“ Sie erlaubte dem Krieg nicht zu definieren, wer sie sei. Sie bietet zudem lokalen Kunsthandwerkern eine Plattform, die sie „Licht der Vergessenen“ nennt. Im Internet schaute sie sich die „Vogue“ an, fand dabei auch Bilder von europäischen Weihnachtsmärkten und dachte sich, so etwas sei eine gute Vermarktungsmöglichkeit für ihre Mode. Also setzte sie sich mit dem Inhaber eines belgischen Restaurants in Verbindung und organisierte einen Weihnachtsmarkt. Sehr erfolgreich übrigens, mittlerweile soll der Weihnachtsmarkt aus Goma nur schwer wegzudenken sein.

Diese Frau ist ein Mensch ganz nach meinem Herzen. Erstens, weil sie völlig zutreffend meint, dass es keine Entschuldigung für schlechte Kleidung gibt. Zweitens, weil der Gedanke, einen Weihnachtsmarkt im Kongo zu installieren, sympathisch verrückt ist. Und drittens, weil ihre Haltung bewundernswert ist. Man lässt sich nicht unterkriegen und packt an, statt nur zu jammern. Mapendo Sunumi als Lehrbeispiel für Bürgersinn.

Der Weihnachtsmarkt im Kongo zeigt, dass nichts unmöglich ist. Man braucht vielleicht etwas Mut und Kraft, aber wir sind nicht hilflose Marionetten eines unbeeinflussbaren Schicksals.

Wir sind unser Schicksal.

Foto: Tim Maxeiner

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Leserpost (13)
Steffen Huebner / 22.12.2017

Sorry, was soll ich mit diesen Allgemeinplätzen - alles wird gut? Das klingt eher wie ein verzweifelter Durchhalteappell aus des Führer*innen Hauptquartier. Merkel & Co. haben eigenmächtig gehandel und können nicht die Verantwortung zu liefern bei Anderen abladen. Nichts gegen die paar hundert Flüchtlinge nach dem GG Art. 16 die man unterstützen muß, aber darüber hinaus dürfte die persönliche Lebensplanung derer, die den Wohlstand in diesem Land jeden Tag erarbeiten müssen, eine Andere sein…

Matthias Schnitzler / 22.12.2017

Sorry, aber der Artikel klingt wie eine prosaische Widerholung von Merkels ‘Wir schaffen das’‘’. Das war damals schlecht, und es ist auch in der abgewandelten Form schlecht. Geht gar nicht!

armin wacker / 22.12.2017

Sehr verehrte Frau Heinisch, ihr Artikel hat mich auf gute Art aufgebaut. Danke.

Hanna Mohrmann / 22.12.2017

Das was mich an Refugees Welcome so beeindruckt hat, war in der Tat der böse Deutsche. Ich bin zu diesem Zeitpunkt zu der Ansicht gekommen, dass ein Sozialstaat in Deutschland nicht notwendig ist. Es gibt so viele hilfsbereite Leute, so viele die gerne spenden oder sich ehrenamtlich engagieren, dass man das eigentlich mit Bürgerinitiativen lösen könnte. Das was Deutschland und die Deutschen schon immer geschwächt hat war der Staat mit sinnlosen nicht von den Bürgern getragenen Aktionen. Wir heulen ja immer gerne über die bösen Rechten, aber wenn man der offiziellen Darstellung dieser politischen Richtung glauben darf, ist ein Rechter der Ansicht, dass Probleme selbst gelöst werden sollen. Weniger Staat mehr Meinungsfreiheit mehr Freiheit für die Wirtschaft, weniger Einmischung durch den Staat. Der Staat bekämpft das verständlicherweise, würde er dadurch viel Macht verlieren. Ich wünsche frohe Weihnachten.

Cornelia Buchta / 22.12.2017

“In einer .. bewundernswerten Leistung haben unzählige Bürger das Chaos dadurch in den Griff bekommen”—- ich finde, zunehmend, dass man als Pro-Bono Helfer in eine Zwickmühle gebracht wird: je besser und effektiver man hilft, desto weniger Anlass besteht für den Verursacher des Missstandes, aktiv zu werden. Wäre das befürchtete Chaos nicht die stärkste Motivation für wirklich grundlegende Änderungen?

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