Soeben stelle ich fest, dass ich bei Facebook für einen Tag nichts schreiben darf. Da Facebook bekanntlich vor Hetzseiten nur so strotzt und auch gröbsten Rassismus und Hassreden duldet (was ich befürworte, ich bin da ganz amerikanisch), konnte ich mir zunächst nicht vorstellen, wie ich denn gegen die Nutzungsbedingungen verstossen haben sollte. Und siehe da - habe ich auch gar nicht. Mein inkriminierter Post war eine Anmerkung zu Facebooks Anzeigentargeting. (Wenn ich mich bei Facebook darüber lustig mache, dass Google mir hier auf der Achse regelmäßig die Partnervermittlung “muslima.com” schmackhaft machen will, wird das selbstverständlich geduldet.) Auch Facebook schlägt mir in den Anzeigenplätzen allerhand Unsinn vor, der in der Regel der Rede nicht wert ist. Lustig fand ich aber, dass ausgerechnet ein selbsternannter Online-Marketingexperte Geld für eine Online-Marketingmaßnahme bezahlte, die total daneben ging - indem sie mich erreichte. Ich konnte mir also ein paar Anmerkungen über seine offensichtliche Marketing"kompetenz”, Kundschaft (Schneeballsystemopfer und andere Führungskräfte) und seinen stolz auf dem Profilbild präsentierten Armbandwecker nicht verkneifen. Mein Post erreiche so ca. ein Dutzend Leute. Alles völlig harmlos. Bis Facebook beschlossen hat, mir heute einen Warnschuss vor den Bug zu geben, und mein Konto - ohne jede Grundlage - einzuschränken. In solchen Momenten merkt man, wie sehr man in der täglichen Kommunikation von diesem Unternehmen abhängig ist - und davon, dass es sich an seine eigenen Geschäftsbedingungen hält. Und so wird diese Geschichte eben zu einem weiteren Onlinemarketinglehrbeispiel. Für den Streisand-Effekt.