Lange nichts gehört von „Die Rente ist sicher“ Norbert Blüm, Dauerminister der Regierung Kohl, Bezieher einer üppigen Politiker-Altersentschädigung, die er als Laien-Kabarettist aufbesserte. Als Kabarettist war Nobbi, wie er sich gern nennen ließ, etwa so erfolgreich wie mit seiner Rentenprognose. Seine „Ost-West-Vis-à-Vis“ mit Peter Sodann war laut FAZ ein Horror: „Man wünschte sich, die Ohren nach innen krempeln zu können.“
So auch jetzt wieder. Nobbi wettert diesmal nicht gegen Banken und die böse Industrie, sondern gegen seine Politikerkollegen, vor denen er sich ekelt, wenn er ihnen zuhört.
Warum sich Blüm dieser Folter überhaupt unterwirft, verrät er nicht. Die Vermutung liegt nahe, dass er es nur tut, um seinen Ekel medienwirksam in Szene setzen zu können.
Ganz Europa sieht Blüm vor der „moralischen Insolvenz“, wenn es nicht wenigstens fünf Millionen Flüchtlinge aufnähme, verkündet er in einem Gastbeitrag der „Süddeutschen“.
„Wir, die Bewohner der Wohlstandsinsel Europa, sind die Hehler und Stehler des Reichtums der sogenannten Dritten Welt. Auf deren Kosten und Knochen haben wir uns bereichert.“
An dieser Stelle würde man schon gern wissen, wieviele Flüchtlinge bequem in die Blümsche Villa in Bonn passen würden und wieviele er tatsächlich aufgenommen hat. Hat er Bürgschaften übernommen, als es die Möglichkeit dafür gab, zusätzliche Syrer ins Land zu holen? Für ein, zwei, drei „verzweifelte Flüchtlinge“? Oder für keinen?
Der Herz-Jesu-Marxist Blüm
„Die Bodenschätze Afrikas haben wir ausgeraubt“, behauptet der Mann, der damit seine historische Unkenntnis beweist. Ein Land wie Schweden beispielsweise (anders als z.B. Frankreich oder Grossbritannien) war nie Kolonialmacht. Warum sind die Schweden im internationalen Vergleich nur so wohlhabend geworden?
Der Herz-Jesu-Marxist Blüm bietet marxistische Dependenztheorie in Reinkultur, vermischt mit Hypermoral. Kein Wunder, dass er bei Linksradikalen so gut ankommt, dass sie eine ihrer Aktionen nach ihm benannt haben.
Erinnern wir uns: Im März 2016 genehmigte sich Blüm einen ganz besonderen Abenteuerurlaub. Er bestieg ein Flugzeug nach Griechenland, fuhr ins Flüchtlingslager Idomeni, übernachtete medienwirksam in einem Zelt und kehrte, sobald die Bilder im Kasten waren, unverzüglich nach Bonn zurück.
Während Nobbi wieder im Trocknen saß, rief ein „Kommando Norbert Blüm“, eine Bezeichnung, die an den RAF-Terrorismus anknüpft, Flüchtlinge dazu auf, illegal die Grenze zu Mazedonien zu überqueren. Deutschland würde noch Flüchtlinge aufnehmen – mit diesem Versprechen wurden hunderte Menschen dazu verleitet, sich auf einen lebensgefährlichen Weg zu machen.
Damit sie sich nicht verliefen, gab es entlang der Route Flüchtlingshelfer, die sich als Schleuser betätigten. Besonders medienwirksam wurde die Überquerung eines reißenden Flusses inszeniert. Die Fotografen scheuten auch das Bad im kalten Wasser nicht, um möglichst wirkungsvolle Fotos zu schießen. Am anderen Ufer warteten Kamerateams, die sich mit ihrem Equipment nicht in die Fluten wagten.
Diese Fotos dokumentieren, dass sich die humanitären Helfer nicht scheuten, selbst Kinder den Gefahren des von ihnen inszenierten Marsches auszusetzen. Mindestens drei Menschen sind bei dieser Aktion ertrunken, ob im Treck, oder bei einem Einzelversuch, den gefährlichen Fluss zu überqueren, geht aus der Berichterstattung nicht hervor. Ziemlich klar scheint dagegen zu sein, dass alle Aufgebrochenen der Aufforderung des Flugblatts vom „Kommando Norbert Blüm“ gefolgt sind.
Spätestens da hätte Norbert Blüm moralische Insolvenz anmelden oder wenigstens für immer schweigen müssen. Aber dafür hat der kleine Mann eine zu hohe Meinung von sich.

Dieses Blüm-Bashing ist schlimm. Nobbi hat schließlich nur einen einzigen Fehler in seinem Leben gemacht: Er hat vor Jahrzehnten die Werkbank bei Opel verlassen.
Es gibt so viele in Deutschland, die einfach nicht verstehen können, warum die ost- und südosteuropäischen Länder einfach keine Begeisterung bei der Aufnahme von Migranten zeigen. Mein Tipp: sagen Sie mal einem Polen, Tschechen, Slowaken, Slowenen oder Kroaten, er sei am Elend in Afrika schuld, und müsse nun zur Buße eben viele Neubürger aufnehmen. Machen Sie sich allerdings auf eine kurze Einführung in die Geschichte dieser Länder gefasst, oder gehen Sie gleich in Deckung. Der deutsche Selbsgeisselungsfetischismus ist eben spezifisch deutsch, und stößt anderenorts auf wenig Verständnis, vor allem dort, wo man Jahrhunderte lang selbst ausgebeutet wurde.
Ach, der Herr Blüm - der kleingroße Selbstdarsteller bei und mit Rudi Carell - einfach nur ätzend, was dieser bestens alimentierte Polit - Wohlstandsrentner von sich gibt. Damals fand ich ihn witzig. Ich erlaube mir die Frage, ob seine Auslassungen seiner politischen Überzeugung entsprechen oder etwas mit einem gewissen Alterungsprozess zu tun haben. Die Frage muss erlaubt sein. Es lässt sich wunderbar moralisieren, wenn man im Wohlstand schwelgt und in bester Wohngegend lebt - davon gehe ich auch bei Herrn Blüm aus - oder lebt er in einem Problemviertel, aus dem arme Deutsche nicht herauskönnen - obwohl sie es möchten, weil sie die Zustände durch "Schutzsuchende" nicht mehr ertragen? Diese bestens alimentierten Heuchler und Moralapostel - sie sollten sich schämen -s dieses Wort können sie vermutlich nicht einmal buchstabieren - aber dann bitte zumindest den Mund halten. Eigentlich wollte ich "die Klappe halten" schreiben, aber das ist nicht mein Stil.
Ein älterer Mann mit offensichtlich abgewirtschafteter geistiger Kompetenz sucht noch einmal die große Bühne und findet mit der moralinsauren Nummer des durch den habgierig-kapitalistischen Westen verelendeten Migranten auf offener See großen Anklang in der linken Medienlandschaft. Ein Glanzstück in deren Augen zum Ausbau ihrer einseitigen Berichterstattung und ein Glücksmoment für Blüm zur Besänftigung seines Aufmerksamkeitsdefizits. Gönnen wir es beiden und drehen wir uns gelangweilt zur Seite.
Was ich Herrn Blüm ankreide : er hat den Kompetativ mit „wie“ ( „besser wie“) salonfähig gemacht (wie auch übrigens Helmut Kohl permanent ...) . über das „brauchen“ ohne „zu“ brauchen wir uns gar nicht mehr aufzuregen ...
Schön, dass mal das lächerliche Heuchelspiel des Wohlstandbürgers Blüm in Idomeni wieder aufgegriffen wird, Offen bleiben bis heute die Hintermänner, Drahtzieher und Regisseure dieses Gaukelspiels. Wer hatte die Idee, wer hat ihm die Koffer getragen, ihn zum Flugzeug gebracht, ihn gefahren, das Zelt aufgebaut, ihn am Henkel zum Essen, zum Waschen und zum Klo geführt , die albernen Fotos und Filme geschossen, die Propagandaposaunen geblasen, die Weltpresse herbeigerufen und beliefert? Wer hat den Dreck hinterher aufgeräumt oder aber nicht? Was wurde damit verdient? Vor allem, wer hat den Spuk bezahlt?
Vielleicht wird man so, kurz vor dem Knockin’ on Heaven’s Door. Schnell noch ein paar Paradiespunkte sichern – und der Schlamassel bleibt den Nachgeborenen hier unten…