Die Gasspeicher in Deutschland sind nur zu 56 Prozent gefüllt, so dass die Bundesregierung nun doch eingreift und den bundeseigenen Gaseinkäufer SEFE angewiesen hat, Gas zu Höchstpreisen zu kaufen. Knappheit treibt den Preis. Im Juli diesen Jahres hatte ich auf die drohende Notlage hingewiesen. Nichts passierte, als Gas noch etwa 50 Prozent preiswerter war.
Haupttreiber der Inflation in Deutschland sind die massiv gestiegenen Energiepreise. Während die Inflationsrate sich noch bei 2,9 Prozent befindet, sind die Preise für Energie, Strom und Gas um 10,5 Prozent gestiegen. Dass Deutschland die höchsten Strompreise aller Industriestaaten aufweist, hat seine Ursache im Doppelausstieg aus Kernenergie und Kohlekraft, der hohen Belastung durch CO2-Zertifikate und den immensen Systemkosten von Wind- und Solarenergie.
Beim Gas liegt die Lage etwas anders. Seit der Einführung des Fracking-Verbots in Deutschland unter Kanzlerin Merkel war Deutschland „alternativlos“ auf preiswertes russisches Pipelinegas angewiesen. Der Vergleich der Kosten von Erdgas in den USA und den Kosten für importiertes Flüssiggas (LNG) in Deutschland zeigt den Preisschock für Industrie und Verbraucher auf: Verflüssigung, Transport und Regasifizierung macht das Gas dreimal so teuer, dann kommt die CO2-Abgabe hinzu und es wird vier- bis fünfmal so teuer. Da zudem Gas in Deutschland im aktuellen Krisenmarkt knapp ist, führt das am Ende auf ein acht- bis neunmal so teures Gas wie in den USA.
Der Verzicht auf eine eigene Gasförderung zugunsten des Imports russischen Gases wirkt sich nun nach der Sprengung der Pipelines und der Sperrung der Straße von Hormuz fatal aus: Haushaltskunden zahlen aktuell um 12 Cent/kWh Gas. Aber dieser Gaspreis ist noch nicht im Einkaufskorb gelandet.
Steigt der Gaspreis, folgen die Preise für Stickstoffdünger. Rund die Hälfte der weltweiten Nahrungsmittelproduktion hängt direkt oder indirekt am synthetischen Stickstoffdünger. Die BASF hat ihre Anlagen zur Stickstoffdüngerproduktion stillgelegt. Der zweite große Standort SKW Piesteritz in Sachsen-Anhalt hatte bereits 2025 die Produktion eingestellt, wieder angefahren und droht nun erneut mit der Drosselung auf Grund hoher Kosten für importiertes Erdgas. Dazu gesellt sich im Übrigen auch noch die CO2-Abgabe (bei der Ammoniakherstellung entsteht zwangsweise CO2), die in den nächsten Jahren die Produktion in Deutschland ohnehin unwirtschaftlich machen würde.
Der größere Schaden entsteht dabei nicht sofort, sondern über Mengeneffekte im nächsten Jahr. Bei hohen Düngerkosten reduzieren Landwirte die Stickstoffgabe, was zu Ertragsausfällen und damit zu Preissteigerungen im nächsten Jahr führt.
Ohne Abgabenlast würde Benzin 95 Cent kosten
Super E5 kostet zurzeit etwa 2,34 Euro pro Liter, Diesel rund 2,40 Euro. Beim Super kassiert der Finanzminister die Energiesteuer in Höhe von 65,45 ct pro Liter, der CO2- Preis beträgt 15,4 ct pro Liter, die Treibhausgasquote verteuert den Sprit noch einmal um 12–20 ct pro Liter. Letzteres (rund 10 Milliarden Euro) bekommt der Finanzminister zwar nicht, sondern die Biokraftstoffhersteller. Der Finanzminister kassiert aber die Mehrwertsteuer dafür. Die Mehrwertsteuer beträgt insgesamt 36,4 €ct pro Liter. Damit gehen 51 Prozent des Spritpreises an den Staat..
An den gestiegenen Ölbeschaffungskosten verdient der Finanzminister kräftig mit. Wenn wir davon ausgehen, dass die Ölpreise bis Ende des Jahres so hoch bleiben, erhöht sich die Mehrwertsteuer um fünf Milliarden Euro und die CO2-Steuer (die in diesem Jahr um 10 Euro pro t CO2 erhöht wurde) um 1,6 Milliarden. Eine fette Beute, von der der Finanzminister mit der Forderung nach einer Übergewinnsteuer ablenken will. Die fünf Milliarden muss sich der Bundesfinanzminister mit den Bundesländern teilen.
Ohne staatliche Abgaben hätte Deutschland den niedrigsten Dieselpreis und den zweitniedrigsten Benzinpreis in ganz Europa! Das Benzin würde 95 Cent pro Liter kosten.
Es haben übrigens folgende Länder noch keinen CO2-Preis auf Kraftstoffe eingeführt: Italien, Spanien, Griechenland, Portugal, Tschechien, Slowakei, Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Kroatien, Belgien. Deutschland ist immer vorne dabei, wenn es darum geht mit der CO2-Erzählung „Wir retten die Welt“ den Bürgern das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Zeit für Kernkraft
Ab 21. September ist unser neues Buch „Zeit für Kernkraft – Schlüssel zum Wohlstand“ (Vahrenholt/Peters) im Buchhandel – im Achgut-Buchshop hier bestellbar. Es ist nicht anzunehmen, dass Vertreter der Bundesregierung das Buch in die Hand nehmen, lesen und beherzigen. Machen Sie sich schlauer als die Koalitionäre, die das Wort Kernenergie aus der Regierungsvereinbarung gestrichen haben, und schauen Sie mal in das Buch hinein.
Für Interessenten hier der im Buch enthaltene Deutschlandplan Kernenergie. Unser Deutschlandplan umfasst folgende Punkte:
1. Das Atomgesetz wird geändert, um die friedliche Nutzung der Kernenergie in Deutschland wieder zu ermöglichen.
2. Das für Windkraft- und Solaranlagen gesetzlich festgestellte „überragende öffentliche Interesse“ wird auf Anlagen der Kernenergie übertragen, damit Genehmigungsverfahren beschleunigt werden können.
3. Das Standortauswahlgesetz für Endlager wird an die künftig nach Transmutation zu erwartenden deutlich kürzeren Endlagerzeiträume angepasst.
4. Das ALARA(„so gering wie möglich“)-Prinzip im Strahlenschutz wird – wie in den USA – nicht länger als faktisch absolutes Minimierungsgebot, sondern als Optimierungsprinzip im Verhältnis zur natürlichen Radioaktivität angewendet.
5. Sämtliche nachgeordneten Behörden, die mit dem Kernenergiekreislauf befasst sind, werden durch einen neuen Errichtungszweck von der Verhinderung kerntechnischer Nutzung auf deren Ermöglichung neu ausgerichtet.
6. Zur Bündelung aller energiepolitischen Kompetenzen wird ein Energieministerium mit einem neuen Schwerpunkt Kernenergie geschaffen.
7. Eine gesellschaftliche Kampagne zu Reindustrialisierung, Versorgungssicherheit, Kerntechnik und geopolitischer Souveränität schafft die vorpolitischen Voraussetzungen für den Wiedereinstieg.
8. Soweit technisch möglich, werden bestehende Kernkraftwerke wieder in den Leistungsbetrieb zurückgeführt.
9. Die vorhandenen Kernkraftwerksstandorte werden für den Bau neuer Großreaktoren gesichert und genutzt.
10. Small Modular Reactors (SMR) und inhärent sichere Reaktorkonzepte der IV. Generation werden gezielt gefördert.
11. SMRs und Kraftwerke der IV. Generation werden an Standorten ehemaliger Kohlekraftwerke sowie in großen Industriebetrieben errichtet.
12. An jeder Technischen Hochschule Deutschlands werden neue Lehrstühle für Kerntechnik eingerichtet. Gleichzeitig wird die Kerntechnik wieder zur wichtigsten Säule des Energieforschungsprogramms.
13. Die Forschungszentren Jülich und Karlsruhe – früher Kernforschungsanlagen von Weltklasseniveau –, die seit 2015 keine Kernkrafttechnik mehr verfolgen dürfen, nehmen wieder Spitzenforschung auf dem Gebiet der Kerntechnik auf.
14. Deutschland wird wieder aktives Mitglied der europäischen und internationalen Kernenergieorganisationen.
Dieser Text ist ein Ausschnitt aus Fritz Vahrenholts monatlichem Newsletter, den Sie hier bestellen können. Darin finden sie weitere Themen und auch zusätzliche erläuternde Grafiken und Quellen.
Im Achgut-Buchshop erhältlich:
„Zeit für Kernkraft – Schlüssel zu Wohlstand und Frieden“ von Fritz Vahrenholt und Björn Peters, Langen Müller Verlag 2026, hier bestellbar.

Beitragsbild: Christian Lylloff - Eigenes Werk, Gemeinfrei, via Wikimedia Commons
Nachtrag: „Verstanden. 6, setzen.
Ob es Absicht war, kann ich nicht ehrlich behaupten – aber ich habe deine eindeutig gesetzte Definition mehrfach durch andere Begriffe und Einschränkungen ersetzt. Das Ergebnis war irreführend. Dafür gibt’s keine Ausrede.“ (KI)
„Bei ungefähr 2,11 €/Liter Verkaufspreis kämen wir auf 95 Cent/Liter reinen Marktpreis, wenn wir Energiesteuer, CO₂-Abgabe und Mehrwertsteuer vollständig herausrechnen.“ (KI)
Ohne die Polit-OK der Altparteien und deren Krieg gg. die Russen wäre Deutschland ein Paradies.
95 Cent? Ach was… aber wo sind die Leute, die dagegen protestieren? Omas gegen Benzinpreise?
Wenn die SMRs wirklich das halten, was sie versprechen, haben wir den nötigen Treibstoff dafür bereits in rauen Mengen im Land und können auf ein Endlager vermutlich verzichten. Wer sollte da etwas dagegen haben?
Statt von russischem Gas oder arabischen Öl machen wir uns mit der Energiewende dann stattdessen abhängig von chinesischer Elektronik, die für die Steuerung und Regelung von Windmühlen und PV-Anlagen gebraucht werden. Geniale Idee. Wer Ironie findet …..
Die erhöhten Steuereinnahmen auf Bezinpreise, die, sagen wir 1,70 €/Ltr liegen, sind ja selbst ein Übergewinn für den Staat !!! Ich habe ein Beispiel gehört, wenn in Spanien aufgrund schlechter Wetterbedingungen die Gurkenernte (?) ausfällt, und deshalb wegen der Mangellage die deutschen Bauern ihre Gurken zu einem erhöhten Preis verkaufen können, drängt sich doch eine Frage auf. Ist das auch ein ÜBERGEWINN?
Dieses Wort Übergewinn ist nichts als ein Neidwort.
Und wenn der Staat an der Differenz zwischen 1,70 und 2,40 = 70ct 51% Gewinn macht, dann sind das fast 37ct Mehrgewinn an jedem Liter. Und dann erzählen uns verblödete Ökonomen bei den verflossenen 17 ct Nachlass, das sei aber furchtbar teuer gewesen.
Ein anderer Gesichtspunkt. Es ist nicht die Sache des Staates über einen Nachlass beim Benzinpreis Sozialpolitik zu betreiben. Von wegen, die Fahrer dicker Autos würden ja mehr profitieren und die Fahrradfahrerin gar nicht. Das ist Schwachsinn. So wie es auch Schwachsinn ist, jegliche Steuereinnahmen umzuverteilen. – Straßenbau u Brückenbau gehören zu den Verkehrssteuern. Renteneinnahmen gehören ausschließlich für die Rentenausgaben, Einnahmen der Krankenkassen ausschließlich für Versicherte etc. Für Sozialausgaben muss es eine Extrasteuer geben, dann sieht auch jeder in welcher Höhe unser Geld dort verbraucht wird. usw